{"id":1600,"date":"2018-07-31T00:00:00","date_gmt":"2018-07-30T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/das-flurgespraech-als-ethnographisches-feld\/"},"modified":"2020-02-21T16:27:05","modified_gmt":"2020-02-21T15:27:05","slug":"das-flurgespraech-als-ethnographisches-feld","status":"publish","type":"whatsinaname","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/whatsinaname\/das-flurgespraech-als-ethnographisches-feld\/","title":{"rendered":"Das Flurgespr\u00e4ch als ethnographisches Feld"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1600?pdf=1600\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1600?pdf=1600\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<div align=\"justify\">\n<p><strong>Die\u00a0 Gleichzeitigkeit von Homogenit\u00e4t und Diversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind vier wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und\/oder Doktorand*innen an der Uni K\u00f6ln.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> In dieser Hinsicht besteht eine gewisse N\u00e4he zum Blog, dessen Initiator*innen und den Debatten, die sich abseits des Blogs aus den bisherigen Beitr\u00e4gen ergeben haben. Gleichzeitig war die Reichweite der Debatte um die Umbenennung der DGV selbst in K\u00f6ln beschr\u00e4nkt. So haben einige Mitarbeiter*innen des Instituts f\u00fcr Ethnologie der Universit\u00e4t K\u00f6ln erst vom \u201aUmbennungsstreit\u2018 und Blog erfahren als ein entsprechender Hinweis auf der Facebook-Seite des Instituts ver\u00f6ffentlicht wurde. Sechs Monate nach der Entscheidung.<\/p>\n<p>Nach und nach stellten sich uns einige kritische Fragen: Wer diskutiert da eigentlich? Mit wem? Und vor allem: \u00dcber was? Weiter zugespitzt: Handelt es sich bei der Debatte um eines der viel diskutierten Filterblasen-Ph\u00e4nomene, die vermeintliche Relevanz und \u00d6ffentlichkeiten erzeugen, wo gar keine existieren und lediglich durch einen kleinen Kreis \u201abesorgter Akteur*innen\u2018 <i>gepusht<\/i> werden? Etwas ernster gewendet: Uns schien die Debatte erstaunlich homogen. Homogen zum einen im Sinne ihrer ablehnenden Positionierung gegen\u00fcber der Umbenennung als solcher. Und zum anderen homogen, erschreckend homogen, in Hinblick auf den Status der Beitragenden: \u00fcberwiegend professoral, etabliert, m\u00e4nnlich und wei\u00df.<\/p>\n<p>Neben der Homogenit\u00e4t in der ablehnenden Haltung waren es auch die repetitiven fachgeschichtlichen Belehrungen (Kohl 2017, Geisenheimer 2018, Streck 2018), die Gleichf\u00f6rmigkeit der Argumentationslinien sowie die teils problematischen Rhetoriken (n\u00e4her dazu weiter unten), die uns motivierten, zusammenzukommen und uns mit der Debatte um die Umbenennung auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die omnipr\u00e4sente Suche nach der Herkunft der Fachbezeichnung, als von uns gelesener Versuch den Kern der \u201adeutschen Ethnologie\u2018 zu bestimmen, hinterlie\u00df beim Lesen einen faden Beigeschmack. Ist dies die Debatte, die <i>wir<\/i> f\u00fchren wollen w\u00fcrden? Kann es im Sinne eines \u201eVielnamenfaches\u201c (Hess &amp; Schwertel 2013) sein, die \u201ePragmatik von Sprachspielen\u201c (Widlok 2018) und damit eine der St\u00e4rken der V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie \u00fcber Bord zu werfen? Mitnichten sollte sich unserer Meinung nach die Debatte im Labyrinth der Herkunftssuche der konzeptionellen \u201adeutschen Ethnologie\u2018 verlaufen. Oder aus Sorge vor einem Identit\u00e4tsverlust lediglich identit\u00e4tspolitische Belange ausgehandelt werden. Und geht es bei jenem Bestimmungsversuch denn \u00fcberhaupt noch im ganz eigentlichen Sinne um eine Diskussion \u00fcber die Umbenennung oder wird gar vielmehr um vorherrschende Fach- und Selbstverst\u00e4ndnisse und um eine geh\u00f6rige Portion wissenschaftspolitische Deutungshoheit gerungen?<\/p>\n<p>Die Debatte um die Umbenennung hat bei uns weiterf\u00fchrende Fragen und vor allem Fragen nach Relevanzen hervorgerufen. Uns schien jedenfalls, dass sich an dieser Debatte Positionen und Themenfelder ablesen lassen, deren Diskussion um einiges relevanter, konstruktiver und interessanter sein k\u00f6nnte als die Einengung auf eine blo\u00dfe Namensfrage. Insofern sahen und sehen wir nach wie vor in der Debatte ein betr\u00e4chtliches Potential. Mit diesem multiperspektivischen Beitrag wollen wir unsere Eindr\u00fccke f\u00fcr m\u00f6gliche und notwendige weitere Impulse und andere Aspekte teilen. Wir hoffen damit gleichzeitig eine intergenerationale Perspektive darauf zu er\u00f6ffnen, was eine V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie f\u00fcr den deutschsprachigen Raum sein kann.<\/p>\n<p>Allerdings gleich zwei Kl\u00e4rungen vorab. Erstens beantworten wir nicht die Frage, wie die DGV\/DGSKA denn nun hei\u00dfen soll beziehungsweise welcher Name f\u00fcr uns der angebrachte ist \u2013 das mag auf Anhieb etwas verwundern. Wir haben alle individuelle Positionen dazu, die wir im Zuge dieses Beitrags nicht versuchen wollten, k\u00fcnstlich zu synthetisieren. Und wir sehen die Chance gerade darin, die Frage nach dem Namen zu erweitern: Was steckt denn nun alles in dieser Namensumbenennung, oder um n\u00e4her an dem Titel des Blogs zu bleiben, <i>what\u2019s (in) that name debate? <\/i>Zweitens geht es uns nicht um die Frage nach dem \u201arichtigen\u2018 oder \u201afalschen\u2018 Fachverst\u00e4ndnis. Wir sehen die St\u00e4rke der Disziplin \u2013 und hier sind wir mit Nachdruck <i>einer <\/i>Meinung \u2013 in der (selbst-)reflexiven Vielstimmigkeit.<\/p>\n<p>Anhand seiner bisherigen akademischen Sozialisation beleuchtet Julian Schmischke die Absurdit\u00e4ten der institutionellen Grenzziehungen zwischen, in seinem Fall, Ethnologie (Universit\u00e4t K\u00f6ln) und Kultur- und Sozialanthropologie (Universit\u00e4t M\u00fcnster). Simon Holdermann setzt sich mit der DGSKA als <i>Institution<\/i> auseinander und fragt danach, was sie ist, f\u00fcr wen sie eigentlich ist und was sie vielleicht sein k\u00f6nnte. Christoph Lange und Souad Zeineddine stellen sich aus unterschiedlichen Perspektiven und Positionierungen die Frage nach der Verstrickung von Wissenschaft, Politik und gesamtgesellschaftlichen Diskursen.<\/p>\n<p>Mit diesem Beitrag wollen wir uns auch gegen den Vorwurf der \u201aGeschichtsvergessenheit\u2018 und der politischen Verblendung (Kohl 2017, Haller 2018) positionieren. Zum einen betrachtet Souad Zeineddine in ihrem Beitrag den Vorwurf der \u201aGeschichtsvergessenheit\u2018 als eine Rehabilitationsstrategie, die tendenziell problematische Konnotationen und Implikationen mit sich bringt. Hierbei verweist sie auf die problematischen Diskursfelder, in denen sich der eine oder andere Beitrag tummelt. \u00a0Zum anderen thematisiert Julian Schmischke in seinem Beitrag die auff\u00e4llige Abwesenheit einer dezidiert \u2018deutschen\u2019 Fachgeschichte in den Curricula unterschiedlicher Institute entlang seines Studienweges und verbindet seinen Befund mit den institutionellen Verortungen einer spezifisch <i>gelehrten<\/i> V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie. Unterschiedliche Positionierungen und Sozialisierungsprozesse, akademischer wie au\u00dferakademischer Couleur, f\u00fchren zu diversen Lehren, die aus der Geschichte gezogen werden k\u00f6nnen. W\u00e4hrend f\u00fcr Karl-Heinz Kohl die Zukunft der Ethnologie in der Vergangenheit liegt (Kohl 2013), hei\u00dft es f\u00fcr uns, aus der Vergangenheit zu lernen, um eine V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie zu praktizieren, die nicht nur die methodologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stemmen kann, sondern auch die politischen. In diesem Sinne liegen die Zuk\u00fcnfte der V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie in der, beziehungsweise den Gegenwart(en), bei stetiger Vergegenw\u00e4rtigung der \u2013 f\u00fcr das individuelle Forschungsthema relevanten \u2013 Vergangenheit(en).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Flurgespr\u00e4ch als ethnographisches Feld<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns in den letzten Monaten diverse Male zum gemeinsamen Schreiben und Diskutieren getroffen. Allerdings hat uns die Debatte um die Umbenennung seit dem Launch des Blogs im April 2018 allt\u00e4glich begleitet. Mit dem \u00d6ffentlich-Werden des so genannten <i>#hautalk<\/i> um das \u201cJournal of Ethnographic Theory\u201d, haben sich unsere Diskussionen um die Umbenennung auf die akademischen Strukturen erweitert und zugespitzt. Eine zeitlang geh\u00f6rte es zu unserer Morgenroutine, t\u00e4glich einen neuen Link und Kommentare zu einem Blog-Beitrag oder zu den aktuellen Entwicklungen aus der #hautalk-Debatte im Email-Postfach bzw. im gemeinsamen Messenger-Gruppenchat zu haben. Es verging kaum ein Mittagessen oder eine Kaffeepause, ohne dass \u00fcber die Fragen diskutiert wurde, die die Umbenennungsdebatte und <i>#hautalk<\/i> bei uns hervorgerufen hatten. Auch kurze Flurbegegnungen wurden meist mit aphoristischen Anmerkungen oder knappen polemischen Spitzen zu diesem Thema angereichert, die schlie\u00dflich teils in verstetigten Insider-Witzen ihre Etablierung fanden.