{"id":5530,"date":"2020-10-14T18:00:11","date_gmt":"2020-10-14T16:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=fieldworkmeetscrisis&#038;p=5530"},"modified":"2020-10-15T13:00:44","modified_gmt":"2020-10-15T11:00:44","slug":"thematische-offenheit-und-methodischer-opportunismus","status":"publish","type":"fieldworkmeetscrisis","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/fieldworkmeetscrisis\/thematische-offenheit-und-methodischer-opportunismus\/","title":{"rendered":"Thematische Offenheit und methodischer Opportunismus"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis\/5530?pdf=5530\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis\/5530?pdf=5530\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5531\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/image-1_preview-920x446.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"446\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/image-1_preview-920x446.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/image-1_preview.png 1301w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Figure 1: Es liegt was in der Luft \u2013 Forschen in Zeiten von Corona. Copyright Max M\u00fcller.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am Anfang lief noch alles nach Plan. Ich war im Oktober 2019 nach sieben Jahren des Studiums in G\u00f6ttingen und Hanoi endlich wieder zu Hause in Ostberlin. Und dazu hatte ich auch noch das gro\u00dfe Gl\u00fcck eine Stelle innerhalb eines vietnambezogenen Forschungsprojektes des an der Freien Universit\u00e4t angesiedelten SFB 1711 <i>Affective Societies<\/i> ergattert zu haben. Zum Ende meines Studiums lief mein akademisches Feuer eher auf Sparflamme, nun sp\u00fcrte ich jedoch die Forschungs-Motivation wieder in mir steigen und ich freute mich auf meine beginnende Promotion.<\/p>\n<p>Das Gef\u00fchl eine neue Studie beginnen zu d\u00fcrfen sch\u00fcrte dieses Feuer in mir; ich f\u00fchlte mich lebendig und trotz des bevorstehenden Winters wohlig warm im Inneren. Auf der Suche nach einem Promotions-Thema flanierte ich die darauffolgenden Wochen in bester stadtanthropologischer Manier durch die Stra\u00dfen meiner Heimatstadt. Ich erinnerte mich an meine studentische Ausbildung zur\u00fcck und wurde mir einer (von insgesamt zwei) forschungsleitenden Pr\u00e4missen wieder gewahr: Der Grundeinstellung einer thematischen Offenheit. So nutze ich meinen wiedergefundenen Antrieb, um alle vietnambezogenen Veranstaltungen in Berlin zu besuchen, die ich finden konnte. In dieser Zeit liefen mehrere Gedankenstr\u00e4nge zu m\u00f6glichen Forschungen parallel in meinen Kopf, kreuzten sich, verhedderten sich von Zeit zu Zeit und bildeten dadurch Knotenpunkte f\u00fcr neue Ideen. Das aus all den verschiedenen Pfadlinien mein aktuelles Projekt hervorgegangen ist, war ein sch\u00f6ner Zufall und w\u00e4re ohne die aktuelle Corona-Krise gar nicht zustande gekommen. Um diesen Prozess der Themenfindung und Corona-bedingten Forschungs-Transformationen darzustellen zu k\u00f6nnen zun\u00e4chst jedoch zum Beginn meines Gedanken-Kn\u00e4uels.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Die ersten Schritte ins Feld \u2026<\/b><\/p>\n<p>Als sich im Dezember letzten Jahres in Wuhan bereits die ersten unerkl\u00e4rlichen Lungenentz\u00fcndungen h\u00e4uften, sa\u00df ich f\u00fcr einen Themenabend zur vietnamesisch-deutschen Geschichte noch dicht gedr\u00e4ngt im Acud-Kulturhaus und wartete auf den Beginn einer Filmvorf\u00fchrung. Neben mir sa\u00df eine Frau, die vor dem Beginn der Vorf\u00fchrung noch eilig einige S\u00e4tze in ihren Laptop eintippte. Da ich alleine auf dieser