02/05/19

Schrecklich interessant – Aber in Zukunft ohne mich

Mein Abschied von der akademischen Ethnologie

Heute ist Montag der 14 Januar 2019, ich liege auf dem Sofa und versuche die Zeit zwischen dem Bewerben um Stellen für frische Absolventen totzuschlagen. Ich denke darüber nach, was ich alles in meinem im November 2019 abgeschlossenem Studium der Ethnologie an den Universitäten in Frankfurt und Mainz alles erlebt, gesehen und getan habe. Ich falle in einen Zustand tiefer Versenkung, um alles noch einmal im Tagtraum Revue passieren zu lassen.

Ich bin jahrelang kasernenartige Flure entlanggelaufen, um das richtige Büro zu finden. Während ich Modulprüfungen anerkennen lassen wollte, fehlte der richtige Institutsstempel. Bis ich den richtigen Stempel auf der Unterschrift des Professors hatte, musste ich durch Frankfurt reisen. Ich habe im Schnitt täglich 200 Studenten beim kollektiven Gähnen zugeschaut. Ich habe im Vorlesungssaal aufwachen können, ohne vom Sonnenaufgang Notiz zu nehmen. Ich habe Kommilitonen von hinten dabei zugesehen, wie sie – vor Langeweile – im Internet surften, bei Amazon einkauften oder Pornos guckten. Die Lust zu lernen kann ja mit einem Ersatz befriedigt werden. Andere saßen da wie ein kaltes Stück Materie und warteten darauf ins Freie zu diffundieren, sie wechselten vermutlich den Studiengang nach drei Semestern Wartezeit.

Ich habe festgestellt, dass es mindestens 50 geschlechtsunspezifische Flip-Flops gibt. Gleiches gilt für Sandalen. In der Not gingen meine Kommilitonen[1] auch barfuß in die Universität. Der Monumentalarchitektur des Campus Westend in Frankfurt, wurde die Ästhetik der gebatikten second-hand Uniform mitsamt Dreadlocks und der Odem von Kaffee und anderen Psychoaktiva entgegengesetzt. Ich habe erwachsene deutsche Studenten (mit Abitur und Wahlrecht) gehört, die wissen wollten, wie man an der Universität Ethnologie studiert, ohne eine Hausarbeit schreiben zu müssen. Ob Feldforschung im Freien stattfindet und ob die Dozenten auch abends noch telefonisch zu erreichen wären.

Ich habe die atlantische Küste Ghanas gesehen. Ich habe gesehen, wie blinde Menschen ihren Weg in der ghanaischen Gesellschaft, wie sie ihn durch die Straßen Accras meistern und mir lachend davon erzählten. Ich habe viele stimulierende Speisen gegessen wie Jollof Rice, ungesalzene oder ungesüßte Bananenchips und Kenkey. Kenkey mit Currywurst – ein Sinnbild kulinarischer Globalisierung. Ich habe ghanaischen Erfindergeist bei Stromausfällen erlebt. Ich habe in Ghana mehr Chinesen gesehen, als in meinem ganzen Leben davor und es war immer ein Ghanaer, der ihnen folgte, nie umgekehrt. Ich habe die Wirtschaftskraft Ghanas im Kleinen gesehen – und mit politischem Geschick steht ihr eine noch erfolgreichere Zukunft bevor.

Ich habe beim Schach gegen deutlich jüngere und attraktivere Kommilitonen verloren. Ich habe eine Professur neu mitbesetzt. Ich habe an der Entwicklung eines Studiengangs mitgewirkt. Ich habe Professoren in den Ruhestand verabschiedet. Ich habe mich mit Dozenten über die maximale Teilnehmerzahl von Seminaren heftig gestritten. Ich habe mit Dozenten, Absolventen, Alumni und Kommilitonen Rituale im Keller des I. G.-Farben-Haus durchgeführt, die Erwähnung in der Lokalpresse finden. Ich habe meinen Nagel in den Fetisch geschlagen. Ich habe Menschen willkommen geheißen und Abschiede gefeiert. Ich habe Freund- und Feindschaften fürs Leben geschlossen.