<\/p>\n<p>Der Titel unseres Beitrags ist ein Ergebnis der Diskussionen, die die Besch\u00e4ftigung mit der Umbenennungs-Debatte bei uns ausgel\u00f6st haben, n\u00e4mlich die nachhaltige Verst\u00e4ndigung dar\u00fcber, was wir als Ethnolog_Anthropolog*innen eigentlich tun, wie wir uns selbst als Forschende und unsere Disziplin verstehen. Die Idee entsprang vielen hitzigen wie wertsch\u00e4tzenden Diskussionen \u00fcber die Frage, wo der Raum liegt, in dem sich die M\u00f6glichkeit zur \u201aradikalen Fremdheitserfahrung\u2018 konstituiert bzw. in dem diese hergestellt und erlebt werden kann. Schlie\u00dflich ist es diese Fremdheitserfahrung, die als epistemologische Haltung die \u201aklassische Ethnologie\u2018 charakterisiert hat. Aber sind Fremdheitserfahrungen im 21. Jahrhundert noch eine epistemologische Notwendigkeit der ethnologischen_anthropologischen Wissensproduktion, wie so viele Lehrb\u00fccher uns immer noch vermitteln wollen. \u00a0Sind die Erfahrung von Fremdheit und der ausgedehnte Feldforschungsaufenthalt als Schl\u00fcssel f\u00fcr erfolgreiche ethnographische Forschung noch zeitgem\u00e4\u00df? Kann man sich in Zeiten digitalisierter Austauschformen und fragmentierter \u00d6ffentlichkeiten \u00fcberhaupt noch vollst\u00e4ndig in eine \u201afremde Kultur\u2018 versenken? Gibt es \u201adas Feld\u2018 im klassischen Sinne noch? Oder sind es die klassische Feldforschung und das klassische Feld selbst, die gegenw\u00e4rtig virtuell werden? Soll die \u201aFremdheitserfahrung\u2018 als epistemologische Haltung oder heuristisches Werkzeug erhalten werden, muss man sich indes dar\u00fcber verst\u00e4ndigen, inwiefern die Qualit\u00e4t und Produktivit\u00e4t der Erfahrung bestimmbar oder konstitutiv sein kann. Wie unterscheidet sich die Befremdung als laienhafte Beobachter*in sozialer Praxen in den Feldern der STS und in den Laborstudien von traditionellen Feldforschungskontexten? Was ist etwa mit der Befremdung, die \u2018neue\u2019 Promovierende erfahren, wenn sie neu in bestehenden wissenschaftlichen Arbeitskulturen ankommen? <i>&#8222;Es ist tendenziell ein erm\u00fcdendes Gef\u00fchl, wieder an dem Punkt zu sein, politische, theoretische, methodologische und positionierungsbezogene Fragen von Grund auf neu auszuhandeln. Das (Kennen-)Lernen von Dynamiken, Codes und Praktiken des neuen Arbeitskontextes ist anstrengend aber auch lehr- und erkenntnisreich&#8220;.<\/i><a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Wenn Christoph Lange in seinem Beitrag den Blick von\u00a0\u201aInnen\u2018 nach \u201aAu\u00dfen\u2018 beschreibt, dann beschreibt er einen Prozess, der auf uns alle zutrifft. \u00dcber die Auseinandersetzung mit den bisherigen Debatten (dem \u201aAu\u00dfen\u2018), haben wir nicht nur alle mehr \u00fcber die Fachgeschichte der \u2018deutschen Ethnologie\u2019 und ihre Fallstricke gelernt, sondern auch voneinander in dem Sinne, als dass wir uns mit unseren grundlegend unterschiedlichen, au\u00dfer- und innerakademischen Positionierungen auseinandergesetzt haben. Wir haben uns also einem \u201aInnen\u2018 angen\u00e4hert, sprich, unser eigenes Schreibkollektiv in seiner Heterogenit\u00e4t kritisch, aber gleichzeitig konstruktiv unter die Lupe genommen: Wo kommen wir her? Was ist unser Verst\u00e4ndnis von V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie? Wie politisch d\u00fcrfen wir sein? Was ist die politische Relevanz unseres Vielnamenfaches? Und nicht zuletzt haben wir uns auf zwischenmenschlicher Ebene kennengelernt. Zusammenfassen lie\u00dfe sich: Wir sind von dem \u201aAu\u00dfen\u2018 (Der Blog) ins \u201aInnen\u2018 (unsere Auseinandersetzungen mit den jeweils individuellen Perspektiven auf, sowie Erwartungen und W\u00fcnschen an das Fach) gegangen und nun mit diesem Beitrag wieder ins \u2018Au\u00dfen\u2019 zur\u00fcckgekehrt. Eine Bewegung, die f\u00fcr uns einen festen Bestandteil des ethnologischen_anthropologischen Forschens darstellt. Und da dies alles im Research Lab, auf den Fluren der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne und des Instituts f\u00fcr Ethnologie vonstatten ging, begreifen wir die Flurgespr\u00e4che als ethnographisches Feld.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p><b>Ein \u201eund\u201c \u2013 endlich?!<\/b><b><br \/>\n<\/b><i>Julian Schmischke<\/i><\/p>\n<p>Dieser Blog stellt die Frage \u201eWof\u00fcr steht die Umbenennung\u201c. Die bisher ver\u00f6ffentlichten Beitr\u00e4ge scheinen \u00fcberwiegend der Auffassung zu sein, dass die Umbenennung vor allem daf\u00fcr steht, dass ein paar zu hippe Berliner und vor allem der \u201ehistorisch blinde\u201c (Haller 2018) Nachwuchs bzw. \u201ej\u00fcngere und sich jung f\u00fchlende Menschen\u201c (Bierschenk 2018) sich <i>gegen<\/i> die Anerkennung der historischen Verflechtung der Begriffe in Deutschland und <i>f\u00fcr<\/i> einen Anschluss an, um nicht zu sagen: f\u00fcr Unterwerfung unter internationale Diskurse und Arbeitsweisen entschieden haben. Diese Bedenken kann ich nachempfinden. Jedoch bin ich der Ansicht, dass die Situation etwas zu dramatisch beurteilt wird. Ich will auch festhalten, dass die vorgelegten Einblicke in die Fachgeschichte mich angeregt haben, meinen durch die Umbenennung hervorgerufenen Enthusiasmus zu reflektieren. Viele Verflechtungen waren mir tats\u00e4chlich nicht pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Dennoch steht meiner Ansicht nach die Umbenennung <i>auch<\/i> f\u00fcr anderes.<\/p>\n<p>Um es transparent zu machen: Ich bin einer dieser Studierenden, der dem Aufruf gefolgt ist, zur Tagung 2017 in die DGV einzutreten, um an der Abstimmung teilnehmen zu k\u00f6nnen. H\u00e4tte mich nicht eine Kommilitonin, die nach Berlin vernetzt ist, auf diesen Tagesordnungspunkt aufmerksam gemacht, w\u00e4re ich vielleicht nicht dabei gewesen. Obwohl ich bereits die DGV Tagung 2015 besucht hatte, hatte ich bisher keine Notwendigkeit daf\u00fcr gesehen, der Fachgesellschaft beizutreten, schlie\u00dflich wollte ich bisher noch keinen Vortrag halten. Ebenfalls wollte ich nicht beitreten \u2013 und das lag auch am Namen. Ich habe f\u00fcr die Umbenennung weg von V\u00f6lkerkunde gestimmt und auch f\u00fcr die Umbenennung in Sozial- und Kulturanthropologie.<\/p>\n<p>In den Flur- und anderen Gespr\u00e4chen, die zu diesem Beitrag gef\u00fchrt haben, wurde deutlich, dass unsere Erfahrungen des Ethnologie-Studierens viel heterogener waren als in den bisherigen Beitr\u00e4gen deutlich wird. Hier wird meiner Ansicht nach auf einen Kanon referiert, der sich dadurch auszuzeichnen scheint, dass Fachgeschichte, und vor allem die Str\u00f6mungen und Debatten innerhalb des deutschsprachigen Raumes, sehr stark im Curriculum vertreten sei. Jedoch ist das nicht unsere Erfahrung. Und dies m\u00f6chte ich im Folgenden kurz an unseren und vor allem meinen Studienerfahrungen aufzeigen.<\/p>\n<p>Die Autor*innen dieses Beitrags studierten Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologie, Kulturwissenschaft und Transkulturelle Studien gepaart mit den Zweit-, Neben- und Komplement\u00e4rf\u00e4chern Arabistik, Religionswissenschaften und \u00d6konomik. Erg\u00e4nzt um Ausfl\u00fcge in angrenzende Disziplinen, teils obligatorisch im Rahmen von \u201eAllgemeinen Studien\u201c oder \u201eGeneral Studies\u201c, oder gar aus individuellem Interesse, und auch nicht zu vergessen die studien- und feldforschungsbedingten Auslandsaufenthalte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Bachelor-Tage, wohlgemerkt des \u201eB.A. (2-Fach) Kultur- und Sozialanthropologie und \u00d6konomik\u201c (ja manche von uns sind mit solchen, unpraktischen Bezeichnungs-Unget\u00fcmen akademisch sozialisiert worden) an der Uni M\u00fcnster gab es <i>gar keine<\/i> Veranstaltung zur Geschichte der deutschen Ethnologie. In den einf\u00fchrenden Vorlesungen wurde die Gr\u00fcndungskonstellation auf Tyler und Morgan, Malinowski und Radcliffe-Brown, und nat\u00fcrlich auch L\u00e9vi-Strauss eng gef\u00fchrt. Dass Marx, Weber und Durkheim ebenfalls wichtig f\u00fcr die Ethnologie waren, lernte ich erst sp\u00e4ter dazu.<\/p>\n<p>M\u00fcnster weist allerdings, wie Thomas Widlok in seinem Beitrag (Widlok 2018) bereits angedeutet hat, in dieser Hinsicht eine besondere Konstellation auf. Hier stemmen zwei Einrichtungen \u2013 das Seminar f\u00fcr Volkskunde\/Europ\u00e4ische Ethnologie und das Institut f\u00fcr Ethnologie \u2013 den BA-Studiengang KuSA, der nur gleichberechtigt mit einem zweiten Fach studiert werden kann. Um diese institutionelle Spaltung zumindest in den pers\u00f6nlichen Beziehungen zu minimieren, wurden die Einf\u00fchrungsvorlesungen in den ersten beiden Semestern von zwei Professor*innen von je einem der Institute im Dialog gehalten. Die uns vermittelte Arbeitsteilung schrieb die Ethnologie auf die Untersuchung von \u201eSchamanen im Regenwald\u201c und die Volkskunde auf die von \u201eBauern in den Alpen\u201c fest \u2013 fachgeschichtlich gesehen nat\u00fcrlich. Im Verlauf des Studiums musste die Unterscheidung jedoch zusammenbrechen und es wurde zunehmend klarer, dass diese holzschnittartige Trennung heute nicht mehr als identit\u00e4tsstiftend angesehen werden kann. Betont wurde im n\u00e4chsten Satz aber stets, dass die Art und Weise des Erkenntnisgewinns \u2013 das ethnographische Feldforschen im Modus der teilnehmenden Beobachtung \u2013 die beiden Disziplinen eng verbinden w\u00fcrde (vgl. auch Bollig 2013: 167f). Silke Meyer (\u201eVolkskundlerin\/Kulturanthropologin\u201c) und Guido Sprenger (\u201eEthnologe\/Sozialanthropologe\u201c) bringen dies in einem Beitrag auf den Punkt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u201eDie Kultur- und Sozialanthropologie verstehen wir hier als den gemeinsamen Grund der Volkskunde- wie der Ethnologie [V\u00f6lkerkunde]. Diese zwei F\u00e4\u00adcher unterscheiden sich in ihrer historischen Entwicklung, ihren traditionel\u00adlen Themen und teilweise auch in ihren theoretischen Interessen. Dennoch ha\u00adben die letzten Jahrzehnte zu einer faktischen Ann\u00e4herung der F\u00e4cher gef\u00fchrt, auch wenn diese auf dem Gebiet der Institutionen durchaus nicht immer gang und g\u00e4be ist: Volkskunde und Ethnologie haben weiterhin getrennte Institute, Berufsverb\u00e4nde, Publikationsforen und Kongresse, und eine solche Trennung erscheint auch f\u00fcr die Zukunft wahrscheinlich und hochschulpolitisch w\u00fcn\u00adschenswert\u201c (Meyer &amp; Sprenger 2011: 204).