{"id":6293,"date":"2020-11-27T11:00:35","date_gmt":"2020-11-27T10:00:35","guid":{"rendered":"https:\/\/boasblogs.org\/?post_type=curarecoronadiaries&#038;p=6293"},"modified":"2020-12-01T17:20:54","modified_gmt":"2020-12-01T16:20:54","slug":"zuruck-zum-wesentlichen-das-ist-der-ruf-der-stunde","status":"publish","type":"curarecoronadiaries","link":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/curarecoronadiaries\/zuruck-zum-wesentlichen-das-ist-der-ruf-der-stunde\/","title":{"rendered":"\u201eZur\u00fcck zum Wesentlichen, das ist der Ruf der Stunde \u2013 Doch wie lange werden wir uns daran erinnern?\u201c"},"content":{"rendered":"\n<style>\n\t.dkpdf-download-icon { height: 1.5rem; }\n<\/style>\n\n\n\n\t<div class=\"dkpdf-button-container\" style=\" text-align:right \">\n\n\t\t<a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/curare\/6293?pdf=6293\" target=\"_blank\">\n\t\t\t<img src='\/wp-content\/themes\/boasblogs\/dkpdf\/download_red.svg' class=dkpdf-download-icon'\/>\n\t\t<\/a>\n\t\n\t\t<!-- <a class=\"dkpdf-button\" href=\"\/de\/wp-json\/wp\/v2\/curare\/6293?pdf=6293\" target=\"_blank\"><span class=\"dkpdf-button-icon\"><i class=\"fa fa-file-pdf-o\"><\/i><\/span> Download PDF<\/a> &rarr; -->\n\n\t<\/div>\n\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><i>Ich bin unabh\u00e4ngige Ethnologin mit Schwerpunkt Lateinamerika und Amazonien. Obwohl ich nie davon leben konnte, wollte ich die Ethnologie nicht aus den Augen verlieren und als freie Wissenschaftsautorin und Redakteurin verbreite ich, einem Trojanischen Pferd gleich, ethnlogische Themen. Seit 2006 pendele ich zwischen Sitges und M\u00fcnchen. In Sitges lebe ich zusammen mit meiner Partnerin Mercedes in einer kleinen Dachwohnung mit einer herrlichen Terrasse und keine 100 Meter vom Meer entfernt. <\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/www.prinzplusprinz.de\/\">www.prinzplusprinz.de<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.riffreporter.de\/suedamerika-reporterinnen\/\">https:\/\/www.riffreporter.de\/suedamerika-reporterinnen\/<\/a><\/u><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/independent.academia.edu\/UlrikePrinz\">https:\/\/independent.academia.edu\/UlrikePrinz<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Ulrike_Prinz\">https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Ulrike_Prinz<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mittwoch, 11.03.20 Sitges bei Barcelona<\/b><\/p>\n<p>Am Montag waren wir bei Freunden zum Abendessen eingeladen. Es wird getrunken, gelacht, auch \u00fcber die Leute, die sich nun kein Begr\u00fc\u00dfungsk\u00fcsschen mehr geben wollen, man tauscht sich aus\u2026 Wir reden \u00fcber unseren bevorstehenden Umzug. Da ruft meine Schwester aus M\u00fcnchen an. Sie r\u00e4t, dass ich mir gut \u00fcberlegen soll, ob ich am Mittwoch nach M\u00fcnchen fliege, denn die Corona-Epidemie breitet sich durch die N\u00e4he zu Italien stark aus. Viele Leute sind dort im Skiurlaub gewesen und man \u00fcberlegt, die Grenzen zu schlie\u00dfen. Ich bin etwas ungl\u00e4ubig, verspreche aber, es zu \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Ich informiere mich mit dem Podcast der Berliner Charit\u00e9, den mir mein gut informierter Sohn empfiehlt. Seine Freundin ist schwanger und hat schon seit langem sehr gro\u00dfe Angst vor Ansteckung. Wir haben sie kaum ernst genommen. Ich entschlie\u00dfe mich schweren Herzens, die Reise abzusagen, um unn\u00f6tige Ansteckungsgefahr zu vermeiden. Au\u00dferdem bin ich selbst erk\u00e4ltet und habe keine Lust, in Quarant\u00e4ne zu landen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr habe ich Zeit, unseren Umzug zu organisieren, Kleidung und unn\u00f6tiges Zeug zum Roten Kreuz zu bringen, zum Sperrm\u00fcll alte Drucker und Patronen abgeben und Kisten besorgen. Vertrag unterschreiben f\u00fcr \u201epongo\u201c zum Unterstellen unserer M\u00f6bel. In zwei Wochen soll der Umzug stattfinden.<\/p>\n<p>In Sitges sind die Desinfektionsmittel ausverkauft, ebenso das Klopapier, nur der in Plastik verpackte Broccoli liegt noch in den Regalen. Das sorgt f\u00fcr Heiterkeit in den sozialen Netzwerken. Bei den Chinesen finden wir Umzugskartons und Desinfektionsmittel.<\/p>\n<p>Abends gehe ich doch noch in den Katalanisch Unterricht. Immer wieder haben wir \u00fcber Corona gesprochen \u2013 ein dankbares Konversationsthema \u2013 und es herrschte die Einsch\u00e4tzung vor, dass die Panik \u00fcbertrieben ist \u2013 siehe Klopapier \u2013 \u00fcberhaupt die Hamsterk\u00e4ufe. Mart\u00edn, ein uruguayischer Mitsch\u00fcler, ist richtig w\u00fctend \u00fcber die Angstmache, es zirkulieren Verschw\u00f6rungstheorien, das sei alles nur gemacht, um uns zu manipulieren. Das Virus kommt aus den Laboren von D. Trump, um die Chinesen zu sch\u00e4digen, etc. Und es ist doch auch nur eine Grippe. Doch die Sch\u00fclerzahl ist schon auf die H\u00e4lfte zusammengeschrumpft und rings um mich herum hustet und schnupft es. Verunsicherte Blicke. Nach der Stunde gehen Laura, unsere Katalanisch-Lehrerin und ich gleich H\u00e4nde waschen. Die Tische des Schulzentrums kommen mir sehr schmutzig vor. Seit ich die Entwicklung in Italien verfolge, wird mir ebenfalls mulmig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Donnerstag, 12.03.20<\/b><\/p>\n<p>Eigentlich sollte ich jetzt in M\u00fcnchen sein. Ich bin erleichtert, nicht geflogen zu sein. Den Flug konnte ich mit wenig Einbu\u00dfe canceln. Ich habe hier viel zu erledigen und f\u00fchle mich etwas abgeschlagen. Die Nase l\u00e4uft, f\u00fchle mich etwas krank und fiebrig. Habe ich mich angesteckt?<\/p>\n<p>Ich versuche, im Bett zu bleiben. Es tut gut, zuhause zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Freitag, 13.03.20<\/b><\/p>\n<p>Mercedes muss unbedingt ins Kino gehen obwohl die Warnungen schon deutlich sind und die Empfehlungen, daheim zu bleiben auch von Freunden kommen. Aber die Umstellung f\u00e4llt schwer. Das Nachrichtenbombardement verdichtet sich. In der Infotainment-Sendung \u201eEl intermedio \u2013 El Gr\u00e1n Wyoming\u201c, die uns die bitteren Nachrichten jeden Abend mit seinen Sp\u00e4\u00dfen verdaulich macht, f\u00fchrt Wyoming das erste Interview mit dem Corona-Virus, der sich r\u00fchmt, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, oder die Telearbeit eingef\u00fchrt zu haben, wer hat es erreicht, dass ihr endlich von zuhause aus arbeiten k\u00f6nnt\u2026 Waren es die Masern??? Nein, ich war das! Dann wird er \u00fcber Ortega Smith, einen rechtsradikalen Politiker befragt, der am Corona-Virus erkrankt ist. <b>\u201e<\/b>Ortega Smith no tiene anticuerpos, tiene antidisturbios.\u201c <i>(Ortega Smith hat keine Antik\u00f6rper, sondern Anti-Randale Kontrollen.)