{"id":1580,"date":"2018-04-24T00:00:00","date_gmt":"2018-04-23T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/whatsinaname\/warum-die-umbenennung-der-dgv-in-dgska-ein-fehler-war\/"},"modified":"2019-09-23T17:16:00","modified_gmt":"2019-09-23T15:16:00","slug":"warum-die-umbenennung-der-dgv-in-dgska-ein-fehler-war","status":"publish","type":"whatsinaname","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/whatsinaname\/warum-die-umbenennung-der-dgv-in-dgska-ein-fehler-war\/","title":{"rendered":"Warum die Umbenennung der DGV in DGSKA ein Fehler war"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1580?pdf=1580\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1580?pdf=1580\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<p>Fr\u00fcher Nachmittag des 6. Oktobers 2017, H\u00f6rsaal 1a der sog. Rost- und Silberlaube der Freien Universit\u00e4t Berlin: Aus einigen Ecken des H\u00f6rsaals ert\u00f6nen verhaltene Freudenschreie, Menschen haben Tr\u00e4nen in den Augen, manche fallen sich mit einem \u201aendlich geschafft\u2018 in die Arme. Was war passiert? Hatte die Europ\u00e4ische Union gerade in Br\u00fcssel bekanntgegeben, aufgrund der bei der Er\u00f6ffnung der Tagung der <em>Deutschen Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde<\/em> (DGV) am Vortag ge\u00e4u\u00dferten fulminanten Kritik ihre Fl\u00fcchtlingspolitik umzuwerfen und die Vorschl\u00e4ge der in Berlin versammelten Ethnologinnen f\u00fcr eine humanere Fl\u00fcchtlingspolitik zu \u00fcbernehmen? Hatten die deutschen Bundesl\u00e4nder beschlossen, Ethnologie als Schulfach einzuf\u00fchren, sodass die vielen anwesenden jungen Ethnologen jetzt sichere Berufsperspektiven hatten? Hatte die Fu\u00dfball-Frauenmannschaft der \u201agro\u00dfen\u2018 DGV (V f\u00fcr V\u00f6lkerkunde) gerade die der kleinen dgv (V = Volkskunde) zweistellig geschlagen?<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Nichts von alledem. Vielmehr hatte sich die \u201agro\u00dfe\u2018 DGV gerade in DGSKA umbenannt \u2013 ein Zungenbrecher, der sich in <em>Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Sozial- und Kulturanthropologie<\/em> aufl\u00f6st. Auszusprechen irgendwie wie Degesk\u00e1a. J\u00fcngere und sich jung f\u00fchlende Menschen verbinden mit dem K\u00fcrzel vielleicht eine Gesellschaft, die sich einer besonderen Musikrichtung widmet. Ich assoziiere mit DGSKA eine Sondereinheit der Polizei, oder eine Unterabteilung in der Br\u00fcsseler EU-B\u00fcrokratie, oder eine deutsche Gesellschaft f\u00fcr Knochenmarkspenden. Und wie soll man das Ding \u00fcberhaupt aussprechen?<\/p>\n<p>Im ersten Wahlgang (technisch gesehen, wenn meine Erinnerung mich nicht t\u00e4uscht, nur ein \u201aStimmungsbild\u2018), in dem mehrere Alternativen zur Abstimmung standen, stimmten 110 Anwesenden (55%) f\u00fcr SKA, 88 f\u00fcr Ethnologie. Ber\u00fccksichtigt man noch die 15 Stimmen aus diesem ersten Wahlgang, die f\u00fcr die Beibehaltung des Begriffs V\u00f6lkerkunde abgegeben worden waren, dann war die Entscheidung also denkbar knapp. (Im zweiten Wahlgang, als es nur noch um ein f\u00fcr oder gegen SKA ging, erhielt SKA 167 Stimmen.) Anwesend waren ca. 30 % der DGV-Mitglieder (216 von 731). Mit anderen Worten hatten 15 % der Mitglieder der DGV die Umbenennung herbeigef\u00fchrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr viele Anwesende war der Vorgang anscheinend h\u00f6chst bedeutungsvoll. Im Rauschen der Twitter-Nachrichten, die die Abstimmung kommentierten, waren S\u00e4tze zu lesen wie \u201aendlich die Last der Vergangenheit abgesch\u00fcttelt\u2018, \u201aendlich die Voraussetzungen daf\u00fcr gegeben, dass sich das Fach mit seiner Geschichte auseinandersetzen kann\u2018, \u201aein l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lliger Schritt\u2018, \u201aGl\u00fcckw\u00fcnsche zur Ankunft im 21. Jahrhundert\u2018. Auf Facebook pl\u00e4dierte jemand daf\u00fcr, das Fach \u201asprachlich an die Zukunft anpassen\u2019. Manche der Twitter-Nachrichten waren auch mit dem Hashtag #Umbenennung versehen, passend dazu, dass Berlin aktuell eine Hochburg von Umbenennungskampagnen ist.