<\/p>\n<p>So kam ich also als halber Kultur- und Sozialanthropologe in K\u00f6ln an. In M\u00fcnster h\u00e4tte ich mich f\u00fcr eine Spezialisierung im M.A. Social Anthropology am Institut f\u00fcr Ethnologie entschieden, um endlich ein ganzer Ethnologe zu werden. Aber aufgrund der thematischen Schwerpunkte entschied ich mich allerdings f\u00fcr einen Standortwechsel. An der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln wurde mir jedoch im Rahmen des Immatrikulationsprozesses klar gemacht, dass mich meine bisherige Ausbildung bestenfalls zu einem Viertel-Ethnologen machen w\u00fcrde. Nachdem ich zun\u00e4chst eine Absage f\u00fcr den M.A. (1-Fach) Ethnologie bekam, weil ich nicht gen\u00fcgend einschl\u00e4gige Veranstaltungen belegt hatte, wurde ich dann auf Nachfrage doch zugelassen. Es habe sich nur um einen Fehler im System gehandelt. Allerdings war die Zulassung an Auflagen gekn\u00fcpft, sodass ich noch drei einf\u00fchrende Vorlesungen aus dem K\u00f6lner B.A. Ethnologie nachholen durfte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend meiner Studienzeit in K\u00f6ln wurde innerhalb von vier Jahren <i>ein<\/i> Seminar zur Fachgeschichte der Ethnologie im deutschsprachigen Raum abgehalten (\u201eEthnologie in Deutschland\u201c). Nach Aussage des Dozenten sei das Seminar, gemessen an der Zahl der interessierten Studierenden, \u201eein Ladenh\u00fcter\u201c gewesen. Im B.A. Ethnologie in K\u00f6ln wird zudem einmal im Jahr eine Vorlesung zum \u201e\u00dcberblick \u00fcber die ethnologischen Theorien\u201c gehalten. Die Vorlesung zum Evolutionismus und Diffusionismus in der Ethnologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte auf die Arbeit einiger fr\u00fcher deutschsprachiger Ethnologen aufmerksam (Fritz Gr\u00e4bner, Bernhard Ankermann, Pater Wilhelm Schmidt, u. a.). Dann wandten wir uns, mit der Ausnahme der Besprechung der Einfl\u00fcsse Webers, Marx\u2019 und Engels, wieder der internationalen Entwicklung zu. Abgesehen von dem offensichtlich geringeren Anteil an \u201evolkskundlichen Themen\u201c deckten sich die Inhalte der Vorlesung weitestgehend mit der Genealogie, die ich in M\u00fcnster kennengelernt hatte. Und so schien mir der gemeinsame Grund \u00fcberaus pr\u00e4sent. In der institutionalisierten Realit\u00e4t allerdings wurde ich auf eine deutliche Grenze hingewiesen.<\/p>\n<p>Es dr\u00e4ngt sich die Frage auf, ob diese Studienerfahrung f\u00fcr unsere Zeit verallgemeinerbar ist. \u00a0Vielleicht nicht umf\u00e4nglich. Aber ich denke dennoch, dass Studierende die an mehr als einer Universit\u00e4t studiert haben, oder sich zumindest \u00fcber Studienangebot im deutschsprachigen Raum informiert haben, aufgefallen ist, dass sich hinter sehr verschiedenen Namen recht \u00e4hnliche Inhalte verstecken. Au\u00dferdem frage ich mich, ob diese Erfahrung historisch spezifisch ist. Wenn ich mir die Listen von studierten F\u00e4chern aus Zeiten des Magisters, als man scheinbar, ohne mindestens drei andere F\u00e4cher kennengelernt zu haben, keinen Abschluss bekommen konnte, so ansehe (vgl. z. B. Widlok 2018) \u2013 vielleicht nicht.<\/p>\n<p>In Flurgespr\u00e4chen, oder auch Gespr\u00e4chen auf der Wiese oder im Feld, ist es meine Erfahrung, dass die Bezeichnung dessen was ich tue, an der Universit\u00e4t studiere, ohnehin immer erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist. Fast unabh\u00e4ngig davon, f\u00fcr welche Komposition aus meinem inzwischen anverwandelten Repertoire ich mich entscheide.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich mich fr\u00fcher gerne als Kultur- und Sozialanthropologe vorgestellt habe, musste ich diese Selbstbezeichnung in den K\u00f6lner Jahren \u00fcberdenken. Die Welt schien in K\u00f6ln klar geordnet: Eigentlich gibt es nur die Ethnologie und im Ausland hei\u00dft sie eben ein bisschen anders. Auch wenn die englische \u00dcbersetzung der Institutsbezeichnung <i>Department of Social and Cultural Anthropology <\/i>ist. Trotz anf\u00e4nglichen Haare-Str\u00e4ubens begann ich mich Ethnologe zu nennen, wobei mir das bis heute Unbehagen bereitet. Allem voran die unter Studierenden gerne verwendete Kurzform \u201eEthnos\u201c.<\/p>\n<p>Allerdings lie\u00df sich das Fach Ethnologie f\u00fcr mich oft nicht ohne einen Hinweis auf den fr\u00fcheren Namen V\u00f6lkerkunde erkl\u00e4ren. Zudem kam es nur zu oft vor, dass Gespr\u00e4che mit Au\u00dfenstehenden wie folgt verliefen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Sie: \u201eUnd womit besch\u00e4ftigst du dich?\u201c<br \/>\nIch: \u201eIch studiere Ethnologie.\u201c<br \/>\n\u201eAhja, das klingt ja spannend.\u201c<br \/>\n\u201eDas ist es auch! Hast du schon mal davon geh\u00f6rt?\u201c<br \/>\n\u201eHmm, nein eigentlich nicht.\u201c<br \/>\n\u201eUnd was meinst du worum es darin geht?\u201c<br \/>\n\u201e\u00d6hm, keine Ahnung um ehrlich zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Deswegen bin ich nun dazu \u00fcbergegangen, die Ethnologie als \u201eTransnationale Gesellschaftswissenschaft\u201c vorzustellen. Darunter k\u00f6nnen sich meine Gespr\u00e4chspartner*innen zumindest grob etwas vorstellen. Mir geht es in diesen Interaktionsmomenten um ein <i>interessement<\/i> (Callon 1986, Star &amp; Griesemer 1989) der Menschen um mich herum, f\u00fcr das Fach, von dem ich denke, dass es wichtig ist und zuk\u00fcnftig auch noch wichtiger werden wird. F\u00fcr mich pers\u00f6nlich eignet sich daf\u00fcr eine Fachbezeichnung besser, mit der ich Au\u00dfenstehenden vermitteln kann, worum es den Menschen in meinem Fach geht. Sozial- und Kulturanthropologie erf\u00fcllt diesen Zweck f\u00fcr mich deutlich besser als Ethnologie und f\u00fchrt f\u00fcr mich zu anregenderen Diskussionen.<\/p>\n<p>Unsere Arbeitsgruppe in K\u00f6ln befasst sich grundlegend mit Transformationen des Lebens. Wir stellen uns die Frage, wie Transformationen aus den Handlungen und Praktiken der Akteure hervorgebracht werden. Viele bisherige Beitr\u00e4ge scheinen davon auszugehen, dass sich diejenigen, die f\u00fcr die Umbenennung stimmten, von irgendwas haben bezaubern lassen, um nicht von verblenden zu sprechen, sodass die spezifische Begriffsgeschichte einfach weniger stark gewichtet wurde. In diesem \u201aWie k\u00f6nnen die nur!\u2018 \u00a0schwingt mit, dass offenkundig nicht logisch \u00fcberlegt und abgewogen wurde, denn sonst w\u00e4re die Abstimmung ja anders ausgegangen. W\u00e4re es aber nicht auch m\u00f6glich, dass pers\u00f6nliche Erfahrungen der Abstimmenden sie dazu bewegt haben, ihre Stimme f\u00fcr eine Umbenennung abzugeben?<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u201eDie Erfahrungen der Akteure mit \u201ader Welt\u2018, bevor diese durch Konventionen zur Realit\u00e4t gemacht wurde, decken sich nicht mit der Realit\u00e4t der Konven\u00adtionen, weil letztere meist der Entwicklung gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse hinterherhinken und so bisweilen als willk\u00fcrlich erscheinen. Weiterhin kann Erfahrung Konventionen deshalb nur zum Teil best\u00e4tigen, weil Konventionen immer nicht-intendierte Folgen haben und widerspr\u00fcchliche Komplexit\u00e4ten hervorbringen. Schlie\u00dflich l\u00e4sst sich in nahezu jeder Situation auf mehrere, teils divergierende Konventionen zur\u00fcckgreifen\u201c (Rottenburg 2013: 71).<\/p>\n<p>In unserer akademischen Praxisgemeinschaft scheint es f\u00fcr Studierende nicht zentral gewesen zu sein sich mit der Fachgeschichte der Ethnologie auseinanderzusetzen. Wenn man auf vorangegangene Fachdebatten zur\u00fcckblickt, wie beispielsweise die zwischen den Substantivisten und den Formalisten in der Wirtschaftsethnologie, scheint es nicht ungew\u00f6hnlich f\u00fcr die Disziplin, gewisse Diskussionen f\u00fcr eine Zeit unber\u00fchrt zu lassen. Oder zumindest nur in Teilen aufzugreifen und neu zu arrangieren (Hann &amp; Hart 2011: 72f). Aber wie beispielsweise die erneute Rezeption von Karl Polanyi nach der Krise 2008 gezeigt hat (Hann &amp; Hart 2011: 71), ist dies kein \u201aTodesurteil\u2018. In diesem Sinne sollte die \u00a0Debatte in diesem Blog den Ansto\u00df dazu geben, einen neuen Zugang zur Fachgeschichte der Ethnologie im deutschsprachigen Raum zu erarbeiten. Idealerweise auch mit der Erarbeitung eines einschl\u00e4gigen Kanons und didaktischen Vorschl\u00e4gen.<\/p>\n<p>Der f\u00fcr mich konsequenteste \u2013 und im Lichte dieser Debatte bedeutsamste \u2013 Bestandteil der neuen Bezeichnung unserer Fachgesellschaft scheint mir das \u201eund\u201c. So wie ich das Fach bisher verstanden habe h\u00e4tte es \u201edie Ethnologie\u201c ohne Inspiration von au\u00dfen nicht weit gebracht. Und auch ohne interne Debatten h\u00e4tte sie es nicht weit gebracht. Wenn sich Mitglieder der Fachgesellschaft entscheiden m\u00f6chten, in Selbst-Bezeichnungen das Potential f\u00fcr eine fachinterne Erinnerungskultur zu sehen, warum dann nicht in diesem Bestandteil?<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p><b>DGWTF?!