Ende des Blogs – Fortsetzung der Diskussion
Nach 14 Beiträgen beenden wir nun diesen Blog und möchten uns noch einmal bei den Beiträger*innen bedanken für eine interessante und einsichtsvolle Diskussion der Frage nach der Bedeutung der Umbenennung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) in Deutsche Gesellschaft für Kultur- und Sozialanthropologie (DGSKA). Die Kommentarfunktion unter den jeweiligen Beiträgen steht weiterhin zur Verfügung und […]

Das Flurgespräch als ethnographisches Feld
Die  Gleichzeitigkeit von Homogenität und Diversität Wir sind vier wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und/oder Doktorand*innen an der Uni Köln.[1] In dieser Hinsicht besteht eine gewisse Nähe zum Blog, dessen Initiator*innen und den Debatten, die sich abseits des Blogs aus den bisherigen Beiträgen ergeben haben. Gleichzeitig war die Reichweite der Debatte um die Umbenennung der DGV selbst in […]

07/24/18
Ich habe nichts gegen Sozial- und KulturanthropologInnen, einige meiner besten FreundInnen sind Sozial- und KulturanthropologInnen
Ich arbeite am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen; die wissenschaftliche Fachgesellschaft, bei der ich Mitglied bin, ist die dgv, die Deutsche Gesellschaft für Volkskunde. Wie einige andere KollegInnen wurde ich von den Blog-BetreiberInnen freundlicherweise eingeladen, die Umbenennungsdebatte und ihre möglichen Folgen für das Verhältnis der beiden Fächer – Ex-Völkerkunde und Ex-Volkskunde – zu […]

07/17/18
Namensänderung als Exorzismus und Glaubensbekenntnis
Von dieser Seite des Atlantiks her betrachtet erstaunt die Diskussion um die Berufsbezeichnung und den neuen Namen des Fachverbandes, obwohl sie mir verständlich ist. Die aufgeworfenen Fragen und benannten Probleme stellen sich hier zum Glück nicht in der gleichen Weise. Antropologia ist in Brasilien fast ein Synonym der bis vor Kurzem Deutschland allgemein üblichen Fachbezeichnung […]

Name und Benanntes. (Un)disziplinierte Verschiebungen
Warum wurde die Bezeichnung ‚Völkerkunde’ eigentlich nicht 1969 bei der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde in Göttingen durch die Bezeichnung ‚Ethnologie’ ausgetauscht, wonach die damaligen politischen und inhaltlichen Verschiebungen doch stark verlangten?[i] Und warum wurde der Wechsel von ‚Ethnologie’ zu ‚Anthropologie’ nicht in den 80er Jahren vollzogen, als massive politische und methodische Verschiebungen dahin […]

06/19/18
Spielunterbrechung
Der nächste Beitrag erscheint voraussichtlich am 05.07.2018. Bis dahin empfehlen wir einen Blick auf unseren Blog „Wie weiter mit Humboldts Erbe? Ethnographische Sammlungen neu denken“.

„…unsere Gesellschaft den veränderten Verhältnissen anzupassen…“
Nicht nur gegen, sondern auch für eine Umbenennung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde wurde fachhistorisch argumentiert. Ein neuer Name für die Gesellschaft sollte als ein Zeichen der Distanzierung zur eigenen Disziplingeschichte verstanden werden, da etwa „die Völkerkunde einen nicht unerheblichen Anteil an der wissenschaftlichen Produktion und Legitimierung von Rassen-Theorien“ gehabt habe.[i] Im Gegenzug dazu beinhaltete […]

06/05/18
Ich heisse Bub
Einsidel: „Wie heissestu?“ – Simplex: „Ich heisse Bub.“ […] Einsidel: „Wie hiesse dich dann dein Meüder?“ – „Sie hat mich Bub geheissen, auch Schelm, langöhrichter Esel, ungehobelter Rültz, ungeschickter Dölpel und Galgenvogel.“ – […Und wie hat deine Mutter deinen Vater gerufen?] – „Rülp, grober Bengel, volle Sau, alter Scheisser“ (Simplex Simplicissimus, 1669, s. Endnote [1]). […]

Die Geschichtsverdrängung der Ethnologen als gesellschaftliches Problem
Nomen est omen / Der Name ist Programm (contra Stocking 1971) Die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) in Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) erscheint mir undemokratisch, unüberlegt und unhistorisch. Als relativer Außenseiter, in den Niederlanden ausgebildeter Ethnologe, der sich mit der Geschichte der Ethnographie, Ethnologie und Anthropologie beschäftigt und seit 1991 […]

