{"id":1625,"date":"2017-05-23T00:00:00","date_gmt":"2017-05-22T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/kulturrelativismus\/relativismus-als-verbrechen\/"},"modified":"2020-07-07T21:35:42","modified_gmt":"2020-07-07T19:35:42","slug":"relativismus-als-verbrechen","status":"publish","type":"kulturrelativismus","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/kulturrelativismus\/relativismus-als-verbrechen\/","title":{"rendered":"RELATIVISMUS ALS VERBRECHEN"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus\/1625?pdf=1625\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus\/1625?pdf=1625\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<p>Der Relativismus ist eine Form des Gedankenexperiments, das Ethnologie nicht erfunden hat. Die Idee, alles anzuzweifeln entstammt der Philosophie (Sokrates&#8216; M\u00e4eutik, Platos H\u00f6hlengleichnis) und brachte Descartes&#8216; Meditationen ebenso hervor wie den Mystizismus Jakob B\u00f6hmes oder den Marxismus. Zu Rettung, Sinn und Ideengeschichte des Relativismus innerhalb der Ethnologie verweisen Beitr\u00e4ge dieses Blogs zu Recht auf die Fachgeschichte. Auch der auf diesem Blog inkriminierte Artikel Christian Webers trennt in guten und schlechten Relativismus. Er zitiert etwa Anne Pellers Text \u00fcber Genitalverst\u00fcmmelung, nimmt aber dann auch tourismuskritische ethnologische Beobachtungen \u00fcber Lippenteller auf, zitiert Roger Sandall zum Problem des staatsoffiziellen Kulturalismus. Nun hilft es der deutschen Ethnologie nichts, auf die Theoriegeschichte zu verweisen, die das Problem gel\u00f6st h\u00e4tte. Die wenigsten philosophischen Probleme lassen sich \u201e\u00fcberholen\u201c. Das Relativismusproblem entsteht mit jedem Gegenstand und jeder Person neu und die Kompetenz muss sich am Material erweisen. Die aktuelle Ethnologie produziert dahingehend seriell schlechten Relativismus, der Vergleiche abw\u00fcrgt oder schlecht durchf\u00fchrt.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<p><!--more--><\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Was an den im Blog versammelten Beitr\u00e4gen zuallererst auff\u00e4llt, ist der Versuch, ein \u201ewir\u201c zu konstruieren und zu verteidigen. In einer nationalistischen Reaktion verteidigen sie das imagin\u00e4re ethnologische Kollektiv gegen einen Angriff von au\u00dfen. Zur Aufrechterhaltung ihres narzisstischen Selbstbildes brauchen die Wissenschaftler die Abwertung des Journalisten. Das Problem dieser Propaganda ist: Es gibt kein Wir, kein einheitliches Projekt der Ethnologie. Es gibt eben schlechte und gute Relativisten und erbitterte K\u00e4mpfe. W\u00e4hrend aktuell die H\u00e4lfte der US-amerikanischen Ethnologen Israel unbedingt boykottieren wollen, findet die andere H\u00e4lfte das unwissenschaftlich. W\u00e4hrend auf einer DGV-Tagung die einen Ethnologen ein untergegangenes Fl\u00fcchtlingsschiff thematisierten, hatten andere den Wunsch, lieber \u00fcber die Verbrechen von Schleuserbanden zu diskutieren. W\u00e4hrend die einen gern etwas \u00fcber Psychologie wissen wollen, erz\u00e4hlen die anderen, dass Freud allenfalls im 19. Jahrhundert in Wien G\u00fcltigkeit gehabt h\u00e4tte. W\u00e4hrend den einen die Opfer des Islamismus im Feld begegnen, m\u00f6chten die anderen lieber nicht mit Negativberichten zur \u201eIslamphobie\u201c beitragen.