Veranstaltung war \u2013 und mir im Laufe meiner anthropologischen Methodenausbildung die unh\u00f6fliche Angewohnheit antrainiert habe, fremde Gespr\u00e4che zu belauschen oder auf Bildschirme in meiner N\u00e4he zu schielen \u2013 schaute ich auf den Laptop neben mir und las dort: \u201e<a href=\"https:\/\/taz.de\/Pagode-in-Lichtenberg-soll-weg\/!5646224\/\">Auf Budda gebaut<\/a>. Seit 2006 existiert eine buddhistische Pagode auf dem Gel\u00e4nde eines Asiamarkts. F\u00fcr VietnamesInnen ist sie heilig, f\u00fcr den Bezirk &#8222;Zweckentfremdung&#8220; (Mai 2019). Eine unauff\u00e4llige Notiz in mein Handy und dann begann der Filmabend.<\/p>\n<p>Einige Wochen darauf hatte ich diese kurze Episode schon l\u00e4ngst wieder vergessen, als ich die Eltern meiner Partnerin besuchte und mir meine Schwiegermutter einen sorgf\u00e4ltig ausgeschnittenen Zeitungsartikel aus der taz \u00fcberreichte. Mir fiel beim Lesen der \u00dcberschrift meine zuf\u00e4llige Begegnung mit diesen Worten wieder ein, ich grinste innerlich \u00fcber diesen sch\u00f6nen Zufall und las gespannt weiter: \u201eErstmals seit 1987 will eine Berliner Beh\u00f6rde ein Gotteshaus schlie\u00dfen, weil das ihrer Meinung nach am angestammten Platz st\u00f6rt. [\u2026] Die Pagode wird nur noch bis Ende Juni 2020 geduldet, danach soll sie sich neue R\u00e4ume suchen\u201c (ebd.). Die zu einem asiatischen Gro\u00dfhandelszentrum zugeh\u00f6rige Pagode soll nun also schlie\u00dfen, weil laut Berliner Verwaltung die kulturelle und\/oder religi\u00f6se Nutzung von Geb\u00e4uden in einem Gewerbegebiet nicht zul\u00e4ssig ist. Ich verdrehte schon beim Lesen des Artikels die Augen \u00fcber die Sturheit der Beh\u00f6rden. Zu diesem Zeitpunkt war es Ende Dezember und ich sp\u00fcrte an dem Kribbeln in meinem Bauch, dass ich wusste wohin mein Promotionsprojekt gehen sollte. Das institutionelle Aufeinandertreffen der deutschen Beh\u00f6rden mit dem religi\u00f6sen F\u00fcrsorge-Auftrag der Pagode versprach ein spannendes Thema zu sein.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-5533\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/image-2.png\" alt=\"\" width=\"841\" height=\"532\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Figure 2: Die erste Krume f\u00fcr meine ethnografische Spurensuchen. Copyright Screenshot Max M\u00fcller.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Bis zum abrupten Ende<\/b><\/p>\n<p>Im Laufe der n\u00e4chsten Wochen folgte ich den Spuren des Artikels und versuchte mich dem Feld zu n\u00e4hern. Ich schrieb Mails, telefonierte, schrieb neue Mails. Fuhr bei der Pagode vorbei und kam dort tats\u00e4chlich mit einigen Leuten des angrenzenden Gro\u00dfmarktes ins Gespr\u00e4ch. Doch alle Spuren verliefen schlussendlich im Sand und jeder Versuch mich der Gemeinschaft zu n\u00e4hern scheiterte. Im Laufe der n\u00e4chsten Wochen bekam ich das Gef\u00fchl, dass aus Robert Parks Aufruf zum <i>nosing around<\/i> (Lidner 2007:9) eher ein verzweifelter und unh\u00f6flicher Versuch wurde, mich einem Feld zu n\u00e4hern, welches durch die angedrohte Schlie\u00dfung gerade ganz anderen Problemen gegen\u00fcberstand.<\/p>\n<p>Der fr\u00fche Frust des (missgl\u00fcckten) Feldzuganges traf mich hart und schlug merklich auf mein Gem\u00fct. Und dann \u2013 mitten in die endlosen Selbstzweifel \u2013 katapultierte sich ein kronenf\u00f6rmiges St\u00fcck RNA in das Weltgeschehen und stellte alles zuvor Bekannte auf den Kopf. Mein pers\u00f6nlicher Frust geriet schnell in den Hintergrund. Ich verfolgte von zu Hause aus, wie die Menschheit verzweifelt versuchte mit dieser Pandemie umzugehen. Aber wie so oft er\u00f6ffnen solche affektiven Spannungsmomente auch Ereignishorizonte, hinter denen der Status quo neu auszuhandeln ist. So auch in der Sozial- und Kulturanthropologie.