{"id":5314,"date":"2020-10-07T11:00:06","date_gmt":"2020-10-07T09:00:06","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=witnessingcorona&#038;p=5314"},"modified":"2020-10-05T07:19:43","modified_gmt":"2020-10-05T05:19:43","slug":"hier-in-berlin-wilmersdorf","status":"publish","type":"witnessingcorona","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/witnessingcorona\/hier-in-berlin-wilmersdorf\/","title":{"rendered":"Hier in Berlin-Wilmersdorf"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/5314?pdf=5314\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/5314?pdf=5314\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<p>\u201cThere is no safe place.\u201d<\/p>\n<p>(Walter Mignolo 2011:62)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Berlin-Wilmersdorf, wo ich wohne, sieht es gerade etwas wie am FKK-Strand an der Ostsee von Graal-M\u00fcritz aus. Die Sonne strahlt vom Himmel, die Menschen spazieren gut gelaunt durch die Gegend, nur zwitschern hier in Berlin die Spatzen von den B\u00e4umen statt der im Wind fliegenden M\u00f6wen am Strand.<\/p>\n<p>Die meisten der Ostsee-Besucher*innen an diesen Str\u00e4nden laufen eher textillos durch die Gegend und verzichten ganz auf ihr allt\u00e4gliches Aussehen, f\u00fchlen sich darin der Natur und ergo auch ihrem eigenen K\u00f6rper freier verbunden als sonst. Einige der Strandg\u00e4nger*innen w\u00e4hlen jedoch auch spontan und nach eigenem Empfinden eine Stelle an ihrem Leib aus, wo sie etwas Textiles platzieren. Ebenso kann ich es mit den von der Bundesregierung angeratenen Mund-Nasen-Masken im \u00f6ffentlichen Raum in Berlin beobachten, da die Mehrzahl der st\u00e4dtischen Fu\u00dfg\u00e4nger keine Maske tr\u00e4gt. Einige ziehen sie an ihr Kinn hinunter, um dann mit unbedecktem Mund und Nase mit ihren schweren Einkaufst\u00fcten von Aldi am Heidelberger Platz loszulaufen. Wahrscheinlich hatten sie den textilen Schutz nur im Supermarkt richtig auf. Andere meinen, dass nur der Mund damit gemeint war und lassen ihre Nase oben frei. Wenn die Lage nicht so ernst w\u00e4re, w\u00fcrden diese Szenen eher lustig anmuten.<\/p>\n<div id=\"attachment_5317\" style=\"width: 844px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5317\" class=\"wp-image-5317\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-155.JPG-920x690.jpg\" alt=\"\" width=\"834\" height=\"626\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-155.JPG-920x690.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-155.JPG.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 834px) 100vw, 834px\" \/><p id=\"caption-attachment-5317\" class=\"wp-caption-text\"><i><small><small>Mund-Nasen-Masken in einem Schaufenster in der N\u00e4he des Heidelberger Platzes, Foto: ISdS<\/small><\/small><\/i><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Walter Mignolo geht in seiner Aussage \u201eThere is no safe place\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> auf die Sehnsucht der Menschen ein, einen sicheren Ort zu finden, den sie sich in den heiligen und abgesonderten Welten von Spiritualit\u00e4t zu finden erhoffen, aber welche dennoch Teil unserer physischen Welt sind. In diesem Sinne der Vorstellung einer Verwobenheit von weltlichen, religi\u00f6sen, spirituellen und imaginierten Welten Mignolos m\u00f6chte ich im Folgenden meine autoethnographischen, regional begrenzten Alltagsbeobachtungen im innerst\u00e4dtischen Berlin und darin vor allem die Abneigung gegen das Masken-Tragen in den ersten Monaten der Corona-Pandemiezeit beschreiben und \u00dcberlegungen dazu anstellen, welche tieferliegenden Gr\u00fcnde diese Aversion haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die folgenden autoethnographischen Beobachtungen sind <strong>auf der Grundlage meines Corona-Tagebuchs entstanden, das ich vom 19. M\u00e4rz bis zum 30. Juni f\u00fcr das <em><a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/witnessingcorona\/curare-corona-diaries-project\/\">Curare Corona Diaries Project<\/a> <\/em>geschrieben habe.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lokal statt global?<\/strong><\/p>\n<p>Seit f\u00fcnf Monaten<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> leben wir in Pandemie-Zeiten und meinen, weil das Sterben in Deutschland nicht wie eine Welle \u00fcber uns eingeschlagen ist wie in anderen L\u00e4ndern der Erde, dass wir sicher und vor allem gefeit seien. Meine Nachbar*innen in Wilmersdorf genie\u00dfen sorglos den Fr\u00fchling (und mittlerweile den Sommer) und das wunderbar strahlende Wetter, weil das Corona-Virus ja unsichtbar ist. Wie der Youtuber Rezo richtig sagt, wirkt es so, als w\u00fcrden wir meinen, dass wir in Zukunft nicht mehr verh\u00fcten m\u00fcssten, weil es sich ja schon vorher gezeigt hat, dass Verh\u00fctung gegen ungewollte Schwangerschaften sch\u00fctzen w\u00fcrde und wir nun auch ohne k\u00f6nnen (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZiYLQXS-ufs\">vgl. Rezo 22.4.2020<\/a><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>). Was wird wohl passieren?<\/p>\n<p>Hier in Wilmersdorf scheint es niemanden sonderlich zu k\u00fcmmern, dass sich diese weltweite Gesundheitskrise in einer hohen \u00dcbersterblichkeit zeigt und manche finden es sehr \u201ewiderst\u00e4ndig\u201c, sich dennoch zusammenzuscharen und nicht so viel k\u00f6rperlichen Abstand zueinander einzunehmen. Die meisten Leute in meinem Umfeld klagen stattdessen \u00fcber das \u201eEingesperrt Sein\u201c, den Umstand, \u201ean unseren Wohnraum \u201agefesselt\u2018\u201c <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/monstroes-oder-gespenstisch\">(Lussem 20.4.2020<\/a>) zu sein sowie \u00fcber \u201eRestriktionen\u201c, die sie durch \u201eCorona-Wahn\u201c (<a href=\"https:\/\/www.servustv.com\/videos\/aa-23ud73pbh1w12\">Bhagdi im Interview mit Wegscheider 29.4.2020<\/a>), \u201ePanikmacherei\u201c (<a href=\"..