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>W\u00e4hrend die einen ehrliche Wissenschaft nach den Anforderungen des Feldes produzieren m\u00f6chten, wollen andere eben den STS-Turn und den n\u00e4chsten und \u00fcbern\u00e4chsten \u201eturn\u201c mitmachen. Ideologisch existieren heftige Br\u00fcche und eine reife, kritikf\u00e4hige Position w\u00e4re, sie im Anschluss an Weber noch st\u00e4rker zu betonen, zu erkl\u00e4ren, zu kritisieren, anstatt sie wieder einmal: zu relativieren im Sinne von herunterspielen oder gleichmachen.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Etwa wie <a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/autor\/claus-deimel\/?blog=kulturrelativismus\">Claus Deimel<\/a>, wenn er fragt: \u201eWann hat jemals ein ernstzunehmender Ethnologe Beschneidungspraktiken, Kindest\u00f6tungen, Unterdr\u00fcckung von Frauen, T\u00f6tung von Alten f\u00fcr rechtens erkl\u00e4rt? Sicher, es ist nicht auszuschlie\u00dfen, dass es da verschrobene Ansichten gibt, aber eine ganze Wissenschaft damit zu identifizieren &#8230; ?\u201c<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>F\u00fcr Frauenbeschneidungen nennt Christian Weber in seinem Text ein Beispiel, das man diskutieren k\u00f6nnte. Was die Hexenjagden angeht, in denen relativ h\u00e4ufig alte Frauen get\u00f6tet werden, so kann ich nur klarstellen: Hexenjagden werden in der Mehrzahl der ethnologischen Publikationen an irgendeiner Stelle verharmlost, rationalisiert oder sogar verkl\u00e4rt. Nur ein spontan aus dem Regal gegriffenes Beispiel:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eIn both cases, witchcraft accusations and its respective therapy represent an allegoric form of catharsis of a social conflict, mostly within the family. As witchcraft helps to explain inexplicable occurrences or misfortune, the therapy thus provides relief from anxieties, and can be thus interpreted as a sort of effective psychotherapy.\u201d<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a><\/p><\/blockquote>\n<div align=\"justify\">\n<p>Diese \u00fcberaus popul\u00e4re Erz\u00e4hlung beginnt mit Evans-Pritchards durchgereichtem Paradigma der \u201eRationalit\u00e4t der Hexerei\u201c, geht \u00fcber die verschiedenen Funktionalismen, Strukturalismen und defizit\u00e4re Heilungsbegriffe der Besessenheitsforschung zur \u201eModernity of Witchcraft\u201c \u00fcber. Der Rationalisierung der Gewalt folgt der S\u00fcndenstolz: Eigentlich sind Hexereivorstellungen eine Art Sittenpolizei und Therapie, wenn aber etwas schiefl\u00e4uft, so sind der Kolonialismus und der Neoliberalismus schuld, die Egoismus und Individualismus in eine vormals harmonische Welt bringen. Die doppelten Standards dieser kulturalistischen Strategie wurden fr\u00fch erkannt und kritisiert (u.a. von Mary Douglas), und doch blieb das Paradigma hegemonial: Hexereivorstellungen sanktionieren demnach deviantes Verhalten und garantieren Harmonie im Kollektiv. Den realen Opfern von Hexereianklagen ihre \u201eDevianz\u201c vorzuhalten, w\u00e4re ein bisschen zynisch, und, wie ich an anderer Stelle ausf\u00fchrlich belege<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>, es w\u00e4re auch einfach falsch. Im Feld aber wird t\u00e4glich relevant, ob man bereit ist, ein Individuum gegen das beforschte Kollektiv zu unterst\u00fctzen oder ob man davon ausgeht, dass das Kollektiv sich hier irgendwie stabilisiert. Aus einer theoretischen Frage wird im Feld rasch eine Frage von Leben und Tod.