{"id":5584,"date":"2020-10-14T18:00:22","date_gmt":"2020-10-14T16:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=fieldworkmeetscrisis&#038;p=5584"},"modified":"2023-10-30T20:16:09","modified_gmt":"2023-10-30T19:16:09","slug":"forschenhome-das-sozial-und-kulturanthropologische-home-office-in-der-corona-krise","status":"publish","type":"fieldworkmeetscrisis","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/fieldworkmeetscrisis\/forschenhome-das-sozial-und-kulturanthropologische-home-office-in-der-corona-krise\/","title":{"rendered":"Forschen@home? Das sozial- und kulturanthropologische \u201eHome Office\u201c in der \u201eCorona-Krise\u201c"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis\/5584?pdf=5584\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis\/5584?pdf=5584\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5633\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-Pic-1_Header-TEASER--920x518.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"518\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-Pic-1_Header-TEASER--920x518.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-Pic-1_Header-TEASER--550x310.png 550w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-Pic-1_Header-TEASER-.png 1054w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Das \u201eHome Office\u201c der Autorin, Foto: JB privat.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<blockquote><p><em>W\u00e4hrend sich immer mehr Menschen in das Zoom-Meeting einloggen werden die Anzeigebilder immer kleiner. Bald muss ich mehrfach scrollen um einen \u00dcberblick \u00fcber die \u00fcber sechzig Teilnehmer*innen zu bekommen. In den winzigen Bildern erkenne ich bei Manchen Ausschnitte aus ihren Privatwohnungen: Ich sehe Familienfotos an den W\u00e4nden, Haustiere durchs Bild laufen, bei einer Teilnehmerin h\u00e4lt ein Baby immer wieder seine F\u00e4ustchen in die Kamera. Auch ich habe vorher getestet, wo ich mich mit meinem Laptop hinsetze. Wie viel Einblick in meine Privatr\u00e4ume m\u00f6chte ich geben? Irgendwann gebe ich auf \u2013 die Auswahl ist in meinem Zimmer doch begrenzt. Die obligatorische Videocall-Schneise habe ich dann doch freiger\u00e4umt. Immerhin sieht niemand mein Chaos. Ich habe nicht alles aufger\u00e4umt, wie sonst, wenn ich Besuch erwarte. Und obwohl wir uns nur f\u00fcr zwei Stunden virtuell treffen, f\u00fchlt es sich doch ein bisschen so an, als w\u00fcrden die Seminarteilnehmer*innen durch ein Schl\u00fcsselloch in meine Wohnung linsen. Ich f\u00fchle mich beobachtet. Und gleichzeitig \u00fcberw\u00e4ltigt von der gro\u00dfen Menge an Teilnehmer*innen &#8211; ausgelegt war das Seminar einmal f\u00fcr 15 Personen. Wir alle promovieren in Berlin, an unterschiedlichen Universit\u00e4ten und in verschiedenen F\u00e4chern und doch treffen wir uns seit diesem ersten Treffen \u00fcber zwei Monate hinweg jeden Montagmorgen virtuell um \u00fcber das wissenschaftliche Arbeiten in Krisenzeiten zu sprechen. Der blo\u00dfe Andrang zeigt, dass wir alle etwas vermissen, dass wir alle wissen wollen, wie es weitergehen kann in dieser \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c. Am Ende werden wir mehrheitlich feststellen, dass das Sch\u00f6nste war zu sehen, dass man nicht allein ist mit der eigenen Belastung. Die \u201eCorona-Krise\u201c hat uns alle vor neue Herausforderungen gestellt und uns vor allem ins \u201eHome Office\u201c geschickt. Am Anfang dachte ich, Wissenschaftler*innen wie mich, w\u00fcrde diese Situation besonders wenig belasten. Extern Promovieren bedeutete doch schon immer viel Zeit allein mit der eigenen Arbeit zu verbringen, oft auch am privaten Schreibtisch. Aber nach f\u00fcnf Tagen in sozialer Distanziertheit und einem Alltag der nicht sehr viel mehr als den Weg von meinem Bett an meinen Arbeitsplatz umfasste (etwa drei Meter also), beschloss ich einkaufen zu gehen \u2013 schlicht, um mit einem Menschen zu sprechen, der sich materiell und nicht virtuell zeigte. Ich bekam Angst sozial zu verk\u00fcmmern. An der Kasse tr\u00f6delte ich besonders lange, um den kostbaren Moment menschlicher Verbindung auszukosten. War das noch normal? War ich noch normal? <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Mobile Arbeit und Arbeit 4.0 sind schon l\u00e4nger die neuen zukunftsweisenden Trendbegriffe: Flexiblere Arbeitszeiten und r\u00e4umliche Abkehr vom klassischen B\u00fcroplatz werden von Arbeitnehmenden, Gewerkschaften wie auch der Politik gleichsam positiv bewertet (vgl. etwa BMAS 2015). B\u00fcror\u00e4ume werden immer knapper, Universit\u00e4ten und Wissenschaftler*innen mobiler, die Arbeit damit \u201eentgrenzter\u201c. Dieser Trend ist nicht erst seit SARS-CoV-2 zu bemerken und auch nicht nur in der Wissenschaft. Das sogenannte \u201eHome-Office\u201c hat eine grundlegende Bedeutungswandlung vollzogen. Widmeten sich noch die Arbeitsk\u00e4mpfe im 19. Jahrhundert der Abschaffung der Heimarbeit (s. etwa der N\u00e4herinnenstreik von 1896), gilt die Verlegung der Arbeit in die eigenen Privatr\u00e4ume heute als vielversprechendes Zukunftsmodell. Gelobt werden die neue Vereinbarkeit mit Familie und Beruf, die flexible Anpassung auf individuelle Arbeitsweisen und Situationen. Im \u201eHome Office\u201c, best\u00e4tigen Studien, sind Arbeitnehmende wesentlich produktiver, machen weniger Pausen und neigen eher dazu \u00dcberstunden zu machen, klimasch\u00e4dliche Pendelwege fallen ebenso weg wie die unbequeme Hose mancher Videocall-Teilnehmenden (Bloom et al. 2015; Muri 2004; AOK 2019). Dies \u00fcberraschte zu allererst konservative Arbeitgeber*innen, die sich lange Zeit gegen eine Entgrenzung der Arbeit stellten, aus Angst die Angestellten w\u00fcrden ihr Soll nicht erf\u00fcllen (Ceballos Betancur\/Diem\/Kerbusk\/Rudzio, DIE ZEIT Nr. 25\/2020). Erst k\u00fcrzlich warnte der f\u00fcr den CDU-Parteivorsitz kandidierende Politiker Friedrich Merz im Hinblick auf die extreme Zunahme von \u201eHome Office\u201c und Kurzarbeit w\u00e4hren der Corona Krise: \u201eWir m\u00fcssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gew\u00f6hnen, dass wir ohne Arbeit leben k\u00f6nnen\u201c. Wie weltfremd diese Aussage ist und dass die Verlegung des Arbeitsplatzes ins Private vor allem auch negative Konsequenzen hat, zeigt eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien. Die psychische Belastung durch \u201eHome Office\u201c etwa und sozialer Isolation sind hoch (Benoy 2020). Video-Calls ersetzen keine sozialen Beziehungen oder Gespr\u00e4che, die in physischer Pr\u00e4senz abgehalten werden \u2013 im Gegenteil setzt eine \u201eZoom-Fatigue\u201c ein, die sogar psycho-somatische Auswirkungen haben kann (Rump\/Brandt 2020). Soziale Isolation ist einer der gro\u00dfen Gr\u00fcnde warum Heimarbeit als unangenehm empfunden wird. Abhilfe