\/..\/..\/AppData\/Documents\/AppData\/Local\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/3RE7PAXI\/%5d,%20https:\/www.youtube.com\/watch?v=1YLO8sTNZxc\">Dahlke 4.4.2020<\/a>) oder gar \u201eCorona-Gehorsam\u201c (<a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/coronavirus-in-deutschland-die-politik-ist-nun-offenbar-endgueltig-durchpaedagogisiert-ld.1551134\">Gaschke 11.4.2020<\/a>) und einem angenommenen Obrigkeitsdenken (<a href=\"https:\/\/www.nature-and-healing.ch\/kontakt\/40-tagebuch\/news\/fehlermeldung\/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=6d48f2379e614e3408a5a6c6e8a82686\">Raunitschka 11.4.2020<\/a>) begr\u00fcndet sehen. Sie \u00e4ngstigen sich vor einer geheimen \u00dcberwachung und Bevormundung<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> und bezweifeln gar die Existenz des Virus. So erhalte ich Links zu YouTube-Kan\u00e4len zugesendet wie dem Interview von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dk8wqJbNhq0\">Eva Herman<\/a> mit Wolfgang Wodarg, R\u00fcdiger Dahlke oder von <a href=\"https:\/\/www.servustv.com\/videos\/aa-23ud73pbh1w12\/\">Ferdinand Wegscheider<\/a> mit Sucharit Bhakdi; allesamt Protagonisten, die sich gleich in der \u00dcberschrift als Professoren (ohne ihre weiblichen Kolleginnen) mit Doktortitel pr\u00e4sentieren (aber nicht als Experten in der Virologie ausgewiesen sind). In diesen Beitr\u00e4gen dominiert weniger ein Spezialwissen als vielmehr das Wort \u203aAngst\u2039 in den unterschiedlichsten beschreibenden Abwandlungen. Diese Emotion scheint mir eher den Schreiber*innen selbst als klassische Projektion eigen zu sein und anderen Personen passiv zugeschrieben zu werden.<\/p>\n<p>Hier versammelt sich eine Meinung aus verschiedenen spirituellen Kreisen, die ich tendenziell eher als \u201elinks\u201c charakterisiert h\u00e4tte, die nun aber eine kuriose Selbstfokussierung statt einer solidarischen Haltung offenbaren. Susanne Gaschke spricht in der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung in diesem Zusammenhang von einer national begrenzten und psychologisierenden Sichtweise \u201eder guten Deutschen\u201c aus einer Fremdperspektive, die sich angeblich <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/coronavirus-in-deutschland-die-politik-ist-nun-offenbar-endgueltig-durchpaedagogisiert-ld.1551134\">\u201ein 150-prozentigem Gehorsam gefallen\u201c<\/a>. Auch der Dramatiker und ehemalige Theaterleiter des Grips-Theaters in Berlin, Volker Ludwig, spricht aus der Innenschau von einer essenzialisierenden und reduktionistischen \u201eurdeutsche[n] Blockwart-Mentalit\u00e4t\u201c, was der Verinnerlichung einer eigenen verinnerlichten Stereotypisierung (vgl. Hall 2010[1997]:148ff.) gleichkommt (<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/frueherer-theater-chef-zur-coronakrise-wir-sind-ein-land-das-furchtbar-gerne-gehorcht\/25797584.html\">vgl. Wildermann 4.5.2020<\/a><strong>)<\/strong>. Auf einmal wird unsere komplexe Welt in einfache Vorstellungen zusammengeschrumpft.<\/p>\n<p>Aufgrund einer eigenen Krankheit und der Schreibphase an meiner Doktorarbeit bin ich in Quarant\u00e4nen zwar schon ge\u00fcbt und kann, da ich auch ohne Corona schon mit der allt\u00e4glichen Sorge um meine eigene Existenz lebe, gar nicht mitreden, aber was ich in der Anfangsphase seit Ausbruch des Corona-Virus im M\u00e4rz und April im Stadtbild gesehen habe, ist eindeutig etwas anderes als ver\u00e4ngstigte Menschen. Die Bilder von menschenleeren Stra\u00dfen und von St\u00e4dten mit vereinzelten vermummten Menschen, wie sie mir in weltweiter Ausf\u00fchrung durch das Internet vermittelt wurden (<a href=\"..\/..\/..\/AppData\/Documents\/AppData\/Local\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/Content.Outlook\/3RE7PAXI\/,%20https:\/www.reisereporter.de\/artikel\/11462-corona-video-zeigt-die-welt-und-leere-touristen-hotspots-waehrend-der-krise\">vgl. Vetter 25.3.2020<\/a>), habe ich hier in einem der vielen Teilzentren Berlins nicht gesehen. Die meisten Menschen bewegten sich furchtlos und unerschrocken, erfreuten sich der Sonne.<\/p>\n<p>Da ich eine seltene maligne, systemische Tumorerkrankung habe, hat sich mein Bewegungs- und Sozialradius ab dem 8. M\u00e4rz radikal auf meine Wohnung im vierten Stock mit Blick in den Himmel, auf meine Familie und Spazierg\u00e4nge in meiner unmittelbaren Wohngegend beschr\u00e4nkt. Die T\u00fcren der ansonsten reisenden Ethnologin haben sich urpl\u00f6tzlich verschlossen. Seit dem 16. M\u00e4rz, als die Schulen geschlossen wurden, bin ich mit meinem Mann und meinem f\u00fcnfzehnj\u00e4hrigen Sohn im Home Office und Home Schooling. Seit Beginn der Pandemie \u2013 und nicht erst jetzt, wo sich die gesellschaftliche Debatte \u00e4ndert, \u00e4rgern sich etliche \u00fcber mich, weil ich die Quarant\u00e4ne einhalte. Sie meinen, dass ich mich nicht passiv \u201ein ein Gef\u00e4ngnis der Angst katapultieren\u201c lassen solle. Der TAZ- Journalist Fr\u00e9d\u00e9ric Valin hat \u00e4hnliche Beobachtungen angestellt:<\/p>\n<p>\u201eWer sich selbst f\u00fcr gef\u00e4hrdet h\u00e4lt, im Falle einer Infektion mit dem eigenen Tod rechnet, gilt schnell als unzurechnungsf\u00e4hig, als hysterisch, neurotisch. Bedenken, klar, die darf man schon haben: aber Angst nicht. Es muss sch\u00f6n abstrakt bleiben und nicht zu pers\u00f6nlich werden.\u201c <a href=\"https:\/\/taz.de\/Corona-und-das-Ende-der-Solidaritaet\/!5678124\">(Fr\u00e9d\u00e9ric Valin 24.4.2020<\/a>)<\/p>\n<p>Ich solle zudem das Wort der Pandemie mit dem der Epidemie austauschen, um es weniger \u201edramatisch\u201c klingen zu lassen. Lieber lokal als global denken? Verkleinert sich der Denkradius in der Krise trotz dem entgrenzenden Denken in den Religionen auf unseren Kiez und unsere eigene kulturelle Sozialisation?