{"id":4296,"date":"2020-04-29T11:00:51","date_gmt":"2020-04-29T09:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=witnessingcorona&#038;p=4296"},"modified":"2020-05-20T12:56:04","modified_gmt":"2020-05-20T10:56:04","slug":"positioniertheit-im-gesundheitsnotstand","status":"publish","type":"witnessingcorona","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/witnessingcorona\/positioniertheit-im-gesundheitsnotstand\/","title":{"rendered":"Positioniertheit im Gesundheitsnotstand"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/4296?pdf=4296\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/4296?pdf=4296\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<blockquote><p><a href=\"https:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article131036697\/Bei-Ebola-unterliegt-die-Kultur-der-Biologie.html\">\u201eEs ist wohl auch zu sp\u00e4t. Das Virus hat sich so weit verbreitet, dass es kaum noch h\u00fclfe, einzelne Regionen unter Quarant\u00e4ne zu stellen. Die Gepflogenheiten der Einheimischen haben der Seuche ein leichtes Spiel beschert. Die Regierungen haben zu sp\u00e4t reagiert. Ohne ein massives Eingreifen der Beh\u00f6rden wird die Epidemie nicht zu besiegen sein. Dann unterliegt die Kultur der Biologie.\u201c<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Nein, dies ist kein Kommentar zu Ischgler Apr\u00e8s-Ski und Corona-Partys aus der Zeit Mitte M\u00e4rz 2020, als sich die politische Debatte in Deutschland schlagartig ver\u00e4nderte und innerhalb weniger Tage von weitgehender Sorglosigkeit in den Ausnahmezustand \u00fcberging. Tats\u00e4chlich stammt das Zitat aus einem <em>Welt<\/em>-Meinungsbeitrag, verfasst von der Ressortleiterin \u201eWissen\u201c im Sommer 2014. Es bezieht sich dementsprechend nicht auf Corona, sondern auf die Ebola-Epidemie in West-Afrika (2014-2015), von der vor allem Guinea, Liberia und Sierra Leone betroffen waren.<\/p>\n<p>In diesem Beitrag will ich r\u00fcckblickend auf die Ebola-Epidemie, die ich damals medial und am Telefon mit Freund*innen in Sierra Leone verfolgt habe (vgl. Menzel 2014), und im fortlaufenden Kontext der Corona-Pandemie, die ich in meinem Berliner Homeoffice erlebe, \u00fcber Positioniertheit (<em>positionality<\/em>) im Gesundheitsnotstand nachdenken. Konkret geht es mir um den Versuch einer Einordnung der \u00f6ffentlichen Darstellung und Diskussion zentraler Problemlagen und vermeintlich normaler und problematischer Verhaltensweisen. \u201ePositioniertheit\u201c (<em>positionality<\/em>) bezeichnet dabei den Umstand, dass Wahrnehmung, Bewertung sowie Analyse und Wissensproduktion nie im Nirgendwo stattfinden, sondern (bewusst und unbewusst) von Menschen betrieben werden, die durch ihre Erfahrungen, Beziehungen und (gerade auch materiellen) Lebensumst\u00e4nde gepr\u00e4gt und verortet \u2013 positioniert \u2013 sind (vgl. Harraway 1988).<\/p>\n<p>So gepr\u00e4gte Wahrnehmungen f\u00fchren nicht selten zu Auslassungen und verzerrten Bewertungen, die sich als selbstverst\u00e4ndliche Normalit\u00e4t ausgeben \u2212 insbesondere wenn sie nahtlos in bestehende Herrschaftsverh\u00e4ltnisse passen (vgl. Bourdieu 1982: 734-740). Es entstehen dann vermeintlich selbstverst\u00e4ndliche Ungleichbehandlungen sowie unzutreffende Verallgemeinerungen, etwa wenn spezielle Problemlagen so behandelt werden, als seien sie allgemeine Problemlagen. Solche Prozesse und ihre Ergebnisse will ich im Vergleich und im Zusammendenken von Ebola und Corona problematisieren. Dabei argumentiere ich nicht \u201eobjektiv\u201c auf Basis eines \u201econquering gaze from nowhere\u201c (Harraway 1988: 581), sondern als Sozialwissenschaftlerin mit langer Forschungserfahrung und andauernden Freundschaften in Sierra Leone sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Mutter eines Kleinkinds im Homeoffice.