<\/i> Der Virus hat in den letzten Monaten 3.148 Personen infiziert und 87 get\u00f6tet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Samstag, 14.03.2020<\/b><\/p>\n<p>Pedro S\u00e1nchez ruft den Alarmzustand aus: institutionell, sanit\u00e4r, sozial und \u00f6konomisch\u2026 um den Feind zu besiegen, den Virus: \u201evencer el enemigo, que es el virus\u201c <i>(Den Feind zu besiegen, den Virus)<\/i>. Kriegsrhetorik.<\/p>\n<p>Seine Rede schl\u00e4gt hier ein, wie eine Bombe: \u201econfinamento\u201c \u2013 pero flexible <i>(\u201eAusgangssperre\u201c \u2013 aber flexibel)<\/i>. Eine drastische Ma\u00dfnahme, die auf die exponentiell steigenden Zahlen der Infizierten und Toten in Madrid und in ganz Spanien reagiert. Es ist die Notbremse, denn das spanische Gesundheitssystem ist durch die brutalen Einschnitte, der von Deutschland und Europa verordneten K\u00fcrzungen halb kaputt gespart. Dennoch wird es \u00f6ffentlich immer noch als eines der besten Europas \u00fcber den gr\u00fcnen Klee gelobt.<\/p>\n<p>Ich muss das Wort \u201econfinamento\u201c nachschlagen, obgleich vollkommen klar ist was es meint und dass man das Haus nicht mehr verlassen darf. Ich finde von Isolationshaft bis Bettruhe \u201econfinamento en cama\u201c, die ich gerade einhalte, weitere Bedeutungen: Zwangsaufenthalt, Verbannung, Zwangsunterbringung, Einschlie\u00dfungs- und Schutzma\u00dfnahmen. Aber S\u00e1nchez erkl\u00e4rt es ganz gut.<\/p>\n<p>Verunsichert beginne ich mich nun zu informieren, denn zuvor hatte ich mich gegen die tag-t\u00e4gliche Beschallung und Panikmache abgeschirmt. Ich finde Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die schlimmen Zahlen in Italien. Die unterschiedlichen Reaktionen der L\u00e4nder, das hohe Lob auf die autorit\u00e4ren Chinesen. Der Koreanische Weg des Durchtestens und Informierens. Die unterschiedlichen Reaktionen machen unterschiedliche Statistiken.<\/p>\n<p>Die chinesischen Zwangsma\u00dfnahmen waren sicher nicht falsch, nur sollte man auch nicht verschweigen, dass zuvor die Gef\u00e4hrlichkeit des Virus falsch eingesch\u00e4tzt wurden und \u00c4rzte zum Schweigen gebracht wurden.<\/p>\n<p>Dieser erste Tag ist wie eine Bremse auf alle Ablenkungsaktivit\u00e4ten. So viele! Jetzt erscheinen sie mir alle wie ein Davonlaufen vor der Eigentlichkeit \u2013 und wenn es auch die Arbeit ist, die immer wartet.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr bricht ein wahrer Sturm in den sozialen Netzwerken los. Witze werden verschickt, ich schicke einige weiter, \u00fcber die Sache mit dem Klopapier, ein Video von einem ver\u00e4ngstigt und besorgt dreinschauendem H\u00fcndchen, das auf Husten zu reagieren scheint.<\/p>\n<p>Der Fernseher l\u00e4uft jetzt ab Mittag den ganzen Tag. Jetzt die volle Breitseite an Informationen. Wie oft darf man seinen Hund ausf\u00fchren? Darf ich meinen Garten gie\u00dfen gehen? Wie ansteckend ist dieses Virus \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Mercedes ist unruhig. Einsperren l\u00e4sst sie sich nicht gerne. Ihre Routine ist gest\u00f6rt. Sie darf zwar einkaufen, aber m\u00f6glichst wenig, nicht jeden Tag, wie sie es gewohnt ist.<\/p>\n<p>Warten, gesund werden. Telefonieren mit meiner Familie. Entschleunigung genie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Sonntag, 15.03.20<\/b><\/p>\n<p>Langsam sickert die Gewissheit durch: es ist wahr. Wir leben in einem Film, in einer der Dystopien, die in letzter Zeit Mode geworden sind. Wir k\u00f6nnen krank werden, wir k\u00f6nnen uns anstecken \u2013 mein Immunsystem ist eh am Boden \u2013 und wir k\u00f6nnen sterben. Da m\u00f6chte man eher davonlaufen. Einkaufen, Leute treffen, reden, reden, reden, sich gegenseitig versichern, dass alles normal ist, que no pasa nada\u2026 <i>(nichts passiert&#8230;)<\/i><\/p>\n<p>Doch: die Ruhe in Sitges ist himmlisch. Die h\u00f6llische Maschinerie des Vergn\u00fcgungstourismus vor unserer Haust\u00fcre ist von jetzt auf gleich zum Erliegen gekommen. Einfach Ruhe, kein Mensch mehr auf der Stra\u00dfe. Wir waren das Gegr\u00f6le und das Gewummere der Diskotheken gewohnt, jedes Wochenende und ab Ostern dann bis September durchg\u00e4ngig Party. Das ist auch der Grund, warum wir hier wegziehen. Keine Lust mehr auf die Heerscharen gr\u00f6lender Touristen. Und am Wochenende die reichen Barcelonesen, die auch ganz gut Krach machen, allein schon, wenn sie mit ihren Kindern sprechen.<\/p>\n<p>Jetzt also Ruhe und ein neidvoller Blick auf die Hundebesitzer, die um die Blocks schleichen.<\/p>\n<p>Der Fernseher l\u00e4uft den ganzen Tag und bombardiert uns mit Geschichten \u00fcber das Virus. Wir geraten in Streit. Sie will ihre Routine nicht aufgeben. Ich will sie bremsen. Ich liege immer noch im Bett und lese. Woher kommt der COVID-19, warum ist er so ansteckend?<\/p>\n<p>Immer noch die Weigerung der Akzeptanz der Situation bei Mercedes und Marisa. Eine gewisse Portion Hochmut \u00fcber die anderen, die sich manipulieren lassen und die tun, was die Regierung sagt.<\/p>\n<p>Weniger Witze kommen \u00fcber WhatsApp, und mehr Verhaltensma\u00dfnahmen und Anweisungen. Das, was mir vorgestern noch pure Hysterie erschien, scheint heute wert zu sein, es sich nochmal genauer zu \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Abends dann die gro\u00dfe Verunsicherung: Was geschieht mit unserem Wohnungsverkauf und dem Umzug? Jetzt ist die Sorge nicht, wie kommen wir an mehr Umzugskisten und wie viele werden wir insgesamt brauchen, sondern werden wir \u00fcberhaupt jetzt umziehen oder hier zwischen den Kisten abwarten, wie es sich weiterentwickelt?<\/p>\n<p>Die K\u00e4ufer (Holl\u00e4nder) werden nicht kommen k\u00f6nnen, wie geplant, aber vielleicht k\u00f6nnen sie die Befugnis zur Unterzeichnung des Vertrags an ihre Rechtsanw\u00e4ltin weitergeben? Sie schicken eine WhatsApp: \u201eWas f\u00fcr eine besondere Situation leben wir jetzt! Wir sollten uns genauer ansehen, was wir jetzt tun k\u00f6nnen, weil wir nicht nach Spanien reisen k\u00f6nnen\u2026 Vor allem sicher und gesund bleiben!\u201c<\/p>\n<p>Wahrscheinlich wird sich alles verschieben.<\/p>\n<p>Doch wie sind die Pl\u00e4ne der Regierung? Die Krankheit wird man nicht aufhalten k\u00f6nnen, es geht um die Verlangsamung. Auf allen Bildschirmen tauchen diese zwei gegeneinander versetzten Kurven auf, damit es auch jeder versteht: die gr\u00fcne, die hoch ausschl\u00e4gt und viele Infizierte und Tote auf einmal fordert und die wei\u00dfe, die sanfter verl\u00e4uft und die Anzahl der Infizierten und Toten in der Zeitachse streckt. Dabei bleiben wohl die Anzahl der Infizierten und Toten gleich. Warum? Weil das die aktuellen Hochrechnungen sind? Auf was st\u00fctzen sie sich? Hauptsache man versteht die Zeitverschiebung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Montag, 16.03.20<\/b><\/p>\n<p>Der Umzugsunternehmer, der sich die Wohnung ansehen wollte f\u00fcr den Kostenvoranschlag, kommt nicht. Die Holl\u00e4nder auch nicht. Die Kanzlei hat geschlossen. Keiner arbeitet, nur unser Konstrukteur Roland, der die neue Wohnung renovieren soll, macht weiter.