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>There is no safe place<\/strong><\/p>\n<p>Diese Fokussierung auf das Gef\u00fchl der Angst erh\u00e4lt eine Bedeutung im spirituellen Milieu wegen der \u00dcberzeugung religi\u00f6ser Akteur*innen, dass Personen vermeintlich \u00fcber die Kraft ihrer Gedanken ihre innere und auch die \u00e4u\u00dfere Realit\u00e4t an und f\u00fcr sich erschaffen. Wenn wir zu \u00e4ngstlich denken, manifestiere sich dies als sicht- und greifbare Wirklichkeit und \u00e4ndere die Welt in einen Ort der Bevormundung, Unterdr\u00fcckung und Ohnmacht statt in einen liebevollen und lebendigen Lebensraum. Auch der Professor f\u00fcr Religionswissenschaften an der Theologischen Fakult\u00e4t der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, Andreas Gr\u00fcnschloss, schildert diese \u00dcberzeugung des Schutzes gegen\u00fcber der Kraft des Corona-Virus \u00fcber den Glauben als eine spirituell basierte Resilienz, als \u201eWunderwaffe gegen das Virus\u201c, da es ja \u201edie Ungl\u00e4ubigen\u201c seien, \u201edie etwas zu bef\u00fcrchten h\u00e4tten\u201c. Er f\u00fchrte seine \u00dcberlegungen \u00fcber den religi\u00f6sen und esoterischen Umgang mit der Corona-Pandemie in einem Vortrag aus, den er am 12. Mai f\u00fcr die Ringvorlesung \u201eEin Virus ver\u00e4ndert die Welt\u201c an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen gehalten hat (vgl. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ICiC1bdSRgI\">Gr\u00fcnschloss 12.5.2020<\/a>).<\/p>\n<p>\u00dcber diesen vermeintlichen Schutz vor Covid-19 durch den Glauben hinaus ist in spirituellen Kreisen ein Deutungsmuster anzutreffen, dass der Mensch nur dann erkranke, so Gr\u00fcnschloss, \u201ewenn er es will\u201c und innerlich nicht genug \u201everfeinstofflicht\u201c sei. So wird auch der Tod damit erkl\u00e4rt, dass jemand \u201ebereits bereit war zu gehen\u201c (ebd.), was sich mit einem Text \u00fcber Krankheit und Tod inhaltlich \u00fcberschneidet, der letztens in meinem pers\u00f6nlichen spirituellen Kontext unter den religi\u00f6sen Akteur*innen in den sozialen Medien kursiert und vermehrt weitergeleitet und kopiert wurde. Die Autorin Sabina Fischer vertritt in besagtem Text die Ansicht, dass wir uns in der Corona-Krise im Sinne eines \u201enat\u00fcrlichen Lebens\u201c eher im Abschiednehmen von alten und vorerkrankten Menschen \u201e\u00fcben\u201c und den Tod sch\u00e4tzen sollten als dadurch, dass wir durch unser Verhalten uns und unsere Mitmenschen sch\u00fctzen. Das, was f\u00fcr mich f\u00fcr mich aus einer privilegierten Sichtweise geschrieben worden ist, wird spirituell damit begr\u00fcndet, dass Krankheiten als selbstverschuldet interpretiert werden und an einer niedrigen Frequenz oder Schwingung im Inneren der betroffenen Personen l\u00e4gen (vgl. auch ebd.).<\/p>\n<p>\u201eM\u00f6glichst viele Menschen am Leben zu erhalten, scheint das Gebot der Stunde zu sein. In dieser Leitidee manifestiert sich der Umgang unserer Gesellschaft mit Verg\u00e4nglichkeit. Wir sind beh\u00f6rdlich dazu angehalten, alles daran zu setzen, dass m\u00f6glichst wenige sterben, dass das Gesundheitswesen nicht \u00fcberlastet wird. Mit welcher Art von \u00abWesen\u00bb haben wir es hier eigentlich zu tun? [\u2026]<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnen wir uns dem Verlust zuwenden und mit ihm eine vers\u00f6hnlichere Form von Beziehung finden \u2013 ihn und seine Facetten kennenlernen, uns darin \u00fcben, Abschied zu nehmen, zu akzeptieren, dass das Vergehen zum Werden geh\u00f6rt, dass es unausweichlich damit verbunden ist.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.nature-and-healing.ch\/kontakt\/40-tagebuch\/news\/abschied-lernen\/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=2b5f9bb6f2cb93ea149c41e00efbc953\">Sabina Fischer 20.4.2020<\/a>)<\/p>\n<p>Diese Aussage \u00fcber das pl\u00f6tzliche Bewusstsein unserer eigenen Sterblichkeit (das es ja auch schon vor Corona h\u00e4tte geben k\u00f6nnen), ist nicht etwa eine Ausnahme, sondern eher die Regel im gegenw\u00e4rtigen Diskurs<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Wir sterben alle einmal!<\/p>\n<p>Es ist wichtig, den Tod zu enttabuisieren und als Bewusstsein mit ins Leben aufzunehmen, weil er uns vor Konformit\u00e4t und Duckm\u00e4usertum befreit. Neben dieser grunds\u00e4tzlichen philosophischen \u00dcberlegung sollten wir uns aber fragen, von wem wir konkret sprechen. So ist der Anfang der Corona-Pandemie in Deutschland von der Problematik getragen gewesen, wie wir \u00e4ltere und vorerkrankte Menschen vor einer Ansteckung mit diesem gef\u00e4hrlichen Virus sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Erst langsam erfahren wir, dass diese Krankheit auch andere Facetten haben kann und ebenso bei jungen und vorher vollkommen gesunden Menschen einen schweren Verlauf nehmen kann. Nun ist diese Stimmung in der Politik und der Bev\u00f6lkerung gekippt. Ich frage mich dabei: Sind wir dadurch tats\u00e4chlich kritischer und \u201efreier\u201c geworden, wenn wir nun mit unserem Leben experimentieren und ausprobieren, ob wir diese Pandemie \u00fcberleben oder nicht?<\/p>\n<p>Es ist eine privilegierte und ableistische Sichtweise, wenn die als \u201eanders\u201c markierten Menschen Krankheiten haben und \u201eeben\u201c<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> sterben k\u00f6nnen und die sich als Subjekte verstehende Gruppe in dieser Gewissheit meint, einfach Abschied nehmen zu \u201e\u00fcben\u201c und den Tod endlich in ihre kulturelle Vorstellungsweise aufnehmen.