Beginnen wir noch einmal von vorn und dieses Mal bemühe ich mich um Genauigkeit:

Vom 01.10.2011 bis zum 22.11.2018 studierte ich Ethnologie zunächst in Frankfurt am Main im Bachelorstudiengang und später in Mainz im Masterstudiengang, den ich Ende letzten Jahres abschloss. Es gibt keine Institute in Deutschland, in denen Ethnologie gelehrt wird, die so nah beieinander liegen, wie das Mainzer und das Frankfurter Institut. An dieser Stelle ließe sich annehmen, dass der Zusammenschluss der Johannes Gutenberg-Universität, der Goethe-Universität Frankfurt und der Technischen Universität Darmstadt zu Rhein-Main Universitäten auf einen gleichartigen Zuschnitt des Ethnologiestudiums deutet. Nichts könnte ferner der Wahrheit liegen. Auch wenn die europäischen Universitäten mit dem Fortschreiten des Bologna-Prozesses dazu gezwungen waren, ihre Studiengänge vergleichbarer und damit verwechselbarer zu machen. So war es Aufgabe der Institute ihre Studiengänge trotz der äußeren Zwänge durch die Bologna-Reform studierbar und interessant zu gestalten. Dies äußert sich vor allem in den gelehrten Inhalten der beiden Institute für Ethnologie. Während ich über Jahre hinweg damit beschäftigt war für Plakate, Referate, Handouts, Moderationen, Ausstellungen und Gruppenaufgaben Credit Points zu sammeln, konnte ich im Rahmen meiner Arbeit in beiden Fachschaften einen tieferen Einblick in die Strukturen einer Universität gewinnen. Durch das fachschaftliche Engagement sind mir auch viele Kommilitonen begegnet, die vieles an ihren Studienbedingungen auszusetzen hatten. Gleichzeitig waren sie nur minimal bis gar nicht dazu bereit auch nur ansatzweise etwas dafür zu tun, um die Bedingungen zu verbessern. Ihnen ist dieser Text unter anderen gewidmet.

Jeder Ethnologiestudent gehört mit seiner Immatrikulation automatisch der Fachschaft seines Faches an. Mehrere Fachschaften von Fächern mit überschneidenden Interessen schließen sich manchmal zusammen. Witzigerweise hat sich im Verlauf der Jahre die umgangssprachliche Regelung durchgesetzt, dass das gewählte Gremium, welches Fachschaften in den anderen Gremien der Universität vertritt, die Fachschaft sei. So entstehen erste Irrtümer. In Frankfurt waren Fachschaftsräte über die Fächergrenzen hinaus organisiert, gewählt und kommunizierten Informationen zwischen den Fachschaften. In Mainz hatte jede Fachschaft einen eigens gewählten Fachschaftsrat, dem ich einige Semester angehörte. In Frankfurt hatte dieses Gremium keinen Namen, bis auf die wöchentlichen Fachschaftstreffen, wo jeder Student der Ethnologie dazu aufgerufen und eingeladen war hinzukommen und in seinem Rahmen mitzuwirken. Es war für mich immer deprimierend mitanzusehen, wie an einem Institut, dass zwischenzeitlich (im akademischen Jahr 2012/2013) über eintausendfünfhundert[2] Studierende zu bewältigen hatte, sich maximal 15 Personen daraus, also etwa ein Prozent im Fachschaftsraum einfanden. Und das an guten Tagen. Denn die Fachschaftstreffen waren ein freiwilliges Gremium in Frankfurt. Niemand war dazu gezwungen mitzuwirken, aber jeder war gern willkommen.

Üblicherweise geben Fachschaften Einführungen für Erstsemester. Sie sammeln Vorlesungen, vergangene Klausuren[3], organisieren Fachschaftspartys, Exkursionen, helfen jüngeren und unerfahrenen Kommilitonen beim Einstieg ins Studium oder vermitteln in Konfliktfällen mit den Lehrenden. Einige Fachschaften organisieren sogar Tutorien, geben Zeitungen heraus und treten fachbezogen, als politische Fachschaft auf[4]. Fachschaften unternehmen darüber hinaus noch viel mehr, als ich hier in der knackigen Kürze eines Blogeintrags aufzählen kann, denn sie definieren ihre Schwerpunkte selbst. Gewiss ist: Die Qualität der Arbeit einer Fachschaft hängt von der Zahl und der Aktivität ihrer Mitglieder ab. Und hier gelangen wir bereits an einen Punkt wo für mich zu einem bestimmten Augenblick ein Ende erreicht war.

Spätestens als ich 2017 als Masterstudent mit zwei Bachelorkommilitoninnen helfend an meiner Seite eine Erstsemestereinführung geben sollte über ein Bachelorstudium, dass ich noch nicht mal in Mainz absolviert hatte, wusste ich: Es ist Zeit loszulassen. In insgesamt sechs Semestern Fachschaftsarbeit (jeweils drei in Frankfurt und drei in Mainz) habe ich mich an den hohen Erwartungen, an der Indolenz und an den gleichzeitig immer größer gewordenen Ängsten meiner Kommilitonen abgearbeitet: I’ve had enough. Ich habe mich an studentischen Belangen lang genug abgearbeitet und möchte jetzt nach meinem Abschluss den Weg ins Berufsleben finden.