<\/p>\n<p>Sicher ist nur die Ungewissheit der n\u00e4chsten Tage und vielleicht Monate. Telefonat mit einer Redakteurin vom SRF. Unser Vorschlag einer Sendung \u00fcber Geschlechtergewalt in Nicaragua ist durch, es kann los gehen. Ich mache mich also an die Arbeit und versuche an nichts anderes zu denken. Auch in der Schweiz wird nun von zuhause aus gearbeitet. Ist das das Zukunftsmodell, wie der Corona-Virus im Interview vom Gran Wyoming sagte? Alles ihm zu verdanken. Privates und Arbeit werden untrennbar. Soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert. Ich arbeite seit vielen Jahren so, bin die Einsamkeit des Telearbeiters gewohnt, den fehlenden Austausch mit den KollegInnen. Der Informationsaustausch klappt sehr gut, nur dieser beil\u00e4ufige Kontakt, das Auffangen von Stimmungen der anderen, sehen und selbst wahrgenommen zu werden, das informelle Gespr\u00e4ch zwischen T\u00fcr und Angel, der Trasch und das Kichern. Mit meiner Kollegin der Humboldt-Zeitschrift haben wir unglaublich viel gelacht und gealbert, besonders, wenn es sp\u00e4t wurde und wir vollkommen \u00fcberarbeitet waren. All das fehlt mir seit geraumer Zeit und es wird jetzt vielen fehlen, sch\u00e4tze ich mal. Keine WhatsApp kann das wettmachen.<\/p>\n<p>Ein Teil einer menschlichen Pr\u00e4senz wird immer noch im Ton der Stimme transportiert, beim Telefonieren. Und vom Telefonieren ern\u00e4hren wir uns auch diese Tage des <i>confinamentos<\/i>. Viel mehr Freunde rufen an, die sich vorher nicht oder nur mal per WhatsApp gemeldet hatten.<\/p>\n<p>Nico, mein Sohn ruft an! Noa geht es gut, sie muss noch zur Arbeit. Sie ist schon im 5. Monat. Ab Mittwoch ist aber dann geschlossen. Er findet diese Entscheidung erst mal gut. Baut sein Nestchen, kann in der Hochschule arbeiten obwohl die geschlossen ist. Ein bisschen hatte Noa mit ihren \u00c4ngsten recht.<\/p>\n<p>Ich habe vor allem Angst um meine Mutter, die in einem Pflegeheim lebt und die nur noch durch den direkten Kontakt ansprechbar ist. Schleppt jemand das Virus in die Residenz, dann ist es vorbei.<\/p>\n<p>Habe ich mich von ihr verabschiedet? Das macht wohl keiner freiwillig. Meine Schwester schickt eine Nachricht, dass unsere Mutter pl\u00f6tzlich nach der Zeit gefragt habe, das hatte sie schon seit Jahren nicht mehr wissen wollen. Als sei sie kurz aufgewacht aus ihrem Dornr\u00f6schen-Schlaf, taucht sie an die Oberfl\u00e4che des Alltags auf.<\/p>\n<p>Abends um 20h m\u00fcssen wir auf die Terrasse und Applaus spenden f\u00fcr die \u00c4rztinnen und das Krankenpersonal in den spanischen Einrichtungen. Dann Fernsehen mit Corona-Wahnsinn: der Katalonien-Konflikt. Quim Torra nutzt die Situation, um wieder mal klar zu machen, dass Katalonien ein Land ist, das er abgrenzen will \u2013 gegen die verhassten Madrilenen, die jetzt mit 70% am heftigsten von der Krise betroffen sind. Sie machen sich auch nicht beliebt, weil sie nach Valencia in ihre Wochenendresidenzen gefahren sind, um sich dem Eingesperrt-Sein in der Stadt zu entziehen. Torra hat Einspruch erhoben gegen den von S\u00e1nchez verh\u00e4ngten Ausnahmezustand, den er als \u201eimposici\u00f3n y confiscaci\u00f3n de competencias de Catalu\u00f1a\u201c <i>(Auferlegung und Beschlagnahmung der Kompetenzen Kataloniens)<\/i> betrachtet, also als Beschneidung der Befugnisse Kataloniens. Man h\u00e4tte diese Entscheidung in die Kompetenz der Autonomien legen m\u00fcssen. Als ob man den Virus in Madrid h\u00e4tte einsperren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nicht einmal in diesem globalen Ausnahmezustand kommen die nationalistischen Z\u00e4nkereien zur Ruhe. Torra will Katalonien abriegeln. Dann fordert er strengere Ma\u00dfnahmen und Telearbeit und gibt noch einen Schuss Populismus dazu: Wenn der Staat mit 60.000 Millionen Euros die Banken retten konnte, dann sollte er jetzt etwas f\u00fcr die Unternehmen und Freien tun. Mal sehen, was davon umgesetzt wird. S\u00e1nchez hatte Hilfsma\u00dfnahmen vor allem f\u00fcr die Kleinunternehmer und die Freien angek\u00fcndigt. Es gibt aber kaum Reaktionen auf diesen erneuten Fehdehandschuh. Ich denke, die Leute sind es leid, sie haben genug und sind mehr um ihre Gesundheit besorgt, als den Hahnenk\u00e4mpfen zu folgen. Keiner meiner Bekannten verliert auch nur ein Wort dar\u00fcber.<\/p>\n<p>Es regnet in Str\u00f6men. Ich versuche zu arbeiten.<\/p>\n<p>Unsere Freundin Nuria berichtet, dass ihre Schwester Halsweh und Fieber, Druck auf der Brust habe \u2013 aber nicht getestet wird. Auch der Neffe. Das Virus kommt n\u00e4her, es wird real. Seltsamerweise r\u00fcckt Nuria nur auf ausdr\u00fcckliche Nachfrage mit Informationen \u00fcber ihre Familie heraus.<\/p>\n<p>Meine Schwester meint, ihre Tochter Nellie h\u00e4tte sich vielleicht mit dem Virus infiziert. Ein Junge, mit dem sie Skifahren war (Corona-Party?), ist positiv getestet. Dass das heraus kam ist der reine Zufall, denn er hatte keinerlei Symptome. Er sollte in der Arztpraxis seiner Eltern mithelfen und zur Sicherheit haben sie ihn getestet. Nellie hat Halsweh und leichtes Fieber. Regina versucht, die Notnummer anzurufen. Stundenlang kein Durchkommen und dann wird sie aus der Leitung geworfen. Sie probiert es \u00fcber die Haus\u00e4rztin, die sich bereit erkl\u00e4rt, jemanden vorbei zu schicken, der den Test vor die Haust\u00fcre legt. Kein direkter Kontakt. Nellie ist alleine zuhause, verbunden mit ihren Eltern \u00fcber facetime. Wir wissen nicht, ab wann das Virus ansteckend ist \u2013 schon vor Ausbruch der Symptome. Und offenbar braucht es ja gar keine Symptome, um ansteckend zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Dienstag, 17.03.20<\/b><\/p>\n<p>Bei Mercedes ist es nun soweit. Die Geduld ist aufgebraucht und sie muss raus und etwas einkaufen. Die Freundinnen raten: Handschuhe und Gesichtsmaske. Die Stra\u00dfen sind geisterleer.<\/p>\n<p>Der Verdacht bei Nellie auf Corona ist best\u00e4tigt. Sie muss in ihrer Wohnung bleiben und meine Schwester wurde auch von der Arbeit nach Hause geschickt. Die gesamte Familie gilt als positiv, obwohl sie nicht zusammen wohnen. Sie werden auch nicht getestet werden, bis sie Symptome zeigen. Es gibt wohl zu wenig Tests.