<\/p>\n<p>\u201eDas hei\u00dft, dass dieser Begriff des Risikos ein Konstrukt ist, und dieser Begriff wird gebraucht, damit eine Norm entsteht. Das ist ein ableistisches Ph\u00e4nomen, dass die Konstruktion eines Kranken, Behinderten gebraucht wird, um \u00fcberhaupt erst einmal die Vorstellung eines &#8222;Gesunden&#8220;, &#8222;Nichtbehinderten&#8220; entstehen zu lassen. Das erleben wir gerade bei Corona wie unter einem Brennglas, mit sehr unangenehmen und stigmatisierenden Folgen f\u00fcr die Leute, die davon betroffen sind.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/kunst\/niedersachsen\/Ableismus-ist-etwas-was-alle-Menschen-erleben,gleichstellung190.html\">Rebecca Maskos 5.5.2020<\/a>)<\/p>\n<p>Wir waren in den letzten zehn Jahren im Zuge der Inklusions-Debatten etwas in die Richtung gekommen, dass wir alle Menschen unterschiedslos ihres Grades an Behinderung oder auch dessen Abwesenheit als Subjekte definiert haben, zumindest theoretisch, und dass diese \u201eAnderen\u201c auch ab und an selbst reden d\u00fcrfen. Werden diese Ideale nun \u00fcber Bord geworfen?<\/p>\n<p>Walter Mignolo bezog sich in seiner Aussage \u201eThere is no safe place\u201c auf unsere Spiritualit\u00e4t, die zwar einen Raum der konstruktiven Auseinandersetzung mit der Welt bezeichnen kann, aber eben immer verflochten mit den kulturellen, \u00f6konomischen, historischen und politischen Dimensionen unserer Wirklichkeit ist. Daher ist Spiritualit\u00e4t kein abgesonderter und \u201esicherer\u201c Ort \u2013 zumindest habe ich ihn so verstanden. In der heutigen Pandemie-Lage beschreibt dieser Satz den Umstand, dass sich einige noch immer so privilegiert f\u00fchlen, wie sie es aus ihrem vorherigen Leben gewohnt waren, doch das Virus macht nicht unbedingt einen Unterschied.<\/p>\n<p>Statt sich kollektiv in Klausur zu begeben und sich der Einkehr, Verinnerlichung und des Gebets hinzugeben, wie es viele Religionen des \u00d6fteren tun<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><em><strong>[7]<\/strong><\/em><\/a>, tragen Religionsgemeinschaften mit ihren vielf\u00e4ltigen religi\u00f6sen Zeremonien und Pilgerreisen inzwischen auch zur Ausbreitung von Covid-19 bei, worauf Christoph Kleine hinweist:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSeit ein paar Wochen wissen wir, dass Religionen auch in nicht-metaphorischer Weise epidemisch wirksam sein k\u00f6nnen. Religionsgemeinschaften gelten inzwischen als \u201esuperspreader\u201c der Corona-Epidemie. In den deutschen Medien wird dar\u00fcber erstaunlich wenig berichtet.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.recentglobe.uni-leipzig.de\/zentrum\/detailansicht\/artikel\/13-religion-als-superverbreiter-und-epidemiologischer-risiko-faktor-2020-05-09\/\">Christoph Kleine 9.5.2020<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u203aLiving Fieldwork\u2039 \u00fcber Masken<\/strong><\/p>\n<p><em>Hinter mir bei Aldi steht ein sehr alter Mann, der auch vorher auf der Stra\u00dfe schon eine Maske getragen hat und guckt mich mit freundlichen Augen an. Die ganze Solidarit\u00e4t vom Anfang der Pandemie ist inzwischen weg, jetzt antworte nur ich mit einem Nicken. Ja, \u201ewenn es Zeit ist zu gehen, ist das eben so\u201c, raunt es in meinem inneren Ohr&#8230; Ich finde, dass es hier rau geworden ist unter diesen satt gegessenen Menschen, die sich mit ihren sozialdarwinistischen Wohlstandssorgen besch\u00e4ftigen und so schnell wie m\u00f6glich in ihre vermeintliche \u201eNormalit\u00e4t\u201c post-Coronam zur\u00fcckwollen. <\/em>(Ethnographische Vignette, Juni 2020)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da ich nicht so cool wie andere sein kann, weil ich keine Lust aufs Sterben habe, habe ich mir vorgenommen, meine sporadischen Quarant\u00e4ne-Spazierg\u00e4nge in meinen unmittelbaren Kiez konstruktiv als symbolische Umdeutung der aktuellen Situation und mit farbenfrohen Masken im Sinne eines \u203aLiving Fieldwork\u2039 einer wissenschaftlichen Selbsterz\u00e4hlung zu erkunden. Die von Tanja Kubes entwickelte Methode der ethnographischen Erkenntnisgewinnung zielt auf eine eigenleibliche, multisensorische und tiefe Erfahrung \u201eam und im K\u00f6rper\u201c ab (vgl. Kubes 2014:123), die im Mittelpunkt der Wahrnehmungen und Beobachtungen steht. Dabei soll die \u201esensorische Introspektion als Grundstein der reflexiven Erkenntnisgewinnung\u201c (ebd. 2016:292f.) nutzbar gemacht werden.<\/p>\n<p>Ich spaziere also autoethnographisch reflektierend mit meiner baumwollenen Schutzmaske mal in die Richtung des Fennsees im Volkspark Wilmersdorf und mal in Richtung des R\u00fcdesheimer Platzes und in den Seitengassen des Rheingauviertels herum. Meine Mutter hatte zuerst die Drostensche<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> Maske aus dem Tagesspiegel nachgen\u00e4ht, die den einmal genutzten Papierteilen \u00e4hnelt und meistens in einem Mintgr\u00fcn auftaucht. Sie sa\u00df aber nicht gut, rutschte immer im Gesicht herum. Nun hat sie ein herzf\u00f6rmiges Modell in einem altrosafarbenen Karomuster mit einem lustigen, abgerundeten Schwung an der Nase f\u00fcr mich gen\u00e4ht. Da ich bei der hellen Sonne auch eine Sonnenbrille dazu trage, was f\u00fcr den Schutz nat\u00fcrlich optimal ist, bin ich v\u00f6llig in meiner Gesichtswelt eingeschlossen. Ich sehe damit wie ein Wesen aus einem futuristischen Science-Fiction-Film aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_5315\" style=\"width: 767px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5315\" class=\"wp-image-5315 size-medium\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-67.JPG-757x920.jpg\" alt=\"\" width=\"757\" height=\"920\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-67.JPG-757x920.jpg 757w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-67.JPG-1185x1440.jpg 1185w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Da-Silva-67.JPG.