<\/p>\n<p>Dass die Umbenennungsdiskussion intensiv per Twitter vorbereitet und begleitet wurde, habe ich allerdings erst im Nachhinein bemerkt. Wie die meisten Fachvertreter, war ich erst kurz vor der Tagung in die Debatte einbezogen. Unser Medium war der Email-Verteiler \u201ealleInstitute\u201c. \u00dcber diesen hatte Dieter Haller am 18. September, drei Wochen vor der Berliner DGV-Tagung, mitgeteilt, dass es ihm \u201enach langen K\u00e4mpfen\u201c gelungen sei, seine Bochumer Professur f\u00fcr Sozialanthropologie in Professur f\u00fcr Ethnologie umzubenennen, und welche Gr\u00fcnde ihn dazu bewogen hatten. In der durch diese Mitteilung losgetretenen Debatte sprach sich die gro\u00dfe Mehrheit derer, die sich zu Wort meldeten, f\u00fcr eine Umbenennung der DGV in Gesellschaft f\u00fcr Ethnologie aus. Damit blieben die Fachvertreter aber anscheinend unter sich. Die weniger etablierten Anh\u00e4nger einer Umbenennung organisierten sich, von den meisten Fachvertretern unbemerkt, eher \u00fcber Twitter, und riefen dort ihre Anh\u00e4nger zur Abstimmung auf. \u201c#dgv2017 Breaking News: confidence high that quorum will be reached!\u201d, konnte man da am Mittag des 6. Oktober zum Beispiel lesen.<\/p>\n<p>Zwischen 2015 und 2017 waren 102 neue Mitglieder in die Gesellschaft aufgenommen worden, 83 hatten sie verlassen. Bekanntlich kann man Mitglied der DGV (jetzt DGSKA) werden, wenn man vier Semester Ethnologie studiert hat \u2013 ein Studienabschluss ist nicht erforderlich. Noch kurz vor der Tagung wurde diese Zielgruppe vom Berliner Vorstand auf Facebook umworben \u2013 dort hatte jemand angefragt, ob er als \u201eals einfacher Student \u00fcberhaupt Mitglied\u201c sei und abstimmen d\u00fcrfe (\u201ewenn ja dann komme ich sofort\u201c).<\/p>\n<p>Es ist mir nicht bekannt, wie viele Mitglieder der DGV \u00fcberhaupt einen Studienabschluss haben, und wie sich das bei den seit 2015 neu hinzugekommenen Mitgliedern darstellt. Die Vermutung dr\u00e4ngt sich auf, dass Berliner Studentinnen und Studenten der Ethnologie (jetzt: \u201eBerliner Kultur- und Sozialanthropologen und \u2013anthropologinnen\u201c), die meisten erst seit kurzem Mitglied in der Gesellschaft und wachrscheinlich noch wenig mit dem Fach und seiner Geschichte vertraut, erheblichen Anteil an der Entscheidung hatten.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df auch nicht, ob das vom Berliner Vorstand so gewollt war &#8212; die Berliner hatten ihr Institut ja erst zwei Jahre zuvor entsprechend umbenannt &#8212; oder ob ihnen mangels politischer Erfahrung die Diskussion einfach entglitt.<\/p>\n<p>Dass \u201aim Fach\u2018 zuvor eine breite Diskussion stattgefunden habe \u2013 wie vom Vorstand unterstrichen \u2013 sehen vielleicht nicht alle so. Nach meiner Wahrnehmung hatte sich diese Diskussion auf zwei vorausgegangene Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer-Tagungen beschr\u00e4nkt, an der ja nur wenige Professorinnen teilnehmen, sowie ein Treffen der neuberufenen Professoren. Dabei war die Stimmung eher f\u00fcr \u201aEthnologie\u2018. Ich hatte dem Vorsitzenden der DGV am 23. September 2017 vorgeschlagen, die im Verteiler \u201aalleInstitute\u2018 bis Anfang Oktober auflaufenden Beitr\u00e4ge \u00fcber die Homepage der DGV \u00f6ffentlich zu machen. Das wollte er aber wg. des \u201edamit verbundenen Aufwands\u201c nicht. Das stattdessen auf der Tagung verteilte, und mit wahrscheinlich mehr Aufwand hergestellte Handout, das die stattgefundene Diskussion zusammenfassen sollte, empfand ich als parteiisch zugunsten DGSKA. In Berlin selbst fand dann \u00fcberhaupt keine Diskussion mehr statt; das w\u00e4re allerdings auch kaum m\u00f6glich gewesen. Man h\u00e4tte jedoch durchaus zuvor eine Mitgliederbefragung organisieren k\u00f6nnen \u2013 bei sicher weniger wichtigen Entscheidung \u00fcber das neue Logo wurde das j\u00fcngst auch so gemacht.<\/p>\n<p>Apropos Twitter: es ist anscheinend \u00fcblich geworden, bei Tagungen per Twitter hysterische Schnipsel aus Vortr\u00e4gen und Arbeitsgruppen-Diskussionen der gespannt wartenden Welt\u00f6ffentlichkeit mitzuteilen, manchmal mit dem Vorspann \u201ebreaking news\u201c, oder auch (hoffentlich ironisch gemeint) \u201clive leaks of the latest and hottest stuff from the #dgv2017\u201d.