<\/p>\n<p>Die Nachrichten \u00fcber Europa als neues Zentrum der Corona-Krise verbreiten sich wie das Virus selbst. Mehrere Freunde aus Lateinamerika erkundigen sich nach meinem Befinden. Von au\u00dfen sieht das ganze sehr gef\u00e4hrlich aus. Die Zahlen und die Toten in Italien. Ich glaube nur noch der Statistik, die ich selbst gef\u00e4lscht habe. Ich frage mich, was die ver\u00f6ffentlichten Zahlen eigentlich aussagen sollen? Weder hier noch dort spiegeln sie den wirklichen Verlauf der Pandemie. Solange nicht fl\u00e4chendeckend getestet wird. Trotzdem \u2013 die wachsende Zahl der Toten in Italien ist be\u00e4ngstigend.<\/p>\n<p>Inzwischen zirkulieren Anleitungen zur Entspannung im Netz: Yoga, Atmen und so weiter. Victoria schickt Videos mit verzweifelt herum h\u00fcpfenden Pinguinen, die sagen: Schei\u00df Corona-Virus\u2026 Sie selbst hat sich ein Springseil besorgt, mit dem sie auf der Terrasse herum h\u00fcpfen kann. Seit Jahren ist sie jeden Tag mindestens in einer Versammlung oder auf Reisen f\u00fcr eine NGO. Das Alleine-Sein ist sie nicht gewohnt. Es kommt Panik auf. Ihre Ablenkung hei\u00dft: Arbeit, Arbeit, Arbeit und dann Yoga-Non-Stop.<\/p>\n<p>Ich habe den Eindruck, die Spanier haben ein deutlich gr\u00f6\u00dferes Problem mit der \u201eansiedad\u201c, der inneren Unruhe, \u00c4ngstlichkeit, als die Deutschen. Lager-Koller hei\u00dft das wohl auf Preu\u00dfisch.<\/p>\n<p>Dann zirkuliert auch mit leicht apokalyptischem Touch die Frage: Welches Gedicht w\u00fcrdest du ins Universum schicken? Die Leitungen sind \u00fcberlastete, weil die Leute online spielen, Serien gucken und im Netz navigieren. Und nat\u00fcrlich auch die Telearbeit tut ihren Teil dazu.<\/p>\n<p>Um 20 Uhr geht es wieder auf die Terrasse zum Applaudieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Mittwoch 18.03.20<\/b><\/p>\n<p>Quim Torra wird positiv auf Corona-Virus getestet.<\/p>\n<p>Eine Rund-WhatsApp: 12 Uhr Ca\u00e7erolada (Topfklappern) f\u00fcr morgen angesagt \u2013 gegen den K\u00f6nig und die geklauten 100 Millonen Euro aus Saudi-Arabien \u2013 sie sollen ins Gesundheitssystem flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Seit den letzten drei Tagen hagelt es nat\u00fcrlich Absagen von Veranstaltungen per E-mail. Aktivit\u00e4ten werden runtergefahren, das ungeheure tag-t\u00e4gliche Angebot, von dem ich nicht einen Bruchteil wahrnehmen kann. Dieser ungeheure Kulturapparat, Museen, Stiftungen, Events&#8230; auch er bricht zusammen. Wer unterst\u00fctzt die K\u00fcnstler und die Kulturschaffenden?<\/p>\n<p>Die B\u00f6rsenkurse gehen in den Keller.<\/p>\n<p>Immer mehr E-Mails schlie\u00dfen mit dem Wunsch, man m\u00f6ge gesund bleiben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen ruft S\u00e1nchez zur Einheit, dem einheitlichen Kampf gegen das Virus auf und wirbt f\u00fcr seinen Staatshaushalt. Seit April 2018 ist Spanien ohne neuen Staatshaushalt. Die Katalanen hatten den der \u00dcbergangsregierung von Pedro S\u00e1nchez nicht unterst\u00fctzt und damit erreicht, dass er seinen Staatshaushalt bis heute nicht erneuern konnte. Er beschw\u00f6rt die Einheit.<\/p>\n<p>Ansonsten warnt er, dass das Schlimmste noch bevor steht. \u00dcberlaufene Krankenh\u00e4user, Opfer bringen und Einheit. Gabriel Rufi\u00e1n (ERC) unterst\u00fctzt S\u00e1nchez: Die Fahnen (Nationalismus) ern\u00e4hren uns nicht. Im ganzen Kongress sind nur noch 20 Personen zu sehen, alle mit gro\u00dfem Sicherheitsabstand. Neben Quim Torra hat es auch Irene Montero, die Ministerin f\u00fcr Gleichstellung, erwischt und Santiago Abascal, den F\u00fchrer der Ultra-Rechten, ebenso, wie Ortega Smith, sein Generalsekret\u00e4r. Und von der Partido Popular: Ana Pastor.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um 20 Uhr wird wieder applaudiert. Heute sind es deutlich mehr Leute, die klatschen. Zwei H\u00e4user weiter spielen sie: \u201eI will survive\u201c von Gloria Gaynor.: \u201eVenga vecinos!\u201c (Auf geht\u00b4s Nachbarn!) werden alle aufgefordert. Danach entspinnen sich kleine Dialoge \u00fcber die Stra\u00dfe hinweg. \u201eDie meisten Leute sind noch nicht bewusst, meint die Nachbarin von gegen\u00fcber.\u201c Ich habe sie noch nie zuvor gesehen. Ich lebe hier schon seit \u00fcber 13 Jahren und den Gro\u00dfteil der Nachbarn habe ich noch nie gesehen. Nur unsere direkten Nachbarn, mit denen wir befreundet sind.<\/p>\n<p>Es klatschen Personen jeden Alters und Geschlechts, man winkt sich zu. Unten f\u00e4hrt eine Polizeistreife vorbei. F\u00fcr sie gibt es einen etwas verhaltenen Applaus. Denn wenn hier unten bis 6 Uhr morgens die Partys toben, lassen sie sich nicht blicken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Donnerstag, 19.03.20<\/b><\/p>\n<p>12 Uhr. Es klappert ganz sch\u00f6n laut in unserer kleinen Stra\u00dfe Bonaire, wo wegen des Tourismusgesch\u00e4ftes nicht mehr viele Anwohner leben. Alles wird im Sommer vermietet. Aber au\u00dfer Unidas Podemos, Esquerra und Grupo Plural unterst\u00fctz niemand den Antrag auf einen Untersuchungsausschuss. Der K\u00f6nig ist und bleibt unantastbar in Spanien, nach den Artikeln 56.3 und 65 der Verfassung.<\/p>\n<p>Silvia, eine langj\u00e4hrige Freundin, Argentinierin, ist besonders alarmiert. Ihre Tochter arbeitet im Krankenhaus in Barcelona Hospital del Mar als Gyn\u00e4kologin. Die \u00c4rztInnen haben keine sicheren Masken, nur OP Mundschutz. Silvia stuft sich als potentielle Risikopatientin ein. Deshalb will sie ihre Tochter lieber nicht treffen. Sie versorgt uns mit guten Tipps, wie man sich korrekt die Handschuhe auszieht. Zum Einkaufen geht sie nur noch mit Mundschutz und Handschuhen. Sie sucht Informationen und verbreitet sie. Aufregung und Sorge um ihre Tochter, die sie gestern weinend aus dem Krankenhaus anrief: Das Handy, ihre einzige Verbindung zur Welt au\u00dferhalb des Krankenhauses, ist hingefallen und kaputt.<\/p>\n<p>Silvia hat schon vor einiger Zeit ihre sozialen Kontakte ins Internet verlegt. Dort informiert sie sich und gibt die Erkenntnisse weiter. Heute ist ihr Geburtstag und wir schreiben ihr zu viert einen kleinen Text und garnieren ihn mit Musik und Fotos.<\/p>\n<p>Ich bin mir langsam auch nicht mehr sicher, was die richtige Haltung ist. Ist Silvia hysterisch oder bin ich zu begriffsstutzig? Muss ich mich reinigen, wenn ich von der Stra\u00dfe komme? Schuhe ausziehen, Kleidung wechseln? Ich bin zwar seit einer geschlagenen Woche nicht mehr drau\u00dfen gewesen, aber Mercedes geht immer mal wieder M\u00fcll runterbringen und Einkaufen.<\/p>\n<p>Die Generalitat de Catalunya schickt eine Applikation, mit der man sich im Gesundheitssystem anmelden kann und sich gleich mit seiner Versicherungskarte oder seinem Ausweis anmeldet. Dann kann man einen virtuellen Test machen und findet Information zu den Symptomen von SARS-COV-2 wie der Virus jetzt offenbar hei\u00dft. Neben Castellano und Katalanisch auch auf Franz\u00f6sisch, Englisch und Chinesisch.<\/p>\n<p>In der WhatsApp-Gruppe Katalanisch empfange ich den Gesetzestext zum Ausnahmezustand, der offiziell seit dem 14.03.20 gilt. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.boe.es\/buscar\/act.php?id=BOE-A-2020-3692&amp;tn=1&amp;p=20200318\">https:\/\/www.boe.es\/buscar\/act.php?id=BOE-A-2020-3692&amp;tn=1&amp;p=20200318<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Der Artikel 5 bestimmt, dass die Polizei der autonomen Regionen f\u00fcr die Einhaltung der Regeln und f\u00fcr die Kontrollen zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Am meisten beunruhigt mich, dass die Personen schon \u2013 wie lange? \u2013 vorher ansteckend sind, bevor sie noch Symptome zeigen. Das hei\u00dft, dass es immer schon zu sp\u00e4t ist. Und dass man jeden als potenziell ansteckend betrachten muss. 14 Tage kann es dauern bis zum Ausbruch, meist jedoch f\u00fcnf Tage. Nellie, geht es besser. Sie langweilt sich alleine.<\/p>\n<p>Das spanische Fernsehen zeigt nun unverantwortliche Menschen, die auf der Stra\u00dfe getanzt haben und nun zerknirscht um Verzeihung bitten. Ma\u00dfnahmen gegen den allgemeinen Lagerkoller, der sich hier ausbreitet. Aber auch die humorvolle Antwort der Polizei von Murcia auf einen als Dinosaurier verkleideten Passanten. Der Alarmzustand erlaubt den Ausgang von Haustieren, begleitet von einer Person zu einem kurzen Spaziergang. Leute mit Tyrannosaurus-Komplex m\u00fcssen zuhause bleiben,\u201c hei\u00dft es auf Twitter. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.antena3.com\/noticias\/virales\/la-ingeniosa-respuesta-de-la-policia-de-murcia_202003175e70bcdb77b6810001adfe5f.html\">https:\/\/www.antena3.com\/noticias\/virales\/la-ingeniosa-respuesta-de-la-policia-de-murcia_202003175e70bcdb77b6810001adfe5f.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Die Rebellion gegen das Zuhause-Bleiben ist aber mittlerweile etwas eingebrochen. Sorge um die Mitmenschen treten in den Vordergrund. Rafael, ein Bekannter aus dem Gem\u00fcsegarten, den wir in Santa Barbara, etwas oberhalb von Sitges bewirtschaften, ist an Corona erkrankt. Es geht ihm schlecht.<\/p>\n<p>Nach 5 Tagen \u201econfinamento\u201c haben wir uns schon daran gew\u00f6hnt, verstehen nicht, wie man in Deutschland noch frei heruml\u00e4uft und im Englischen Garten feiert. Mit der Akzeptanz der Ma\u00dfnahmen breitet sich auch die Angst vor dem vorausgegangenen Zustand der Freiheit aus. Alles ist eine Frage der Gewohnheit.<\/p>\n<p>\u201eMy home is my castle\u201c und drau\u00dfen ist das Virus. Hier drinnen sind wir sicher. Wir r\u00e4umen weiter B\u00fccher in Kisten, aber deutlich entspannter. Wie lange wird sich der Umzug noch hinziehen? Auf welche Szenarien m\u00fcssen wir uns einstellen? Finanzielle Einbu\u00dfen werden wir sicherlich alle hinnehmen m\u00fcssen. Mein kleines Apartment wird diesen Sommer sicherlich leer stehen, doch die Festkosten bleiben. Und wichtiger: Werde ich im Juni zur Geburt meines Enkelkinds nach M\u00fcnchen reisen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>El PAIS verk\u00fcndet: 88 Tote an einem Tag. Tausende Lungenentz\u00fcndungen \u00e4lterer Leute in Madrid und 3006 internierte Kranke.<\/p>\n<p>Solange es keine Impfung gibt, werden die heftigen Einschr\u00e4nkungen der sozialen N\u00e4he weitergef\u00fchrt. In Deutschland hat es lange gedauert vom H\u00e4ndesch\u00fctteln und dem preu\u00dfischen \u201ezwei Meter vom Laib oder ich speib\u201c bis zur Bussi-Bussi-Gesellschaft.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Ironie des Schicksals: Wir verkaufen unsere Wohnung hier in Sitges wegen der Partymeile vor der Haust\u00fcre und nun herrscht absolute Stille. Das, was nicht der jahrelange Kampf gegen korrupte Politiker geschafft hat und kein Gesetz vermochte, wird nun durch einen kleinen unsichtbaren Virus zum Erliegen gebracht.<\/p>\n<p>Es ist ein Zur\u00fcckkehren in die imagin\u00e4re Vergangenheit vor dem Touristenboom. Die Str\u00e4nde liegen verlassen. Nur ein paar unerm\u00fcdliche \u201eguiris\u201c <i>(Touristen)<\/i> wollen sich noch in die Sonne legen, werden aber von der Polizei per Lautsprecher nach Hause geschickt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Freitag, 20.03.20<\/b><\/p>\n<p>\u201eIch habe Dinge gesehen, die du nicht glauben w\u00fcrdest. Die Viren waren schon immer da, doch heute k\u00f6nnen sie Grenzen schlie\u00dfen, Landes\u00f6konomien st\u00fcrzen und die Zukunft in Frage stellen\u201c \u2013 so heute in der Zeitung zu lesen und ich m\u00f6chte hinzuf\u00fcgen: Er kann sogar die Tourismus-Maschinerie, die hier das Leben an der K\u00fcste bestimmt, zum Erliegen bringen.<\/p>\n<p>Die Zukunft, ein Fragezeichen. Zurzeit sehen die Vorhersagen schlecht aus. Gleichzeitig ver\u00e4ndert sich die Landschaft unserer Gegenwart so schnell, wie noch nie. Alles ist offen. Mir ist nicht langweilig, ich schreibe an dem Beitrag, der mich zur\u00fcck nach Nicaragua transportiert, wo ich im Oktober\/ November so viel gesehen und erlebt habe. Der Beitrag zwingt mich, die Dinge zu benennen und auf den Punkt zu bringen. So gehen sie nicht in dem Meer an Informationen in meinem eigenen Kopf unter und k\u00f6nnen vielleicht die Imagination anderer erreichen.<\/p>\n<p>Mercedes hat die fixe Idee, unbedingt jetzt tanken zu m\u00fcssen, sie hat gelesen, die Benzinpreise sind gesunken. Ausbruchversuche unter absurden Vorw\u00e4nden. Ich kann sie davon abhalten. Ich schreibe WhatsApps zur Unterst\u00fctzung der Kranken.<\/p>\n<p>Telefoniere mit meiner Freundin Natalie, die auf Ibiza vollkommen von der Umwelt abgeschnitten ist. Ohne Internet. Nur ihr Telefon kann sie verbinden. Ihre Reise nach Havanna musste sie absagen, das bedeutet einen hohen finanziellen Verlust, auch die Universit\u00e4t hat geschlossen, wird sie ihren Kurs halten k\u00f6nnen oder f\u00e4llt auch diese Einnahme weg? Die Plaza del Parque in Ibiza Stadt, auf der sich zu jeder Jahreszeit Menschen treffen, Kaffee und Bierchen trinken, reden, lachen\u2026 ist nun vollkommen verrammelt. Die Situation auf Ibiza ist eine besondere, denn jeder wei\u00df, dass die Krankenh\u00e4user im Ernstfall nie ausreichen w\u00fcrden und die Insel ist abgeriegelt. Ein krasses Gef\u00fchl, wie in einem Werk von Camus oder Ionesco. Alle wohnen allein. Von ihren Freunden hat sie sich verabschiedet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Samstag, 21.3.20<\/b><\/p>\n<p>Statt frischer Luft steigt von der Stra\u00dfe der Geruch von Desinfektionsmittel auf. In Spanien sind es heute 21.570 Infizierte und 1.094 Tote. 31.000 Anzeigen gegen Leute, die sich nicht an die Regeln halten und 315 Leute wurden festgenommen.<\/p>\n<p>Es zirkulieren sogar Anleitungen, wie man in Zeiten von <i>Coronavirus<\/i> gut schl\u00e4ft. Man soll seine Routinen aufrechterhalten und lange Siestas vermeiden. So liebe ich mein Spanien!