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 757px) 100vw, 757px\" \/><p id=\"caption-attachment-5315\" class=\"wp-caption-text\"><i><small><small>Eine altrosakarierte Mund-Nasen-Maske, Selfie ISdS, April 2020<\/small><\/small><\/i><\/p><\/div>\n<p>Am Anfang des Ausbruchs von Covid-19 war es niemandem klar, ob diese neuartigen Masken tats\u00e4chlich sch\u00fctzen w\u00fcrden und sie sagten dabei mehr \u00fcber unsere Ungewissheit und unser Unwissen aus. In dieser Hinsicht passten sie immerhin zum Virus; \u00fcber ihn wissen wir schlie\u00dflich auch viel zu wenig, um angemessen damit umgehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als ich eines Tages unter dem Autobahn\u00fcbergang am Heidelberger Platz in Richtung an der S-Bahn vorbei in Richtung des Rheingauviertels lief, dachte ich, dass meine neue Gesichtsmaske wie ein Schleier wirke, aber das stimmt nicht ganz, obwohl auch sie zwischen dem \u00f6ffentlichen und dem privaten Raum unterscheidet. Schlie\u00dflich zeige ich meine Haare und verberge lediglich einen Teil meines Gesichts; es ist also das umgedrehte Ph\u00e4nomen. Ich komme darauf, weil ich mein L\u00e4cheln und meine Mimik und damit meinen k\u00f6rperlichen Ausdruck als sprachliches Instrument verliere, mich damit auf eine mir seltsame Art und Weise vor der \u00d6ffentlichkeit verstecke (da ich ja zu Hause offen und ohne Maske bin) und doch gleichzeitig k\u00f6rperlich sehr pr\u00e4sent bleibe.<\/p>\n<p>Was sich entzieht ist nicht mein K\u00f6rper, sondern eine Komponente der Kommunikation. Durch meine H\u00f6rbehinderung bin ich das eigentlich gewohnt. Wenn Leute beim Treffen die Kaffeetasse vor ihren Mund halten, kann ich ihnen nicht mehr vom Mund ablesen. Drehen sie sich weg, um mir etwas zu zeigen, ist es ebenso. Ich esse nicht gerne mit fremden Menschen, weil ich mich mit meinem Blick nicht gleichzeitig auf das Balancieren des Essens auf meiner Gabel und die Worte formenden M\u00fcnder konzentrieren kann.<\/p>\n<p>Meine zweite spontane Assoziation ist, dass sich diese Gesichtsmaske wie ein Maulkorb anf\u00fchlt. Er erinnert mich an einen Knebel, wie er von den ikonographischen Darstellungen der Sklavin Anast\u00e1cia in der Umbanda bekannt ist. In dieser afrobrasilianischen Religion, die ich als Ethnologin jahrelang beforscht habe, wird sie auch als Prinzessin, K\u00f6nigin oder als Heilige benannt und verehrt. Anast\u00e1cia soll 1740 in Minas Gerais (einem Bundesstaat von Brasilien) geboren worden sein und war als Heilerin und Handauflegerin t\u00e4tig. Da sie sich als versklavte und Schwarze Frau nicht von ihrem Besitzer vergewaltigen lassen wollte, musste sie zur Strafe ihr Leben lang eine Mundmaske aus Eisen, eine sogenannte <em>M\u00e1scara de Flandres<\/em>, tragen, die ein Folterwerkzeug im kolonialen Brasilien war. Ihre Geschichte wird im Volksmund in Brasilien erinnert und erz\u00e4hlt. Eine Zeichnung von Jaques Arago von 1839 wurde zu ihrer bekanntesten ikonographischen Darstellung (vgl. Burdick 1998). Die <em>M\u00e3e-de-Santo<\/em> Dona Zilda aus Tucuruvi, deren Umbanda-Haus ich f\u00fcr meine Magisterarbeit beschrieben und analysiert habe, hatte ein Gedicht an die <em>Escrava<\/em> Anast\u00e1cia (die Sklavin Anast\u00e1cia) unter ihrem Altar aufbewahrt und lautet:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gedicht an Anast\u00e1sia<\/strong><\/p>\n<p>Prinzessin, die zur G\u00f6ttin wurde<\/p>\n<p>G\u00f6ttin, die zur Sklavin gemacht wurde<\/p>\n<p>Sklavin, die Prinzessin war<\/p>\n<p>Gib\u2019 uns die Sch\u00f6nheit deines K\u00f6rpers<\/p>\n<p>und die Ernsthaftigkeit deiner Seele<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Versklavte G\u00f6ttin. Versklavte Prinzessin<\/p>\n<p>Prinzessin und G\u00f6ttin, der der Mund verboten wurde<\/p>\n<p>aber nicht den rebellischen Schrei unterdr\u00fccken konnte<\/p>\n<p>gib\u2019 uns dein rebellisches Sein<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>Sklavin, die zur G\u00f6ttin gemacht wurde<\/p>\n<p>G\u00f6ttin, die als Prinzessin geboren wurde<\/p>\n<p>Prinzessin, die frei geboren wurde<\/p>\n<p>gib\u2019 uns die Melancholie deines Blickes<\/p>\n<p>und den Stolz deiner Haltung<\/p>\n<p>und befreie uns vom Knebel<\/p>\n<p>der uns heute immer noch bedroht<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>(Anonym, zitiert in: Scharf da Silva 2017 [2004]: 123)<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich vermute, dass den meisten hier in Wilmersdorf auf der Stra\u00dfe fr\u00f6hlich herumspazierenden Menschen keine Assoziationen zum kolonialen Brasilien kommen wie mir. Was st\u00f6rt sie also daran, dass ich eine Maske trage? Denn im Gegensatz zu meinem Gesicht, kann ich noch ihre Gesichter lesen und lese ihre Ver\u00e4rgerung oder Abneigung. Es stimmt. Nicht nur von au\u00dfen, sondern auch von innen f\u00fchlt es sich tats\u00e4chlich so an, als sei mir symbolisch der Mund verboten worden. Vielleicht ist es das, was die Leute hierzulande davon abh\u00e4lt, diese neuartigen Kleidungsst\u00fccke zu ben\u00fctzen, weil sie das Gef\u00fchl haben, dass sie damit in einer visuellen Bildsprache mundtot gemacht werden? Mehr als den Tod f\u00fcrchten sie eine Unterjochung unter etwas Unsichtbares und scheinbar Vergessenes und Unbekanntes, da sie damit ihre eigene Verletzlichkeit anerkennen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Vielleicht ist es ja kein Zufall, dass sich der Rassismus in dieser globalen Krise am heftigsten von allen kollektiven Wunden an Traumata in den <em>Black Lives Matters<\/em> Protesten zeigt, die durch die Ermordung von George Floyd im Mai 2020 in den USA wieder aufgeflammt sind, da er so dringlich und perfide unter der Oberfl\u00e4che brodelt und privilegierte Menschen keine Lust darauf haben, die Symbole von einstigen versklavten Menschen der europ\u00e4ischen Kolonialzeit zu tragen? Das w\u00fcrde vielleicht eine Anerkennung der Ohnmacht und damit des Machtmissbrauchs bedeuten?