{"id":1748,"date":"2019-09-14T15:50:35","date_gmt":"2019-09-14T13:50:35","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=endofnegotiations&#038;p=1748"},"modified":"2019-09-18T12:40:27","modified_gmt":"2019-09-18T10:40:27","slug":"there-is-no-alternative-oekonomie-zwischen-ideologischer-schliessung-und-praktischer-vielfalt","status":"publish","type":"endofnegotiations","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/endofnegotiations\/there-is-no-alternative-oekonomie-zwischen-ideologischer-schliessung-und-praktischer-vielfalt\/","title":{"rendered":"\u201cThere is no alternative\u201d"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations\/1748?pdf=1748\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations\/1748?pdf=1748\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<p>Kaum ein Satz beschw\u00f6rt das Ende der Aushandlungen \u00f6konomischer Denk- und Handlungsmuster so eing\u00e4ngig wie Margaret Thatchers \u00abthere is no alternative\u00bb. Thatcher behauptet damit die absolute Alternativlosigkeit einer modernen kapitalistischen Marktwirtschaft, die, aus ihrer Perspektive, unbeeinflusst vom intervenierenden Staat, kollektiv organisierten Arbeiterbewegungen und (wirtschaftsfeindlichen) sozialen Normen bleiben muss, um zu funktionieren. TINA \u2013 so das Akronym des Leitsatzes \u2013 ist eine Politik des heraufbeschworenen Notstands, des absoluten Sachzwangs: Die Marktkr\u00e4fte fordern bestimmte Handlungen, die als alternativlos dargestellt werden. Das TINA-Prinzip wurde deshalb zum Mantra einer sich ab den 1970er Jahren etablierenden neoliberalen Politik.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1751\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-1-664x920.jpg\" alt=\"\" width=\"452\" height=\"627\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-1-664x920.jpg 664w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-1.jpg 864w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\">Margaret Thatcher und Ronald Reagan: Die Architekten des TINA-Prinzips (Quelle: White House Photographic Office, Wikimedia Commons)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Thatcher erhoffte sich vom TINA-Prinzip wohl durchaus auch performative Wirkung \u2013 Alternativen im Sinne politischer Handlungsoptionen waren damals noch pr\u00e4senter. In den kommenden Jahrzenten gestaltete sich die Situation zunehmend einseitiger. Die sogenannte freie Marktwirtschaft setzte sich global durch, TINA wurde an vielen Orten zur Realit\u00e4t. Nicht einfach so, versteht sich. Es bedurfte der radikalen politischen Arbeit von Thatcher in Gro\u00dfbritannien und Reagan in den USA, aber auch der Umsetzung der von ihnen vertretenen Pr\u00e4missen durch IWF und Weltbank. Dazu wurde eine Propagandamaschinerie gegen die noch existierenden Alternativen aufgefahren, um ihnen, im Konsens des Kalten Krieges, endg\u00fcltig die Existenzberechtigung abzusprechen.<\/p>\n<p>In den 1990er Jahren waren die meisten Weltregionen im TINA-Zeitalter angekommen. Gest\u00fctzt durch anhaltendes globales Wirtschaftswachstum, konnte die freie Marktwirtschaft dabei auf breite Unterst\u00fctzung z\u00e4hlen. Der Neoliberalismus \u2013 im Sinne einer Regierungsform, in der der Fokus auf dem individuell nutzenmaximierenden Subjekt liegt, hat sich also weitgehend durchgesetzt. Wie es Michel Foucault in seiner Geschichte der Gouvernementalit\u00e4t (2006) treffend beschrieb, bezog sich diese neoliberale Regierungsform aber nicht nur auf die Organisation des \u00d6konomischen, sondern schlich sich in alle sozialen und kulturellen Lebensbereiche ein. Der Mensch wurde zum \u00abUnternehmer seiner selbst\u00bb mit dem st\u00e4ndigen Auftrag, nicht nur das \u00f6konomische, sondern auch das soziale Kapital stetig zu maximieren.<\/p>\n<p>Die Finanzkrise ab 2008 schien diese Alternativlosigkeit zur freien Marktwirtschaft \u2013 zumindest derjenigen, die in der Form eines \u00abcapitalism on steroids\u00bb daherkam \u2013 zu relativieren. Pl\u00f6tzlich durfte man die Marktwirtschaft wieder kritisieren, und das nicht nur in marxistischen Lesezirkeln an den Universit\u00e4ten. Die Harvard Business Review fragte 2011 \u00abWas Marx right?