versprechen inzwischen u.a. verschiede Soundanbieter, die mithilfe von B\u00fcroger\u00e4uschen die Kreativit\u00e4t von Arbeitnehmenden anregen wollen (vgl. etwa <a href=\"http:\/\/imisstheoffice.eu\/\">imisstheoffice.eu<\/a> oder auch <a href=\"http:\/\/soundofcolleagues.com\/\">soundofcolleagues.com<\/a>). Gerade die Vermischung von Privat- und Arbeitsleben wird aber als besonders belastend empfunden; Arbeitsschutzma\u00dfnahmen sind kaum gegeben oder einzuhalten; Motivation und Grenzziehungen erfolgen meist ausschlie\u00dflich durch die Arbeitnehmer*innen. Die \u201eCorona-Krise\u201c, die oft auch als \u201eBrennglas f\u00fcr soziale Zust\u00e4nde\u201c beschrieben wird, hat zudem gezeigt, dass vor allem marginalisierte Gruppen unter diesen neuen Lebensumst\u00e4nden leiden. Eine Studie des WZB etwa zeigt, gerade bei Frauen entsteht eine Doppelbelastung, emanzipatorische Fortschritte fallen geradezu in sich zusammen; je prek\u00e4rer das Anstellungsverh\u00e4ltnis desto h\u00f6her ist die Belastung durch die Arbeit zuhause (B\u00fcnning et al. 2020). Anders als oftmals proklamiert behandelt das Virus eben doch nicht alle gleich (Baumann 2020). Jeder f\u00fcnfte Arbeitnehmende empfindet deshalb \u201eHome Office\u201c als gravierende Belastung, zeigte eine Studie der Krankenkassen noch vor der Pandemie (AOK 2019). Die L\u00e4ngsschnittstudie &#8222;COFIT4U (Corona-Fitness-for-you) &#8211; Mit mentaler Fitness stark in der Krise&#8220; der Darmst\u00e4dter Psychologin Ruth Stock-Homburg zeigt au\u00dferdem, dass eine Vielzahl der Studienteilnehmen ihre Arbeit als \u201esinnlos\u201c betrachten, im steigenden Verh\u00e4ltnis zur steigenden Arbeitszeit zuhause. Hieraus entst\u00fcnden schwerwiegende psychische Beeintr\u00e4chtigungen, wie etwa Depressionen und Angstst\u00f6rungen, sowie eine Schw\u00e4chung des Herz-Kreislauf- und Immunsystems, so die Studienleiterin (EPD 2020). Schafft das \u201eHome Office\u201c also neue \u201eBullshit Jobs\u201c? Als David Graeber den gesellschaftlichen Schaden und die psychologische Destruktivit\u00e4t von als sinnlos empfundener Arbeit anprangerte (Graber 2018) hatte er wohl kaum seinen eigenen Berufsstand im Blick. Doch gerade Wissenschaftler*innen trifft die neue Arbeitswirklichkeit w\u00e4hren der \u201eCorona-Krise\u201c h\u00e4rter als vermutet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Forschen @home \u2013 das \u201eHome Office\u201c als Herausforderung f\u00fcr Wissenschaftler*innen im Generellen und Sozial und Kulturanthropolog*innen im Besonderen <\/strong><\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5635\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-pic-2-920x690.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-pic-2-920x690.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/DGSKA-Boas-Blog-Baumann-Homeoffice-pic-2.png 1120w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Entgrenzung und Ausgrenzung: Bei L\u00e4rm am Arbeitsplatz griff die Autorin zu besonderen Ma\u00dfnahmen, Foto: JB privat.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>&#8222;<em>When public spaces for people to meet and mingle are empty, when the conversations of the regulars at the village tavern have gone silent and people seek out the safety of their own four walls, anthropological research also has to be put in hibernation<\/em>\u201d (Lems 2020).