<\/b><b><br \/>\n<\/b><i>Simon Holdermann<\/i><\/p>\n<p>Um herauszufinden, inwiefern mich die Debatte etwas angeht, frage ich mich, was genau die DGV\/DGSKA ist, bzw. <i>f\u00fcr wen <\/i>sie ist. Das stellt mich vor ein nicht unerhebliches Problem: Wie schaffe ich es, eine solch grunds\u00e4tzliche Einlassung mit Fragen zu Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Fachvereinigung zu verbinden, ohne entweder als naiv, anma\u00dfend oder ahnungslos abgestempelt zu werden? Und sollte ich es ernst nehmen, wenn ein Kollege zu unserer Entscheidung, als Schreibkollektiv einen Beitrag zur Umbenennungsdebatte zu verfassen, mit schelmischem Grinsen sagt: \u201eSehr gut! Ich sehe gerne aus n\u00e4chster N\u00e4he zu, wie ihr eure weitere Karriere zerst\u00f6rt\u201c \u2013 aber welche Karriere eigentlich? Und wie h\u00e4ngt die DGSKA damit zusammen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Paragrafenritt auf der Suche nach den Mitgliedern<\/strong><\/p>\n<p>Ich promoviere im Fach Ethnologie. Allerdings habe ich bislang noch keine DGV Tagung besucht. Ich bin sogar noch kein ganzes Jahr Mitglied, habe den Mitglieds-Antrag erst nach meinem Feldforschungsaufenthalt gestellt. In gewisser Weise als Teil des Prozesses, meine erhobenen Daten auszuwerten und aufzubereiten \u2013 also als Teil des wissenschaftlichen Arbeitens, oder besser: der akademischen Professionalisierung. Aber wieso eigentlich? Die Fachvereinigung war in meinem Studierendenalltag nicht pr\u00e4sent und ist es in meinem Alltag als Doktorand eigentlich auch nicht viel mehr. Aber es scheint der notwendige und wichtige Schritt zu sein, um als \u201arichtige*r\u2018 Wissenschaftler*in im akademischen Betrieb laufen zu lernen \u2013 und auch seine Forschungsergebnisse auf fachinternen Veranstaltungen vorstellen und diskutieren zu k\u00f6nnen. EASA Mitglied musste ich ja ebenfalls werden, um auf der Konferenz \u00fcberhaupt vortragen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hier k\u00f6nnte meine Erkundung dar\u00fcber, was und f\u00fcr wen die DGV\/DGSKA ist, schon schlie\u00dfen. Das w\u00e4re dann neben einer etwas fragw\u00fcrdigen Selbstoffenbarung allerdings auch ein recht funktional-karrieristischer Bestimmungsversuch. Eigentlich m\u00f6chte ich auf etwas anderes hinaus &#8211; etwas, das sich durch die bisherigen Beitr\u00e4ge zur Umbenennungs-Debatte f\u00fcr mich als Frage aufdr\u00e4ngt: Wann und wie ist man eigentlich Teil dieser Fachvereinigung? Ab wann sehe ich mich selbst (und nat\u00fcrlich <i>vice versa<\/i> andere mich) als vollwertige*n Ethnolog_Anthropolog*in? Gerade, wenn ich doch immer noch irgendwie \u201ain der Ausbildung\u2018 bin? Bin ich DGSKA-Mitglied, wenn das Selbstbewusstsein und Selbstverst\u00e4ndnis stimmt, oder ist sie doch eher eine Vereinigung von Etablierten? Was bringt <i>mir <\/i>diese Vereinigung eigentlich?<\/p>\n<p>Ich schaue mir zun\u00e4chst die Selbstbeschreibung der Fachvereinigung DGSKA an und frage mich, was der Begriff \u201eFachvereinigung\u201c genau bedeutet. Wikipedia hat jedenfalls keine Antwort. Man k\u00f6nnte wahrscheinlich auch Fachverband sagen. Also eine besondere Form eines Interessenverbands. Oder aber ein Berufsverband? Denn immerhin gibt es \u201eformale Bedingungen\u201c, an die die Mitgliedschaft gekn\u00fcpft ist, n\u00e4mlich an den Nachweis \u00fcber eine einschl\u00e4gige fachliche Ausbildung. Als vereinsrechtlicher Laie scheint mir die Bezeichnung Berufsverband daher ebenfalls passen zu k\u00f6nnen. Nun hei\u00dft es aber Fachvereinigung. Ich m\u00f6chte keine spitzfindigen Begriffsspielereien veranstalten. Doch finde ich interessant, ob die Fachvereinigung nun eher in Richtung eines Interessen- oder eines Berufsverbands tendiert, weil das einen entscheidenden Unterschied im Verst\u00e4ndnis des Vereins und im Selbstverst\u00e4ndnis der Mitglieder zur Folge haben d\u00fcrfte: Wer darf Mitglied sein, Stimmrecht besitzen, f\u00fcr wen bringt diese Vereinigung eigentlich was genau? Wissenschaft als Besch\u00e4ftigung oder Besch\u00e4ftigung aus wissenschaftlichem Interesse vs. Wissenschaft als Beruf?<\/p>\n<p>Zur Kl\u00e4rung konsultiere ich die Satzung, die festschreibt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u00a71 Name und Aufgaben der Gesellschaft<br \/>\n1. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Sozial- und Kulturanthropologie e.V. (DGSKA) ist eine Vereinigung von Sozial- und Kulturanthropolog_innen bzw. Ethnolog_innen und an der Sozial- und Kulturanthropologie bzw. Ethnologie interessierten Personen und Institutionen, die der F\u00f6rderung der Wissenschaft dient.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u00a75 Ordentliche Mitglieder<br \/>\n1. Die ordentlichen Mitglieder gleich welcher Nationalit\u00e4t m\u00fcssen sich als Sozial- und Kulturanthropolog_innen bzw. Ethnolog_innen ausgewiesen haben. Studierende der Sozial- und Kulturanthropologie bzw. Ethnologie k\u00f6nnen nach dem 4. Fachsemester mit Bef\u00fcrwortung zweier ordentlicher, nichtstudierender Mitglieder ordentliche Mitglieder werden. Sie verzichten auf das passive Wahlrecht, k\u00f6nnen eine_n in den Beirat zu delegierende_n Vertreter_in einer studentischen Arbeitsgruppe w\u00e4hlen und entrichten einen geringeren Mitgliedsbeitrag.<\/p>\n<p>Also eine Vereinigung f\u00fcr Ethnolog_Anthropolog*innen und Interessierte. Und auch die Interessierten m\u00fcssen sich, zumindest wenn sie ordentliche Mitglieder sein m\u00f6chten, als Ethnolog_Anthropolog*innen \u201eausgewiesen\u201c haben. Damit bleibt noch Einiges unklar. Offenbar ist man unter vier Semestern noch nicht ausgewiesen. Danach halb, wenn man die T\u00fcrsteher-Unterschriften vorlegen kann. Fraglich ist, ob theoretisch vier Semester Kulturanthropologie\/Europ\u00e4ische Ethnologie z\u00e4hlen oder Sozial- und Kulturanthropologie (was an manchen Instituten ja auch als jeweils zur H\u00e4lfte Ethnologie und Europ\u00e4ische Ethnologie modularisiert angeboten wird). Gleichzeitig wird die Rolle des Studienabschlusses nicht expliziert. Was sich dann in Thomas Bierschenks Argumentation so liest, als sei kein Studienabschluss eben auch keine ausreichende \u201eAusgewiesenheit\u201c:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">\u201eEs ist mir nicht bekannt, wie viele Mitglieder der DGV \u00fcberhaupt einen Studienabschluss haben, und wie sich das bei den seit 2015 neu hinzugekommenen Mitgliedern darstellt. Die Vermutung dr\u00e4ngt sich auf, dass Berliner Studentinnen und Studenten der Ethnologie (jetzt: \u201eBerliner Kultur- und Sozialanthropologen und \u2013anthropologinnen\u201c), die meisten erst seit kurzem Mitglied in der Gesellschaft und wahrscheinlich noch wenig mit dem Fach und seiner Geschichte vertraut, erheblichen Anteil an der Entscheidung hatten\u201c (Bierschenk 2018).<\/p>\n<p>Doch selbst das Kriterium des Studienabschlusses w\u00fcrde die Sache nicht vollends kl\u00e4ren; weil, welcher denn? Reicht ein Bachelor oder muss es schon ein Master sein? Was machen wir mit Zwei-Fach-Bachelor- oder Master-Absolvent*innen? Weil ethnologische Mindest-Credit-Points abzulehnen sind vielleicht doch erst mit der Promotion oder als Doktorand*in an einer Uni eingeschrieben? Hier w\u00e4ren dann die in der Ethnologie_Anthropologie-Promovierenden mit fachfremdem Hintergrund die letzte Ausnahme, \u00fcber die sich sicherlich hinwegsehen lie\u00dfe. Wenn ich mir das so vor Augen f\u00fchre, finde ich das etwas schwammige \u201esich als Ethnolog_Anthropolog*in ausgewiesen\u201c haben doch einleuchtender. Es verlagert die Problematik auf das eigene Selbstverst\u00e4ndnis &#8211; oder genauer gesagt, auf den erforderlichen selbstbewussten Umgang damit. Und das ist ja auch ein elementarer Schritt in der Formierung der eigenen akademischen Professionalit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Vielnamenfach im Universit\u00e4tsbetrieb: noch Elfenbeinturm oder schon Luftschloss?<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend also die Satzung klar stellt, dass alle ordentlichen DGSKA-Mitglieder Ethnolog_Anthropolog*innen sein m\u00fcssen \u2013 ab wann man das auch immer so richtig ist \u2013 sagt sie nicht, dass diese auch in der Wissenschaft t\u00e4tig sein m\u00fcssen. Als eine Vereinigung \u201ef\u00fcr die F\u00f6rderung der Wissenschaft\u201c klingt das mehr nach lobbyierendem Interessenverband und weniger nach Berufsverband von professoralen, bzw. im Wissenschaftsapparat etablierten Ethnolog_Anthropolog*innen. (Im \u00dcbrigen hei\u00dft die Vereinigung f\u00fcr Menschen mit einschl\u00e4giger Fachausbildung, die aber au\u00dferhalb der Wissenschaft besch\u00e4ftigt sind \u201eBerufsverband freiberuflicher Ethnolog_innen e.V.\u201c).<\/p>\n<p>Was hei\u00dft \u201ef\u00fcr die F\u00f6rderung der Wissenschaft\u201c? Und welche Rolle spielt die Fachvereinigung dabei, die Newcomer auf ihrem Weg in die Wissenschaft zu integrieren, bzw. sie zu f\u00f6rdern? Zur Grundlage ein kurzer Blick auf einige einschl\u00e4gige Verbleibstudien von Studierenden der V\u00f6lkerkunde_Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie: Die K\u00f6lner Studie (1997), h\u00e4lt fest, dass \u201e[m]indestens 31 von den insgesamt 239 Absolventen [\u2026] irgendwann einmal mit Wissenschaft ihr Einkommen bestritten [haben]\u201c. Auch die Hamburger Studie (2001) beziffert die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen, die in der Wissenschaft t\u00e4tig sind, auf vergleichbare 12,5-12,7%. Allerdings geben sogar 61% an, dass ihre Besch\u00e4ftigung insgesamt etwas mit Ethnologie zu tun h\u00e4tte. Bei der Bonner Studie (2012) f\u00fcr die \u201eAbteilung f\u00fcr Altamerikanistik und Ethnologie\u201c zeigt sich, dass sogar \u201efast ein Drittel im Bereich von Hochschule und Wissenschaft verbleibt\u201c. Was steht hinter den Zahlen? Wer sind diese 12-30%, die in der Wissenschaft bleiben? Sind es die besten oder hartn\u00e4ckigsten? W\u00fcrden gerne noch mehr bleiben, k\u00f6nnen aber nicht, weil sich f\u00fcr diese nicht die M\u00f6glichkeit bietet? W\u00fcrden gerne viel weniger in der Wissenschaft bleiben m\u00fcssen, bleiben aber in Ermangelung an guten berufspraktischen Alternativen? Und spricht die DGSKA auch f\u00fcr diejenigen, die nicht in der Wissenschaft bleiben \u2013 oder sollte sie es?