<\/p>\n<p>Hier ein paar Beispiele:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201cR. Rottenburg: practices happen in interstitial time-spaces and make the present #DGV2017\u201d <\/em>(man h\u00f6rt f\u00f6rmlich das mitgedachte \u2018wow!!!\u2019)<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201cC. Lentz: get away from the picture of our interlocutors as victims&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201cMichael Sch\u00f6nhuth highlights: check with other professionals to open up your blind spots\/young scholars change habitus about ethics #DGV2017\u201d<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8222;Power, war and violence reveal the constructed nature of time and space&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201cRoman Loimeier compares disciplinary history with cyclical\/generational ancestor worship\/deconstruction. Streck: yes, cosmology! #dgv2017\u201d<\/em><\/p>\n<p>Dr\u00e4ngende Fragen wie:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eL\u00f6st \u201aInfrastrukturierung\u2018 das Konzept der Assemblage in den #STS ab? #DGV2017\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">blieben allerdings meist unbeantwortet, ebenso wie die ethnologischeTwitter-Gemeinde Menschen mit ihren pers\u00f6nlichen Dilemmata, z. B.:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eI&#8217;m still undecided between workshop 9 on #STS and number 4 on embodied belonging #dgv2017\u201c<\/em><\/p>\n<p>unverst\u00e4ndlicherweise alleine lie\u00df.<\/p>\n<p>Ich war \u00fcbrigens bei der Recherche zu diesem Text h\u00f6chst erfreut, mich selbst zitiert zu sehen:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u201eTh. Bierschenk sees refugee crisis as a windfall for anthropology. And touches (provocatively, hah!) on crisis of representation. #dgv2017\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Allerdings leider ohne den Zusatz \u201abreaking news\u2018. Ebenso blieb die Zahl der Retweets dieser Sensationsnachricht bescheiden. Ich tr\u00f6stete mich damit, dass sie bei den anderen Tweets auch meist unter 3 blieb.<\/p>\n<p>Warum halte ich die getroffene Entscheidung f\u00fcr falsch, und warum w\u00e4re, wenn schon Umbenennung, eine in \u201aGesellschaft f\u00fcr Ethnologie\u2018 (also mit gleichzeitiger Streichung des \u201adeutsch\u2018) besser gewesen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Eine essentialistische Namensdebatte kann keine eindeutigen Ergebnisse produzieren<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberraschend war, wie essentialisierend diese Debatte gerade von Anh\u00e4ngern einer Umbenennung gef\u00fchrt wurde. Es wurde so getan, als k\u00f6nne es eine Bezeichnung geben, die das \u201aWesen\u2018 unseres Faches eindeutig abbildet. Das halte ich f\u00fcr einen b\u00fcrokratischen Namensfetischismus, wie er sich auch in manchen anderen Umbenennungsdebatten widerspiegelt. Poststrukturalistische Texte werden heute im Ethnologiestudium anscheinend nicht mehr gelesen. Vielmehr wurde so getan, als sei mit der Umbenennung die Geschichte des Faches quasi entsorgt. Manche Bef\u00fcrworter von SKA verstiegen sich sogar zu der Behauptung, erst mit der Umbenennung sei die Voraussetzung daf\u00fcr gegeben, dass sich das Fach mit seiner Geschichte auseinandersetzen \u2013 angesichts der breiten Literatur, die deutsche Ethnologen zur Geschichte des Faches, auch den sehr problematischen Seiten, verfasst haben, entweder Ignoranz oder Unversch\u00e4mtheit. In Wirklichkeit haben alle drei zur Wahl gestellten Namensvarianten ganz erhebliche Nachteile: V\u00f6lkerkunde und Ethnologie wegen des Volksbegriffes, Sozial- und Kulturanthropologie dagegen wegen der damit formulierten Unsch\u00e4rfe: untersucht die SKA wirklich \u201aden\u2018 Menschen in seinen sozialen und kulturellen Bez\u00fcgen\u2018, wie manche Teilnehmer der Debatte behaupteten? Oder den \u201aMenschen an und f\u00fcr sich\u2018, wie das dann auf einer studentischen Facebook-Seite rezipiert wurde? Dazu werden sicher andere Beitr\u00e4gerinnen zu diesem Blog noch was zu sagen haben.