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Warum aber mussten Hexereivorstellungen \u201erational\u201c \u2013 oder heute: \u201emodern\u201c \u2013 werden? Nicht etwa aus einer Notwendigkeit des Feldes heraus. Die emische Perspektive nennt \u201eR\u00fcckst\u00e4ndigkeit\u201c als Grund sowohl f\u00fcr vermeintliche Hexerei als auch f\u00fcr Hexenjagden. Nein, relativiert hat Evans-Pritchard aus einem narzisstischen Impuls heraus: Damit \u201ewir\u201c nicht in Hybris verfallen, nicht rassistisch werden. Die Azande sind \u201eso rational wie wir\u201c und daher sind \u201ewir\u201c erleichtert: dass \u201ewir\u201c rational sind. Ein Vergleich, bei dem beide Seiten gesch\u00f6nt werden. Bei Evans-Pritchard ist f\u00fcr solchen schlechten Relativismus prim\u00e4r die Unkenntnis dialektischer Soziologie und seine eklatante Feindschaft gegen Psychologie verantwortlich \u2013 beides Ph\u00e4nomene, die sich in der Ethnologie heute reichlich finden.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Das Relativismusproblem ist in den Industriestaaten mit dem Fortschrittsproblem verschmolzen. Objektiver Fortschritt, Fortschrittsideologie und Rassismus wurden schlicht in einer Melange identifiziert. Von Fortschritt oder Entwicklung zu sprechen, Bildungsvor- und -nachteile zu thematisieren, kann das Ende einer Karriere bedeuten. In Ermangelung eines dialektischen Begriffes von Aufkl\u00e4rung entsteht falscher Relativismus, das Bed\u00fcrfnis, Ungleiches gleichzumachen und sich \u00fcber von den Produktionsverh\u00e4ltnissen erzeugte Unterschiede zu beruhigen. W\u00e4hrend die Ethnologie nolens volens mit der \u201eDialektik der Aufkl\u00e4rung\u201c konfrontiert ist, verbaut sie sich einen Begriff davon, weil in der Ethnologie die Kritische Theorie ausgegrenzt wurde. Bernhard Streck zufolge sei sie zu einer \u201edialogischen Form von Empirie\u201c nicht in der Lage gewesen, weil sie die Interviewpartner vorauseilend des Antisemitismus verd\u00e4chtige<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>. Er selbst r\u00fchmt dann wenige S\u00e4tze sp\u00e4ter den Antizionismus der 68-er Studenten wie auch der zeitgen\u00f6ssischen Ethnologie als \u201eGegenwartsbezug\u201c<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>. So dunkel sieht es eben auch aus in den Taschen der Ethnologie.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Der Aufkl\u00e4rungsgedanke jedenfalls wurde ersatzlos aus der Ethnologie der Hexereivorstellungen und dar\u00fcber hinaus gestrichen. In diesem Klima kommt Bruno Latours protoanimistischem Relativismus eine Funktion als schlechtes Surrogat zu, das mit Wissenschaftspraktiken fasziniert ist, um zu verschleiern, wie tiefgreifend Geisteswissenschaft von jeder gesellschaftlichen Praxis abgekoppelt wurde. Ethnologie vermochte schlie\u00dflich nicht einmal das Lehramt zu erstreiten, weshalb das oft gepriesene \u201ereflexive\u201c Moment des Relativismus nicht besonders tief in Gesellschaft hineinwirken kann. Auch andere Praxis, die Entwicklungshilfe, sch\u00f6nend \u201eEntwicklungszusammenarbeit\u201c genannt, gilt im Zuge einer um Dialektik reduzierten Kritik daran in der Ethnologie weithin als Abfall oder \u00dcberschuss der Universit\u00e4t. Wenn man nun Ethnologen fragt, wie sich denn konkret Aufkl\u00e4rung gegen Genitalverst\u00fcmmelung gestalten lie\u00dfe, so winken gerade die auf diesem Blog zur Verteidigung der Ethnologie angetretenen Artikel eher ab: Wir sollten erstmal vor unserer eigenen T\u00fcr kehren \u2013 was aber merkw\u00fcrdigerweise nicht so recht gelingen will. Dieses eigene Scheitern kann durch das Interesse am realen oder vermeintlichen Scheitern der Anderen vergessen werden. <a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/autor\/heike-drotbohm\/\">Heike Drotbohm<\/a> klagt:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eLetzten Endes f\u00fchrten jedoch auch massiver internationaler Druck und nationale Verbote sowie umfangreiche Gesundheits- und Aufkl\u00e4rungskampagnen keineswegs zum R\u00fcckgang der Praxis, im Gegenteil: Heute wird die Genitalmodifikation, -beschneidung oder -verst\u00fcmmelung auf allen f\u00fcnf Kontinenten durchgef\u00fchrt und dies in einigen Regionen mit steigender Tendenz.