<\/p>\n<p>Auf der FB-Seite eines Freundes, entspinnt sich eine Diskussion \u00fcber die M\u00f6glichkeiten, Sport zu machen und aus dem Haus zu d\u00fcrfen. Diese Frage scheint tats\u00e4chlich sehr kulturell gef\u00e4rbt.<\/p>\n<p>Jes\u00fas aus Madrid: \u201eJetzt mal ohne Ironie: kann mir mal jemand erkl\u00e4ren, warum man nicht zum Joggen raus darf? Mit dem geb\u00fchrlichen Abstand, nat\u00fcrlich (wir sind ja nicht doof und auch keine Delinquenten). In Frankreich ist es erlaubt und in Belgien wird es empfohlen. Ich hab nirgendswo lesen k\u00f6nnen, dass es ansteckend sein kann und die psychischen und physischen Vorteile liegen auf der Hand. Antwortet mir schnell, sonst \u00fcberkommt mich meine Konspirations-Paranoia, die ich in mir trage..\u201c<\/p>\n<blockquote><p><span lang=\"es-ES\">Marie G.: la norma se ha hecho a la medida de los inconscientes\/irresponsables, supongo. Es la \u00fanica raz\u00f3n que encuentro como aceptable. Tu sales a pasear y de repente salen multitudes, somos as\u00ed.<\/span><i> <\/i><i>(Die Norm hat man gemacht, um den Sorglosen\/Verantwortungslosen gerecht zu werden, nehme ich an. Das ist der einzige Grund, den ich irgendwie akzeptabel finde. Man geht spazieren und pl\u00f6tzlich kommen massenhaft alle heraus, so sind wir eben.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Otro ejemplo, \u00bfpor qu\u00e9 se prohibe salir a un jard\u00edn comunitario si todos los vecinos pueden convenir de un horario para no encontrarse (whatsapp)?<\/span><i> <\/i><i>(Ein weiteres Beispiel: Warum ist es verboten, in einen Gemeinschaftsgarten zu gehen, wenn sich alle Nachbarn auf einen Zeitpunkt einigen k\u00f6nnen, um nicht aufeinander zu treffen (whatsapp)?)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Mana P. : Jes\u00fas cari\u00f1o m\u00edoooo. Vamos a ver: yo tengo d\u00eda en los que estoy top y otros que estoy cabreado con el mundo. Imag\u00ednate La Palma (Canarias), chiquito, tranquilo, poca gente (en comparaci\u00f3n con Madrid). Pero es que somos de un abrazo, besos, un eiiiiiiii qu\u00e9 tal?&#8230;. <\/span>t\u00fa sabes!!!!<i> (Jes\u00fas, mein Schatz. Schau mal: Ich habe Tage, an denen ich super fit bin und andere, an denen ich sauer auf die Welt bin. Stell dir mal La Palma (Kanarische Inseln) vor, klein, ruhig, wenige Menschen (im Vergleich zu Madrid). Aber wir sind eben so Umarmung, K\u00fcsse, ein eiiiiiiiiiiii wie geht\u00b4s&#8230; <\/i><span lang=\"es-ES\"><i>du wei\u00dft schon!!!!)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Yo tengo dos grandes perros que tengo que pasear, pero te juro que hasta ellos est\u00e1n acojinados, no ven a nadie&#8230;.. en fin, saldremos de esta amigo. <\/span>Cu\u00eddate mucho<i> (Ich hab zwei gro\u00dfe Hunde, die ich ausf\u00fchren muss, aber ich schw\u00f6re dir, dass auch sie schon v\u00f6llig ver\u00e4ngstigt sind, sie sehen niemanden&#8230; Naja, wir werden es schon \u00fcberstehen, mein Freund. Pass auf dich auf.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Jer\u00f3nimo A.: Creo que hay otra l\u00f3gica m\u00e1s, dentro de esta \u00edlogica situaci\u00f3n&#8230; De cara a evitar posibles percances de los runners, ciclistas, etc, que puedan tener accidentes que requieren asistencias sanitarias de urgencias y podr\u00edan saturar a\u00fan m\u00e1s los hospitales. Est\u00e1 todo planteado por estad\u00edsticas, n\u00fameros, curvas, logaritmos: sometidos a la dictadura de la sociedad digital de la hiperinformaci\u00f3n. Respecto a los &#8222;paseos&#8220; de los ciudadanos, si se abre <\/span><span lang=\"es-ES\">ese mel\u00f3n, queda muy libre de una interpretaci\u00f3n de lo de qu\u00e9 es un paseo (duraci\u00f3n, trayecto, paradas,&#8230;). Todo esto pensando desde la l\u00f3gica del Estado, del que gobierna, organiza, gestiona, movidones de este calibre desde los despachos. Que no es que lo defienda yo, ni mucho menos, que estoy m\u00e1s confuso y perdido que otra cosa&#8230; <\/span><i>(Jer\u00f3nimo A.: Ich denke, es gibt eine andere Logik in dieser unlogischen Situation&#8230; Um m\u00f6gliche Zwischenf\u00e4lle f\u00fcr Jogger, Radfahrer usw. zu vermeiden, die Unf\u00e4lle haben k\u00f6nnten, die eine Notfallversorgung erfordern und die Krankenh\u00e4user noch mehr \u00fcberlasten k\u00f6nnten. Es ist alles durch Statistiken, Zahlen, Kurven, Logarithmen bestimmt: wir sind der Diktatur der digitalen Gesellschaft der Hyperinformation unterworfen. Was die &#8222;Spazierg\u00e4nge&#8220; der B\u00fcrger betrifft, wenn man diese M\u00f6glichkeit \u00f6ffnet, dann ist es sehr frei interpretierbar (ein Fass ohne Boden), was ein Spaziergang ist (Dauer, Route, Stopps). All dieses gedacht von der Logik des Staates aus, der gro\u00dfe Bewegungen dieses Kalibers von den B\u00fcros aus regiert, organisiert und verwaltet. Nicht, dass ich es verteidige, ganz im Gegenteil, ich bin eher verwirrt und verloren&#8230;)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Jes\u00fas: nuia, ya, pero entonces por qu\u00e9 en Francia si, y en B\u00e9lgica hasta lo recomiendan? Que por cierto son mucho m\u00e1s razonables y racionales para estas cosas. Solo veo una raz\u00f3n: el estado nos trata aqu\u00ed como menores de edad, que vamos a meternos en el charco si o si, porque somos ni\u00f1os malos siempre y esta vez proh\u00edbe antes de que se produzca el hecho. Es mucho m\u00e1s peligroso andar por los acantilados donde tod@s hemos andado miles de veces. Y no se proh\u00edbe andar por ellos. Se nos quita una responsabilidad de adultos y se nos pone la obligaci\u00f3n de los ni\u00f1os. Y yo prefiero siempre la responsabilidad a la obligaci\u00f3n, creo que es la \u00fanica manera de construir sociedad. <\/span><i>(Jesus: nuia, ja, aber warum geht es dann in Frankreich und in Belgien empfehlen sie es sogar? Die \u00fcbrigens f\u00fcr diese Dinge viel vern\u00fcnftiger und rationeller sind. Ich sehe nur einen Grund: Der Staat behandelt uns hier als Minderj\u00e4hrige, dass wir in die Pf\u00fctze geraten, ob oder ob, weil wir immer schlechte Kinder sind und diesmal verbietet er es vorher. Es ist viel gef\u00e4hrlicher, auf den Klippen zu gehen, die wir alle schon tausende Male betreten haben. Und es ist nicht verboten, sie zu betreten. Man nimmt uns als Erwachsene eine Verantwortung ab, und erlegt uns die Verpflichtung der Kinder auf. Und ich ziehe immer Verantwortung der Verpflichtung vor, ich glaube, dass dies der einzige Weg ist, eine Gesellschaft aufzubauen.