<\/p>\n<p>Sehen wir einmal von der Frage ab, inwieweit man durch das Studium berufspraktische Qualifikationen erlangt und bleiben wir f\u00fcr den Moment bei den M\u00f6glichkeiten einer akademischen Karriere. Neben der tieferen Durchdringung des inhaltlichen Stoffes auf dem Weg der Professionalisierung, wird erwartet, dass\u00a0<i>wir\u00a0<\/i>als Nachwuchs zunehmend auch \u00a0karrieristisch-instrumentell und strategisch denken \u2013 mitunter zu Lasten der ausgiebig-inhaltlichen Besch\u00e4ftigung. Exemplarisch hierf\u00fcr ist das inoffizielle Motivations-Mantra der akademischen Betreuungsverh\u00e4ltnisse: \u201eDie Bachelorarbeit ist nicht so wichtig, wichtig ist was danach kommt!\u201c; gefolgt von \u201edie Masterarbeit ist nicht so wichtig, wichtig ist was danach kommt\u201c; und wiederum gefolgt von \u201edie Promotion: ach, nicht verr\u00fcckt machen, wichtig ist, was danach kommt!\u201c Verst\u00e4ndlich ist schon, dass man den motivierten\u00a0<i>Early Stage Researchers\u00a0<\/i>(EU-Jargon) die Idee eines gro\u00dfen Wurfs, der die Fachfesten ins Wanken bringt oder revolution\u00e4res wissenschaftliches Potential besitzt, austreiben oder zumindest entscheidend abfedern muss. Und selbstverst\u00e4ndlich gilt es, sich auch auf die zielf\u00fchrende Machbarkeit einer Arbeit im Rahmen angebrachter Zeit- und Kapazit\u00e4tsressourcen zu besinnen. Immerhin ist es \u2013 zumindest zum Teil \u2013 auch \u201anur\u2018 eine qualifizierende Dokumentation dar\u00fcber, dass man so langsam sein wissenschaftliches Handwerk versteht \u2013 sich also zunehmend als Ethnolog_Anthropolog*in auszuweisen vermag. Aber dennoch mutet dieser Zukunftsglaube etwas skurril an, wenn er solche fast schon messianischen Z\u00fcge annimmt. Was genau kommt denn danach? Was genau h\u00e4lt das danach f\u00fcr mich bereit? Welche Zielvereinbarungen und -vorstellungen haben die Betreuer*innen vor Augen? Junior-Professur: ach, nicht so wichtig, aber danach\u2026!<\/p>\n<p>Das\u00a0<i>danach<\/i>\u00a0k\u00f6nnte vielleicht tats\u00e4chlich sein motivierend-utopisches Potential entfalten, br\u00e4chen nicht in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden \u2013 neben den gelegentlich notwendigen und berechtigten Selbstzweifeln \u2013 die sarkastischen Realit\u00e4ten der gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nde herein. Diese sorgen daf\u00fcr, dann nur noch leicht ironisch daran zu glauben, dass man \u2013 selbst mit sehr guter Arbeit, die man im besten Fall mit Begeisterung macht \u2013 eines Tages eine sichere Position bekommen kann. Drei Aussagen m\u00f6chte ich hier als weitere Beispiele anf\u00fchren, die mir in meinem akademischen Werdegang begegnet sind und in meinem Kopf nachhallen. Sie stammen von Wissenschaftler*innen, die sich in ihrer Disziplin zweifelsfrei als solche \u201eausgewiesen\u201c haben. Inwiefern es sich um Einzelf\u00e4lle handelt, oder um eine breitere Symptomatik, m\u00f6gen andere beurteilen. Erstens wurde ein eigener Artikel, der es in ein renommiertes Journal geschafft hatte, mit den Worten \u201eich dachte es gibt vielleicht Feedback, aber das interessiert eh keinen\u201c kommentiert. Zweitens ist es ern\u00fcchternd zu sehen, dass selbst ausgezeichnete Wissenschaftler*innen, die auf dem Karriereweg viel weiter sind, \u201ekeine Ahnung\u201c haben, \u201eob es klappt, Professor*in\u201c zu werden. Nicht zu vergessen ist, drittens, die Aussage aus einem Bewerbungsgespr\u00e4ch: \u201edas ist aber viel Lehre, hatten Sie da nichts Besseres zu tun?\u201c, die vor Augen f\u00fchrt, wie sehr w\u00fcnschenswerte und gelebte universit\u00e4re Praxis auseinander zu klaffen scheinen. Was bietet dieser Karriereweg also \u00fcberhaupt? Es scheint fast ein bisschen so, als w\u00e4re es ratsam an das\u00a0<i>danach\u00a0<\/i>des Zukunftsglaubens noch ein\u00a0<i>trotz\u00a0<\/i>hinzuzuf\u00fcgen. Hoffen auf ein danach,\u00a0<i>trotz\u00a0<\/i>der Umst\u00e4nde und der Zweifel an der Perspektive.<\/p>\n<p>Wo spielt die Fachvereinigung also eine Rolle f\u00fcr die Karriere des Nachwuchses oder zumindest f\u00fcr die \u00a0M\u00f6glichkeit, die in vielerlei Hinsicht gewinnbringende Erfahrung ausgedehnter ethnographischer Feldforschung machen zu k\u00f6nnen? Wo sollte sie eine noch gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen? Ist die Mitgliedschaft in der Fachvereinigung ein n\u00e4chster elementarer Schritt auf der Karriereleiter, die mit einer tats\u00e4chlichen, und nicht nur imaginativen, Perspektive korrespondiert? Bietet die DGSKA eine echte Austauschplattform f\u00fcr junge Wissenschaftler*innen? Wie f\u00fcllen Ethnolog_Anthropolog*innen innerhalb, aber auch au\u00dferhalb der Wissenschaft, das Ethnolog_Anthropolog*in-Sein ganz praktisch und individuell f\u00fcr sich aus? Welche Rahmenbedingungen gelten daf\u00fcr jeweils und wo sollten bestehende Bedingungen kritisch hinterfragt werden? Wie sieht es aus, wenn Prekarisierung um sich greift? Inwiefern k\u00f6nnte die DGSKA hier verschiedene Positionen und Vielstimmigkeit integrieren; sowie dar\u00fcber hinaus auf die Chancen f\u00fcr den eigenen Fach-Nachwuchs einwirken?<\/p>\n<p>Vielleicht sollte die DGSKA mehr Lobbyvereinigung sein und sich einmischen, gerade in die strukturellen, politischen Fragen der akademischen Zukunftsm\u00f6glichkeiten ihrer jungen Mitglieder*innen, oder die, die es noch werden. Sie k\u00f6nnte sich auch einmischen in die Belange der Ethnolog_Anthropolog*innen, die gerade nicht in der Wissenschaft bleiben (wollen oder k\u00f6nnen). Wieso sollte eine DGSKA-Lobbyvereinigung sich nicht sogar politisch-gesamtgesellschaftliche Impulse geben k\u00f6nnen und so Ver\u00e4nderungsprozesse artikulieren, in die Mehrheitsgesellschaft reintragen? W\u00fcrde das \u00fcber Bande nicht auch eine \u201eF\u00f6rderung der Wissenschaft\u201c bedeuten? Dabei sollten die Vorstellungen von Zugang und Teilhabe in nicht nur die Fachvereinigung, sondern auch tats\u00e4chlich in das Fach selbst auf den Pr\u00fcfstand gestellt werden \u2013 dies DGSKA k\u00f6nnte das moderieren.<\/p>\n<p>Deutlich wird an der Debatte f\u00fcr mich jedenfalls, dass sich die relevanteren Diskussionen offenkundig au\u00dferhalb der Frage nach dem geeigneten Namen der Fachvereinigung abspielen. Mit der Umbenennung sollen die Weichen f\u00fcr die Zukunft gestellt werden. Aber g\u00e4be es da nicht eine Reihe von wichtigeren Hebeln, die bewegt geh\u00f6rten?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Ein Blick von au\u00dfen nach innen? \u2013 Desinteresse, Unbehagen und notwendige Positionierung<\/b><br \/>\n<i>Christoph Lange<\/i><\/p>\n<p>Als Absolvent der Ethnologie habe ich mich bisher im deutschsprachigen Kontext immer als Ethnologe verstanden und bezeichnet. Im Feld, auf Reisen und auf meist englischsprachigen Konferenzen bin ich stets<i>\u00a0social anthropologist<\/i>, seltener\u00a0<i>cultural anthropologist<\/i>. Manchmal, wenn ich mich gegen\u00fcber entfernten Familienmitgliedern, nicht-universit\u00e4ren Freunden, Bekannten oder beil\u00e4ufigen Begegnungen erkl\u00e4ren muss, werde ich gar, aber nur ganz kurz, zum V\u00f6lkerkundler, was in der Regel erstaunlich gut seinen Sinn erf\u00fcllt. Diese Fluidit\u00e4t in der professionellen Selbstbezeichnung erschien mir bisher unproblematisch und niemals als Identit\u00e4tsproblem.<\/p>\n<p>Andersherum musste ich ungewollt als Student im Spektrum ironisch-spielerischer bis hin zu ernstlich schwerwiegenden Anschuldigungen Position beziehen. Die meist aus dem identit\u00e4tspolitischen, antirassistischen und postkolonialen Milieu und Freundeskreis stammenden Anklagen, warfen der Ethnologie und somit indirekt auch mir, ausgehend vom rassenkundlichen Erbe und der Beibehaltung der Fachbezeichnung \u201aV\u00f6lkerkunde\u2018, essentialistisch-rassistische Positionen und koloniale Verstrickungen vor. Die durch die Studienwahl notwendigen und teils erzwungenen Alltagsreflexionen und -positionierungen festigten nach und nach eine pers\u00f6nliche, implizite Verortung der Ethnologie, die auch ohne eine systematische Aufarbeitung der verworrenen Fachgeschichte auskam, und die mehr einer Selbstlegitimation f\u00fcr mein Tun in einem grunds\u00e4tzlich politisierten Freundes- und Bekanntenkreis entsprach.