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst problematisiere ich im Folgenden den Fokus auf problematische Kultur, Irrationalit\u00e4t und Non-Compliance, welcher die deutsche und internationale Medienberichterstattung \u00fcber Ebola in West-Afrika gepr\u00e4gt hat (vgl. auch Moran &amp; Hoffman 2014). Im Vergleich mit Belastungen und Sorgen, die in dieser Berichterstattung marginal blieben, und den Themen, die ganz selbstverst\u00e4ndlich die aktuellen Corona-Debatten in Deutschland dominieren, wird eine massive Ungleichbehandlung erkennbar. In einem zweiten Schritt wende ich mich eben diesen aktuellen Debatten und der Berichterstattung in und \u00fcber die Lage in Deutschland zu. Mein Eindruck ist, dass darin die ganz ohne Frage heftigen (und je nach Lebensumst\u00e4nden unterschiedlich heftig ausgepr\u00e4gten) Belastungen des Homeoffice in Zeiten von Corona besonders prominent thematisiert und diskutiert werden \u2212 als handle es sich bei ihnen um allgemeine Problemlagen. Hierin ist eine unzutreffende Verallgemeinerung impliziert, die andere Erfahrungen an den Rand der gesellschaftlichen Normalit\u00e4t dr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Problematische Kultur, Irrationalit\u00e4t und Non-Compliance in West-Afrika?\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Springen wir zun\u00e4chst aus der aktuellen Situation zur\u00fcck in das Jahr 2014 und in die deutsche Medienberichterstattung \u00fcber Ebola in West-Afrika, die sich von dem Verhalten der \u201eEinheimischen\u201c fasziniert zeigte. Es wurde gemutma\u00dft und erkl\u00e4rt, ihre Kultur stehe im Widerspruch zu rationalem Verhalten und lasse sie an Br\u00e4uchen festhalten, welche die Ausbreitung des Virus bef\u00f6rdern. H\u00e4ufiger als unverhohlen ge\u00e4u\u00dferter Rassismus waren gutgemeinte Erkl\u00e4rungsversuche zu lesen, wie etwa der SZ-Artikel mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wissen\/ethnologen-im-hilfseinsatz-boeser-zauber-ebola-1.2266597\">\u201eB\u00f6ser Zauber Ebola\u201c<\/a>, den ich damals gemeinsam <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/ebola-medien-ethnologie\/\">mit mehreren Kolleg*innen auf dem Blog Medizinethnologie kommentiert habe<\/a> (Beisel et al 2014).<\/p>\n<p>Im Zentrum des medialen Interesses wie auch der praktischen Aufkl\u00e4rungsarbeit im Kontext humanit\u00e4rer Nothilfe standen lokale Skepsis gegen\u00fcber biomedizinischen Erkl\u00e4rungen und grassierende Verschw\u00f6rungstheorien, denen mit kulturell angepassten Kommunikationsstrategien begegnet werden sollte (vgl. etwa Goguen &amp; Bolten 2017: 444-445). Eine ad\u00e4quate Strategie, so schilderte es zumindest der gerade genannte SZ-Artikel, bestehe darin, Ebola in der praktischen Aufkl\u00e4rungsarbeit in West-Afrika nicht als Virus, sondern als b\u00f6sen Zauber zu beschreiben. Weitere Herausforderungen und mediale Interessensschwerpunkte waren westafrikanische Beerdigungsrituale, die das Waschen und K\u00fcssen der Verstorbenen beinhalten (vgl. etwa Lipton 2017; Moran 2017), sowie die Weigerung betroffener Familien, erkrankte Angeh\u00f6rige zu melden und diese in \u00fcberf\u00fcllten Krankentransporten in ebenfalls \u00fcberf\u00fcllte und meist weit entfernte <em>Ebola Treatment Units<\/em> (ETUs) bringen zu lassen. Immerhin: Als mildernde Umst\u00e4nde f\u00fcr die Beurteilung solchen Verhaltens wurde zuweilen gelten gelassen, <a href=\"https:\/\/taz.de\/Arzt-ueber-Ebola-in-Westafrika\/!5036072\/\">dass in den ETUs meist tats\u00e4chlich nur wenig f\u00fcr die Patienten getan werden konnte<\/a> \u2013 so sie dort \u00fcberhaupt noch lebend ankamen.