Von Menschen und (ethnischen) Gruppen
Als der Blog zur Umbenennung unseres Fachverbands an den Start ging, vermutete ich, dass sich nun zunächst vor allem diejenigen äußern würden, die vom Ausgang der Abstimmung in Berlin enttäuscht waren. In der Tat haben bislang vor allem diejenigen FachvertreterInnen gebloggt, die die bei der Mitgliederversammlung 2017 zur Abstimmung stehende Alternativbezeichnung „Ethnologie“ bevorzugt hätten und […]

05/15/18
Teilnehmende Namensgebung
Seltsam bei der Diskussion um die Namensänderung ist, wie vor allem Gegner der Umbenennung auf fachfremde Argumente zurückgreifen. Da geht es um Etymologie, viel Geschichte, auch Nationalgeschichte, um Hochschulpolitik und mitunter sehr stark rückwärtsgewandt um die Suche nach einer reinen, essentialistisch aufgefaßten „Urform“ hinter den einzelnen Namen. In diesem Beitrag möchte ich als Alternative ausprobieren, […]

05/08/18
Die bereinigte DGV
Die Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) heißt jetzt Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). Aus einem dreibuchstabigen Kürzel ist ein fünfbuchstabiges geworden. War ersteres so eingängig und handlich, dass es mit der unheimlichen Großschwester Volkskunde (mit ihren diversen Umbenennungen, die sich aber wohl nicht so unmissverständlich abkürzen ließen) geteilt werden musste (dgv), bedarf die […]

05/01/18
Ich gebe auf… Ethnologen sind und bleiben ein segmentärer Haufen
Nach der Umbenennung der DGV in Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie und nicht, wie ich gehofft hatte, (Deutsche) Gesellschaft für Ethnologie, resigniere ich, was die Erfolgschancen meiner bisher hartnäckig auf vielen Baustellen betriebenen „namenspolizeilichen“ Aufklärungsarbeit betrifft. Lohnt es sich noch, Studenten, Journalisten, Wissenschaftsverwaltungen, Fachbereichs-Sekretärinnen, Pressereferentinnen und neugierigen Kollegen aus anderen Fächern zu erklären, dass […]

Warum die Umbenennung der DGV in DGSKA ein Fehler war
Früher Nachmittag des 6. Oktobers 2017, Hörsaal 1a der sog. Rost- und Silberlaube der Freien Universität Berlin: Aus einigen Ecken des Hörsaals ertönen verhaltene Freudenschreie, Menschen haben Tränen in den Augen, manche fallen sich mit einem ‚endlich geschafft‘ in die Arme. Was war passiert? Hatte die Europäische Union gerade in Brüssel bekanntgegeben, aufgrund der bei […]

04/17/18
Die Umbenennung: Moralisches Schulterklopfen und Geschichtsvergessenheit
Kurz vor der Umbenennung der DGV in DGSK konnte ich in Bochum die Umbenennung meines Lehrstuhles, der die „Sozialanthropologie“ zur Denomination hatte, in „Ethnologie“ erwirken. In Berlin geschah nun genau das Umgekehrte. Ich hätte nie gedacht, dass sich in meinem geliebten Fach einmal Gleichgültigkeit gegenüber faschistischen Bezügen, neoliberale Anbiederei an den angelsächsischen Zeitgeist, moralische Selbstüberhebung […]

Ethnologie – eine Begriffsfalle
Als ich hörte, dass  der Vorstoß einer Namensänderung der Disziplin von „Völkerkunde“ in „Ethnologie“ abgelehnt und statt dessen die Umbenennung in „Sozial- und Kulturanthropologie“ beschlossen wurde, war ich mehr als erleichtert. Zum einen war mir der Umbenennungsvorschlag in Ethnologie schon deshalb als absurd erschienen, weil man den Begriff des „Volkes“ (nur eben als Fremdwort) weiter […]

What’s in a name
Drei Tage vor der Umbenennung der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV) in Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) erscheint von ihrer ehemaligen Vorsitzenden Carola Lentz ein Beitrag im Blog „Kulturrelativismus und Aufklärung“, in dem sie schreibt, sie könne sich vorstellen, die Ethnologie in einer übergreifenden Kultur- und Gesellschaftswissenschaft aufgehen zu lassen. Hat die Umbenennung […]