<\/p>\n<p>Noch zu Beginn der Umbennungsdebatte und den oben beschriebenen Flurgespr\u00e4chen war ich \u00fcberzeugt, diese selbstkritische und individuelle Auseinandersetzung mit der Ethnologie sei v\u00f6llig ausreichend. \u00dcber die Entscheidung, die zerstrittenen Positionen und Emp\u00f6rungen blieb mir nur ein unbeteiligtes L\u00e4cheln: Weder war\/bin ich Mitglied in der DGSKA, noch sind die Mobilmachung und Umbenennungskampange im Vorfeld der Abstimmung bis zu mir vorgedrungen. Au\u00dfer der mir gelegentlich mitgeteilten, fast drohenden Konsequenz, dass, wenn ich weiter im Fach aktiv arbeiten und forschen will, ich \u00fcber kurz oder lang in die DGSKA eintreten und mich pr\u00e4sentieren muss, verband ich nicht viel mit der Gesellschaft. Vermutlich ist meine Distanz zur DGSKA sogar als Abwehr gegen diesen latent anbiedernden Opportunismus zu verstehen. In wirklich wahrnehmbare Erscheinung trat die \u201egelehrte Gesellschaft, die keine mehr ist\u201c (Blogbeitrag Vermeulen, 29.06.2018), jedenfalls erst mit den Unruhen, die die Entscheidung vom letzten Herbst gebracht hat. Im Zuge unserer Flurgespr\u00e4che wandelte sich meine naive St\u00f6rrischkeit mit zunehmender Brisanz der Vorw\u00fcrfe in eine erneut empfundene Notwendigkeit zur Positionierung, die mir und uns jedoch erstaunlich schwer fiel. Nat\u00fcrlich auch bef\u00f6rdert durch meine momentane Anstellung als Mitarbeiter am K\u00f6lner Institut f\u00fcr Ethnologie und die damit verbundene Verantwortung in der Lehrt\u00e4tigkeit, aber prim\u00e4r durch unsere anhaltenden Diskussionen, schlich sich die unwohlige Erkenntnis ein, dass ich, ob ich es mag oder nicht, mittendrin in der Debatte steckte und ein wenig Alltagsreflexion und distanziert, unbeteiligtes L\u00e4cheln l\u00e4ngst nicht mehr gen\u00fcgen. Vielleicht soviel zur pers\u00f6nlichen Verortung und gedanklichen Genese.<\/p>\n<p>Das Folgende ist weniger als Beitrag oder Erg\u00e4nzung zu den in diesem Blog bereits versammelten ethnologischen und fachgeschichtlichen Ausf\u00fchrungen und Positionierungen zu verstehen, sondern eher als Versuch, der teils zu sonoren Homogenit\u00e4t etwas entgegen zu setzen. Stattdessen m\u00f6chte ich genau diese direkte Erfahrung der letzten Monate thematisieren: Wie sich ein grunds\u00e4tzliches Desinteresse gegen\u00fcber der gesamten Umbenennungsdebatte, erst in ein tiefes Unbehagen gegen\u00fcber der eigenen Indifferenz und Unwissenheit umgeschlagen ist und schlie\u00dflich in unsere konstruktiven Diskussionen, Auseinandersetzungen und den hier vorliegenden Beitrag m\u00fcndete.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnte man diese pers\u00f6nliche Konversionserfahrung als einen generellen Aufruf zum Perspektivwechsel verstehen; vielleicht auch als das Bed\u00fcrfnis, den von mir in manchen Blog-Beitr\u00e4gen als \u00fcberm\u00e4\u00dfig polemisch und unn\u00f6tig belehrend vorwurfsvoll empfundenen Positionen, eine optimistische und konstruktive Perspektive entgegensetzen zu wollen.<\/p>\n<p>Wie unsere konkreten und pers\u00f6nlichen Beispiele zeigen und unterstreichen m\u00f6chten, hat die Debatte um die Umbenennung selbst, einerseits zu einer positiven Auseinandersetzung und konstruktiven Verhandlungen dar\u00fcber gef\u00fchrt, was es f\u00fcr uns hei\u00dft, Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie im Jahr 2018 zu betreiben. Und nicht jeder vermeintliche Paradigmenwechsel muss dramatisch als ritueller K\u00f6nigsmord \u2013 ob schlampig ausgef\u00fchrt oder nicht, ist dabei egal \u2013 inszeniert oder empfunden werden. Andererseits, und wie von vielen der Beitragenden bereits formuliert, werden in der Debatte um die Umbenennung weit gr\u00f6\u00dfere Transformationsprozesse im Fach, der Wissenschaft und Gesellschaft offengelegt und ausgehandelt, als \u2018lediglich\u2019 das Alleinstellungsmerkmal und die Relevanz einer sonstwie gearteten \u2018deutschen Ethnologie\u2019 oder deren lange und bedeutende Tradition, die droht, von einer Gruppe neoliberaler ignoranter Mitl\u00e4ufer (Haller 2018) in den Abgrund des Vergessens gest\u00fcrzt zu werden.<\/p>\n<p>Vielleicht macht es tats\u00e4chlich Sinn, auch in dieser Debatte \u00fcber den deutschen und fachlichen Tellerrand zu gucken, immerhin zeichnet doch gerade dieser Schritt den ethnologischen Blick und seine Tradition aus. Welche Parallelen gibt es zu den hier im Blog als systemisch empfundenen Bedrohungen und gef\u00e4hrlichen Politisierungen des Faches und der Wissenschaft, beispielsweise in der gegenw\u00e4rtigen\u00a0<a href=\"https:\/\/davidgraeber.industries\/sundries\/hau-apology\"><i>#hautalk<\/i><\/a>\u00a0Lawine, die erschreckende gesellschaftliche Relevanzen aufgedeckt hat und unabsehbare Problemfelder f\u00fcrs Fach vor sich herschiebt, auf die niemand zur Zeit zufriedenstellende Antworten zu haben scheint? F\u00fcr eine erste Sammlung der #hautalk-Reaktionen siehe\u00a0<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/notes\/institut-f%C3%BCr-ethnologie-k%C3%B6ln\/hau-is-dead-long-live-oa-initiatives\/1307895166013832\/\">UzK IfE Facebook Note<\/a>; und f\u00fcr den Punkt, der hier gemacht werden soll, siehe die sp\u00e4teren Blog-Beitr\u00e4ge von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.focaalblog.com\/2018\/06\/26\/don-kalb-hau-not-for-david-graeber-and-the-anthropological-precariate\/\">Don Kalb<\/a>\u00a0und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.focaalblog.com\/2018\/07\/09\/bruce-kapferer-the-hau-complicity-an-event-in-the-crisis-of-anthropology\/\">Bruce Kapferer<\/a>\u00a02018.<\/p>\n<p>Warum sind deutsche Ethnolog*innen und DGSKA in dieser internationalen Fachdebatte um akademische Prekarisierung, strukturellen Machtmissbrauch, die perverse Omnipotenz renommierter Wissenschaftsverlage und das akzeptierte akademische Forschungsideal als Karriere-Selbstvermarktung im\u00a0<i>triple peer review<\/i>\u00a0nahezu unsichtbar? Ist es nicht die Ignoranz gegen\u00fcber und das Herunterspielen genau dieser Transformationen der akademisch-universit\u00e4ren Welt, die ebenfalls implizit in den Geschichtsvergessenheits- und Mitl\u00e4ufer-Vorw\u00fcrfen der Umbennungsgegner*innen mitschwingen? W\u00e4re es nicht ratsam, sich stattdessen mit den paar verbliebenen aktiven Kr\u00e4ften im Fach, die den status quo nicht hinnehmen wollen und k\u00f6nnen zu solidarisieren? Und somit gemeinsam an einer L\u00f6sung und Auswegen f\u00fcr das als\u00a0\u201apolitisiert\u2018, \u201aangels\u00e4chsisch-mainstream\u2018 und \u201aneoliberal\u2018 diffamierte und zur\u00fcckgewiesene Programm der Umbenennungsbef\u00fcrworter*innen zu arbeiten? Vielleicht gen\u00fcgt ja schon ein ethnologisches Gedankenexperiment, nur kurz die M\u00f6glichkeit zu zulassen und \u201aden Unglauben zu beurlauben.\u2018 Vielleicht folgt etwas Empathie. W\u00e4re es dahingehend nicht wirklich an der Zeit, sich mit den Fragen einer schon l\u00e4ngst abgeschlossenen Politisierung und Vermarktung der Wissenschaft zu besch\u00e4ftigen und den Fokus der Debatte dahingehend anzupassen?<\/p>\n<p>Andernfalls droht der beschworene Niedergang einer eigenst\u00e4ndigen deutschen Ethnologie-Tradition und deren fehlende Relevanz und Unsichtbarkeit (besonders auch f\u00fcr uns s.g.<i>\u00a0early stage researcher<\/i>) in dieser ihm anh\u00e4ngenden, provinziell-nationalen Perspektive und unangenehm fade schmeckenden Deutscht\u00fcmelei, eben diese am Ende \u201adeutsche Ethnologie\u2018 selbst zu \u00fcberrollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p><b>Operation Ruhest\u00f6rung<br \/>\n<\/b><i>Souad Zeineddine<\/i><\/p>\n<p>Wie bereits bei Thomas Widlok und Christoph Lange angedeutet, hinterl\u00e4sst die \u201esehr stark r\u00fcckw\u00e4rtsgewandte [\u2026] Suche nach einer reinen, essentialistisch aufgefassten \u201aUrform\u2018 hinter den einzelnen Namen\u201c (Widlok 2018) einen faden Beigeschmack. Die sich selbst \u00fcberbietenden fachhistorischen Belehrungen in Kombination mit dem Sprachgebrauch so manch eines Beitrags (Haller 2018, Streck 2018) erinnert zum einen stark an den von Latour beschriebenen \u201eKrieg um Fakten\u201c (2007) und zum anderen an den Rehabilitationsethos (Rottenburg 2013) der modernen Ethnologie des 20. Jahrhunderts. Nur das hier nicht, wie von Rottenburg dargestellt, die ehemals kolonialisierten Menschen rehabilitiert werden sollen, sondern die vermeintlich \u201adeutsche Ethnologie.\u2018 Aber was genau soll eine \u201adeutsche Ethnologie\u2018 sein? Was wird in den fachhistorischen Beitr\u00e4gen unter Bezugnahme auf was wie versucht zu rehabilitieren?<\/p>\n<p>Beim Lesen der Autor*innen, die verkrampft auf der Suche nach dem Stauffenberg der \u201adeutschen Ethnologie\u2018 des 19. \/ 20. Jahrhunderts zu sein schienen (Geisenhainer 2018, Haller 2018, Kohl 2017, Streck 2018), erhaschte ich nicht nur einen Blick auf den Geist Herders, \u2013 der neben anderen Vertretern nicht nur von der prinzipiellen Unterscheidung zwischen \u201aNaturv\u00f6lkern\u2018 und \u201aKulturv\u00f6lkern\u2018 ausging, sondern auch dem deutschen Nationalismus den Weg bereitete \u2013 (Gingrich 2005: 72). Aber wieso wird \u00fcber die Suche nach dem Stauffenberg der Ethnologie des 19. \/ 20. Jahrhunderts und im \u00dcberbieten von historischen Fakten (Widlock 2018) \u00fcberhaupt versucht, eben diese Ethnologie zu rehabilitieren, wenn sie doch strukturell und konzeptionell in gro\u00dfen Teilen der herderschen Kulturkreislehre anh\u00e4ngt? Wieso wird sich nicht mit den M\u00f6glichkeiten einer Ethnologie_Sozial- und Kulturanthropologie in Deutschland auseinandergesetzt, indem sich mit den Arbeiten rund um Fritz Kramer und Hans Peter Duerr auseinandergesetzt wird? Ist die Figur des als \u201efremd imaginierten kulturellen Anderen\u201c (Wellgraf 2015: 56) zu kompliziert zu denken oder wieso wird heute noch von \u201eWildkulturen\u201c und \u201eWeltkulturen\u201c geschrieben?