<\/p>\n<p>Wenn aber eine identit\u00e4re Logik in der Namensfrage nicht weiterhilft, dann kann es eigentlich nur zwei Kriterien bei der Entscheidung geben: das der Vermittelbarkeit in die \u00d6ffentlichkeit, und das der internen Koh\u00e4renz in der Begriffsverwendung \u2013 beides spricht f\u00fcr den Begriff Ethnologie.<\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung ist in der \u00d6ffentlichkeit nicht vermittelbar<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr ein Fach, dass sich seit mindestens 50 Jahren den Kopf dar\u00fcber zerbricht, was eigentlich seine Rolle in der postkolonialen Wissenschaftsgemeinde sein sollte, muss der Gesichtspunkt der Vermittelbarkeit in die \u00d6ffentlichkeit der entscheidende Gesichtspunkt sein. Ich erinnere mich daran, wie ich vor einigen Jahren einigen jungen und smarten Bankern der KfW erkl\u00e4rte \u2013 ich hatte gerade einige der bahnbrechenden Aufs\u00e4tze von Han Vermeulen gelesen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> &#8211;, dass der Begriff der V\u00f6lkerkunde im 18. Jahrhundert von deutschen Wissenschaftlern erfunden worden sei und damals, mit dem Synonym Ethnologie, eine Art vergleichende und nichtnormative historische Soziologie und Weltwissenschaft bezeichnete. V\u00f6lkerkunde war ein Kind der G\u00f6ttinger Aufkl\u00e4rung und verstand sich, lange vor den Evolutionisten des 19. Jahrhunderts und lange vor Boas und Malinowski, als Wissenschaft des empiriegest\u00fctzten diachronen und synchronen Gesellschaftsvergleichs. Die Fachbezeichnung verwies also auf ein Programm, mit dem sicher viele von uns sehr viel anfangen k\u00f6nnen. Liest man Georg Forsters Reise um die Welt, ein Buch, das diesem Paradigma verpflichtet ist, ist man erstaunt, wie modern, zum Teil fast postmodern, dort vieles formuliert ist. \u201aDiesen Schatz (diesen Markennamen V\u00f6lkerkunde oder Ethnologie, TB) werden Sie doch hoffentlich nicht aufgeben\u2019, war die Reaktion meiner Gespr\u00e4chspartner. Die Firma Volkswagen w\u00fcrde sich ja auch nicht umbenennen, obwohl bei ihr der Volksbegriff, anders als bei der DGV, tats\u00e4chlich aus der Nazizeit stammt. Und was ist eigentlich mit dem altehrw\u00fcrdigen Kampflied der Arbeiterbewegung \u2013 an wen sollen die Signale jetzt gesendet werden, wenn es die V\u00f6lker nicht mehr sein d\u00fcrfen?<\/p>\n<p>Die Umbenennung der DGV erfolgte just zu einem Zeitpunkt, zu dem sich in der \u00d6ffentlichkeit ein gewisses Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr herausgebildet hatte, was unter Ethnologie zu verstehen ist \u2013 nicht zuletzt in der sog. Fl\u00fcchtlingskrise, die ja das Thema der DGV-Tagung darstellte (weshalb der Berliner Senat ja auch nicht den Wissenschaftssenator zur Begr\u00fc\u00dfung geschickt hatte, wie er es bei den Biologen sicher gemacht h\u00e4tte, sondern den Ausl\u00e4nderbeauftragen \u2026). Wie selbstverst\u00e4ndlich der Begriff der Ethnologie mittlerweile in der \u00d6ffentlichkeit ist, zeigte sich noch am gleichen Abend anl\u00e4sslich der Diskussion zum Humboldt-Forum, die unter dem Titel &#8222;Ethnologie im Humboldt Forum\u201c angek\u00fcndigt war, und in der es um die \u201ePositionierung der ethnologischen Sammlungen und die Rolle der Ethnologie in der Gestaltung des Humboldt Forums\u201c ging. Folgerichtig sprach dann auch keine der anwesenden Ethnologinnen, auch nicht der Vorsitzende der DGSKA, von Sozial- und Kulturanthropologie; alle wurden als Ethnologen vorgestellt, und bezeichneten sich auch selbst so. Und die \u201aEthnologie\u2018 erhielt von Wolfgang Sch\u00e4ffner ein dickes Lob: die Kulturwissenschaften h\u00e4tten sich in den letzten Jahren sehr \u201aethnologisiert\u2018 (und nicht \u201asozial- und kulturanthropologisiert\u2018), was er offensichtlich positiv bewertete. Die TAZ prognostizierte in ihrem Tagungsbericht, was auch schon in der Ank\u00fcndigung der Tagung vorausgesetzt worden war: dass \u201aethnologische\u2018 Perspektiven am Humboldt Forum eine wichtige Rolle spielen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dass