{"id":7126,"date":"2021-02-23T00:26:05","date_gmt":"2021-02-22T23:26:05","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=detours&#038;p=7126"},"modified":"2021-02-23T15:33:57","modified_gmt":"2021-02-23T14:33:57","slug":"die-magie-der-situation","status":"publish","type":"detours","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/detours\/die-magie-der-situation\/","title":{"rendered":"Die Magie der Situation"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/detours\/7126?pdf=7126\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/detours\/7126?pdf=7126\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-7535\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Foto_fur_Website_mediengeographie_kleiner2k-920x705.jpg\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"705\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Foto_fur_Website_mediengeographie_kleiner2k-920x705.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Foto_fur_Website_mediengeographie_kleiner2k.jpg 943w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erhard Sch\u00fcttpelz ist gewiss einer der letzten gro\u00dfen Universaltheoretiker unserer Zeit. Ich habe es bildlich noch sehr genau vor Augen, als ich Erhard in der Weidenauer Fu\u00dfg\u00e4ngerzone das erste Mal traf. Es muss im Herbst 2005 gewesen sein. Ich wusste zun\u00e4chst gar nicht, was er in Siegen so treibt. Er lud mich zu seiner Antrittsvorlesung ein, was im Nachhinein betrachtet ein gro\u00dfer Moment f\u00fcr mich war. Ich hatte damals fast nichts verstanden. Aber es war die Vorlesung zu seinem wohl einflussreichsten Text: \u201eDie medienanthropologische Kehre der Kulturtechniken\u201c.<\/p>\n<p>Alles klang f\u00fcr mich sehr plausibel, ohne dass mir damals klar war, wieso. Das hat sicher auch damit zu tun, dass es Erhard nicht darum geht, Territorien zu beherrschen, wie er einmal anl\u00e4sslich der zahlreichen Konflikte, die er bereitwillig auf sich nimmt, zugestand \u2013 ihm geht es darum, die Situation zu dominieren. In unz\u00e4hligen Diskussionen ist ihm das fast immer gelungen, egal mit wem er es auch aufnahm.<\/p>\n<p>Viele nennen ihn ja den \u201edeutschen Latour\u201c, aber eigentlich hat Erhard Sch\u00fcttpelz mehr mit Harold Garfinkel gemein. Auch viele seiner Ideen sind leider verloren gegangen, weil er seine Gedanken sehr spontan in seinen Seminaren entwickelte und man immer sehr schnell mitschreiben musste, um keine wesentlichen Gedanken zu verpassen \u2013 und es waren eigentlich immer wesentliche Gedanken. Gerne erinnere ich mich an sein Garfinkel-Seminar, in dem es nur einen Studenten gab: Hendrik Bender und dann noch andere Kollegen. Nicht selten gab es mehr Lehrende als Studierende in seinen Seminaren \u2013 noch so eine Gemeinsamkeit, die er mit Garfinkel teilt.<\/p>\n<p>Seine Tafelbilder h\u00e4tte man eigentlich abfotografieren m\u00fcssen, aber sie verschwanden jedes Mal. Alle Ideen und Gedankeng\u00e4nge wurden sorgf\u00e4ltig mit einem Schwamm ausgewischt. So blieb alles in der Situation verhaftet und man wusste, dass sich der Moment auch nicht wiederholen l\u00e4sst. Aber gl\u00fccklicherweise hat Erhard immer sehr viel f\u00fcr andere getan und sehr freim\u00fctig seine Ideen geteilt, sodass sehr viele seiner Gedanken weitergetragen wurden durch die vielen Kolleginnen und Kollegen, die seine Inspiration aufgesaugt haben. Das ist ein gro\u00dfer Verdienst f\u00fcr das, was Universit\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Liebe Gr\u00fc\u00dfe und alles erdenklich Gute zu Deinem Geburtstag,<\/p>\n<p>Tristan<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":16,"featured_media":0,"menu_order":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"autor":[494],"class_list":["post-7126","detours","type-detours","status-publish","hentry","autor-tristan-thielmann"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/detours\/7126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/detours"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/detours"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/detours\/7126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7537,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/detours\/7126\/revisions\/7537"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=7126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}