<\/p>\n<p>Von der relativen Sicherheit meines Smartphones aus blickte ich durch dieses digitale Fenster in die Welt und beobachtete zwei interessante Dinge. Zum einem bemerkte ich wie online sofort Debatten zur (Un)M\u00f6glichkeit von Feldforschungen (Miller 2020) losgetreten wurden. In den folgenden Wochen konnte ich dann quasi live mitverfolgen, wie Anthropolog_innen aus der ganzen Welt in einem Google-Doc kreative Antworten auf die forschungstechnischen Irrungen und Wirrungen einer <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1clGjGABB2h2qbduTgfqribHmog9B6P0NvMgVuiHZCl8\/edit?ts=5e88ae0anhttps:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1clGjGABB2h2qbduTgfqribHmog9B6P0NvMgVuiHZCl8\/edit?ts=5e88ae0an\"><i>Fieldwork in a Pandemic<\/i><\/a> sammelten (Lupton 2020). Zum anderen wurde mir schnell die zweite grundlegende, w\u00e4hrend meiner studentischen Ausbildung verinnerlichte Haltung zur anthropologischer Feldforschung bewusst: Dem vom Feld geleiteten Methodenopportunismus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mit Abstand und Maske ins (digitale) Feld<\/b><\/p>\n<p>Auf eben diesen Methodenopportunismus und die thematische Offenheit r\u00fcckbesonnen beginne ich mich Ende M\u00e4rz zu entspannen und der Pagoden-Gemeinde in die f\u00fcr mich neuen Gefilde einer virtuellen Feldforschung zu folgen (Boellstorff 2013). Ich abonniere die offizielle Facebook-Seite der Pagoden-Gemeinde und sto\u00dfe \u00fcber Umwege auf ein Video des vietnamesischen Staatsfernsehens, in dem \u2013 mit viel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h40nXBgNaOM&amp;t=1s\">sozialistischem Pathos<\/a> \u2013 der weltweite Einsatz der vietnamesischen Diaspora-Gemeinschaft im Kampf gegen das Virus hervorgehobenen wird (VTV4 2020). \u00dcber diese digitale Spurensuche n\u00e4here ich mich allm\u00e4hlich einem neuen Thema, der Care-Antwort der vietnamesischen Gemeinschaft in Berlin auf die Corona-Pandemie. Anfang April lese ich in einem weiteren Artikel von Marina Mai (2020) wie Dutzende Berliner Vietnames_innen sich hinter ihre N\u00e4hmaschinen gesetzt hatten, um Tausende Mund-Nasen-Bedeckungen zu Spendenzwecken zu n\u00e4hen. Ich folge abermals den Hinweisen aus dem Artikel von Frau Mai und steige in die digitalen Welten <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">der <\/span><\/span>\u201ezwar r\u00e4umlich getrennt, virtuell aber miteinander verbunden[en]\u201c (ebd.) N\u00e4hgruppen ein. Der missgl\u00fcckte Feldzugang zur Pagoden-Gemeinschaft ger\u00e4t schnell in den Hintergrund. Als Anfang Mai dann die ersten Corona-bedingten Restriktionen gelockert werden spreche ich mit vietnamesischen Kosmetikstudio-Betreiberinnen, die ihre Hygieneartikel an Krankenh\u00e4user spendeten. Dar\u00fcber werde ich an Personen weitergeleitet, welche die r\u00e4umlich getrennten N\u00e4hgruppen miteinander vernetzen und bekomme schlussendlich die Adresse einer \u00c4nderungsschneiderei, in der eine Gruppe ehemaliger Vertragsarbeitender der DDR bereits seit Wochen Mund-Nasen-Bedeckungen anfertigen.