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Uli: En Espa\u00f1a no se ha tenido en cuenta, creo, porque no se valora tanto el salir al aire libre. La gente est\u00e1 en casa con la tele puesta pero eso s\u00ed, recomiendan a bailar, aqu\u00ed en Catalu\u00f1a &#8230; tiempos raros&#8230; <\/span><i>(Uli: In Spanien hat man es, glaube ich, nicht in Betracht gezogen, weil man sowieso nicht so gerne spazieren geht. Die Leute sind zu Hause vor dem Fernseher, aber sie empfehlen das Tanzen, hier in Katalonien &#8230; seltsame Zeiten&#8230;)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Fernando: Buenos d\u00edas a todos!<br \/>\nCreo que la situaci\u00f3n de por s\u00ed es bastante grave y que la han expuesto con claridad: hay que parar los contagios. No creo que nos est\u00e9n tratando como a menores de edad, ni que quieran controlarnos ni quitarnos derechos esenciales. Es l\u00f3gico que en una situaci\u00f3n excepcional se nos pida un comportamiento excepcional. T\u00fa que eres un hombre culto mira los ejemplos de la historia. En \u00e9poca de guerra no puedes vivir igual que en \u00e9poca de paz. Y esto es en cierto modo como una guerra: contra un virus. Y no hace falta atormentarse m\u00e1s con oscuras maquinaciones ya que el asunto de por s\u00ed es suficientemente grave. \u00c1nimo, bonito! Y aprovecha para escribir sobre otra cosa. Te har\u00e1 bien y nosotros lo disfrutaremos luego. <\/span>Love!<i> (Fernando: Guten Morgen, allerseits! Ich denke, dass die Situation an sich schon recht ernst ist und dass Sie es deutlich gemacht haben: Wir m\u00fcssen die Ansteckung stoppen. Ich glaube nicht, dass sie uns wie Minderj\u00e4hrige behandeln, noch wollen sie uns kontrollieren oder uns wesentliche Rechte wegnehmen. Es ist logisch, dass wir in einer Ausnahmesituation zu einem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Verhalten aufgefordert werden. Du, der du ein gebildeter Mensch bist, schau dir die Beispiele in der Geschichte an. In Zeiten des Krieges kann man nicht <\/i><i>so gut leben wie in Zeiten des Friedens. Und das ist in gewisser Weise wie ein Krieg: gegen einen Virus. Und es gibt keinen Grund, sich l\u00e4nger mit dunklen Machenschaften zu qu\u00e4len, denn die Sache selbst ist schon ernst genug. Kopf hoch, meine Sch\u00f6ner und nutz die die Gelegenheit, \u00fcber etwas anderes zu schreiben. Es wird dir gut tun, und wir werden es sp\u00e4ter genie\u00dfen. <\/i><span lang=\"es-ES\"><i>Love!)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Uli P: hola, Fernando! Estoy de acuerdo contigo, pero lo veo desde un punto de vista de diferencias culturales. Porque en B\u00e9lgica recomiendan hacer deporte y aqu\u00ed se proh\u00edbe. no deja de ser una cuesti\u00f3n cultural y por cierto tambi\u00e9n, lo de hablar de &#8222;guerra&#8220; contra el virus, como en Francia Macron tambi\u00e9n habla de guerra. A m\u00ed me gustar\u00eda saber m\u00e1s sobre las v\u00edas de contagios. Se puede contagiar uno haciendo footing al aire libre?<\/span><span lang=\"es-ES\"><i> (Uli P: Hallo, Fernando! <\/i><\/span><i>Ich stimme dir zu, aber ich sehe es unter dem Aspekt der kulturellen Unterschiede. Warum empfiehlt man in Belgien Sport zu treiben, und hier ist es verboten? Es ist immer noch eine kulturelle Frage, und \u00fcbrigens, man spricht vom &#8222;Krieg&#8220; gegen das Virus, so wie in Frankreich Macron auch vom Krieg spricht. Ich w\u00fcrde gerne mehr \u00fcber die \u00dcbertragungswege des Virus erfahren. Kann man ihn sich beim Joggen an der frischen Luft einfangen?)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Fernando: Uli, aqu\u00ed hemos vivido desde el principio de los tiempos al aire libre, no podemos imaginar otra cosa. Es cierto que salir a hacer deporte con medidas concretas de &#8222;seguridad&#8220; ser\u00eda altamente recomendable pero&#8230;\u00bfestamos preparados? Recuerda que somos un poco de pandereta y charanga como dec\u00eda alguien en el hilo m\u00e1s abajo&#8230; <\/span>Un abrazo fuerte <i>(Fernando: Uli, wir haben wir seit jeher im Freien gelebt, wir k\u00f6nnen uns nichts anderes vorstellen. Es stimmt, dass es sehr empfehlenswert w\u00e4re, mit konkreten &#8222;Sicherheitsma\u00dfnahmen&#8220; in den Sport zu gehen, aber&#8230; sind wir bereit dazu? Denk daran, dass wir ein bisschen Tamburin und Charanga sind, wie jemand im folgenden Thread sagte&#8230; <\/i><span lang=\"es-ES\"><i>Eine gro\u00dfe Umarmung)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Rafael P.: Creo que va por ah\u00ed la cosa. Desde tu perspectiva lo entiendo. Pero desde la perspectiva charanga y pandereta, mejor en casa quietos. <\/span>(Rafael P.: <i>Ich glaube, es geht so in die Richtung. Aus deiner Perspektive verstehe ich das. Aber aus der Perspektive von Charanga- und Tamburin-Perspektive ist es besser ruhig zu Hause zu bleiben<\/i>.)<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Clara G: Hola Jesus, pues aqu\u00ed en Italia llevamos 13 d\u00edas aislados, y hasta ayer nos permit\u00edan salir a dar un paseo e ir a correr, pero desde hoy ni eso. Eso porque la curva de contagios, sigue subiendo no obstante el aislamiento. Por un lado, he visto que es muy dif\u00edcil que todos sepamos autocontrolarnos: frente a gente que sal\u00eda una o dos veces por semana, mucha gente de mi alrededor sal\u00eda varias veces al d\u00eda, y as\u00ed por lo visto los contagios siguen. Por otro lado, seg\u00fan las estad\u00edsticas y seg\u00fan los Chinos, o nos aislamos de forma estricta, o no sirve de mucho. En B\u00e9lgica y Francia han tardado tanto en reaccionar que sinceramente no los tomar\u00eda como ejemplos a seguir. <\/span><i>Clare G: Hallo Jesus, also hier in Italien sind wir seit 13 Tagen isoliert, und bis gestern haben sie uns erlaubt, spazieren zu gehen und zu laufen, aber ab heute nicht einmal mehr das. Dies liegt daran, dass die Ansteckungskurve trotz der Isolation weiter ansteigt. Einerseits habe ich gesehen, dass es f\u00fcr uns alle sehr schwierig ist, uns zu beherrschen: Viele Leute gingen ein- oder zweimal pro Woche aus, viele meiner Bekannten mehrmals am Tag aus, und so scheint es, dass die Ansteckungen weiter gehen. Auf der anderen Seite laut Statistik und laut den Chinesen m\u00fcssen wir uns entweder strikt isolieren oder es hilft nicht viel. In Belgien und Frankreich haben sie so langsam reagiert, dass ich sie ehrlich gesagt nicht als Vorbild nehmen w\u00fcrde.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Tenor der Antworten auf der FB-Seite von Jes\u00fas ist: wir d\u00fcrfen nicht raus, weil wir Spanier dazu neigen, gleich ein Fest draus zu machen. Also die fehlende Disziplin und der Hang zu engem sozialem Kontakt werden als Gr\u00fcnde genannt.<\/p>\n<p>Dann aber auch die Kritik, dass die n\u00f6rdlichen L\u00e4nder sp\u00e4t reagiert haben und schon noch zu dem Punkt gelangen werden, der jetzt in Spanien erreicht ist: zur strengen Ausgangssperre.