die Ethnologie Interessantes zu sagen hat, aber ein Problem damit hat, sich in der \u00d6ffentlichkeit darzustellen, fiel allerdings auch der TAZ auf. Bezeichnenderweise missverstand ja auch die Kanzlerin der FU Berlin, die die Tagung er\u00f6ffnete, in ihrer Begr\u00fc\u00dfung konsequent deren etwas hochgestochenen Titel \u2013 sie machte mehrmals aus den \u201aaffektiven Praxen\u2018 solche, die \u201aeffektiv\u2018 sind. Es l\u00e4sst sich voraussagen, dass die Medien weiterhin den Begriff Ethnologie verwenden werden, und dass dieser auch die internen Debatten dominieren wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Umbenennung vergr\u00f6\u00dfert die begriffliche Inkoh\u00e4renz im Fach<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>\u00a0<\/em><\/strong>Eine Umbenennung in DGE h\u00e4tte auch die Dominanz des Ethnologie-Begriffes innerhalb des Faches widergespiegelt. Der fachinterne Sprachgebrauch wird vom Begriff Ethnologie dominiert, und wird es, so wage ich zu behaupten, noch lange bleiben. Im ersten Newsletter der neu so benannten DGSKA kommen die Begriffe Ethnologie oder ethnologisch \u00fcber 70 Mal vor, und damit fast dreimal so h\u00e4ufig wie der Begriff Anthropologie. Die von der Gesellschaft herausgegebene Zeitschrift hei\u00dft weiterhin \u201ef\u00fcr Ethnologie\u201c; der gr\u00f6\u00dfere Teil der Institute nennt sich \u201af\u00fcr Ethnologie\u2018, ebenso die Museen. Alle in den letzten 20 Jahren erschienen deutschsprachigen Einf\u00fchrungswerke ins Fach sprechen von Ethnologie. Und was machen wir in Zukunft in unseren Lehrveranstaltungen mit den Bindestrich-Ethnologien: wie werden stark nachgefragte Teilgebiete wie Organisationsethnologie oder Entwicklungsethnologie, die gerade auf die auch au\u00dferakademischen Kompetenzen von Ethnologinnen verweisen, in Zukunft genannt? Hei\u00dfen unsere Methodenkurse jetzt \u201aSozialanthropographie\u2018? Das k\u00f6nnte zu Verwechslungen f\u00fchren, denn unter Anthropographie versteht z. B. der Merriam Medial Dictionary \u201ea branch of anthropology dealing with the distribution of humans as distinguished by physical character\u201c. Dass manchmal auch T\u00e4towierer als Anthropographen bezeichnet werdenb, macht die Sache nicht einfacher. Muss sich jetzt der bfe (Bundesverband freiberuflicher ethnolog_innen e.V.\/bfe) nicht auch umbenennen? Was ist mit der Facheinheit 106-01 der DFG (&#8222;Ethnologie\/Europ\u00e4ische Ethnologie\u201c). Und wie gehen wir damit um, dass der Begriff der Kulturanthropologie bereits von der ehemaligen Volkskunde angeeignet wurde, und ist es sinnvoll, dass wir jetzt den Begriff der Ethnologie der \u201aEurop\u00e4ischen Ethnologie\u2018 \u00fcberlassen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Umbenennung war inkonsequent<\/strong><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus war die Umbenennung inkonsequent. Denn w\u00e4hrend der Volks-Begriff f\u00fcr manche Anh\u00e4nger der Umbenennung anscheinend ein rotes Tuch darstellte, st\u00f6rte sich niemand an dem Begriff \u201adeutsch\u2018, der \u2013 anders als der Volksbegriff \u2013 nun tats\u00e4chlich ein nationalsozialistisches Erbe darstellt. Bekanntlich wurde die Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde erst 1938 in \u201aDeutsche Gesellschaft f\u00fcr V\u00f6lkerkunde\u2018 umbenannt.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft in eine f\u00fcr \u201aSozial- und Kulturanthropologie\u2018 umzubenennen (und nicht entweder Kulturanthropologie oder Sozialanthropologie zu w\u00e4hlen), war dagegen ein Kompromiss, um weiteren identit\u00e4r gepr\u00e4gten Debatten zu entgehen. Insofern k\u00f6nnen wir uns also auf zuk\u00fcnftige Umbenennungsdebatten freuen, aufgrund von Antr\u00e4gen, das K vor das S zu setzen (DGKSA statt DGSKA), oder entweder K oder S zu streichen. Ich werde mich dann auch bei Twitter anmelden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Umbenennung l\u00f6st die ohnehin por\u00f6se Grenze zu den Kulturwissenschaften, zur Volkskunde (neudeutsch meist ebenfalls Kulturanthropologie) und zur Soziologie weiter auf <\/strong><\/p>\n<p>Von Anh\u00e4ngern der Umbenennung in SKA wurde argumentiert, dass Ethnologinnen heute nicht mehr zu kulturell definierten Gruppen forschten. Es gehe um die \u201eBeschreibung des (!) in Gesellschaft lebenden Menschen\u201c, darum, \u201eden Menschen als Menschen zu verstehen\u201c, um \u201emenschliches Sein in all seinen sozialen und kulturellen Bez\u00fcgen\u201c (alles Zitate aus der Debatte auf dem Verteiler alleInstitute). Letzteres wurde dann von einer Studentin umformuliert in \u201edas Menschliche in seinen sozialen und kulturellen Dimensionen\u201c.