\u00bb, und die FAZ publizierte 2009 eine sechsteilige und durchaus kritische Serie zur \u00abZukunft des Kapitalismus\u00bb. Diese ideologische \u00d6ffnung war jedoch von kurzer Dauer. Vielerorts setzten sich politische Bewegungen durch, die nicht den Mangel an Regulierung, sondern eine zu starke Regulierung als Ursprung der Krise verstanden (so zum Beispiel die Argumentation der Anarchokapitalisten in den USA). Auch hier in Deutschland beschwor die Bundeskanzlerin Angela Merkel in unz\u00e4hligen Reden die Alternativlosigkeit zu marktbejahenden Handlungen (siehe S\u00e9ville 2017).<\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie \u00fcber die Finanzkrise gesprochen wurde, nahm schon bald eine Form an, in der der Markt nicht mehr das Problem, sondern erneut die L\u00f6sung darstellte. Dabei wurde die freie Marktwirtschaft nicht einfach als die beste aller m\u00f6glichen Optionen beschrieben, sondern eben als die einzige. Wie bereits in den 1970er Jahren erhofften sich neoliberal argumentierende \u00d6konom*innen und Politiker*innen damit, die freie Marktwirtschaft als \u00abnat\u00fcrliche Ordnung\u00bb zu verstetigen. Damit verbunden war nicht nur die Verweigerung, \u00fcber m\u00f6gliche alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsformen zu sprechen, sondern diese als unm\u00f6glich und nicht der \u00f6konomischen Realit\u00e4t entsprechend darzustellen. Damit ging auch eine konkrete Politik des Beschreibens \u00f6konomischer Praktiken einher. Der Markt, so das Narrativ, ist eine Art Grundgesetz der menschlichen Interaktion. Man produziert und\/oder verf\u00fcgt \u00fcber G\u00fcter, verkauft diese, und versucht dies m\u00f6glichst gewinnbringend zu tun. Als Konsument*in wiederum versucht man das Ben\u00f6tigte zu einem m\u00f6glichst tiefen Preis zu ergattern. Angebot trifft also auf Nachfrage \u2013 ohne dass dabei die soziale und kulturelle Einbettung des Handelns entscheidend w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ethnolog*innen haben diese verengte Sicht auf \u00f6konomische Praktiken immer wieder infrage gestellt und dabei argumentiert, dass das \u00d6konomische stets in soziale Interaktionen und kulturelle Bedeutungssysteme eingebettet ist. Dies geht soweit, dass kulturelle Normen den Imperativ der \u00f6konomischen Nutzenmaximierung gar komplett untergraben. Man denke hier zum Beispiel an den nativamerikanischen Potlatch, ein Ritual des Schenkens, bei dem keine materielle Gegenleistung erwartet wird. Zwar kann der Potlatch durchaus als nutzenorientiert verstanden werden, denn durch das Schenken steht der Beschenkte \u00abin der Schuld\u00bb und der Schenkende gewinnt so an politischer Macht. Diese Form der Nutzenmaximierung widerspricht jedoch dem Verst\u00e4ndnis der freien Marktwirtschaft, wo \u2013 zumindest gem\u00e4\u00df Lehrbuch \u2013 Parteien ohne Machtasymmetrien aufeinandertreffen. Ein weiteres Beispiel ist der von Malinowski (2013 [1922]) beschriebene Kula-Ring \u2013 ebenso ein Tausch ohne \u00f6konomischen Mehrwert. Durch den Kula-Ring, ein ritueller Tausch von aufw\u00e4ndig angefertigten Halsketten und Armb\u00e4ndern, wird zwar soziale Bindung geschaffen. Der Tausch orientiert sich jedoch weder daran, wer der\/die urspr\u00fcngliche Geber*in ist, noch kreiert er einen direkten individuellen Nutzen f\u00fcr die am Tausch Beteiligten. Beide Beispiele zeigen, dass die Motive des Tauschens und Handelns stets sozial und kulturell eingebettet sind und sich nicht mit dem Modell eines kulturunabh\u00e4ngigen \u00f6konomisch-nutzenmaximierenden Menschen erkl\u00e4ren lassen.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1753\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/BIld-2-920x688.png\" alt=\"\" width=\"477\" height=\"357\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/BIld-2-920x688.