Der Weg in die Wissenschaft über die Promotion scheint mir die falsche Wahl zu sein. Als Gründe kann ich hier viele anführen, welche die meisten Leser dieses Blogs sicher kennen, daher nur eine Auswahl: schlechte Bezahlung, Missverhältnis zwischen geleisteten und bezahlten Arbeitsstunden (Promotion wird zum „Hobby fürs Wochenende“), Dauerbefristung nach der Promotion bis das magische Ende von zwölf Jahren Befristung erreicht ist. Wer bis dahin nicht Professor geworden ist, hat nach der aktuellen Gesetzeslage Pech gehabt und darf sein Dasein in Lehraufträgen fristen. Außerdem wird es realistisch gesehen niemals so viele Professorenstellen geben, um alle Anwärter aufzufangen.

In meinen Augen wird der wissenschaftliche Nachwuchs in Deutschland ausgebeutet. Daran möchte ich nicht teilhaben. Damit wir uns richtig verstehen: Ich mochte meinen Studiengang, aber eine wissenschaftliche Karriere innerhalb des Faches Ethnologie ist nicht nur mühselig, kostspielig und ausbeuterisch. Es besteht für alle das Risiko in der oben genannten Lehrauftragsschleife zu landen. Und so lange sich nichts – grundsätzlich[5] – an der Art und Weise wie Stellen des Mittelbaus befristet werden, ändert, so lange kann ich mit meinem Abschluss an der Universität als wissenschaftlicher Mitarbeiter nicht stattfinden. Die Unsicherheit(en) einer wissenschaftlichen Karriere und die Ausbeutung des wissenschaftlichen Nachwuchses sind kein Phänomen der letzten Jahrzehnte. Schon Max Weber hielt in seinem Vortrag über „Wissenschaft als Beruf“ vor über 100 Jahren fest:

„Denn es ist außerordentlich gewagt für einen jungen Gelehrten, der keinerlei Vermögen hat, überhaupt den Bedingungen der akademischen Laufbahn sich auszusetzen. Er muß es mindestens eine Anzahl Jahre aushalten können, ohne irgendwie zu wissen, ob er nachher die Chancen hat, einzurücken in eine Stellung, die für den Unterhalt ausreicht.“ (Weber 1985 [1922]: 582)[6] 

In den hundert Jahren seit Webers Vortrag ist diesbezüglich wenig verändert worden und wenn dann eher zum Schlechteren. Dieses Wagnis möchte ich nicht eingehen und ziehe es deshalb vor meinen Weg auf dem Arbeitsmarkt außerhalb der Universität zu suchen.

Mit dem Masterabschluss in Ethnologie bin ich nun in der ersten Phase der rites de passage der Ethnologen eingetreten. Ich habe damit begonnen mich von meiner akademischen Domäne zu lösen. Diese Ablösung begann schon eine Weile vor der Prüfungsfrist der Masterarbeit. Es waren Momente tief empfundenen Widerstands und Ablehnung gegenüber universitären Strukturen (hiermit sind vor allem die darin enthaltenen studentischen Gremien gemeint, vor allem in ihren dysfunktionalen Momenten) und deren Wege der Entscheidungsfindung. Ein einfaches Beispiel hierfür ist die professorale Mehrheit. Universitäre Gremien bestehen heutzutage aus Statusgruppen. Darunter gibt es die Gruppen der Studenten, der wissenschaftlichen Mitarbeiter und vereinzelt auch das administrative oder technische Personal. Egal wie die Stimmenverteilung dieser Gremien gestaltet ist, seit 1973 ist die professorale Mehrheit in den Gremien der akademischen Verwaltung vorgeschrieben. Wie auch immer eine Entscheidung gefällt wird. Das war, ist und bleibt wohl eines der vielen zutiefst undemokratischen Elemente, welches die Organisation universitärer Gremien mitbestimmt. Ich erwarte nicht, dass die Professoren diesbezüglich ihre Macht einfach aufgeben. Ich rechne langfristig damit, dass die Universitäten dieses Problem erkennen, begreifen und daraufhin die Strukturen verändern werden. Damit soll nicht gesagt sein, dass Professoren ihren Stimmenvorteil permanent gegenüber ihren Studenten ausnutzen, aber es kommt hin und wieder vor und das müsste eigentlich nicht sein.