<\/p>\n<p>Hingegen wurde nur am Rande dar\u00fcber berichtet, dass und wie die betroffenen Bev\u00f6lkerungen an den Ausgangssperren und sonstigen Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen litten, die gerade in den St\u00e4dten \u00f6konomische Aktivit\u00e4ten stark einschr\u00e4nkten und zugleich Lebensmittel verteuerten. Noch dazu wurden Ausgangssperren und Quarant\u00e4nema\u00dfnahmen vielerorts mit milit\u00e4rischer H\u00e4rte durchgesetzt (vgl. etwa Bah 2015:92). Und was es vor der Epidemie an sporadisch verf\u00fcgbarer Gesundheitsversorgung gegeben hatte, war entweder zusammengebrochen oder galt wegen der Ansteckungsgefahr als hochgef\u00e4hrlich, so dass Kranke selbst verf\u00fcgbare Leistungen nicht in Anspruch nahmen (vgl. Doctors of the World &amp; Medicos del Mundo 2015). Diese Themen, die nicht nur Infizierte (offiziell insgesamt 14.124 in Sierra Leone, WHO 2016: 2) und ihre Familien, sondern weite Teile der Bev\u00f6lkerung betrafen, dominierten auch in den Telefongespr\u00e4chen (damals noch \u00fcberwiegend Skype-to-phone), die ich w\u00e4hrend der Epidemie mit Freund*innen in Sierra Leone f\u00fchrte. Den Inhalt solcher Gespr\u00e4che habe ich damals in einem Beitrag mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/ebola-bewusstsein-misstrauen-entwicklungshoffnungen-in-sierra-leone\/\">\u201eEbola ist nur eins unserer Probleme\u201c<\/a> (Menzel 2014) beschrieben.<\/p>\n<p>Momentan erinnere ich mich oft an diese Gespr\u00e4che. In Zeiten von Corona berichten Freund*innen in Sierra Leone in unseren Telefonaten (heute \u00fcber WhatsApp) erneut \u00fcber ihr Leiden in und an den aktuellen Ausgangssperren sowie \u00fcber Angst vor den \u00f6konomischen Folgen des Gesundheitsnotstands. Kurz zum aktuellen Hintergrund: Die sierra-leonische Regierung hat bereits im M\u00e4rz auf die Corona-Gefahr reagiert, als die Fallzahlen in Europa eskalierten. Auf anf\u00e4ngliche Quarant\u00e4nevorgaben f\u00fcr Einreisende folgten Einreisestopps f\u00fcr Ausl\u00e4nder*innen sowie Versammlungsverbote und schlie\u00dflich, <a href=\"https:\/\/cocorioko.net\/sierra-leone-succumbs-at-last-to-coronavirus\/\">nach der ersten Best\u00e4tigung einer Corona-Infektion in Sierra Leone<\/a>, strikte <a href=\"https:\/\/cocorioko.net\/pictore-story-sierra-leone-locks-down-amidst-extreme-hardship\/\">Ausgangsbeschr\u00e4nkungen<\/a>. Wie bereits w\u00e4hrend der Ebola-Krise bedeuten Ausgangssperren f\u00fcr die meisten Sierra Leoner*innen in den urbanen Zentren Einkommensausf\u00e4lle und Hunger. Vorr\u00e4te, die \u00fcber maximal zwei Tage hinausreichen, k\u00f6nnen sich nur wenige leisten.<\/p>\n<p>Ich will beispielsweise kurz von Chernor berichten, der einen kleinen Tee-Shop in Freetown betreibt, wo er normalerweise f\u00fcr kleines Geld diverse Hei\u00dfgetr\u00e4nke und k\u00f6stliches Omelette im Brot anbietet. Er hat ohnehin damit zu k\u00e4mpfen, dass sich immer weniger Menschen selbst solche kleinen \u201eLuxusg\u00fcter\u201c leisten k\u00f6nnen. Nach zehn Tagen Lockdown und Ausgangssperren hat er nun absolut kein Geld mehr, um neues Brot und neue Eier zu kaufen. Kondensmilch ist auch aus, der Tee reicht noch f\u00fcr ein paar Tage. Kund*innen sind nicht in Sicht. Wie soll es weitergehen?<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4297\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_1_Chernors_shop-779x920.jpg\" alt=\"\" width=\"779\" height=\"920\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_1_Chernors_shop-779x920.jpg 779w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_1_Chernors_shop.jpg 1168w\" sizes=\"auto, (max-width: 779px) 100vw, 779px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Chernors Shop (in der Mitte) in etwas besseren Zeiten im Februar 2017, Copyright Anne Menzel<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Hinzu kommen auch in Sierra Leone dr\u00e4ngende Sorgen um die breiteren \u00f6konomischen Folgen der Krise. In den Jahren 2014-2015 drehten sich diese vor allem um den Verlust von Entwicklungsm\u00f6glichkeiten wie Tourismus und ausl\u00e4ndischer Direktinvestitionen, die von externen Gebern und der sierra-leonischen Regierung propagiert worden waren und von denen viele sich viel versprochen hatten (vgl. Menzel 2015). Mit Ebola sahen sie diese noch ungewissen M\u00f6glichkeiten in unerreichbar weite Ferne ger\u00fcckt. Aktuell erscheinen mir die Sorgen diffuser, wohl auch, weil nach der Ebola-Krise gar kein \u00f6konomischer Optimismus mehr aufkam. Mehrfach sind in Gespr\u00e4chen Kommentare gefallen wie: Wenn die Krise Euch in Europa so hart trifft, wie soll es uns dann erst ergehen?