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob das ein Alleinstellungsmerkmal der Ethnologie sein kann &#8212; versuchen nicht alle Kultur- und Sozialwissenschaften, Menschen (im Plural!) in ihren sozialen und kulturellen Bez\u00fcgen zu verstehen? Also die Kulturanthropologie, vulgo Volkskunde, die Kulturwissenschaften, die Soziologie, die Geschichtswissenschaften, oder auch die philosophische Anthropologie? Das w\u00fcrde dann weniger f\u00fcr eine Umbenennung als f\u00fcr die Aufl\u00f6sung der DGV\/DGSKA und den Anschluss an die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Soziologie sprechen. In der DGS gibt es ja bereits eine Sektion \u201eEntwicklungssoziologie und Sozialanthropologie\u201c, in die k\u00f6nnten doch alle DGSKA-Mitglieder einfach eintreten &#8230;. Epistemologisch w\u00fcrde einiges daf\u00fcr sprechen, universit\u00e4tspolitisch allerdings weniger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit der Umbenennung geht die analytische Leitdifferenz der \u201arelativen Fremdheit\u2018 tendenziell verloren<\/strong><\/p>\n<p>Einen gro\u00dfen Nachteil der Aufgabe des Ethnos-Begriffes sehe ich darin, dass damit die f\u00fcr eine moderne Ethnologie, auch die der Zukunft, immer noch konstituierende, analytische Leitdifferenz der \u201arelativen Fremdheit\u2018 tendenziell verloren geht. Die langandauernde Feldforschung in fremdkulturellen und fremdsprachlichen Kontexten als Basis einer quasi existentiellen Fremdheitserfahrung ist ohnehin aus verschiedenen Gr\u00fcnden auf dem R\u00fcckzug, und es dominieren zunehmend kurzfristige Forschungsformate <em>at home<\/em>.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> Als einen Indikator daf\u00fcr sehe ich den Wandel im Charakter der <em>European Association for Social Anthropology<\/em>. Einst gegr\u00fcndet als europ\u00e4isches Gegengewicht zur amerikanischen Kulturanthropologie, ist sie zunehmend zu einer Vereinigung von Ethnologinnen aus aller Welt geworden, die \u00fcber Europa forschen.<\/p>\n<p>In der Praxis forschen Ethnologen allerdings doch meist \u00fcber Gruppen, deren jeweilige Lebenswelten, und die Differenz zwischen Innen- und Au\u00dfenperspektiven \u2013 m\u00f6gen das transhumante Hirten in Westafrika, Migranten in Deutschland, Richter in Benin, Kapverder in Kanada, oder Siedler am Tschadsee sein. Dabei haben Ethnologinnen die anspruchsvolle Aufgabe, Differenzierungsprozesse zu beschreiben und Differenzen zu analysieren, ohne sie zu \u201averandern\u2018, d. h. ohne sie als grunds\u00e4tzlich \u201ainkommensurable\u2018 Fremdheit misszuverstehen. Daf\u00fcr scheint mir ein reflektierter Ethnos-Begriff immer noch geeigneter zu sein als der der Anthropologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Umbenennung stellt eine Verbeugung vor dem anglophonen Ausland dar, und ist damit ein weiterer Schritt in der Selbst-Subalternisierung der deutschsprachigen Ethnologie <\/strong><\/p>\n<p>Dass die amerikanische <em>cultural anthropology<\/em>, und die britische <em>social anthropology<\/em> den Umbenennungswunsch inspirierten, liegt auf der Hand. Eine Teilnehmerin der Debatte auf alleInstitute hoffte, die Umbenennung erlaube dem Fach, \u201eAns\u00e4tze aus den USA und GB \u2026 zu vereinen\u201c \u2013 was die Frage aufwirft, wie das gehen soll, und bei Teilnehmern der Debatte den Widerspruch produzierte, dass das doch eine sehr enge Sicht auf das globale <em>ethnoscape<\/em> sei. Hinter dem Umbenennungswunsch stand ganz offensichtlich das Bed\u00fcrfnis, im Ausland besser lesbar zu werden. Dabei ging es aber keineswegs um die Gesellschaften, in denen sich deutsche Ethnologinnen immer noch vorwiegend bewegen, also die des Globalen S\u00fcdens. Es ging in erster Linie um die USA. Sich als Kulturanthropologen zu bezeichnen, erspart einem deutschen Ethnologen einen gewissen Erkl\u00e4rungsaufwand gegen\u00fcber amerikanischen Kollegen.