Was bleibt? Was bleibt ist eine Mischung eines tief empfundenen Gefühls der Frustration, dass ich in meiner Rolle als Student nicht mehr Studenten zu mehr Aktivitäten bewegen konnte[7] und das Gefühl einer Zufriedenheit, die sich sehr langsam und zögerlich nach meinem Abschluss einstellt. Diese Zufriedenheit führe ich auf das Studium der Ethnologie selbst zurück, auf die Inhalte und erworbenen Fähigkeiten, nicht auf die umgebenden universitären Strukturen, von denen bisher im Text die Rede war. Mit zwei Abschlüssen in Ethnologie habe ich einige existenzielle Erfahrungen gemacht und Fähigkeiten erworben, die mir so schnell nicht mehr genommen werden können. Nehmen wir uns ein Bespiel heraus: Viele von uns empfinden die Feldforschungserfahrung, die sie während ihres Studiums gemacht haben, als gewöhnlich und vorherbestimmt, da sie im Curriculum vorgeschrieben ist. Wenn man sich nur mit Ethnologen und Ethnologiestudenten umgibt, kann die Feldforschungserfahrung durch die Tatsache, dass man mit vielen Menschen Kontakt hat, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, trivialisiert werden. Nur: nichts daran ist trivial. Wie viele Wissenschaften können eigentlich von sich behaupten ihre Absolventen so intensiv auf ihre Forschungspraxis vorzubereiten[8], dass sie wortwörtlich sich in der Fremde wiederfinden und bei 0 anfangen müssen. Alles in der Theorie erworbenes Wissen mag für die eigene wissenschaftliche Arbeit eine kleine Rolle spielen, aber es gilt zunächst sich im Feld zurecht zu finden. Es geht hier nicht darum die Feldforschungserfahrung als eine existenzielle Erschütterung zu zeichnen (wobei das bei einigen wenigen vielleicht der Fall sein mag), sondern darum darauf hinzuweisen, dass es sich nicht um eine einfache Auslandserfahrung handelt. Es ist eine neu erworbene Fähigkeit sich in ungewohnter Umgebung zurechtfinden zu können. Mit den begleitenden Faktoren Sprache, Gestus und Habitus. Nicht zu vergessen den späteren Folgen nach der Rückkehr.

Jedem Nichtethnologen, dem ich von dieser Feldforschungserfahrung erzählt habe, wie ich mit blinden Ghanaern Gespräche über ihre Diskriminierungserfahrungen führte, konnte mir im ersten Moment gar nicht glauben, dass ich so ein Vorhaben in der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung selbst organisieren konnte. Dies fand unter professoraler Anleitung statt, was die Fragen der Wissenschaft anbelangt, aber darüber hinaus gab es unzählige Ratschläge von Professoren, Mitarbeitern, Doktoranden und Kommilitonen. Ihnen sei an dieser Stelle von Herzen gedankt.

Schaue ich auf die Beiträge zurück, die auf diesem Blog erschienen sind, so wollen Studenten Ethnologie wie eine Psychologie einsetzen, um Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen. Andere wünschen sich eine Ethnologie, die aktivistische Elemente hervorhebt und dazu aufrufen Widerstand zu leisten und einzugreifen. Wieder andere fühlen sich in ihrer Studienfreiheit sprachlich eingeschränkt. Die meisten jedoch versuchen die Ethnologie vor dem Hintergrund ihrer im Studium gemachten Erfahrungen „einen Reim zu machen.“

Aus meiner Sicht zeichnet sich die ethnologische Perspektive dadurch aus, dass diese von einigen Studenten rigoros auf jedes Thema und jede Situation angewendet wird. Man könnte sie als eine Art déformation professionelle beschreiben, mit dem ethnologischen Blick auf fachfremde Themen und Situationen schauen. Das kann unter Umständen zu eingeengten Sichtweisen oder Fehlurteilen führen. Im Gegenzug kann der Ethnologe, als Gast in einer Sendung mit größerer Reichweite, „mit der Welt im Blick“, mehrere Perspektiven in eine Debatte bringen als die einer einzelnen Person.

Welche Relevanz und welches Potenzial die Ethnologie im 21. Jahrhundert hat, kann ich nicht vorhersagen. Ich würde mir lediglich wünschen, dass Ethnologen noch öfter den Elfenbeinturm verlassen und die Fachsprache an der Garderobe ruhen zu lassen, um auf einige drängende gesellschaftliche Fragen zu antworten. Inwiefern Ethnologen dazu bereit sind, muss jeder für sich selbst entscheiden und zwar bei jeder Anfrage zum Interview, einer Podiumsdiskussion oder einer Radio-/Fernsehsendung. Und welches Potenzial das Studium der Ethnologie für zukünftige Studenten des Faches hat, nun, dieses Potenzial muss jede Generation von Studenten von sich aus neu entfalten. Ich wünsche gutes Gelingen dabei und trete nun in die Position des Outsiders, der stoisch die nach ihm folgenden Entwicklungen beobachten und vielleicht hin und wieder kommentieren wird.