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<div align=\"justify\">\n<p>Es gibt eben einen Unterschied zwischen \u00f6ffentlichen Lippenbekenntnissen und Praxis, die prek\u00e4r finanziert wird. Die <a href=\"https:\/\/wadi-online.de\/\">NGO WADI<\/a> jedenfalls vermeldet mit ihrem integrativen Ansatz glaubhafte Erfolge gegen FGM in Kurdistan. Ganze Regionen wenden sich dort von der Genitalverst\u00fcmmelung ab. Das gleiche gilt f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.hexenjagden.de\/\">Hexenjagden<\/a> \u2013 Aufkl\u00e4rung auch mit einfachsten Mitteln, als moralische Ermahnung gegen Gewalt, f\u00fchrte zu einem R\u00fcckgang der Hexenjagden in bestimmten Regionen Nordghanas. Aufkl\u00e4rung wirkt, wenn sie gut ist und sie wirkt nicht, wenn sie schlecht ist und kann nicht wirken, wenn sie gar nicht existent ist, nicht finanziert wird, oder Ethnologen noch mit diffusen Verweisen auf den Dreck vor der eigenen T\u00fcre dagegenhalten anstatt ihr Scherflein zu besserer Aufkl\u00e4rung beizutragen. Der kollektivierende S\u00fcndenstolz wirkt meist eher zur whataboutistischen Disziplinierung der Avantgarde, die gegen inneres und \u00e4u\u00dferes Elend gleichzeitig k\u00e4mpft. Originell wirkt die Suggestion eines Kulturimperialismus, wie ihn <a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/autor\/dieter-haller\/\">Dieter Haller<\/a> vortr\u00e4gt: \u201eKein Wort davon, dass <em>Transparency International<\/em>, <em>Good Governance <\/em>und das Konzept der Staatenbildung (<em>failed states recovery<\/em>), sowie die Verbreitung von Demokratie das europ\u00e4ische \u2013 oder eher amerikanische \u2013 Entwicklungsmodell rund um den Globus mit Politik, Milit\u00e4r und \u00d6konomie durchgesetzt werden sollen, koste es was es wolle. Und seien es die Leben jener, die in solchen Strukturen leben, die der Autor als unzeitgem\u00e4ss bezeichnen w\u00fcrde: Verwandtschaftsgruppen, tribale Ordnungen und derlei korrupte und undemokratische Gesellungsformen.\u201c<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Was wird hier kritisiert, was angegriffen? 0,38 % des BNE gibt Deutschland f\u00fcr Entwicklungshilfe aus, das angestrebte Ziel sind 0,7% \u2013 \u201ekoste es was es wolle\u201c? Geht es um Milit\u00e4rinterventionen? Vergeblich riefen syrische Gruppen nach einer Milit\u00e4rintervention, die ein Gewaltmonopol herstellt, vergeblich die Hilferufe aus S\u00fcdsudan, Jemen. De facto sind Nichtinterventionen und \u201ediplomatische Initiativen\u201c nicht gerade von Erfolgen gekr\u00f6nt. Tats\u00e4chlich haben die Industriestaaten recht gut gelebt, indem sie ihr Modell gerade nicht ausgebreitet haben und Saudi-Arabien, Iran und anderen Diktaturen ihre Rohstoffe einfach abkauften. Vor allem Saudi-Arabien nutzte das Kapital, um global sein eigenes salafistisches \u201eEntwicklungsmodell\u201c zu verbreiten.