<\/p>\n<p>Vergleicht man diese N\u00f6te und Sorgen mit der auf problematische Kultur, Irrationalit\u00e4t und Non-Compliance fokussierten Berichterstattung zu Ebola in West-Afrika und mit aktuellen \u00f6ffentlichen und politischen Debatten in Deutschland wird eine massive Ungleichbehandlung erkennbar: W\u00e4hrend ernsthafte Auseinandersetzungen mit den durch Ausgangsperren verursachten Belastungen sowie mit in die Zukunft gerichteten \u00f6konomischen Sorgen in der Ebola-Berichterstattung bestenfalls gelegentliche Nebenrollen einnahmen, stehen (bestimmte) Belastungen durch Kontaktsperre und Shutdown sowie (bestimmte) wirtschaftliche Folgen der Krise aktuell f\u00fcr Deutschland im Zentrum medial vermittelter \u00f6ffentlicher Aufmerksamkeit. Demnach wird es mit Blick auf \u201euns\u201c als normal und selbstverst\u00e4ndlich angesehen, dass solche Belastungen schwer zu ertragen sind \u2013 mit Blick auf die Menschen in Sierra Leone (und Liberia und Guinea) stand hingegen w\u00e4hrend der Ebola-Epidemie die Irrationalit\u00e4t von Non-Compliance mit den Regeln des Notstands im Vordergrund.<\/p>\n<p>Es lohnt sich, \u00fcber diese Ungleichbehandlung in der Schwerpunktsetzung nachzudenken. Sie impliziert die Annahme und Erwartung, dass Belastungen durch Ausgangssperren inklusive existentieller \u00f6konomischer Sorgen und zerst\u00f6rter Hoffnungen in West-Afrika in dem Sinne \u201enormal\u201c sind, dass ihnen keine besondere Beachtung geschenkt werden muss \u2013 ganz anders als f\u00fcr und in Deutschland in Zeiten von Corona. Hier wird mit zweierlei Ma\u00df gemessen und diskursiv festgelegt, welche Lebensverh\u00e4ltnisse in Deutschland und welche in West-Afrika zumutbar und ertragbar sind. Es bleibt abzuwarten und zu beobachten, ob und wie ein solches Muster auch in der Berichterstattung \u00fcber und in politischen Deutungen von Corona im Globalen S\u00fcden wom\u00f6glich erneut auftauchen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rationalit\u00e4t und Normalit\u00e4t im deutschen Home-Office? <\/strong><\/p>\n<p>Im Vergleich zur damaligen Ebola-Berichterstattung scheint Kultur in aktuellen Situationsbeschreibungen und Deutungen zu Corona in Deutschland keine vergleichbar gro\u00dfe und <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wissenschaft\/plus206890817\/Corona-und-die-Deutschen-Andere-Gesellschaften-haben-eine-viel-hoehere-Flexibilitaet.html\">sicher keine vergleichbar negativ konnotierte Rolle zu spielen<\/a>. Fake News und Verschw\u00f6rungstheorien sind zwar ein Thema, aber ihre Reichweite und \u00dcberzeugungskraft werden \u00fcberwiegend nicht f\u00fcr erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig gehalten. Wer hier an Verschw\u00f6rungstheorien und Fake News glaubt, gilt schlicht als dumm und nicht ernst zu nehmen \u2013 bzw. braucht \u201eBildung, Medienkompetenz und geistige Hygiene\u201c, <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/corona-aids-und-pest-die-krankheit-der-verschw%25C3%25B6rungstheorien\/a-52693367\">wie es in einem Beitrag der Deutschen Welle hei\u00dft<\/a>. Auch wird nicht \u00f6ffentlichkeitswirksam \u00fcber eine Kultur gestaunt, in der massenhaft alte Leute in unterversorgten Heimen leben, <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/innenpolitik\/seniorenheime-corona-krise-altenpflege-risikogruppe-politik\">wo sie einem hohen Risiko ausgesetzt sind, an Covid-19 zu erkranken und zu sterben<\/a>, w\u00e4hrend Angeh\u00f6rige die Besuchsbeschr\u00e4nkungen