<\/p>\n<p>W\u00e4re es doch ein sichtbarer Feind, etwas Greifbares. Die Unsichtbarkeit jedoch irritiert und verwirrt die Menschen hierzulande. Obwohl sie das Unsichtbare in Religionen erkennen und sch\u00e4tzen, hat es im Alltag scheinbar nicht viel verloren. In der Zwischenzeit, da es eine Maskenpflicht in den Gesch\u00e4ften gibt, nehmen die meisten die Masken wie eine Einkaufstasche l\u00e4ssig in die Hand, zerkn\u00fcllt, herausgeholt, sobald sie einen \u00f6ffentlichen Innenraum betreten haben und weggesteckt, wenn sie wieder auf die Stra\u00dfe gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Neue Zeichen setzen<\/strong><\/p>\n<p>Sind wir vor einer zweiten Welle von Covid-19 gefeit? Hoffentlich ja!<\/p>\n<p>Aber wir sollten im \u00f6ffentlichen Raum dennoch symbolisch neue Zeichen setzen, die sich f\u00fcr Solidarit\u00e4t einsetzen, indem wir Masken tragen. Damit k\u00f6nnten wir unsere Verletzlichkeit vor dem Leben zeigen und damit anerkennen, dass die Situation bedrohlich und unsicher ist und sie unsere Vorstellungskraft \u00fcberschreitet und entgrenzt. Ich denke, dass wir in vielfacher Hinsicht offen f\u00fcr Neues sein m\u00fcssen, um als Spezies Mensch und in unserer Qualit\u00e4t als soziale Wesen \u00fcberleben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zuhause z\u00fcnde ich eine Kerze f\u00fcr meine <em>Cigana<\/em>, ein spirituelles Wesen der Umbanda, an und denke an meine brasilianischen Geschwister im Geiste und meine Familie in einem Land, in dem das Corona-Virus sich rasant ausbreitet. Die hiesigen Umbanda-H\u00e4user stehen in engem Kontakt mit den H\u00e4usern ihrer Herkunft, helfen, praktizieren gemeinsam an verschiedenen Orten und doch virtuell und spirituell miteinander verbunden.<\/p>\n<p>Schon der griechische Philosoph Heraklit erkannte in seinem Panta Rhei (\u201ealles bewegt sich fort und nichts bleibt\u201c, vgl. Seiderer 1999), dass wir nicht zweimal in den gleichen Fluss steigen k\u00f6nnen und es also unm\u00f6glich ist, in unserer Welterfahrung zu etwas \u201ezur\u00fcckzukehren\u201c, was sich wie das Wasser eines Flusses in der Zwischenzeit bereits ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Geschrieben am 19.6.2020, \u00fcberarbeitet am 26.8.2020<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Inga Scharf da Silva<\/strong> ist Ethnologin (M.A.) und hat gerade ihre Doktorarbeit \u00fcber \u201eTrauma als Wissensarchiv. Postkoloniale Erinnerungspraxis in der Sakralen Globalisierung am Beispiel der zeitgen\u00f6ssischen Umbanda im deutschsprachigen Europa\u201c an der Humboldt Universit\u00e4t Berlin verteidigt, an der sie seit 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin arbeitet. Sie bereitet sich gerade auf eine Postdoc-Forschung \u00fcber neue religi\u00f6se Bewegungen und Zukunftsforschung vor. Kontakt unter <a href=\"mailto:inga.scharf@hu-berlin.de\">inga.scharf@hu-berlin.de<\/a>.<\/p>\n<p><strong>#Witnessing Corona<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/aktuelles\/\">Witnessing Corona<\/a>\u00a0is a joint blog series by the\u00a0<a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/\">Blog Medical Anthropology<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/agem.de\/curare\/\">Curare: Journal of Medical Anthropology<\/a>, the\u00a0<a href=\"http:\/\/gssc.uni-koeln.de\/\">Global South Studies Center Cologne<\/a>, and\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/witnessingcorona\/\">boasblogs<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> \u201cThere is no safe place. Spirituality can be found beyond religions (in the etymological sense of the word, which means \u201ccommunity building\u201d, not only in its sacred dimension) [\u2026]. What the spiritual option offers is the contribution of opening up horizons of life that have been kept hostage (that is, colonized) by modernity, capitalism, and the belief in the superiority of Western civilization. Hardcore materialists tend to look at spirituality as related to \u201cnew age\u201d or to soft and romantic revolutionaries. By such arguments, progressive secular intellectuals indirectly support capitalist\u2019s arguments for modernity and development. I see the spiritual option differently.\u201d<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Corona-Virus am 11. M\u00e4rz 2020 zur Pandemie erkl\u00e4rt, also zu einer weltweiten Epidemie. Seit dem 16. M\u00e4rz sind in Berlin die Schulen geschlossen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Rezo hat Anfang Mai 2020 den Nannen-Preis f\u00fcr Qualit\u00e4tsjournalismus erhalten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> So gab es als Reaktion auf eine intern verwendete Formulierung der Kanzlerin Angela Merkel \u00fcber \u201eDiskussionsorgien\u201c, in der es um Lockerungsma\u00dfnahmen in der Corona-Krise ging, eine breite gesellschaftliche Diskussion \u00fcber diesen Begriff (<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/merkel-kritisiert-oeffnungsdiskussionsorgien-kanzlerin-fuerchtet-wiederaufflammen-der-epidemie-in-deutschland\/25755324.html\">Tagesspiegel 20.04.2020<\/a>).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> \u201eZu den Schattenseiten unserer steigenden Lebenserwartung geh\u00f6ren leider, zumindest einstweilen, schwerwiegende Erkrankungen, die uns nicht heimgesucht haben, als wir noch mit drei\u00dfig Jahren im Kindbett starben oder mit vierzig Jahren an der Ersch\u00f6pfung durch die Arbeit auf dem Feld oder in der Zeche. Das l\u00e4ngere Leben ist ein Geschenk, aber es hat oft einen Preis. [\u2026] Nun kommt mit Sars-CoV-2 ein neues Risiko obendrauf \u2013 ein feindseliges Virus, das vor allem Hochbetagte, Schwerkranke und Immunsupprimierte angreift.