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Gerade Integration ethnologischer Forschung in die Operation Surge brachte den von Iran und Saudi-Arabien gef\u00f6rderten Terror fast zum Stillstand \u2013 bis der Abzug der Besatzungstruppen zur Unzeit einer Melange aus baathistischen und djihadistischen K\u00e4mpfern ein Vakuum anbot. Nur in Hallers Darstellung werden aus Menschen im Trikont die ganz Anderen, f\u00fcr die rechtsstaatliche Errungenschaften wie ein Gewaltmonopol, Transparenz oder Staatenbildung nicht willkommen seien, kulturelle Erfindungen des Westens. Der Paternalismus, mit dem die irakischen Araber als \u201enicht reif\u201c f\u00fcr \u201eunsere\u201c Demokratie abgewertet wurden, entspricht gerade nicht dem ethnographischen Wissen \u00fcber die Flexibilit\u00e4t und basisdemokratische Aspekte akephaler und tribaler Strukturen. Man wei\u00df nat\u00fcrlich als Lippenbekenntnis, dass der Relativismus nicht \u201ezur Rechtfertigung von Ausgrenzung und Gewalt\u201c dienen soll, dass \u201eGegenidentifikation mit dem Fremden\u201c nicht r\u00fcckhaltlos zu betreiben sei, kurzum, dass man dem Relativismus schon Grenzen irgendwo in der N\u00e4he von Genozid und Genitalverst\u00fcmmelung setzen m\u00fcsse. Schon im ersten Beitrag von <a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/autor\/cora-bender\/\">Cora Bender<\/a> hei\u00dft es aber ironisch: \u201edeswegen stiefeln meine Studenten wieder im Gleichschritt mit der Bundeswehr nach Afrika, um dort f\u00fcr Ruhe und Ordnung zu sorgen\u201c. Suggeriert sie, dass Genozide wegen der deutschen Vergangenheit toleriert werden sollen? H\u00e4tte man die Djihadisten in Mali lieber gew\u00e4hren lassen? W\u00e4re Sierra Leone unter der RUF besser dran? Muss man den deutschen Truppen nicht eher vorwerfen, unter ihren \u00f6konomischen M\u00f6glichkeiten zur <em>responsibility to protect<\/em> zu bleiben? Franz Boas sei ins Schlachthaus Europa gereist, um die Menschen \u00fcber Rassenhass aufzukl\u00e4ren \u2013 was aber w\u00e4re gewesen, h\u00e4tte er nach seiner R\u00fcckkehr den Menschen in den USA erkl\u00e4rt, dass sie die \u201eWelt nicht an ihrem Wesen genesen\u201c lassen d\u00fcrfen? Zum Gl\u00fcck gab es den <em>war effort<\/em> der Ethnologie, darunter Relativistinnen wie Ruth Benedict und auch Evans-Pritchard. Der dankenswert inkonsequente Relativist hatte sich von der Feldforschung im Sudan abgesetzt, seinen afrikanischen Genossen erkl\u00e4rt, dass der Faschismus eher nicht so rational sei, und dann mit seiner Guerillatruppe faschistischen Truppen empfindlich zugesetzt. Ist also \u201enach Afrika marschiert, um dort f\u00fcr Ruhe und Ordnung zu sorgen\u201c.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Ethnologen wissen, dass man entgegen eines rassistischen Ressentiments vom ewig wilden Afrika dort auch ein wenig Ruhe und Ordnung zu Hirsebier und Maisgr\u00fctze zu sch\u00e4tzen wei\u00df. Man will Industrialisierung, Demokratie, Fortschritt, Fu\u00dfball. Fragen, die EthnologInnen heute im Feld gestellt werden, lauten: Wieso sind Europ\u00e4er so reich? Wie k\u00f6nnen wir auch so reich werden? Muss man wirklich einen Verwandten t\u00f6ten und sein Blut opfern um reich zu werden? Weil EthnologInnen des Mittelbaus meist wenig Erfahrungen mit Reichtum besitzen und auch im Studium keine Zeit mehr f\u00fcr intensive Marxologie haben, wissen sie das auch nicht so recht. Sie m\u00fcssen trotzdem in ein Feld, das sie direkt mit Ausbeutung und primitiver Akkumulation konfrontiert. Und meist m\u00fcssen sie noch nach der Forschung ihren Freunden, so sie sich als gute Ethnologen welche gemacht haben, im Feld Geld und Hochzeitsgeschenke