<\/p>\n<p>Dabei wurde in Bezug auf die USA allerdings etwas missverstanden. Schon vor der Umbenennung hatte sich die DGV auf Englisch irref\u00fchrend <em>German Anthropological Association<\/em> genannt, offensichtlich in Analogie zur <em>American Anthropological Assocation<\/em> (AAA). Eine \u00dcbersetzung als <em>German Ethnological Society<\/em> w\u00e4re treffender gewesen. Anders als die DGV ist die AAA ein Fachverband, dem wiederum einzelne gelehrte Gesellschaften angeh\u00f6ren k\u00f6nnen. Neben der <em>cultural anthropology<\/em> umfasst die AAA, als Ausdruck der Boas\u2019schen Vier-Felder-Lehre, auch die physische Anthropologie sowie die Linguistik und die Vor- und Fr\u00fchgeschichte. Das Pendant zur deutschen DGV\/DGSKA ist also nicht die AAA, sondern die <em>American Ethnological Society<\/em>, gegr\u00fcndet 1842 und Herausgeberin der hochrangigen Zeitschrift <em>American Ethnologist<\/em>. Die AES, ihrerseits Mitglied der AAA, beh\u00e4lt allerdings wie selbstverst\u00e4ndlich und mit gro\u00dfem Selbstbewusstsein ihren historisch \u00fcberlieferten Namen bei. Wenn die Umbenennung also eine Verbeugung vor dem gro\u00dfen Bruder USA war, dann beruhte das auf einem peinlichen Missverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p>In den afrikanischen L\u00e4ndern, in denen ich mich auskenne, nennt man sich dagegen besser nicht <em>anthropologue<\/em>, weil der Begriff f\u00fcr viele Gespr\u00e4chspartner koloniale Assoziationen hat.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, vor die Wahl gestellt, im imperialistischen Zentrum oder in der Peripherie besser lesbar zu werden, hat sich die deutsche Ethnologie gegen die Peripherie entschieden. Auf die Afrikaner kommt es hier ja auch nicht an, die Musik spielt bekanntlich woanders. Hier scheint mir ein offensichtlicher Zusammenhang mit der beruflichen Situation der Generation zu bestehen, die die Umbenennung letztlich getragen hat, und deren Karriereaussichten zunehmend davon abh\u00e4ngen, auf Englisch zu publizieren, vorzugsweise in den gro\u00dfen amerikanischen Zeitschriften.<\/p>\n<p>Dabei lie\u00dfe sich durchaus die Frage stellen, was in einem Zeitalter uneindeutiger Identit\u00e4ten eigentlich dagegen spricht, dass sich eine deutsche Ethnologin, um vor Ort \u201alesbar\u2018 zu sein, in den USA <em>cultural anthropologist<\/em>, in Gro\u00dfbritannien <em>social anthropologist<\/em> und in Togo <em>sociologue<\/em> nennt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich muss mit einem pers\u00f6nlichen Bekenntnis enden: in meiner Jugend war ich auch einmal an einer Umbenennungkampagne beteiligt. In der Oberstufe wollten wir unser Trierer Gymnasium, das 1896 nach dem preu\u00dfischen K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. benannt worden war (seit seiner Gr\u00fcndung im 16. Jahrhundert hatte es zuvor verschiedene Namen getragen), nach seinem ber\u00fchmtesten Sch\u00fcler, Karl Marx, benennen. Die Initiative wurde abgeschmettert, aber heute erinnert wenigsten eine Schrifttafel am Schulgeb\u00e4ude an Karl Marx, und die Schule macht gerne mit seinem Namen Werbung, indem sie diesen n\u00e4mlich auf Etiketten mancher Weine der Lage \u201eFriedrich-Wilhelm-Gymnasium\u201c verwendet. Der Konflikt wurde also sozusagen nach der Logik des Sp\u00e4tkapitalismus gel\u00f6st. Karl Marx war in der Zwischenzeit ja ohnehin etwas aus der Mode gekommen. M\u00f6glicherweise wird die rezente Renaissance des Marxismus den Umbenennungskonflikt wiederaufleben lassen. Obwohl ich daran zweifele: Trier ist nicht Berlin. In Mainz bin ich \u00fcbrigens nicht Professor f\u00fcr Ethnologie, sondern f\u00fcr \u201eKulturen und Gesellschaften Afrikas\u201c, das haben meine Vorg\u00e4nger so gewollt. Das hat damit zu tun, dass, historisch gesprochen, meine