[1] Im Interesse einer besseren Lesbarkeit wird nicht ausdrücklich in geschlechtsspezifischen Personenbezeichnungen differenziert. Die gewählte männliche Form schließt eine adäquate weibliche Form gleichberechtigt ein. Das Problem der geschlechtsneutralen Form (z. B. Studierende) ist, dass es um Ableitungen des generischen Maskulinums handelt, die für gewöhnlich im Sprachgebrauch nicht verwendet werden, so wie auch in diesem Blogbeitrag.

[2] Jahresbericht des Instituts für Ethnologie Frankfurt am Main für das akademische Jahr 2012/2013: http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/files/38482/Jahresbericht_IE_12-13-II.pdf

[3] Was nicht an jeder Universität erlaubt ist!

[4] Wovon ich persönlich nur abraten kann. Für politisches Engagement ist das politische Spektrum in den letzten vier Jahrzehnten immer breiter geworden und hat sich in viele Parteien ausdifferenziert. Das Angebot ist groß und für jede Ambition ist etwas dabei. Meine Befürchtung ist, dass das politische Engagement, wenn es von einer bestimmten Partei getragen wird, die Arbeit der Fachschaften zu sehr beeinflusst. Darüber hinaus sind bei Wahlen zu Studentenparlamenten die Wahlbeteiligungen erschreckend gering, was vielleicht bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der Studenten sich in den angebotenen Positionen nicht wiederfinden kann, sie nicht an den hochschulpolitischen Vorgängen interessiert sind oder (die Position vertrete ich): Die Probleme die Studenten betreffen, betreffen sie häufig als gesamte Statusgruppe. Es macht daher wenig Sinn, parteipolitische Gefechte, im Kleinen, an der Universität auszutragen. Es mag für angehenden Landtagsabgeordnete eine Übung sein – aber vielleicht wäre eine Universität ohne Hochschulgruppen etablierter Parteien produktiver und offener. Zumindest hätte so etwas gerne testweise erlebt. Es würde immer noch Fraktionen geben, die bestimmte Veränderungen an der Universität begrüßen oder ablehnen, aber warum sollten Studenten ihre Forderungen und Wünsche an ihre Universität in parteipolitische Programme tauchen? Mir erscheint das eine Spur zu aufwendig, zu dramatisch und auch zu kostspielig. – Trotz all dessen: so lange demokratische Wahlen an Universitäten abgehalten werden, empfehle ich weiterhin jedem daran teilzunehmen, Wahlurnen zu beaufsichtigen und sich für die Belange der Universität zu interessieren. Die Wahlbeteiligungen sprechen allerdings deutlich dagegen.

[5] Diese Änderungen müssen – dringend – im Hochschulrahmengesetz vorgenommen werden.

[6] Weber, Max (1985[1922]): Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Hrsg. Winckelman, Johannes. Tübingen: J.C.B. Mohr.

[7] Eine Frustration, die ich mir selbst zu Last lege. Ich habe mich nicht selten mit zu viel Erwartungen an meine Kommilitonen in Projekte hineingesteigert, ohne vorab zu registrieren, wie wenig Interesse hervorgerufen wird.

[8] Spontan fallen mir hier die Fächer Medizin, Biologie und Chemie ein.

Rajner Tatz beendete 2018 sein Masterstudium der Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Zuvor absolvierte er den Bachelorstudiengang Ethnologie in Frankfurt am Main. Einige seiner Hauptinteressen waren Wahrnehmung, die menschlichen Sinne, und die unterschiedlichen Bedeutungen, die ihnen in verschiedenen Kulturen gegeben werden. In seiner Masterarbeit analysierte er die Stigmatisierungen von Ghanaern mit Sehbehinderungen in ghanaischen Printmedien.

Rajner Tatz verfolgt seit seinem Ausscheiden aus allen sozialen Netzwerken eine persönliche Kommunikationspolitik. Er liest nie Kommentare unter seinen Texten, weshalb ihm Lob, Tadel und andere Nachrichten nur über die Redaktion dieses Blogs, in Person oder per E-Mail an tatzrajner@gmail.com erreichen können.