schicken. Was zur Frage der Intervention f\u00fchrt, der sich<a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/kulturrelativismus\/ethnologie-und-oeffentlichkeit-oder-die-kunst-zwischen-den-stuehlen-zu-sitzen\/\"> Matthias Krings<\/a> in seinem Beitrag auf diesem Blog widmet. Intervention fordert die F\u00e4higkeit zum Scheitern, zur Selbstkritik. Selbstkritik jedoch wird heute in Forschungen als Steilvorlage genommen, sie gegen den Verfasser zu verwenden. Wer sich der Schw\u00e4che verd\u00e4chtig macht, reizt zum Zuschlagen, wie Adorno einmal sagte. Und wer im Feld versucht, einen Jungen vom Benzinfass wegzubekommen, dessen Schlauch stets mit dem Mund angesaugt werden muss, damit scheitert und das Scheitern beschreibt, wird in der deutschen Ethnologie schon auch mal des \u201eWhite-Man\u2018s-Burden-Syndroms\u201c beschuldigt. Intervenieren erzeugt unbewusste Aggressionen bei denen, denen geholfen wird und mehr noch bei denen, die selbst zu Solidarit\u00e4t und Empathie nicht f\u00e4hig sind. Das ist der Ursprung der Popularit\u00e4t der Rede von angeblich naiven \u201eGutmenschen\u201c \u2013 die aus dem Entwicklungspessimismus der Ethnologie und ihrem L\u00e4stern \u00fcber unprofessionelle \u201edo-gooders\u201c in die autorit\u00e4re nationalistische Propaganda gegen Fl\u00fcchtlingshelfer \u00fcberschwappte.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Der Ausfall von Kritikf\u00e4higkeit hat auch \u00f6konomische Gr\u00fcnde. Institutionell verpflichtet die allseitige Konkurrenz und Befristungskultur zum Harmonismus. Kritik bedeutet die \u00f6konomische Vernichtung, weil der andere nicht seine Meinung oder sein Verhalten einfach \u00e4ndern kann, sondern vor der n\u00e4chsten Jury schlecht dasteht und aus dem Betrieb ausscheidet. Das erzeugt Simulationen des Relativismus, den Wunsch, keine h\u00f6here Autorit\u00e4t zu kr\u00e4nken und wichtiger noch: Selbst keine Fehler zu machen. Eine scheiternde Feldforschung darf es ebenso wenig geben wie Reflexionen \u00fcber \u201eunethisches\u201c Verhalten oder gar Leiden und daran angeschlossene arbeitsrechtliche Fragen im Feld oder generell riskante, polarisierende Themen, die schlechte Laune machen. Es wird verschwiegen statt verglichen. Weil keiner mehr sein eigener Souver\u00e4n ist, wird die souver\u00e4ne Position, die Grundbedingung von Bildung ist, angefeindet. Der zeitgen\u00f6ssische Relativismus stellt Kritik strukturell still.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Das ist der Grund f\u00fcr die Antipathie, die er erzeugt. Als allgemeine, unbestimmte Disposition muss er sich der Grenzenlosigkeit rechtfertigen. Im Feld nimmt relativistische Voraussetzungslosigkeit und Bereitschaft zum Mitmachen den Schaden und Tod von InformantInnen und Forschenden in Kauf. T\u00e4glich muss im tropischen Feld unterschieden werden zwischen t\u00f6dlichen Tropenkrankheiten und harmlosen Infekten \u2013 wer hier ohne tropenmedizinische Grundkenntnisse in die Forschung geschickt wird, riskiert andere anzustecken oder Patienten unn\u00f6tig sterben zu lassen. Trotzdem n\u00f6tigen ethnologische Institute zusehends Studierende ohne theoretische Vorbildung in Slums und Hochrisikogebiete. Ohne vern\u00fcnftige Grenzarbeit wird hier der Relativismus rasch zum Verbrechen, zum Pazifismus dort wo nur Gewalt retten k\u00f6nnte, zur Lethargie dort, wo Intervention notwendig w\u00e4re, zur Kollaboration, wo teilnehmender Dissens und Streit statt beobachtendem Mitmachen anst\u00fcnde. Die teilnahmslose Beobachtung als Ideal der Ethnologie ist im Kern nur b\u00fcrgerlicher Egoismus, der als Bonus die erlaubte Sparsamkeit des Denkens oder die Besitzstandswahrung abwirft.