einhalten (falls sie dies tun, zumindest habe ich keine Berichte \u00fcber Verst\u00f6\u00dfe entdeckt). Dabei h\u00e4tten sich eigentlich Vergleiche mit Italien angeboten, wo Senior*innen \u00f6fter mit Kindern und Enkelkindern zusammenleben \u2013 ein Umstand, der in einer mehrfach zitierten Studie <a href=\"https:\/\/www.swp.de\/panorama\/coronavirus-italien-aktuell-wieso-sterben-in-italien-so-viele-an-corona-wieso-hat-italien-so-viele-infizierte-zahlen-tote-gruende-45080326.html\">als ein kultureller Erkl\u00e4rungsfaktor f\u00fcr die hohe Zahl an Infizierten und Todesf\u00e4llen in (Nord-)Italien gedeutet wird.<\/a><\/p>\n<p>Stattdessen steht im Fokus, wie insbesondere Berufst\u00e4tige mit den von der Bundesregierung auferlegten Einschr\u00e4nkungen des \u00f6ffentlichen Lebens zurechtkommen. Zentrale Themen sind die mit Shutdown und Kontaktverboten verbundenen Belastungen, insbesondere die Belastungen des Home-Office, entweder <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/berlin\/allein-aber-nicht-einsam-wie-singles-gut-durch-die-corona-krise-kommen\/25747516.html\">einsam in Isolation<\/a> oder in Kombination mit <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/rhein-main\/homeoffice-mit-kleinkindern-zwischen-arbeiten-und-betreuung-16728797.html\">Kinderbetreuung<\/a> (meist geht es um Paare plus Kind[er], seltener um Alleinerziehende) und <a href=\"https:\/\/www.praxisvita.de\/corona-krise-jetzt-achtsamkeit-statt-selbstoptimierung-ueben-18560.html\">Leistungs-\/Selbstoptimierungsdruck<\/a>. Dies, so k\u00f6nnte man meinen, ist die Corona-Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr mich derzeit eine neue Erfahrung, dass ich selbst betroffen und direkt in die Situation verstrickt bin, \u00fcber die ich nachdenken will (vgl. hierzu auch den <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/sich-der-pandemie-hingeben\/\">Beitrag von Janina Kehr in dieser Reihe<\/a>, Kehr 2020). Meine Situation korrespondiert dabei recht gut mit der gerade geschilderten \u201eNormalit\u00e4t\u201c, auch wenn die aus meiner Sicht <a href=\"https:\/\/www.focus.de\/familie\/eltern\/familie-heute\/home-office-mit-kind-mit-diesen-5-experten-tipps-holen-sie-mehr-zeit-fuer-sich-heraus_id_11805721.html\">deutlich zu oft auf Kinderbetreuung mit wenig eigenen Arbeitsverpflichtungen getrimmten Ratgeberbeitr\u00e4ge<\/a> zur besseren Organisation des Homeoffice wenig im Einklang mit meinem Alltag und meiner Gef\u00fchlswelt stehen. Zugleich nagt an mir das Bewusstsein, dass diese \u201eNormalit\u00e4t\u201c in Deutschland keinesfalls allgemein geteilt werden kann \u2013 vielmehr muss es sich bei ihr eigentlich um eine unzutreffende Verallgemeinerung handeln.<\/p>\n<p>Dabei d\u00fcrfte es sich bei den \u201e\u00dcbrigen\u201c, die nicht die Corona-Erfahrungen der Homeoffice-Arbeitenden teilen, um die Mehrheit der Menschen in Deutschland handeln. Zwar kursieren Zahlen, denen zufolge <a href=\"https:\/\/www.wallstreet-online.de\/nachricht\/12390487-corona-krise-treibt-homeoffice-quote-2-berufstaetige-arbeitet-aktuell-hause\">die H\u00e4lfte der Besch\u00e4ftigten derzeit zumindest teilweise im Homeoffice arbeitet<\/a>. Da jedoch die mit <a href=\"https:\/\/www.bmwi.de\/Redaktion\/DE\/Infografiken\/Alt\/dienstleistungen-erwerbstaetige-nach-wirtschaftsabschnitten.html\">Abstand meisten Arbeitspl\u00e4tze in Deutschland in Dienstleistungsbereichen angesiedelt sind<\/a>, erscheinen diese Zahlen nicht wirklich plausibel. Vielleicht werden hier auch Kurzarbeiter*innen und solche Selbstst\u00e4ndige mitgez\u00e4hlt, deren Auftr\u00e4ge einbrechen, die derzeit wom\u00f6glich gar nicht arbeiten k\u00f6nnen und\u00a0 die keinen Lebensunterhalt verdienen. In einer aktuellen Studie der Akkon-Hochschule (Stand 3. April 2020) gaben immerhin 14,8 Prozent der Befragten an, Existenzangst zu haben (vgl. Goersch 2020: 8).