\u201c (Susanne Gaschke 11.4.2020)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Ich verwende hier das umgangssprachliche \u201eeben\u201c, weil es mir in pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4chen immer wieder aufgefallen ist. Mir scheint es eine Anspielung auf die unkritische Aussage zu sein \u201eDas ist eben so und ist nicht zu hinterfragen!\u201c.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Das Candombl\u00e9-Haus <em>Il\u00ea Ob\u00e1 Silek\u00e9<\/em> in Berlin appeliert z.B. daran, die Pandemie-Zeiten als Zeit der Ruhe und Heilung anzunehmen (Il\u00ea Ob\u00e1 Silek\u00e9, 17.8.2020).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ich beziehe mich hier auf den in der Corona-Krise bekannt gewordenen Chef-Virologen der Charit\u00e9 in Berlin, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/podcast4684.html\">Christian Drosten<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Poema a Anastacia | Princesa que se fez Deusa. Deusa que fizeram escrava. Escrava que era Princesa. Da\u00ed-nos a beleza de teu corpo e a serenidade de tua alma. Am\u00e9m. Deusa. Escrava. Escrava Princesa, Princesa Deusa que taparam a boca, mas n\u00e3o suprimiram o grito rebelde, da\u00ed-nos tua rebeldia. Am\u00e9m. Escrava que fizeram Deusa. Deusa que nasceu Princesa, Princesa que nasceu livre, dai-nos a melancolia do teu olhar e a altivez do teu porte e livrai-nos da morda\u00e7a que, ainda hoje, nos amea\u00e7a. Am\u00e9m. Deusa M\u00e1rtir, Escrava Deusa, Princesa Linda, dai-nos teu amor e tua coragem. Am\u00e9m. Deusa do povo, Escrava de um povo, Princesa do teu povo, dai-nos a f\u00e9 do povo, a for\u00e7a do povo, o amor do povo, para que possamos ser mulheres e homens dignos do povo. Am\u00e9m. Mulher escrava, Deusa mulher, mulher Princesa, dai-nos tua for\u00e7a para lutarnos e nunca sermos escravos, porque n\u00e3o somos t\u00e3o rebeldes como tu. Assim seja. Am\u00e9m.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Literatur und Internetquellen<\/strong><\/p>\n<p>Burdick, John (1998): <em>Blessed Anastacia: Women, Race, and Popular Christianity in Brazil<\/em>. New York: Routledge.<\/p>\n<p>Dahlke, R\u00fcdiger (4.4.2020): \u201e<em>Coronavirus \u2013 Was nun? \u2013 Dr. Ruediger Dahlke im Expertengespr\u00e4ch<\/em>\u201c [online], <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1YLO8sTNZxc\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1YLO8sTNZxc<\/a>, Abruf am 15.4.2020.<\/p>\n<p>Fischer, Sabina (20.4.2020): \u201e<em>Abschied lernen<\/em>\u201c [online]. Nature &amp; Healing: 40 Tage Tagebuch, <a href=\"https:\/\/www.nature-and-healing.ch\/kontakt\/40-tagebuch\/news\/abschied-lernen\/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=2b5f9bb6f2cb93ea149c41e00efbc953\">https:\/\/www.nature-and-healing.ch\/kontakt\/40-tagebuch\/news\/abschied-lernen\/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=2b5f9bb6f2cb93ea149c41e00efbc953<\/a>, Abruf am 22.4.2020.<\/p>\n<p>Gaschke, Susanne (11.4.2020): \u201e<em>Die Politik ist nun endg\u00fcltig durchp\u00e4dagogisiert. Gerade die Deutschen gefallen sich in 15-prozentigem Corona-Gehorsam<\/em>\u201c. [online]. Z\u00fcrich: Neue Z\u00fcrcher Zeitung. <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/coronavirus-in-deutschland-die-politik-ist-nun-offenbar-endgueltig-durchpaedagogisiert-ld.1551134\">https:\/\/www.nzz.ch\/meinung\/coronavirus-in-deutschland-die-politik-ist-nun-offenbar-endgueltig-durchpaedagogisiert-ld.1551134<\/a>, Abruf am 14.4.2020.<\/p>\n<p>Gr\u00fcnschloss, Andreas (12.5.2020): \u201e<em>Zum religi\u00f6sen und esoterischen Umgang mit der Corona-Pandemie<\/em>\u201c [online]. Universit\u00e4t G\u00f6ttingen: Theologische Fakult\u00e4t, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ICiC1bdSRgI\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ICiC1bdSRgI<\/a>, Abruf am 28.5.2020.<\/p>\n<p>Hall, Stuart (2010 [1997]): \u201e<em>Das Spektakel des Anderen<\/em>\u201c. In: Ideologie, Identit\u00e4t, Repr\u00e4sentation. Ausgew\u00e4hlte Schriften 4. Hamburg: Argument Verlag: 108-166.<\/p>\n<p>Herman, Eva (17.3.2020): \u201e<em>Krieg gegen die B\u00fcrger. Coronavirus eine Riesenfake? Eva Herman im Gespr\u00e4ch mit Dr. Wolfgang Wodarg\u201c<\/em>, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dk8wqJbNhq0\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dk8wqJbNhq0<\/a>, Abruf am 1.4.2020.<\/p>\n<p>Il\u00ea Ob\u00e1 Silek\u00e9 (17.8.2020): \u201e<em>O tempo agora \u00e9 de se resguardar\u201c.<\/em> [online], Instagram, 17.8.2020, Abruf am 18.8.2020.<\/p>\n<p>Kleine, Christoph (9.5.2020): \u201e<em>Religion als Superverbreiter und Epidemiologischer Risiko-Faktor?<\/em>\u201c [online]. Universit\u00e4t Leipzig: ReCentGlobe-Blog #13, <a href=\"https:\/\/www.recentglobe.uni-leipzig.de\/zentrum\/detailansicht\/artikel\/13-religion-als-superverbreiter-und-epidemiologischer-risiko-faktor-2020-05-09\/\">https:\/\/www.recentglobe.uni-leipzig.de\/zentrum\/detailansicht\/artikel\/13-religion-als-superverbreiter-und-epidemiologischer-risiko-faktor-2020-05-09\/<\/a>, Abruf am 19.5.2020.<\/p>\n<p>Lussem, Felix (20.4.2020): \u201e<a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/monstroes-oder-gespenstisch\/\">Monstr\u00f6s oder gespenstisch? Fragen von Schuld, Verantwortung und Solidarit\u00e4t in Zeiten der Corona-Pandemie (#WitnessingCorona)<\/a>\u201c [online], Blog der DGSKA <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/\">Medizinethnologie<\/a>. K\u00f6rper, Gesundheit und Heilung in einer globalisierten Welt, <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/monstroes-oder-gespenstisch\/\">https:\/\/www.medizinethnologie.net\/monstroes-oder-gespenstisch\/<\/a>, Abruf am 22.4.2020.