<\/p>\n<p>Das Leben mit dem Virus stellte auch die Hochschulen vor gravierende Herausforderungen. Auf einen Schlag musste von Pr\u00e4senzbetrieb auf Online-Lehre umgestellt werden. Auch hier stellte man schnell fest, Videokonferenzen ersetzten weder den Lehrbetrieb noch wissenschaftliche Arbeitspraxis ad\u00e4quat. Allein schon die Abh\u00e4ngigkeit dieser neuen Arbeitsform von kommerziellen IT-Anbietern muss kritisch hinterfragt werden (Gramelsberger 2020). Ein weiteres Problem stellt sich in der Weiterbesch\u00e4ftigung von prek\u00e4r angestellten Wissenschaftler*innen: Nicht alle F\u00f6rder*innen stellten so wie die DFG Corona-angepasste F\u00f6rderrichtlinien zur Verf\u00fcgung. Gerade, wenn auch noch die Betreuung von Familienangeh\u00f6rigen und Kindern geleistet werden muss, stehen Nachwuchswissenschaftler*innen vor gro\u00dfen Herausforderungen (s. #legochallenge). R\u00fcckzugsorte mit stabiler Internetverbindung, die vorher auch mobilen Forscher*innen zur Verf\u00fcgung standen, Caf\u00e9s und Bibliotheken etwa, schlossen im \u201eLockdown\u201c f\u00fcr den Publikumsverkehr. Soziale R\u00e4ume k\u00f6nnen anscheinend schwer digitalisiert werden, digitale R\u00e4ume hingegen sind unumstritten sozial geformt. Wissenschaft so stellten Kai Bremer und Christoph K\u00f6nig fest (2020) ist aber mehr als nur schn\u00f6de Wissensvermittlung, sie ist eine \u201eLebensform\u201c; die krisenbedingten Einschr\u00e4nkungen hingegen seien ein klarer Eingriff in die Wissenschaftsfreiheit und \u201eAusdruck eines b\u00fcrokratischen Verst\u00e4ndnisses von Universit\u00e4t, das aus Kolleginnen und Kollegen (und \u00fcbrigens auch Studierenden) Verwaltungsvorg\u00e4nge macht, die inneruniversit\u00e4re Diskussion in der Kommunikation der Gremien untereinander abbildet und die Individualit\u00e4t von Forschung und Lehre konterkariert\u201c. Gerade f\u00fcr die Sozialwissenschaften sind aber diskussionsbegr\u00fcndete und auf pers\u00f6nlicher Begegnung basierende Auseinandersetzungen fundamental. Ethnografische Forschung ist unter gegebenen Umst\u00e4nden damit aber kaum m\u00f6glich, schon allein aus ethischen Gr\u00fcnden (Lems 2020); Schreiben im Angesicht der Pandemie f\u00e4llt oft schwer (Kehr 2020) und Reisen wird wohl auch in Zukunft problematisch bleiben. Wie sehr sich Arbeitspl\u00e4tze durch diese neue Arbeitsweise ver\u00e4ndern, musste auch ich feststellen:<\/p>\n<blockquote><p><em>Ich stellte meine Wohnung arbeitsgerecht um, kaufte einen neuen Schreibtisch und B\u00fcrostuhl. Auch die Ger\u00e4uschkulisse \u00e4nderte sich: In meinem Haus h\u00f6rte ich auf einmal Nachbar*innen telefonieren, die sonst tags\u00fcber in ihren B\u00fcros arbeiteten. Mit einem Mal wurde meine Welt beschr\u00e4nkt auf 25 Quadratmeter. Mit Fachkolleg*innen habe ich kaum noch Kontakt. Die informellen Gespr\u00e4che, das Flurgefl\u00fcster und die zuf\u00e4lligen Treffen in der Mensa gingen mir ab. Ich habe das Gef\u00fchl abgeh\u00e4ngt zu sein. Gleichzeitig habe ich das Gef\u00fchl mich von mir selbst abh\u00e4ngen zu wollen. Es reicht, meine Gedanken drehen sich nur noch um meine Existenz in den 25 Quadratmetern, das Leben um mich herum verl\u00e4uft in Zeitlupe. Corona ist ein Scheinriese, je weiter ich mich wegk\u00e4mpfe desto gr\u00f6\u00dfer erscheint er. Von meinem Bett aus kann ich die noch zu lesenden B\u00fccherstapel auf meinem Schreibtisch sehen und kann nicht mehr gut einschlafen. Meine Feldforschung ist bis heute auf ungewisse Zeit verschoben. Der sorgsam angelegte Zeitplan f\u00fcr meinen Stipendiengeber bleicht stetig in der Sonne aus \u2013 ich darf ihn nicht zu oft betrachten. An meinem Projekt zu arbeiten f\u00fchlt sich sinnlos an. Mit welchem Zeitfenster soll ich planen? Was wenn sich diese Krise doch weiter hinzieht? Wenn meine physische Pr\u00e4senz im Feld nie m\u00f6glich sein wird? Ich darf auch \u00fcber diese Fragen nicht zu viel nachdenken; ich stelle meine Gedanken auf mute. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><em>Written on 5 October 2020 and revised on 12 October 2020<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Julia Baumann<\/strong> promoviert gegenw\u00e4rtig an der FU Berlin und untersucht empirisch das emotionale Erleben von Ethnograf*innen in akademischen Arbeitswelten in unterschiedlichen kulturellen Kontexten. Den Lockdown hat Julia in Berlin verbracht. Kontakt: <a href=\"mailto:j.n.baumann@fu-berlin.de\">j.n.baumann[at]fu-berlin.de<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>References<\/strong><\/p>\n<div style=\"text-indent: -2em; padding-left: 2em;\">\n<p>Baumann, Julia Nina. 2020. Equality in the shades of Covid-19 in Germany\u2013 a critical comment: https:\/\/www.anthrometronom.com\/corona-realms.<\/p>\n<p>Benoy, Charles (Hg.). 2020. Covid-19. Ein Virus nimmt Einfluss auf unsere Psyche. Einsch\u00e4tzungen und Ma\u00dfnahmen aus psychologischer Perspektive. Einsch\u00e4tzungen und Ma\u00dfnahmen aus psychologischer Perspektive. Stuttgart: Kohlhammer.<\/p>\n<p>Bloom, Nicholas, James Liang, John Roberts Zhichun &amp; Jenny Ying. 2015. Does working from home work? Evidence from a Chinese experiment. In: The Quarterly Journal of Economics, 165\u2013218.[doi:10.1093\/qje\/qju032]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/autor\/bremer-kai-288\/\">Bremer<\/a>, Kai und <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/autor\/koenig-christoph-289\/\">Christoph K\u00f6nig<\/a>. 2020. Wie die \u201aneue Normalit\u00e4t\u2018 an Universit\u00e4ten aussehen kann, in Forschung &amp; Lehre 03.07.2020. <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/zeitfragen\/wie-die-neue-normalitaet-an-universitaeten-aussehen-kann-2919\/\">https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/zeitfragen\/wie-die-neue-normalitaet-an-universitaeten-aussehen-kann-2919\/<\/a>.<\/p>\n<p>Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS). 2015. MONITOR. Mobiles und entgrenztes Arbeiten. Aktuelle Ergebnisse einer Betriebs- und Besch\u00e4ftigtenbefragung. <a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/PDF-Publikationen\/a873.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2\">https:\/\/www.bmas.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/PDF-Publikationen\/a873.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=2<\/a>.<\/p>\n<p>B\u00fcnning, Mareike, Hipp, Lena &amp; Munnes, Stefan. 2020. Erwerbsarbeit in Zeiten von Corona. WZB Ergebnisbericht des Wissenschaftszentrum Berlin f\u00fcr Sozialforschung (WZB). <a href=\"https:\/\/www.econstor.eu\/bitstream\/10419\/216101\/1\/Full-text-report-Buenning-et-al-Erwerbsarbeit-in-Zeiten-von-Corona-v1-20200415.pdf\">https:\/\/www.econstor.eu\/bitstream\/10419\/216101\/1\/Full-text-report-Buenning-et-al-Erwerbsarbeit-in-Zeiten-von-Corona-v1-20200415.