<\/p>\n<p>Viele dieser \u201e\u00dcbrigen\u201c, die etwa aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden weiter drau\u00dfen arbeiten m\u00fcssen, kommen zwar als \u201eHelden des Alltags\u201c beispielsweise am Ende der ARD-Tagesthemen vor, <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/multimedia\/sendung\/tt-7449.html.\">in denen k\u00fcrzlich auch \u00fcber die aktuelle Situation von Obdachlosen auf der Hamburger Reeperbahn berichtet wurde<\/a>. Aber ihre vielf\u00e4ltigen und sicher sehr unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven stehen am Rande, sind Beiwerk zu den Problemen, \u00fcber die am meisten berichtet und debattiert wird.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4299\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_2_ja_wo_denn-920x690.jpg\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_2_ja_wo_denn-920x690.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_2_ja_wo_denn-1440x1080.jpg 1440w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_2_ja_wo_denn-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_2_ja_wo_denn-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Bild_2_ja_wo_denn-920x690@2x.jpg 1840w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Hauswand in Berlin-Moabit im April 2020, Copyright Anne Menzel<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich kann nur vermuten, dass diejenigen, die somit aktuell mit ihren Erfahrungen und N\u00f6ten an den Rand gedr\u00e4ngt sind, hierauf mit Wut, vielleicht auch mit Hilflosigkeit und Entt\u00e4uschung reagieren \u2013 wie auch das abgebildete Graffiti deutlich macht, das ich bei mir um die Ecke fotografiert habe, als ich einmal nicht zu Hause blieb. Auch beim Einkaufen habe ich Fetzen eines aufgebrachten Gespr\u00e4chs unter Verk\u00e4ufer*innen aufgeschnappt. Es ging in sarkastischem Ton um \u201edie Gestressten im Home-Office, die jetzt mit ihren Kindern zu Hause sitzen und arbeiten. \u201aArbeiten\u2018 aber in Anf\u00fchrungsstrichen, ist ja klar.\u201c Wie ist das, wenn man lieber zu Hause bleiben w\u00fcrde, aber dann doch jeden Tag notgedrungen mit nagender Angst aus dem Haus geht? \u00dcber solche Erfahrungen wird kaum berichtet.<\/p>\n<p>Es lohnt sich, genauer \u00fcber die Mechanismen solcher Marginalisierung nachzudenken und vor allem auch ihre Folgen im Blick zu behalten. In einem k\u00fcrzlich <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MhN7ugkkTw8\">erschienenen Videobeitrag zu dem Corona-Glossar des Frankfurter Arbeitskreises Politische Theorie und Philosophie<\/a> bezeichnet Zeynep Gambetti (2020) die M\u00f6glichkeit zur Selbstisolation in der Pandemie \u2013 und damit zum Selbstschutz \u2013 sehr treffend als neuen Klassen-Marker. Internierte Gefl\u00fcchtete, Obdachlose sowie Berufst\u00e4tige, die unfreiwillig unter Menschen arbeiten m\u00fcssen, weil sie sonst nicht \u00fcber die Runden kommen, und all diejenigen, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uBEQ59I-TiY\">die im vermeintlichen R\u00fcckzugsort Familie gef\u00e4hrdet sind<\/a> (vgl. den Videobeitrag von Marina Martinez Mateo 2020), finden sich auf der falschen Seite dieses Markers wieder und erleben zudem, dass ihre Erfahrungen vergleichsweise wenig \u00f6ffentliche Beachtung finden. Es ist kaum vorstellbar, dass diese Erfahrungen zusammengenommen nicht in irgendeiner Weise zu gesellschaftlicher Polarisierung beitragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Positioniertheit im Gesundheitsnotstand \u2013 ein kurzer Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Beitrag habe ich versucht zusammenzubringen, was nicht auf den ersten Blick zusammengeh\u00f6rt \u2013 Ebola und Corona, Sierra Leone und Berlin-Moabit \u2013 um aufzuzeigen, dass auch im Gesundheitsnotstand nicht notwendigerweise gemeinsame Erfahrungen gemacht werden und dass Erfahrungen, selbst wenn sie einigerma\u00dfen vergleichbar sind, nicht