<\/p>\n<p>Streck bleibt immer noch in den Dichotomien von \u201eWeltkulturen\u201c und \u201eWildkulturen\u201c verfangen, wenn er von einer von den Vereinigten Staaten von Amerika ausgehenden \u201eangesagten Weltreinigung\u201c spekuliert, die die gleichen \u201eWertvorstellungen, Versorgungsstandards und S\u00e4uberungspraktiken\u201c \u00fcberall auf der Welt implementieren soll (Streck 2018). Nicht nur in Strecks Beitrag lassen sich latent verschw\u00f6rungstheoretische Tendenzen, gepaart mit einer Portion Antiamerikanismus, herauslesen, auch Dieter Haller moniert \u00fcber die \u201eneoliberale Anbiederei an den angels\u00e4chsischen Zeitgeist\u201c (Haller 2018). Setzt Mensch die Lekt\u00fcre des Haller-Beitrags fort, so ist diese zum Haare raufen \u201eDie Zentralen Begriffe der\u00a0<i>Sozialanthropologie\u00a0<\/i>sind noch immer Auslese (Selektion) und Siebung\u201c (ebd.). Ja, es gab eine faschistische Sozialanthropologie, dennoch bleibt auch hier die Frage, wieso wird sich nur auf diese berufen? Wieso wird dieses f\u00fcr wichtiger gehalten als alle anderen Traditionen der Sozial- und Kulturanthropologie?<\/p>\n<p>Bedenklich sind auch die Stellen seines Beitrags in denen er den Bef\u00fcrworter*innen der Umbenennung \u201eGleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber faschistischen Bez\u00fcgen, \u201aneoliberale(r) Anbiederei\u2018 an den angels\u00e4chsischen Zeitgeist, moralische Selbst\u00fcberh\u00f6hung und schlichte Wurschtigkeit\u201c (Haller 2018) vorwirft, um dann lakonisch hinzuzuf\u00fcgen, dass der Zeitgeist nun mal eben rechts weht (ebd.). Dem setzt er noch einen oben drauf, in dem er der \u201egetriebenen Mehrheit\u201c eine falsche politische Korrektheit vorwirft und das bei \u201egleichzeitiger historischer Blindheit\u201c (ebd.). Mit dieser Formulierung bewegt sich Haller nicht nur in problematischen gesamtgesellschaftlichen Diskursen. Vielmehr unterstellt der den Bef\u00fcrworter*innen, sie seien nicht genug informiert und dar\u00fcber hinaus fehle ihnen Rationalit\u00e4t und demokratische Reife.<\/p>\n<p>Sowohl Strecks latenten Antiamerikanismus, als auch Hallers Vorwurf gegen\u00fcber den Bef\u00fcrworter*innen der Umbenennung, die im rechten Zeitgeist mitschwimmen w\u00fcrden, halte ich f\u00fcr sehr gef\u00e4hrlich, und frage mich zumindest bei Haller, ob er wei\u00df, wessen Handwerk er da besorgt? Der Duden jedenfalls definiert politische Korrektheit als Einstellung,<\/p>\n<p>\u201edie alle Ausdrucksweisen und Handlungen ablehnt, durch die jemand aufgrund seiner ethnischen Herkunft, seines Geschlechts, seiner Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht, seiner k\u00f6rperlichen oder geistigen Behinderung oder sexuellen Neigung diskriminiert wird\u201c (Duden 2018).<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal stellt sich die Frage was eine falsche politische Korrektheit sein soll, wenn damit Menschen attackiert werden, die meines Erachtens tendenziell nach dem Prinzip der \u201akorrekten\u2018 politischen Korrektheit agieren? Der Vorwurf der politischen Korrektheit ist meines Erachtens eine Strategie der Delegitimierung von (queer)feministischen, rassismuskritischen und (post-)dekolonialen Wissensproduktionen und Interventionen, die \u00a0dem konservativen bis rechtsideologischen Diskursfeld entspringt (Aby 1993, Nicholas &amp; Agius 2017). Hinzu kommt, dass der Begriff der \u201epolitischen Korrektheit\u201c seit den 1990er in Deutschland ein rechter Kampfbegriff ist (Dietzsch\/Maegerle 1996). Hiermit m\u00f6chte ich Dieter Haller nicht direkt konservative oder gar rechtsideologische Positionen unterstellen, aber doch auf das problematische Diskursfeld hinweisen, in das er sich mit dem Vorwurf hineinbegeben hat.<\/p>\n<p>Es ist aber nicht nur Dieter Haller, der sich mit seinen \u00c4u\u00dferungen in problematischen Diskursfeldern bewegt. Der Antiamerikanismus, der in Bernhard Strecks Beitrag mitschwingt, l\u00e4sst sich kaum wegdiskutieren und wo Antiamerikanismus herrscht, ist der Antisemitismus auch nicht mehr so fern (Knappertsbusch 2016). Im Zuge meiner Auseinandersetzung mit den bisherigen Beitr\u00e4gen und den Autor*innen, bin ich \u00fcber ein von Bernhard Streck verfasstes Gutachten gesto\u00dfen (siehe auch Ege 2018). In diesem Gutachten<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0spricht Bernhard Streck Wolfgang Gedeon \u2013 einen den Holocaust leugnenden AfD-Politiker \u2013 von seinem Antisemitismus frei. An dieser Stelle m\u00f6chte ich Bernhard Streck nicht direkt rechtsideologische Tendenzen oder Sympathien mit antisemitischen Positionen unterstellen. Nichtsdestotrotz hat mich schon allein die Tatsache \u00fcberrascht, dass ein Mensch, der sich als Ethnologe bezeichnet, ein Gutachten f\u00fcr einen Politiker \u00a0angefertigt hat, der aufgrund seiner rechtsextremen Positionen vor einem Ausschlussverfahren in seiner Partei steht, die selbst rechtspopulistische bis rechtsextrem einzustufen ist, Und wenn wir in diesem Blog schon von dem rechten Zeitgeist lesen, dann lasst uns \u00fcber den rechten Zeitgeist diskutieren und ihn sichtbar machen. In diesem Sinne und im Sinne der Operation Ruhest\u00f6rung w\u00fcnsche ich mir mit Nachdruck eine Kenntnisnahme des von Streck angefertigten Gutachtens und eine Stellungnahme hierzu aus der \u201adeutschen Ethnologie.\u2018<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/ethnologie.phil-fak.uni-koeln.de\/content.php?lang=de&amp;kid=406\"><strong>Simon Holdermann<\/strong><\/a>\u00a0ist\u00a0<span class=\"member-detail-single-function\">Doktorand am Institut f\u00fcr Ethnologie an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln sowie Kollegiat an der a.r.t.e.s. Graduate School. Er arbeitet im Teilprojekt \u201e<a class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.mediacoop.uni-siegen.de\/de\/project\/digitale-oeffentlichkeiten-und-gesellschaftliche-transformation-im-maghreb\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Digitale \u00d6ffentlichkeiten und gesellschaftliche Transformation im Maghreb<\/a>\u201c des SFB 1187 \u201e<a class=\"external-link-new-window\" title=\"Opens external link in new window\" href=\"http:\/\/www.mediacoop.uni-siegen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Medien der Kooperation<\/a>\u201c. Seine thematischen Interessen umfassen\u00a0<\/span>Medien- und Technikethnologie, sozio-\u00f6konomischen Wandel und Entwicklung, Tourismus, (Medien-)Ethnographie, Praxistheorie und Postkolonialismus; mit regionalem Fokus auf Nordafrika und den Mittelmeerraum.<\/em><\/p>\n<p><em><strong><a href=\"http:\/\/ethnologie.phil-fak.uni-koeln.de\/content.php?kid=374\"><i>Christoph Lange<\/i><\/a><\/strong><i>\u00a0ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut f\u00fcr Ethnologie an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Er promoviert zu \u201e<\/i><a href=\"http:\/\/artes.phil-fak.uni-koeln.de\/20521.html\"><i>Genealogien und Stammesgeschichten arabischer Pferde \u2013 Eine vergleichende Netzwerkanalyse des transkulturellen Milieus arabischer und westlicher Z\u00fcchter, H\u00e4ndler &amp; Pferde-Liebhaber<\/i><\/a><i>\u201c. Seine Schwerpunkte sind die Ethnologie des Nahen &amp; Mittleren Ostens, Repr\u00e4sentationsdiskurse arabischer Beduinen, kritischer Orientalismus, medienethnologische Forschung, translokale Verflechtungsgeschichte, STS mit Fokus auf Multispecies-Ethnography\/ human-animal-studies<\/i><i>.\u00a0<\/i><i>Email: c.lange[at]uni-koeln.de<\/i><\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gssc.uni-koeln.de\/julian_schmischke.html\"><strong><em>Julian Schmischke\u00a0<\/em><\/strong><\/a><em>ist\u00a0<span class=\"member-detail-single-function\">Wissenschaftlicher Mitarbeiter<\/span>\u00a0am\u00a0<a href=\"http:\/\/gssc.uni-koeln.de\/\">Global South Studies Center<\/a>\u00a0(GSSC) an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Er studierte zuletzt in K\u00f6ln den 1-Fach Master Ethnologie mit Schwerpunkten auf Globalisierung und Sozio\u00f6koomie, erg\u00e4nzt um das Research Master Programm der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Seine Masterarbeit \u201ePractices of Development Work: Cooperation, Transformation and Expertise in an Indian NGO\u201c\u00a0 basiert auf einem Feldforschungsaufenthalt in Neu-Delhi und Kolkata. Er interessiert sich f\u00fcr Expert*innen, Communities of Practice, Organisationen, Entwicklungszusammenarbeit, das Verh\u00e4ltnis von Ethnologie und Kritik sowie die Praxistheoriebewegung.\u00a0<\/em><em>Email: julian.schmischke[at]uni-koeln.de<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><em><strong>Souad Zeineddine<\/strong>\u00a0ist Marie Sk\u0142odowska-Curie Fellow an der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Im Rahmen des Programmes a.r.t.e.s EUmanities global promoviert Souad Zeineddine aus einer dekolonialen Perspektive zu Fragen von Standardisierung, Regulierung und Infrastrukturierung in Hinblick auf die Hafeninfrastrukturen von Durban, S\u00fcdafrika. Nach ihrem Masterstudium der Transkulturellen Studien (Universit\u00e4t Bremen) erhielt sie ein Br\u00fcckenstipendium der Forschungsverbundinitiative\u00a0<a href=\"https:\/\/www.woc.uni-bremen.de\/\">Worlds of Contradiction<\/a>\u00a0der Universit\u00e4t Bremen. Des Weiteren ist sie weiterhin mit der WoC-Verbundinitiative, sowie dem Bremen NatureCultures Lab assoziiert.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Aby, Steve (1993): The political correctness debate: An Essay Review, in: The Australian Journal of Education Studies, 13(2), 46\u201354.<\/p>\n<p>Bierschenk, Thomas (2018): Warum die Umbenennung der DGV in DGSKA ein Fehler war, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/warum-die-umbenennung-der-dgv-in-dgska-ein-fehler-war\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/warum-die-umbenennung-der-dgv-in-dgska-ein-fehler-war\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Bollig, Michael (2013): Ethnologie in Deutschland heute Strukturen, Studienbedingungen, Forschungschwerpunkte, in: Bierschenk, Thomas, Matthias Krings &amp; Carola Lentz (Hg.): Ethnologie im 21. Jahrhundert, Berlin: Reimer, 165\u2013189.