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Ceballos Betancur, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/autoren\/C\/Karin_Ceballos_Betancur\/index\">Karin<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/autoren\/D\/Viola_Diem\/Viola_Diem\">Viola Diem<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/autoren\/K\/Simon_Kerbusk\/index.xml\">Simon Kerbusk<\/a> &amp; <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/autoren\/R\/Kolja_Rudzio\/index.xml\">Kolja Rudzio<\/a>. 2020. Zu Hause ist es am sch\u00f6nsten.In: DIE ZEIT \u00a025\/2020, 10. Juni 2020. https:\/\/www.zeit.de\/2020\/25\/homeoffice-buero-flexible-arbeit-digitalisierung-coronavirus.<\/p>\n<p>Evangelischer Pressedienst (EPD) &amp;Jens Bayer-Gimm. 2020. Studie. Homeoffice beschert psychische Probleme. <a href=\"https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/168317\/05-04-2020\/studie-homeoffice-beschert-psychische-probleme\">https:\/\/www.evangelisch.de\/inhalte\/168317\/05-04-2020\/studie-homeoffice-beschert-psychische-probleme<\/a>.<\/p>\n<p>Graeber, David. 2018. Bullshit-Jobs. A Theory. New York: Simon &amp; Schuster.<\/p>\n<p>Gramelsberger, Gabriele. 2020. \u201aAm Ende k\u00f6nnte das Aus der Forschung stehen\u2018. In: Forschung &amp; Lehre 18.09.2020. https:\/\/www.forschung-und-lehre.de\/am-ende-koennte-das-aus-der-forschung-stehen-3115\/.<\/p>\n<p>Kehr, Janina. 2020. <a href=\"https:\/\/www.medizinethnologie.net\/sich-der-pandemie-hingeben\/\">Sich der Pandemie hingeben. Schreiben und Nervosit\u00e4t in Zeiten von Covid-19 (#WitnessingCorona)<\/a>. https:\/\/www.medizinethnologie.net\/sich-der-pandemie-hingeben\/.<\/p>\n<p>Lems, Annika. 2020. The (Im)possibility of Ethnographic Research during Corona. <a href=\"https:\/\/www.eth.mpg.de\/5478478\/news-2020-06-11-01\">https:\/\/www.eth.mpg.de\/5478478\/news-2020-06-11-01<\/a>.<\/p>\n<p>Muri, Gabriela. 2004. <a href=\"https:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/wissenschaft\/kulturwissenschaften\/pause-2273.html\">Pause!. <\/a>Zeitordnung und Auszeiten aus alltagskultureller Sicht. Frankfurt\/New York: Campus Verlag.<\/p>\n<p>Rump, Jutta &amp; Marc Brandt (Hg.). 2020. Zoom-Fatigue. Eine Studie des Instituts f\u00fcr Besch\u00e4ftigung und Employability. <a href=\"https:\/\/www.ibe-ludwigshafen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Folien_IBE-Studie_Zoom-Fatigue.pdf\">https:\/\/www.ibe-ludwigshafen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Folien_IBE-Studie_Zoom-Fatigue.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Wissenschaftliches Instituts der AOK (WIdO). 2019. Eine aktuelle Befragung des Arbeitens im Homeoffice. H\u00f6here Arbeitszufriedenheit, aber st\u00e4rkere psychische Belastungen. <a href=\"https:\/\/www.aok-bv.de\/presse\/pressemitteilungen\/2019\/index_22652.html\">https:\/\/www.aok-bv.de\/presse\/pressemitteilungen\/2019\/index_22652.html<\/a>. (letzter Zugriff zu allen Links: 05.10.2020)<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","autor":[658],"class_list":["post-5584","fieldworkmeetscrisis","type-fieldworkmeetscrisis","status-publish","hentry","autor-julia-nina-baumann"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis\/5584","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/fieldworkmeetscrisis"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5584"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=5584"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}