15/05/21
 
Über diesen Blog
DECOLONIZING COLLECTIONS – NETWORKING TOWARDS RELATIONALITY   Decolonizing – Dieser Blog möchte einen Beitrag zur Dezentrierung der Debatte über koloniale und ethnographische Sammlungen, Archive und Museen leisten. Unser Ziel ist es, koloniales Wissen und vorherrschende epistemische Praktiken kritisch zu reflektieren, auch in unserer eigenen Praxis zu überwinden und damit zugleich die hierarchischen Trennungen zwischen Zentrum […]

Zwischen den Stühlen
Der Fachverband der Ethnolog*innen diskutiert über das Humboldt Forum
„Ethnologie im Humboldt Forum: Quo vadis Berlin-Mitte – und mit wem?“ war der Titel einer Podiumsdiskussion, die als einer der Höhepunkte der diesjährigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie stattfand. Moderiert durch den Journalisten Thomas Schmidt von der Wochenzeitung Die Zeit beteiligten sich vier Wissenschaftler*innen fachöffentlichkeitswirksam an der wieder hitziger geführten Debatte über […]

Von blinden Flecken und Sternchen im Untertitel
Wie auf die Ausstellung „Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit“ reagiert wird
Blinde Flecken sind aus der Individualpsychologie bekannt, wenn bestimmte, emotional unangenehme Sachverhalte vom subjektiven Bewusstsein ausgeblendet werden, so dass sie einer bewussten Bearbeitung nicht mehr zugänglich sind. In Museen hat man sie eher selten diagnostiziert, handelt es sich doch um jene Institutionen, die das Schöne und Wichtige einer Gesellschaft ausstellen, und auch bislang Verborgenes in […]

Was für ein Wirbel
Zweiter Teil: Ein Besuch im Souvenirladen
Marx hatte recht, aber man kann sein berühmtes Diktum aus dem „Achtzehnten Brumaire des Louis Napoleon“ vertiefen. Geschichte ereignet sich nicht abwechselnd als Tragödie und Farce. Die Farce ist die Hülle der Tragödie. Also ihr Wesen und ihre Maske. Die Enthauptung eines vormaligen ethnologischen Museums ist eine Tragödie, die nicht erst jetzt die Form einer […]

Was für ein Wirbel
Erster Teil: Splitter und Balken
Über das Humboldtforum ist alles gesagt. Und es ist schon vor zehn Jahren gesagt worden. Die Diskussion bewegt sich seit langer Zeit im Kreise. In diesem Jahr haben die Feuilletons die Regie übernommen, ohne daß dabei neue Gesichtspunkte zur Sprache gekommen wären. Das einzig Neue ist der deutliche Sog nach unten, der in den beiden […]

Die Frösche haben klug gequakt, aber die Kühe trinken weiter Wasser aus dem Weiher
Zur Debatte „Geteiltes Erbe? Koloniales Wissen in Geschichte und Gegenwart“ im Hamburger Völkerkundemuseum am 26. September 2017
© Museum für Völkerkunde Hamburg. Photos: Arne Bosselmann Es wird in den letzten Jahren selten vorgekommen sein, dass die 205 Sitzplätze des Patina-überzogenen, rundum holzgetäfelten großen Hörsaals des Hamburger Völkerkundemuseums (Baujahr 1912) bis auf den letzten Platz besetzt waren.[1] Gleichzeitig drängelten sich im Foyer draußen vor der Türe mehr als 80 Menschen, die nicht mehr […]

„Keine Macht für Niemand“
Lasst endlich die Exponate sprechen
Es ist erreicht. Was Adolf Bastian mit der Gründung des Museums für Völkerkunde mitten in der aufstrebenden Metropole Berlin einst wollte und was im Bombenhagel des II. Weltkriegs unterging, hat sich mit der Einrichtung des neuen Humboldt Forums wieder herstellen lassen. Bastian ging es allerdings um die zentrale Präsentation der Ergebnisse einer weltweit tätigen Rettungsforschung, […]

Bloß kein Völkerkundemuseum
Zur aktuellen Konzeptentwicklung des Humboldt Forums
„Empört euch, aber bitte öffentlich! Ethnologie als Störwissenschaft“, so lautete der Titel einer von Cassis Kilian moderierten Plenarveranstaltung auf der DGV-Tagung „Verortungen. Ethnologie in Wissenschaft, Arbeitswelt und Öffentlichkeit“ 2013 in Mainz, auf der ich den damaligen Stand des Humboldt Forums referierte. Im Zentrum der Diskussion stand die allgemeine Klage, die Ethnologie werde zu zentralen Themen, […]

Wie weiter mit Humboldts Erbe?
Ethnographische Sammlungen neu denken
Das Humboldt Forum, das derzeit in der Mitte Berlins in der Hülle des rekonstruierten preußischen Stadtschlosses entsteht und ab 2018 die Sammlungen des Ethnologischen Museums Berlin neu präsentieren wird, ist zu einem Kristallisationspunkt für Debatten über den Umgang mit ethnographischen Sammlungen in Deutschland geworden.