<\/p>\n<p align=\"justify\">Ich bereite ein paar Fragen zu ihrer N\u00e4h-Aktion vor und begebe mich etwas naiv zur Schneiderei. Das darauffolgende Gespr\u00e4ch mit meinen auf Deutsch vorbereiteten Fragen l\u00e4uft eher schleppend und nach zehn Minuten sind wir bereits durch. Ich packe etwas ern\u00fcchtert mein Audioger\u00e4t wieder ein und nehme mir fest vor, das n\u00e4chste Gespr\u00e4ch auf Vietnamesisch vorzubereiten. Als ich die Ladent\u00fcr etwas bedr\u00f6ppelt \u00f6ffne f\u00e4ngt es an zu regnen und ich werde spontan eingeladen bei Kaffee und Keksen die Husche abzuwarten. Ich nutze diesen sch\u00f6nen Zufall und denke mir jetzt oder nie: Ich krame mein bestes Vietnamesisch raus und stelle mich und meine Forschung noch einmal vor. Und siehe da, die affektive Stimmung im Raum \u00e4ndert sich merklich. Wir lernen uns ein zweites Mal in der Muttersprache meiner Gespr\u00e4chspartner_innen kennen, ich werde wohlwollend in meiner Sprache korrigiert und wir lachen gemeinsam. Wie sich im Laufe des anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ches herausstellt, sind alle Anwesenden Mitglieder der Pagoden-Gemeinschaft, zu der ich seit Monaten vergeblich versuche Kontakt herzustellen. Wir unterhalten uns \u00fcber ihre buddhistisch-inspirierte Motivation f\u00fcr die Spendenaktion und meine eigene Motivation zur Forschung in der Pagode. Einer der Anwesenden ergreift daraufhin das Wort und l\u00e4dt mich dazu ein, morgen gemeinsam mit ihnen in der Pagode den Geburtstag des Historischen Buddhas (L\u1ec5 Ph\u1eadt \u0110\u1ea3n) zu feiern. Das erste Zusammenkommen der Gemeinde, seitdem Anfang Mai die Restriktionen gelockert wurden. (M)Ein ethnografischer Gl\u00fccksmoment!<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5731\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-34-1-920x401.jpg\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-34-1-920x401.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Bild-34-1.jpg 1151w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Figure 3 &#038; 4: Die in der \u00c4nderungsschneiderei in m\u00fchevoller Handarbeit gefertigten Masken werden sp\u00e4ter in der Pagode zur kostenfreien Weitergabe gesammelt. Copyright Max M\u00fcller.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und wie geht es weiter?<\/strong><\/p>\n<p>Seit Anfang Mai darf ich die Mitglieder der Ostberliner Pagode \u2013 entsprechend der geltenden Abstand- und Hygieneregeln \u2013 forschend begleiten. Wenn ich \u00fcber meine bisherige Forschung seitdem nachdenke, freue ich mich dar\u00fcber methodenopportunistisch die digitale Spurensuche begonnen zu haben, mich im Sinne einer thematischen Offenheit auf die kurze Forschungsepisode zur Care-Antwort der Berliner Vietnames_innen eingelassen zu haben und damit schlussendlich das Zusammenkommen in der \u00c4nderungsschneiderei provoziert zu haben. Die durch die Corona-Krise ausgel\u00f6ste ver\u00e4nderte Forschungslandschaft hat somit schlussendlich meine Forschung erst erm\u00f6glicht. Ob eine m\u00f6gliche zweite Welle im bevorstehenden Herbst f\u00fcr mich forschungstechnisch genauso glimpflich ausgeht, wei\u00df ich jedoch nicht. Ich versuche keine Gedanken daran zu verschwenden. Nachdem der Feldzugang nun gegl\u00fcckt ist, arbeite ich erst einmal gemeinsam mit den Forschungsteilnehmenden auf politischer Ebene daran, die Pagode erhalten zu k\u00f6nnen. Wohin die Forschung danach genau gehen wird, steht noch offen. Aber das akademische Feuer in mir, das brennt wieder.<\/p>\n<p align=\"justify\"><em>Geschrieben am 05. Oktober 2020, \u00fcberarbeitet am 09. Oktober 2020<\/em><\/p>\n<figure>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-5541\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_5-correct-920x690.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_5-correct-920x690.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/IMG_5-correct.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Figure 5: Diskussionen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Standortrettung. Copyright Andrea Lauser.