notwendigerweise als solche erkannt werden m\u00fcssen. Eine solche Perspektive widerspricht zun\u00e4chst den Hoffnungen auf mehr Solidarit\u00e4t durch Corona, die in den letzten Wochen vor allem von einigen Soziologen (alles M\u00e4nner soweit ich es \u00fcberblicke) in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/corona-gesellschaft-naehe-solidaritaet-1.4857928?reduced=true\">Pressebeitr\u00e4gen<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/soziologe-bude-ueber-corona-folgen-fuer-die-gesellschaft-verwundbarkeit-macht-solidarisch\/25757924.html\">Interviews<\/a> ge\u00e4u\u00dfert wurden. Eine solche Perspektive muss aber nicht grunds\u00e4tzlich nur pessimistisch stimmen, Solidarit\u00e4t bleibt weiter m\u00f6glich. Nur ohne unser aktives Zutun wird sie wohl nicht entstehen.<\/p>\n<p>Eingereicht am 17.04.2020, \u00fcberarbeitet am 22.04.2020<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anne Menzel<\/strong> ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am SCRIPTS-Exzellenzcluster an der Freien Universit\u00e4t Berlin. Sie forscht zu Peacebuilding, humanit\u00e4rer Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Transitional Justice, vor allem in Sierra Leone.\u00a0 Derzeit entwickelt sie zudem ein Forschungsprojekt zu gesellschaftlicher Polarisierung in Deutschland. Einen \u00dcberblick \u00fcber ihre Arbeit gibt es hier: <a href=\"https:\/\/annemenzel.com\/about-me\/\">https:\/\/annemenzel.com\/about-me\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>#Witnessing Corona<\/strong><\/p>\n<p>This article was simultaneously published on <span class=\"Ohne\">the <\/span><a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/\"><span class=\"Hyperlink2\">Blog Medical Anthropology<\/span><\/a>. <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/aktuelles\/\">Witnessing Corona<\/a>\u00a0is a joint blog series by the\u00a0<a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/\">Blog Medical Anthropology \/ Medizinethnologie<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/agem.de\/curare\/\">Curare: Journal of Medical Anthropology<\/a>, the\u00a0<a href=\"http:\/\/gssc.uni-koeln.de\/\">Global South Studies Center Cologne<\/a>, and\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/witnessingcorona\/\">boasblogs<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Bibliographie<\/strong><\/p>\n<div style=\"text-indent: -2em; padding-left: 2em;\">\n<p>Bah, Chernor A.M. 2015. The Ebola Outbreak in West Africa: Corporate Gangsters, Multinationals &amp; Rogue Politicians. Philadelphia,PA: Africanist Press.<\/p>\n<p>Beisel, Uli, Anne Menzel, Sung-Joon Park, Anita Schroven &amp; Ren\u00e9 Umlauf. 2014. Stellungnahme zum SZ-Artikel \u201eB\u00f6ser Zauber Ebola: Ethnologen im Hilfseinsatz\u201c. <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/ebola-medien-ethnologie\/\">https:\/\/www.medizinethnologie.net\/ebola-medien-ethnologie\/<\/a>. Last Access: 22\/04\/2020.<\/p>\n<p>Bourdieu, Pierre. 1987. Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.<\/p>\n<p>Doctors of the World &amp; Medicos del Mundo. 2015. Beyond Ebola: rebuilding health services in Moyamba. <a href=\"https:\/\/b.3cdn.net\/droftheworld\/54befeb29ddee73fa1_s4m62058i.pdf\">https:\/\/b.3cdn.net\/droftheworld\/54befeb29ddee73fa1_s4m62058i.pdf<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>Gambetti, Zeynep 2020: Confine. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MhN7ugkkTw8\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=MhN7ugkkTw8<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>Goersch, Henning G. 2020. Zwischenbericht: Akkon-Bev\u00f6lkerungsstudien zu Verhalten, Erleben und Bew\u00e4ltigung der deutschen Bev\u00f6lkerung in der Corona-Krise. Berlin. Akkon-Hochschule f\u00fcr Humanwissenschaften. <a href=\"https:\/\/www.akkon-hochschule.de\/files\/akkon\/downloads\/publikationen\/2020-04-02-Zwischenbericht_Akkon_Studie.pdf\">https:\/\/www.akkon-hochschule.de\/files\/akkon\/downloads\/publikationen\/2020-04-02-Zwischenbericht_Akkon_Studie.pdf<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>Goguen, Adam &amp; Catherine Bolten. 