<\/p>\n<p>Callon, Michel (1986): Some Elements of a Sociology of Translation: Domestication of the scallops and the fisherman in St Brieuc Bay. In: K. Knorr-Cetina &amp; A. V. Cicourel (eds.), Advances in Social Theory and Methodology: Toward an Integration of Micro and Macro-Sociologies. Boston: Routledge &amp; Kegan Paul, 196\u2013223.<\/p>\n<p>Dietzsch, Martin &amp; Anton Maegerle (1996): Kampfbegriff aller Rechten: \u201ePolitical Correctness\u201c, in: [Online]\u00a0<a href=\"http:\/\/www.diss-duisburg.de\/Internetbibliothek\/Artikel\/Kampfbegriff.html\">http:\/\/www.diss-duisburg.de\/Internetbibliothek\/Artikel\/Kampfbegriff.html<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Duden (2018): Eintrag zu Political Correctness. [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Political_Correctness\">https:\/\/www.duden.de\/rechtschreibung\/Political_Correctness<\/a>\u00a0[30.07.2018]<\/p>\n<p>Ege, Moritz (2018): Ich habe nichts gegen Sozial- und KulturanthropologInnen, einige meiner besten FreundInnen sind Sozial- und KulturanthropologInnen, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/ich-habe-nichts-gegen-sozial-und-kulturanthropologinnen-einige-meiner-besten-freundinnen-sind-sozial-und-kulturanthropologinnen\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/ich-habe-nichts-gegen-sozial-und-kulturanthropologinnen-einige-meiner-besten-freundinnen-sind-sozial-und-kulturanthropologinnen\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Geisenhainer, Katja (2018): \u201e\u2026 unsere Gesellschaft den ver\u00e4nderten Verh\u00e4ltnissen anzupassen\u2026\u201c, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde?\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/unsere-gesellschaft-den-veraenderten-verhaeltnissen-anzupassen\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/unsere-gesellschaft-den-veraenderten-verhaeltnissen-anzupassen\/<\/a> [30.07.2018].<\/p>\n<p>Gingrich, Andre (2005): The German-Speaking Countries, in: Barth, Fredrik, Robert Parkin, Andre Gingrich &amp; Sydel Silverman (Hg.): One Discipline, Four Ways. British, German, French, and American Anthropology, 62\u2013135.<\/p>\n<p>Haller, Dieter (2018): Die Umbenennung: Moralisches Schulterklopfen und Geschichtsvergessenheit, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde?\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/die-umbenennung-moralisches-schulterklopfen-und-geschichtsvergessenheit\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/die-umbenennung-moralisches-schulterklopfen-und-geschichtsvergessenheit\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Hann, Chris &amp; Keith Hart (2011): Economic Anthropology: History, ethnography, critique. Cambridge\/Malden: Polity Press.<\/p>\n<p>Hess, Sabine &amp; Maria Schwertel (2013): Vom \u201cFeld\u201d zur \u201cAssemblage\u201d? Perspektiven europ\u00e4isch-ethnologischer Methodenentwicklungen \u2013 Eine Hinleitung. Empirisch-ethnographisches Forschen als Spezifik des Faches!?, in: Sabine Hess, Johannes Moser und Maria Schwertl (Hrsg.): Europ\u00e4ische-ethnologisches Forschen. Neue Methoden und Konzepte, 13\u201337.<\/p>\n<p>Hirschhauer, Stefan (2013): Verstehen des Fremden, Exotisierung des Eigenen Ethnologie und Soziologie als zwei Seiten einer Medaille, in: Bierschenk, Thomas, Matthias Krings &amp; Carola Lentz (Hg.): Ethnologie im 21. Jahrhundert, Berlin: Reimer, 229\u2013249.<\/p>\n<p>Kalb, Don (2018): \u201cHAU not: For David Graeber and the anthropological precariate.\u201d FocaalBlog, 26 June.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.focaalblog.com\/2018\/06\/26\/don-kalb-hau-not-for-david-graeber-and-the-anthropological-precariate.\">www.focaalblog.com\/2018\/06\/26\/don-kalb-hau-not-for-david-graeber-and-the-anthropological-precariate.<\/a>\u00a0[30.07.2018]<\/p>\n<p>Kapferer, Bruce (2018): \u201cThe Hau complicity: An event in the crisis of anthropology.\u201d FocaalBlog, 9 July.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.focaalblog.com\/2018\/07\/09\/bruce-kapferer-the-hau-complicity-an-event-in-the-crisis-of-anthropology.\">www.focaalblog.com\/2018\/07\/09\/bruce-kapferer-the-hau-complicity-an-event-in-the-crisis-of-anthropology.<\/a>\u00a0[30.07.2018]<\/p>\n<p>Kohl, Karl-Heinz (2013): Die Zukunft der Ethnologie liegt in ihrer Vergangenheit. Pl\u00e4doyer f\u00fcr das ethnographische Archiv, in: Bierschenk, Thomas, Matthias Krings &amp; Carola Lentz (Hg.): Ethnologie im 21. Jahrhundert, Berlin: Reimer, 131\u2013147.<\/p>\n<p>Kohl, Karl-Heinz (2017): Kollateralsch\u00e4den. Eine Polemik, in: [Web-blog] Wie weiter mit Humboldts Erbe? Ethnographische Sammlungen neudenken\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/de\/dcntr\/kollateralschaeden-eine-polemik\/\">https:\/\/boasblogs.org\/de\/dcntr\/kollateralschaeden-eine-polemik\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Knappertsbusch, Felix (2016): Antiamerikanismus in Deutschland. \u00dcber die Funktion vom Amerikabildern in nationalistischer und ethnozentrischer Rhetorik. Bielefeld: Transcript.<\/p>\n<p>Latour, Bruno (2007): Elend der Kritik. Vom Krieg um Fakten zu Dingen von Belangen. Z\u00fcrich-Berlin: Diaphanes.<\/p>\n<p>Lentz, Carola (2018): Ich gebe auf \u2026 Ethnologen sind und bleiben ein segment\u00e4rer Haufen, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/ich-gebe-auf-ethnologen-sind-und-bleiben-ein-segmentaerer-haufen\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/ich-gebe-auf-ethnologen-sind-und-bleiben-ein-segmentaerer-haufen\/<\/a>\u00a0[Letzter Zugriff: 18.7.2018]<\/p>\n<p>Meyer, Silke &amp; Guido Sprenger (2011): Der Blick der Kultur- und Sozialanthropologie. Sehen als K\u00f6rpertechnik zwischen Wahrnehmung und Deutung. In: S. Meyer &amp; A. Owzar (Hgs.), Disziplinen der Anthropologie, M\u00fcnster u.a.: Waxmann, 203\u2013227.<\/p>\n<p>Nicholas, Lucy &amp; Christine Agius (2018): The Persistence of Global Masculinism. Discourse, Gender and Neo-Colonial Re-Articulations of Violence. Palgrave Macmillan.<\/p>\n<p>Rottenburg, Richard (2013): Ethnologie und Kritik, in: Bierschenk, Thomas, Matthias Krings &amp; Carola Lentz (Hg.): Ethnologie im 21. Jahrhundert, Berlin: Reimer, 55\u201377.<\/p>\n<p>Rottenburg, Richard (2018): Name und Benanntes. (Un)disziplinierte Verschiebungen, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/name-und-benanntes-undisziplinierte-verschiebungen\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/name-und-benanntes-undisziplinierte-verschiebungen\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Star, Susan Leigh &amp; James R. Griesemer (1989): Institutional ecology, \u2018translations\u2019 and boundary objects: Amateurs and professionals in Berkeley\u2019s Museum of Vertebrate Zoology, 1907\u201339. Social Studies of Science, 19(3), 387\u2013420.<\/p>\n<p>Streck, Bernhard (2018): Die bereinigte DGV, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/die-bereinigte-dgv\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/die-bereinigte-dgv\/<\/a>\u00a0[30.07.2018]<\/p>\n<p>Wellgraf, Stefan (2015): Die surrealistische Avantgarde. Randfiguren der deutschen Ethnologie der 1970er und 1980er Jahre, in: Amelang, Katrin &amp; Silvy Chakkalakal (2015): Abseitiges. An den R\u00e4ndern der Kulturanthropologie, Berliner Bl\u00e4tter 68\/2015, 54\u201368.<\/p>\n<p>Widlok, Thomas (2018): Teilnehmende Namensgebung, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/teilnehmende-namensgebung\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/teilnehmende-namensgebung\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>Vermeulen, Han F. (2018): Die Geschichtsverdr\u00e4ngung der Ethnologen als gesellschaftliches Problem, in: [Web-Blog] What\u00b4s in a name \u2013 Wof\u00fcr steht die Umbenennung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde? [Online]:\u00a0<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/die-geschichtsverdraengung-der-ethnologen-als-gesellschaftliches-problem\/\">https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/die-geschichtsverdraengung-der-ethnologen-als-gesellschaftliches-problem\/<\/a>\u00a0[30.07.2018].<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>\u00a0Die Verwendung von \u201awir\/uns\u2018 bezieht sich, wenn nicht anders explizit gemacht, nur auf uns vier Autor*innen des Schreibkollektivs und soll keine erweiterte Wir-Gruppe heraufbeschw\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>\u00a0So schreibt es eine*r von uns als private Notiz ins Feldforschungstagebuch.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a><a href=\"http:\/\/www.wolfgang-gedeon.de\/2016\/11\/antisemitismus-gutachten\/\">\u00a0http:\/\/www.wolfgang-gedeon.de\/2016\/11\/antisemitismus-gutachten\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[125,54,119,124],"whatsinaname_category":[],"class_list":["post-1600","whatsinaname","type-whatsinaname","status-publish","hentry","autor-christoph-lange","autor-souad-zeineddine","autor-julian-schmischke","autor-simon-holdermann"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1600","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/whatsinaname"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1600\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3128,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1600\/revisions\/3128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1600"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=1600"},{"taxonomy":"whatsinaname_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname_category?post=1600"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}