<\/p>\n<p>Maskos, Rebecca (5.5.2020): <em>\u201eAbleismus ist etwas, was alle Menschen erleben\u201c<\/em> [online]. Hamburg: Norddeutscher Rundfunk, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/kunst\/niedersachsen\/Ableismus-ist-etwas-was-alle-Menschen-erleben,gleichstellung190.html\">https:\/\/www.ndr.de\/kultur\/kunst\/niedersachsen\/Ableismus-ist-etwas-was-alle-Menschen-erleben,gleichstellung190.html<\/a>, Abruf am 21.6.2020.<\/p>\n<p>Kubes, Tanja (2014): \u201e<em>Living Fieldwork \u2013 Feeling Hostess. <\/em><em>Leibliche Erfahrungen als Erkenntnisinstrument<\/em>.\u201d In: Arantes, Lydia Maria \/ Rieger, Elisa (Hgg.): Ethnographien der Sinne. Wahrnehmung und Methode in empirisch-kulturwissenschaftlichen Forschungen. Bielefeld: 111-126.<\/p>\n<p>Kubes, Tanja (2016): \u201e<em>Die Methode der Living Fieldwork \u2013 Autoethnographische multisensorische Erfahrung als Basis des Verstehens\u201c<\/em>. In: Ronald Hitzler \/ Simone Kreher \/ Angelika Poferl \/ Norbert Schr\u00f6er (Hgg.): Old School &#8211; New School? Zur Optimierung ethnographischer Datengenerierung. Essen: 285-296.<\/p>\n<p>Martini, Anja \/ Hennig, Korinna (Moderation): (2020): \u201e<em>Das Coronavirus_Update mit Christian Drosten<\/em>\u201c [online]. Hamburg: Norddeutscher Rundfunk NDR, <a href=\"https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/podcast4684.html\">https:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/info\/podcast4684.html<\/a>, Abruf am 18.6.2020.<\/p>\n<p>Mignolo, Walter (2011): <em>The Darker Side of Western Modernity. Global Futures, Decolonial Options<\/em>. London.<\/p>\n<p>Raunitschka, Kathrin Djamila (11.4.2020): <em>\u201eFehlermeldung!?\u201c<\/em> [online]. Stein AR: Nature &amp; Healing, 40 Tage Tagebuch, <a href=\"https:\/\/www.nature-and-healing.ch\/kontakt\/40-tagebuch\/news\/fehlermeldung\/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=6d48f2379e614e3408a5a6c6e8a82686\">https:\/\/www.nature-and-healing.ch\/kontakt\/40-tagebuch\/news\/fehlermeldung\/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&amp;tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&amp;cHash=6d48f2379e614e3408a5a6c6e8a82686<\/a>, Abruf am 14.4.2020.<\/p>\n<p>Rezo (22.4.2020): \u201e<em>Wie Politiker momentan auf Sch\u00fcler schei\u00dfen<\/em>\u2026\u201c [online], <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZiYLQXS-ufs\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZiYLQXS-ufs<\/a>, Abruf am 23.4.2020.<\/p>\n<p>Scharf da Silva, Inga (2017 [2004]): <em>Umbanda. <\/em><em>Eine Religion zwischen Candombl\u00e9 und Kardezismus. \u00dcber Synkretismus im st\u00e4dtischen Alltag Brasiliens.<\/em> Berlin: Humboldt Universit\u00e4t.<\/p>\n<p>Seiderer, Ute (Hg.) (1999): <em>Panta rhei. Der Flu\u00df und seine -Bilder. <\/em>Leipzig: Reclam.<\/p>\n<p>Tagesspiegel, ohne Autor*in (20.4.2020): \u201eMerkel kritisiert \u201e\u00d6ffnungsdiskussionsorgien. Kanzlerin f\u00fcrchtet Wiederaufflammen der Epidemie in Deutschland\u201c. [online]. Berlin: Der Tagesspiegel, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/merkel-kritisiert-oeffnungsdiskussionsorgien-kanzlerin-fuerchtet-wiederaufflammen-der-epidemie-in-deutschland\/25755324.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/merkel-kritisiert-oeffnungsdiskussionsorgien-kanzlerin-fuerchtet-wiederaufflammen-der-epidemie-in-deutschland\/25755324.html<\/a>, Abruf am 27.4.2020.<\/p>\n<p>Valin, Fr\u00e9d\u00e9ric (24.4.2020): \u201e<em>Leben und sterben lassen. Corona und das Ende der Solidarit\u00e4t<\/em>\u201c. [online], <a href=\"https:\/\/taz.de\/Corona-und-das-Ende-der-Solidaritaet\/!5678124\/\">https:\/\/taz.de\/Corona-und-das-Ende-der-Solidaritaet\/!5678124\/<\/a>, Abruf am 26.4.2020.<\/p>\n<p>Vetter, Brigitte (25.3.2020): \u201eGespenstisch: Video zeigt die Welt w\u00e4hrend der Corona-Krise\u201c. Hannover: Reisereporter, <a href=\"https:\/\/www.reisereporter.de\/artikel\/11462-corona-video-zeigt-die-welt-und-leere-touristen-hotspots-waehrend-der-krise\">https:\/\/www.reisereporter.de\/artikel\/11462-corona-video-zeigt-die-welt-und-leere-touristen-hotspots-waehrend-der-krise<\/a>, Abruf am 1.4.2020.<\/p>\n<p>Wegscheider, Ferdinand (29.4.2020): \u201e<em>Talk Spezial mit Prof. Dr. Sucharit Bhakdi: Corona-Wahn ohne Ende?\u201c<\/em> [online]. Servus TV, <a href=\"https:\/\/www.servustv.com\/videos\/aa-23ud73pbh1w12\/\">https:\/\/www.servustv.com\/videos\/aa-23ud73pbh1w12\/<\/a>, Abruf am 1.5.2020.<\/p>\n<p>Wildermann, Patrick (4.5.2020): \u201e<em>Wir sind ein Land, das furchtbar gerne gehorcht\u201c<\/em> [online]. Berlin: Der Tagesspiegel, <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/frueherer-theater-chef-zur-coronakrise-wir-sind-ein-land-das-furchtbar-gerne-gehorcht\/25797584.html\">https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/frueherer-theater-chef-zur-coronakrise-wir-sind-ein-land-das-furchtbar-gerne-gehorcht\/25797584.html<\/a>, Abruf am 6.5.2020.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[295],"class_list":["post-5314","witnessingcorona","type-witnessingcorona","status-publish","hentry","autor-inga-scharf-da-silva"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/5314","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/witnessingcorona"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/5314\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5329,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/5314\/revisions\/5329"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5314"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=5314"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}