2017.\u00a0 Ebola Through a Glass, Darkly: Ways of Knowing the State and Each Other. In: Anthropological Quarterly 90(2), 423-449. [doi 10.1353\/anq.2017.0025].<\/p>\n<p>Harraway, Donna. 1988. Situated Knowledges: The Science Question in Feminism and the Privilege of Partial Perspective. In Feminist Studies 14(3), 575-599: 581.<\/p>\n<p>Kehr, Janina. 2020. Sich der Pandemie hingeben. Schreiben und Nervosit\u00e4t in Zeiten von Covid-19. <a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/witnessingcorona\/sich-der-pandemie-hingeben\/\">https:\/\/boasblogs.org\/witnessingcorona\/sich-der-pandemie-hingeben\/<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/sich-der-pandemie-hingeben\/\">https:\/\/www.medizinethnologie.net\/sich-der-pandemie-hingeben\/<\/a>. Last Accesss: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>Lipton, Jonah. 2017. \u2018Black\u2019 and \u2018White\u2019 Death: Burials in a Time of Ebola in Freetown, Sierra Leone. Journal of the Royal Anthropological Institute 23(4), 801-819. [doi 10.1111\/1467-9655.12696].<\/p>\n<p>Martinez Mateo, Marina 2020. Familie. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uBEQ59I-TiY\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uBEQ59I-TiY<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>Menzel, Anne. 2014. \u201eEbola ist nur eins unserer Probleme\u201c \u2012 Ebola-Bewusstsein, Misstrauen und Entwicklungshoffnungen in Sierra Leone. <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/ebola-bewusstsein-misstrauen-entwicklungshoffnungen-in-sierra-leone\/\">https:\/\/www.medizinethnologie.net\/ebola-bewusstsein-misstrauen-entwicklungshoffnungen-in-sierra-leone\/<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>Menzel, Anne. 2015. Foreign Investment, Large-Scale Land Deals, and Uncertain \u2018Development\u2019 in Sierra Leone: Impacts, Conflicts, and Security Concerns. CSS Working Paper No. 18, Marburg Center for Conflict Studies. <a href=\"https:\/\/archiv.ub.uni-marburg.de\/es\/2019\/0013\/pdf\/ccs-wp-18.pdf\">https:\/\/archiv.ub.uni-marburg.de\/es\/2019\/0013\/pdf\/ccs-wp-18.pdf<\/a>. Last Access: 22\/04\/2020.<\/p>\n<p>Moran, Mary H. 2017. Missing Bodies and Secret Funerals: The Production of \u201cSafe and Dignified Burials\u201d in the Liberian Ebola Crisis. In: Anthropological Quarterly 90(2), 399-421. [doi 10.1353\/anq.2017.0024].<\/p>\n<p>Moran, Mary &amp; Daniel Hoffman. 2014. Introduction: Ebola in Perspective. <a href=\"https:\/\/culanth.org\/fieldsights\/introduction-ebola-in-perspective\">https:\/\/culanth.org\/fieldsights\/introduction-ebola-in-perspective<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<p>World Health Organization (WHO). 2016. Ebola Situation Report. 30 March 2016. <a href=\"http:\/\/apps.who.int\/iris\/bitstream\/10665\/204714\/1\/ebolasitrep_30mar2016_eng.pdf?ua=1&amp;ua=1\">http:\/\/apps.who.int\/iris\/bitstream\/10665\/204714\/1\/ebolasitrep_30mar2016_eng.pdf?ua=1&amp;ua=1<\/a>. Last Access: 23\/04\/2020.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":7,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[254],"class_list":["post-4296","witnessingcorona","type-witnessingcorona","status-publish","hentry","autor-anne-menzel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/4296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/witnessingcorona"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/4296\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4674,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/witnessingcorona\/4296\/revisions\/4674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=4296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}