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Ist letztlich der \u201emoderate\u201c Kulturrelativismus eine L\u00f6sung? Mit der M\u00e4\u00dfigung ist so eine Sache in dialektischen Zust\u00e4nden, wie Heinz Maus das in seiner \u201eTraumh\u00f6lle des Justemillieu\u201c als Ideologie eines spezifischen B\u00fcrgertums zeigte<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>. Die Verh\u00e4ltnisse fordern ein Urteil und Praxis n\u00f6tigt die Bereitschaft zum falschen Urteil auf, das wiederum erst durch radikale Kritik reflektiert werden kann. Wenn aber wesentliche Elemente der Aufkl\u00e4rung fehlen oder institutionell als \u201ealtmodisch\u201c unter die R\u00e4der gekommen sind, kann eine, an Kritischer Theorie mit ihren Grundlagen Hegel, Darwin, Marx und Freud gereifte Aufkl\u00e4rung nicht gelingen. Gegen einen Mangel an Empathie, Empirie und Theorie hilft keine Ethikerkl\u00e4rung, zumal kein Betrieb die Konsequenzen einer Intervention aufzufangen bereit ist. Wer im Feld Notleidende antrifft, hat selbst f\u00fcr deren \u00dcberleben zu sorgen.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>Gegen <a href=\"https:\/\/boasblogs.org\/kulturrelativismus\/stanley-nicht-jared\/\">Felix Girkes nette Polemik<\/a> vom ernsthaften \u201eBesch\u00e4ftigungsfeld einer nicht Schmetterlinge sammelnden Ethnologie\u201c l\u00e4sst sich abschlie\u00dfend die Frage erstellen: wie soll man Gesellschaft verstehen k\u00f6nnen, ohne Schmetterlinge studiert zu haben? Ohne eine Ahnung vom Darwin-Schock, von dem Untergang der Kosmologien, von dem Tod Gottes, l\u00e4sst sich fast kein soziales Ph\u00e4nomen heute begreifen. Was aber enth\u00e4lt ein <a href=\"https:\/\/zeitschrift-kulturwissenschaften.de\/heft\/begeisterung-und-blasphemie\/\">Band der Zeitschrift f\u00fcr Kulturwissenschaften mit dem Titel \u201eBegeisterung und Blasphemie\u201c?<\/a> Viel Tranceforschung, keine Blasphemie. In einer erkalteten Sprache wird aus den Morden an den Redaktionsmitgliedern an Charlie Hebdo ein \u201ebewegliches Positionenspiel\u201c, man will eine forschungsantragstaugliche \u201eEthnologie der Blasphemie\u201c ausloten<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>. Eine blasphemische Ethnologie, die das Tod-Gottes-Problem in ihre Analyse aufnimmt und Gesellschaft durch eine differenzierte, explizit vergleichende Religionskritik resistenter, nicht toleranter, gegen Religionen macht, w\u00e4re zwar zeitgem\u00e4\u00df, aber dem zusehends ents\u00e4kularisierten Markt ganz unzutr\u00e4glich<a style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\" href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>. Auch hier gibt es kein Mittelma\u00df, etwa einen \u201ewissenschaftlichen Agnostizismus\u201c, der religi\u00f6se Mitforscher vor impliziter Kritik verschont. Dass alle Religionen gleich seien ist eine alle Ethnologie durchstreichende Formel. Gute Religionsethnologie war meist von AtheistInnen fabriziert worden, die in der relativistischen Ablehnung aller Religion eine mal mehr, mal weniger gut gelingende Beschreibung von Unterschieden in den spezifischen Religionen leistet. Eine solche am Material und Theorie ebenso wie an lebendiger Erfahrung erarbeitete St\u00e4rke zum Differenzieren im Besonderen und im Allgemeinen ist eine relativistische Praxis, die sich nicht zwischen Bachelor und Forschungsantragsfront erzwingen l\u00e4sst.