Professur sozusagen die Soziologie innerhalb der Ethnologie vertritt, die im Mainzer Institut f\u00fcr Soziologie organisierten Soziologen in den 1970er Jahren den Begriff der Soziologie jedoch f\u00fcr sich monopolisieren wollten. \u201eKulturen und Gesellschaften Afrikas\u201c ist also eine Art Deckname: ganz \u00e0 la Parsons gedacht, versteckt sich in der Kultur die Ethnologie, in der Gesellschaft die Soziologie. Dar\u00fcber k\u00f6nnte man nat\u00fcrlich lange diskutieren. Ich war so respektvoll, an dieser Denomination nur Nuancen zu \u00e4ndern, n\u00e4mlich die urspr\u00fcngliche Bezeichnung &#8218; Kultur und Gesellschaft&#8216; in den Plural zu setzen. Wenn mich anglophone oder frankophone Ausl\u00e4nder fragen, was ich mache, spreche ich je nach Kontext von <em>anthropology<\/em>, oder von <em>Modern African Studies<\/em>, in Afrika gerne auch von <em>sociologie<\/em>, oder auch mal von <em>socio-anthropologie<\/em>. Mein Institut hei\u00dft \u201af\u00fcr Ethnologie und Afrikastudien\u2018 Das \u201aInstitut f\u00fcr Anthropologie\u2018, das es &#8212; mit einer durchaus unr\u00fchmlichen Vergangenheit &#8212; an meiner Universit\u00e4t auch gab, wurde bei der Neuordnung des Fachbereichs Biologie gerade aufgel\u00f6st. F\u00fcr die Poststelle der Universit\u00e4t hat das den Vorteil, dass sie jetzt wei\u00df, dass bei einer Adresse, in der von <em>anthropology <\/em>oder <em>anthropologie <\/em>die Rede ist, nur die Ethnologie gemeint sein kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Thomas Bierschenk ist Professor f\u00fcr Kulturen und Gesellschaften Afrikas am Institut f\u00fcr Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz; <\/em><a href=\"http:\/\/www.ifeas.uni-mainz.de\/171.php\"><em>http:\/\/www.ifeas.uni-mainz.de\/171.php<\/em><\/a><em>; <\/em><a href=\"https:\/\/uni-mainz.academia.edu\/ThomasBierschenk\"><em>https:\/\/uni-mainz.academia.edu\/ThomasBierschenk<\/em><\/a><em>; <\/em><a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Thomas_Bierschenk\"><em>https:\/\/www.research<br \/>\ngate.net\/profile\/Thomas_Bierschenk<\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2013\u2013\u2013\u2013<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vermeulen, Han F. (2006). The German Invention of V\u00f6lkerkunde: Ethnological Discourse in Europe and Asia, 1740-1798. In: <em>The German Invention of Race<\/em>. Eds. S. Eigen and M. Larrimore. Albany, NY, State University of New York Press: 123-145; siehe jetzt ausf\u00fchrlich dazu: Vermeulen, Han F. (2015). <em>Before Boas. The Genesis of Ethnography and Ethnology in the German Enlightenment<\/em>. Lincoln, NE, Nebraska University Press.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Siehe dazu ausf\u00fchrlicher Bierschenk, T., M. Krings, C. Lentz. (2013). Was ist ethno an der deutschsprachigen Ethnologie der Gegenwart? In: <em>Ethnologie im 21. Jahrhundert<\/em>, hg. von T. Bierschenk, M. Krings und C. Lentz. Berlin, Reimer: 7-34; auf Englisch auch online abrufbar als Thomas Bierschenk, Matthias Krings and Carola Lentz (2015): <em>Anthropology in the twenty-first century: a view of, and from, Germany<\/em>. Working Papers of the Department of Anthropology and African Studies of the Johannes Gutenberg University Mainz 160, unter: http:\/\/www.ifeas.uni-mainz.de\/Dateien\/AP_160.pdf.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[132],"whatsinaname_category":[],"class_list":["post-1580","whatsinaname","type-whatsinaname","status-publish","hentry","autor-thomas-bierschenk"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1580","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/whatsinaname"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1580\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1823,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname\/1580\/revisions\/1823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1580"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=1580"},{"taxonomy":"whatsinaname_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/whatsinaname_category?post=1580"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}