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/BIld-2-1440x1077.png 1440w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/BIld-2.png 1573w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\">Mwali: Aus Muscheln gefertigte Armb\u00e4nder, die im Kula-Ritual getauscht werden (Quelle: Bronislaw Malinowski, Wikimedia Commons)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Doch nicht nur in ethnographischen Studien in geographisch weiter entfernten Gemeinschaften lassen sich kulturelle Pr\u00e4gungen \u00f6konomischer Praktiken erkennen, die nicht allein rational einer Nutzenmaximierung folgen und die Existenz einer davon unabh\u00e4ngig gedachten \u201enat\u00fcrlichen\u201c \u00d6konomie infrage stellen. Auch der ethnographische Blick auf die \u00abHochburgen des Kapitalismus\u00bb verr\u00e4t Interessantes. So konnte Caitlin Zaloom (2006) in ihrer Forschung zu B\u00f6rsenh\u00e4ndler*innen in Chicago und London zeigen, wie selbst im heute hochtechnologisierten B\u00f6rsenhandel stets ein fiktives Gegen\u00fcber imaginiert wird, welchem ein bestimmtes Ethos zugeschrieben wird. Der Handel mit Wertpapieren, so Zaloom, basiert auf verinnerlichten Normen, Handlungsstrategien und damit auf kulturellen Bedeutungssystemen. \u00c4hnliches lehrt uns die Forschung von Karen Ho (2009). Ho gibt in ihrem Buch <em>Liquidated: An Ethnography of Wall Street <\/em>einen Einblick in die Rekrutierungsnetzwerke der Wall Street und zeigt, dass diese entgegen der Behauptung der Banker*innen keineswegs meritokratisch organisiert sind, sondern stark auf Herkunft und Habitus basieren.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1755\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-3-920x614.jpg\" alt=\"\" width=\"709\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-3-920x614.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-3-1440x961.jpg 1440w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-3.jpg 1920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-3-920x614@2x.jpg 1840w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\">Die Wall Street: Auch dieser Ort funktioniert nicht frei von Kultur und sozialen Konventionen (Quelle: Giorgio Galeotti, CC BY 3.0, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0)\">https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0)<\/a><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine weitere Diskrepanz zwischen \u00f6konomischem Lehrbuchwissen und Praxis habe ich in meinem Buch <em>Stories of Capitalism<\/em> (Leins 2018) beschrieben. Die von Finanzmarktexpert*innen angewandten Marktprognosepraktiken basieren, entgegen der allgemeinen Erwartung, oft nicht auf zahlenbasierten Sch\u00e4tzungen oder Berechnungen, sondern auf Intuition, sozialer Interaktion und pers\u00f6nlicher \u00dcberzeugung. In Absenz zuverl\u00e4ssiger und erfolgsversprechender Prognosetechniken nutzen die Expert*innen \u00a0alternative Wissensregime, um ihre Expertise zu entwickeln. Ihre Prognosen werden erst nach deren Erarbeitung in eine Form gebracht, in der sie als Resultate k\u00fchler Berechnungen erscheinen. So werden widerspr\u00fcchliche Sachverhalte zuerst zu Marktsignalen reduziert und dann in schl\u00fcssige Narrative verpackt. Diese Narrative werden sp\u00e4ter dazu benutzt, das Marktgeschehen gegen\u00fcber Investor*innen als erkl\u00e4rbar und prognostizierbar darzustellen. Wichtig ist dabei, das Bild des\/der Expert*in als rationalen, auf Basis objektiver Fakten handelnden Akteuren nicht zu ersch\u00fcttern. Dies, obwohl empirische Forschungen immer wieder gezeigt haben, dass die Treffsicherheit dieser von Expert*innen entwickelten Marktprognosen im Durchschnitt nicht besser ist als eine rein zuf\u00e4llig getroffene Prognose. Die Finanzmarktprognose ist somit eine Technik, die wirtschaftstheoretisch zwar kaum Legitimit\u00e4t findet, als kulturelle Praxis jedoch besteht und Narrative \u00fcber eine ungewisse Zukunft produziert.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1757\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-4-920x613.jpg\" alt=\"\" width=\"738\" height=\"492\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-4-920x613.