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"justify\"><strong>Max M\u00fcller<\/strong> ist kurz nach der Wende in Ostberlin geboren und dort seit seiner fr\u00fchesten Kindheit in Kontakt mit deutsch-vietnamesischer Lebenswirklichkeit gekommen. W\u00e4hrend seines Studiums der Sozial- und Kulturanthropologie in G\u00f6ttingen und Hanoi verdichtete er diese Erfahrungen. In dieser Zeit forschte er zum transnationalen Aufwachsen junger Deutscher mit vietnamesischen Eltern sowie ihren Gef\u00fchlen der Heimat und Identit\u00e4t. Seit Oktober 2019 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich <em>Affective Societies<\/em> und forscht dort weiter zum Leben im vietnamesischen Berlin.<\/p>\n<p>Kontakt: maximilian.mueller[at]fu-berlin.de \/ Instagram: [at]makse35er<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>References<\/strong><\/p>\n<div style=\"text-indent: -2em; padding-left: 2em;\">\n<p>Boellstorff Tom, Nardi, Bonnie, Pearce, Celia and T. L. Taylor. 2013. Ethnography and Virtual Worlds: A Handbook of Method. Princeton: Princeton University Press.<\/p>\n<p>Linder, Rolf. 2007. Die Entdeckung der Stadtkultur: Soziologie aus der Erfahrung der Reportage. Frankfurt\/New York: Campus Verlag.<\/p>\n<p>Lupton, Deborah (Hg.). 2020. Doing Fieldwork in a Pandemic. <a href=\"https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1clGjGABB2h2qbduTgfqribHmog9B6P0NvMgVuiHZCl8\/edit?ts=5e88ae0an\">https:\/\/docs.google.com\/document\/d\/1clGjGABB2h2qbduTgfqribHmog9B6P0NvMgVuiHZCl8\/edit?ts=5e88ae0an<\/a>. Letzter Zugriff: 05.10.2020.<\/p>\n<p>Mai, Marina. 2019. Pagode in Lichtenberg soll weg \u2013 auf Buddha gebaut. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Pagode-in-Lichtenberg-soll-weg\/!5646224\/\">https:\/\/taz.de\/Pagode-in-Lichtenberg-soll-weg\/!5646224\/<\/a>. Letzter Zugriff: 05.10.2020.<\/p>\n<p>Mai, Marina. 2020. Vietnamesische Community in Berlin \u2013 Solidarisch an der N\u00e4hmaschine. <a href=\"https:\/\/taz.de\/Vietnamesische-Community-in-Berlin\/!5673486\/\">https:\/\/taz.de\/Vietnamesische-Community-in-Berlin\/!5673486\/<\/a>. Letzter Zugriff: 05.10.2020.<\/p>\n<p>Miller, Daniel. <span lang=\"en-GB\">2020. How to Conduct an Ethnography during Social Isolation. <\/span><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NSiTrYB-0so\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NSiTrYB-0so<\/a>. Letzter Zugriff: 05.10.2020.<\/p>\n<p>Ortner, Sherry. 2019. Practicing Engaged Anthropology. Anthropology of this Century <span lang=\"en-GB\">25. <\/span><a href=\"http:\/\/aotcpress.com\/articles\/practicing-engaged-anthropology\/\">http:\/\/aotcpress.com\/articles\/practicing-engaged-anthropology\/.<\/a> Letzter Zugriff: 05.10.2020.<\/p>\n<p>VTV4. 2020. Coronavirus will not take us down (episode 1, part 1) | VTV World. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h40nXBgNaOM&amp;t=1s\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=h40nXBgNaOM&amp;t=1s<\/a>. Letzter Zugriff: 05.10.2020.<\/p>\n<\/div>\n<\/figure>\n<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","autor":[316],"class_list":["post-5530","fieldworkmeetscrisis","type-fieldworkmeetscrisis","status-publish","hentry","autor-maximilian-muller"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis\/5530","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/fieldworkmeetscrisis"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/fieldworkmeetscrisis"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5530"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=5530"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}