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<p>&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Mildnerov\u00e1, Kate\u0159ina 2015: From where does the bad Wind Blow? Spiritual Healing and Witchcraft in Lusaka, Wien: LIT, 315 pages.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Riedel, Felix 2016: \u201eHexenjagd und Aufkl\u00e4rung in Ghana. Von den medialen Inszenierungen des Okkulten zu den Ghettos f\u00fcr Hexenjagdfl\u00fcchtlinge.\u201c K\u00f6ln: R\u00fcdiger K\u00f6ppe.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Adornos revolution\u00e4re Erneuerung der Soziologie war aber wesentlich von Methodendiskussionen gepr\u00e4gt, die innovative Gruppendiskussionen mit Deutschen im Nachkriegsdeutschland hervorbrachten und geradezu ethnologische Partizipation f\u00f6rderten. S. Riedel 2016.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Streck, Bernhard 1995: Entfremdete Die Konstruktion von Kultur in den zwei Frankfurter Schulen. In Hauschild, Thomas (Hg.) 1995: Lebenslust und Fremdenfurcht. Ethnologie im Dritten Reich. 103-120.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Maus, Heinz 1981 (1939): Kritik am Justemillieu. Eine sozialphilosophische Studie \u00fcber In: \u201eTraumh\u00f6lle des Justemilieu. Erinnerungen an die Aufgaben der Kritischen Theorie. Hg. v. Greven, Michael\/ van de Moetter, Gerd. Frankfurt a.M.: Europ\u00e4ische Verlagsanstalt. 42-243.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Zillinger, Martin: <a href=\"https:\/\/www.uni-muenster.de\/Ejournals\/index.php\/ZfK\/article\/download\/1991\/29\">Klare Worte. Jeanne-Favret-Saada zu einer Anthropologie der Blasphemie<\/a>, in: Erhard Sch\u00fcttpelz und Martin Zillinger (Hg.): Begeisterung und Blasphemie. Zeitschrift f\u00fcr Kulturwissenschaften 2\/2015, S. 263-266.<\/p>\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Wie diesen Text musste ich weitere Publikationen zum Relativismus weitgehend ohne Bezahlung verfassen:<\/p>\n<p>Riedel, Felix 2014: \u201eUnh\u00f6fliche Gespenster \u2013 Adorno und der Okkultismus\u201c. In:\u201eNebulosa \u2013 Figuren des Sozialen\u201c 5\/2014. 153-163.<\/p>\n<p>Riedel 2016: \u201eEs ist kein Gott. Blasphemie und Wissenschaft.\u201c Via: <a href=\"http:\/\/jungle-world.com\/artikel\/2016\/39\/54932.html\">http:\/\/jungle- world.com\/artikel\/2016\/39\/54932.html<\/a><\/p>\n<p>Riedel, Felix 2017: \u201eUntergangsriten. Zum Relativismusproblem nicht nur in der Ethnologie.\u201c\u00a0 <a href=\"http:\/\/versorgerin.stwst.at\/artikel\/mar-5-2017-1308\/untergangsriten\">http:\/\/versorgerin.stwst.at\/artikel\/mar-5-2017-1308\/untergangsriten.<\/a><\/p>\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\">\n<div align=\"justify\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[143],"kulturrelativismus_category":[],"class_list":["post-1625","kulturrelativismus","type-kulturrelativismus","status-publish","hentry","autor-felix-riedel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus\/1625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kulturrelativismus"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus\/1625\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5036,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus\/1625\/revisions\/5036"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=1625"},{"taxonomy":"kulturrelativismus_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/kulturrelativismus_category?post=1625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}