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-4-1440x960.jpg 1440w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Bild-4-920x613@2x.jpg 1840w\" sizes=\"auto, (max-width: 738px) 100vw, 738px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\">Informationen helfen nicht immer, die Marktentwicklung vorauszusagen: Bloombergterminal in der Analyseabteilung einer Grossbank (Quelle: Stefan Leins)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn man das von Ethnolog*innen hervorgebrachte Argument der Einbettung \u00f6konomischer Praktiken in soziale und kulturelle Gegebenheiten anerkennt, dann kann man die These der alternativlosen freien Marktwirtschaft und entsprechendes Handeln nicht gelten lassen. Trotzdem haben es ihre Interessensvertreter*innen geschafft, diese Lehrbuchversion als alternativlos darzustellen, selbst in einer Post-Lehman Brothers Crash-Welt. W\u00e4hrend in der Praxis also durchaus Alternativen existieren, wird auf diskursiver Ebene weiterhin die Alternativlosigkeit beschworen \u2013 sowohl im Sinne politischer Handlungsoptionen als auch in der Art, wie \u00f6konomische Praktiken beschrieben werden.<\/p>\n<p>Die Wirkung des TINA-Prinzips l\u00e4sst sich seit den 1970er Jahren also auf zwei Ebenen beobachten: Erstens in der Verbannung politischer Handlungsoptionen und zweitens im Anspruch an \u00f6konomische Alltagspraktiken, einer freien Marktlogik zu entsprechen. W\u00e4hrend die erste Ebene tendenziell die Dom\u00e4ne der Soziologie und Politikwissenschaft darstellt, k\u00f6nnen sich Ethnolog*innen vor allem der zweiten Ebene annehmen. Denn es braucht \u2013 mehr denn je \u2013 Ethnolog*innen, die zeigen, dass \u00f6konomische Praktiken immer kulturspezifisch sind und sich nicht selten ganz anders gestalten, als es von \u00d6konom*innen behauptet wird. Damit zeigen sie, dass Kulturen der \u00d6konomie unterschiedlich sind und somit immer auch Raum f\u00fcr wirtschaftliche und politische Handlungsoptionen zulassen. Ethnologische Ergebnisse k\u00f6nnen also genutzt werden, um dem TINA-Prinzip diskursiv Paroli zu bieten. Denn \u00f6konomische Denkmuster und Praktiken sind eben nie einfach Naturgesetze. Sie m\u00fcssen stets als nie endg\u00fcltige Produkte von sozialen und kulturell gepr\u00e4gten Aushandlungsprozessen verstanden werden, ganz unabh\u00e4ngig davon, was die TINAs dieser Welt behaupten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Foucault, Michel. 2006. <em>Die Geburt der Biopolitik: Geschichte der Gouvernementalit\u00e4t II<\/em>. Frankfurt am Main: Suhrkamp.<\/p>\n<p>Ho, Karen. 2009. <em>Liquidated: An Ethnography of Wall Street<\/em>. Durham and London: Duke University Press.<\/p>\n<p>Leins, Stefan. 2018. <em>Stories of Capitalism: Inside the Role of Financial Analysts<\/em>. Chicago: University of Chicago Press.<\/p>\n<p>Malinowski, Bronislaw. 2013 [1922]. <em>Argonauts of the Western Pacific<\/em>. Long Grove: Waveland Press.<\/p>\n<p>S\u00e9ville, Astrid. 2017. <em>&#8222;There is no alternative&#8220;: Politik zwischen Demokratie und Sachzwang<\/em>. Frankfurt am Main: Campus.Zaloom, Caitlin. 2006. <em>Out of the Pits: Trading Technologies from Chicago to London<\/em>. Chicago: University of Chicago Press.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bio<\/strong><\/p>\n<p>Stefan Leins ist Juniorprofessor f\u00fcr Ethnologie mit Schwerpunkt Kulturen der \u00d6konomie an der Universit\u00e4t Konstanz. Er interessiert sich f\u00fcr Neoliberalismus und seine Alternativen und forscht zu den Themen Wirtschaftswissen, Finanzmarktpraktiken und Wertsch\u00f6pfungsketten. Sein Buch <em>Stories of Capitalism: Inside the Role of Financial Analysts<\/em> erschien 2018 bei der University of Chicago Press.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[121],"endofnegotiations_category":[120],"class_list":["post-1748","endofnegotiations","type-endofnegotiations","status-publish","hentry","autor-stefan-leins","endofnegotiations_category-artikel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations\/1748","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/endofnegotiations"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations\/1748\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1795,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations\/1748\/revisions\/1795"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1748"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=1748"},{"taxonomy":"endofnegotiations_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/endofnegotiations_category?post=1748"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}