<\/p>\n<p>Mein kolumbianischer Freund und Musiker David sagt, das mit der Bewegung und der frischen Luft ist nur f\u00fcr die Deutschen oder n\u00f6rdlichen L\u00e4nder wichtig, in Spanien oder Lateinamerika sitzt man eh lieber vor dem Fernseher und sieht beim Sporteln zu.<\/p>\n<p>Ich denke, es gibt in Spanien, eher als in Deutschland, einen gewissen Anarchismus und den Hang dazu, die Anordnungen von oben zu ignorieren. So haben findige Spanier ihren Hund \u00fcber Wallapop zum Ausgehen vermietet. Es zirkuliert auch das Meme des v\u00f6llig ersch\u00f6pfen Mopses, der zum x-ten Mal ausgef\u00fchrt wurde: \u201eder ganze H\u00e4userblock hat mich schon Gassi gef\u00fchrt. Wer zum Teufel ist dieser Covid?\u201c<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte es auch als die typische \u201ePicaresca\u201c bezeichnen und vielleicht f\u00fcrchtet die spanische Regierung, dass eine Erlaubnis, Sport zu treiben, dem Missbrauch T\u00fcr und Tor \u00f6ffnet. Oder so, wie es Mana P. beschreibt. Wenn wir uns treffen, dann gibt es Umarmungen, K\u00fcsse\u2026 Unterhaltung.<\/p>\n<p>Das Diario de Triatlon gibt zu bedenken: Diabetiker und Colesterol-Kranke brauchen Bewegung, auch Patienten mit mentalen Problemen und Depressionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Sonntag, 22.03.20<\/b><\/p>\n<p>Heute 28.572 Infizierte und 1.725 Tote. 2.575 Entlassene<\/p>\n<p>Der Ausnahmezustand wird um zwei Wochen verl\u00e4ngert, bis zum 11. April.<\/p>\n<p>Viele sind f\u00fcr eine Versch\u00e4rfung der Ma\u00dfnahmen, die totale Sperre, so dass auch nicht mehr gearbeitet wird, obwohl man noch nichts \u00fcber die Dynamik der Ansteckungen sagen kann. Die Angst macht alles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Auf der Terrasse ist es sonnig und ruhig. Noch nie habe ich das Vogelzwitschern so stark wahrgenommen.<\/p>\n<p>Die spanische Presse fragt sich, warum Deutschland, bei ca. 22.000 Erkrankten nur 84 Tote zu beklagen hat, also 0,4%, w\u00e4hrend 11% in Italien sterben und 4% in China oder 5% in Spanien.<\/p>\n<p>Es werden mehrere Faktoren benannt, neben der besseren Ausstattung der Krankenh\u00e4user, dem sp\u00e4teren Ausbruch der Krankheit und der Ansteckung vor allem j\u00fcngerer Personen, die aber nicht mit ihren Eltern und Gro\u00dfeltern zusammenleben, phantasieren die spanischen Medien auch etwas \u00fcber die \u201edeutsche Disziplin\u201c und die gr\u00f6\u00dfere soziale Distanz der Deutschen.<\/p>\n<p>EL PAIS benennt die Tests. Das Robert Koch Institut kann 160.000 Tests pro Woche ausf\u00fchren <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020\/03\/20\/actualidad\/1584729408_422864.html\">https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020\/03\/20\/actualidad\/1584729408_422864.html<\/a><\/u><\/span> und eine fr\u00fchzeitige Erkennung kann die Zahl der Ansteckungen und Toten deutlich senken.<\/p>\n<p>Mit den Erfahrungen meiner Schwester stimmt das jetzt nicht \u00fcberein. Auch meine Freundin Ingrid und ihr Sohn sind nach dem Skifahren mit einem mittlerweile positiv getesteten Bekannten mit Husten und schwerer Erk\u00e4ltung zu Hause. Man testet sie aber nicht \u2013 zu teuer \u2013 und sie m\u00fcssen sowieso zuhause bleiben. Es gilt in Bayern schon die Ausgangssperre. Also von wegen Deutschland testet vorbildlich\u2026<\/p>\n<p>Habe eine Telefonkonferenz mit meinen Geschwistern. Es geht darum, wie wir verfahren wollen, wenn unsere Mutter, die mit Alzheimer in einer Seniorenresidenz s\u00fcdlich von M\u00fcnchen lebt, an Covid-19 erkrankt. Die letzten Tage hat das Pflegepersonal sie im Rollstuhl vor die T\u00fcre gebracht. So konnte meine Schwester sie ein bisschen in der Fr\u00fchlingssonne spazieren fahren. Nun ist die Residenz hermetisch abgeriegelt. Unsere Mutter hat schon vor vielen Jahren eine Patientenverf\u00fcgung hinterlegt und wir wollen ihr unn\u00f6tiges Leiden ersparen, deshalb werden wir der Residenz und der betreuenden \u00c4rztin gegen\u00fcber noch einmal best\u00e4tigen, dass sie im Falle einer Erkrankung keine lebensverl\u00e4ngernden Aktionen unternehmen sollen. Wir sind uns alle f\u00fcnf einig.<\/p>\n<p>Heute Abend interviewt der katalanische Journalist Jordi \u00c9vole den Pabst in \u201ela sexta\u201c \u2013 ein privater Kanal, der zwar links aber auch unglaublich auf Einschaltquoten aus ist, sensationalistisch. Auch die \u201eIntellektuellen\u201c sind immer noch auf die Kirche fixiert. Das Programm ist aber gar nicht so schlecht. Jordi ruft ganz unterschiedliche Leute an, ber\u00fchmte und ganz normale, wie die Reinigungsfrau oder eine \u00c4rztin, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hat. Der Papst verbreitet die Botschaft einer solidarischen Gesellschaft und lobt \u201edie Heiligen von Nebenan\u201c, womit er sich auf die Schaar namenloser Helferinnen und Helfer des Gesundheitssystems bezieht. Er bewundere sie f\u00fcr ihr Engagement.<\/p>\n<p>Diese Helfer haben gar keine andere Wahl. Das ist die andere Seite der Medaille.<\/p>\n<p>Auch Pepe Mujica wird \u00fcber Skype kontaktiert. Er verbreitet die Hoffnung, dass wir alle als Bessere aus der Krise hervorgehen werden. Weniger werden wir sein, denn viele werden auf der Strecke bleiben und das wird hart werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Montag, 23.03.20<\/b><\/p>\n<p>Mehr als 2.100 Menschen sind inzwischen in Spanien gestorben und 33.000 infiziert vermeldet El PAIS<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der wiederholten Betonung, welche Chance auch jede Krise in sich birgt und was wir daraus lernen k\u00f6nnen. Postet mein Freund Jes\u00fas:<\/p>\n<p><i>Die Schlagzeilen behaupten, dass wir dank des Coronavirus entdeckt haben, dass die Menschen nur \u00fcber kollektive Hilfe \u00fcberleben k\u00f6nnen. Aber ich frage mich, ob wir das bei der AIDS-Pandemie in den 1980er und 1990er Jahren entdeckt haben. Nun, ich sage nein, denn das betraf nur Schwuchteln, Huren und Drogenabh\u00e4ngigen. Haben wir aus der Ebola-Epidemie von 2016 etwas gelernt? Nein, das war was f\u00fcr Schwarze und f\u00fcr diejenigen, die L\u00e4nder besuchten, die nicht h\u00e4tten besuchen sollen. Sind wir auf die Balkone hinausgegangen, um f\u00fcr die Betroffenen der Wirtschaftskrise von 2008 zu applaudieren? Wof\u00fcr? Das waren die Armen. Machen wir uns nichts vor, wir haben die Kollektivit\u00e4t nur entdeckt, weil diese Krankheit die Cr\u00e8me de la Cr\u00e8me des Westens trifft\u2026<\/i><\/p>\n<p>Telefonat mit meinem Freund Tom, der gerade noch am Sonntag, 22.3., aus M\u00fcnchen nach Barcelona kommt. Am Schalter wird er streng befragt, was er in Barcelona verloren hat. Nachdem er ein Haus in den Bergen bei Barcelona hat, darf er in den Flieger steigen. Nur kann auch Lufthansa nicht garantieren, dass Spanien ihn hereingelassen wird.<\/p>\n<p>Gespenstisch der Flughafen, sagt Tom. Es gingen nur noch zwei Fl\u00fcge. Einer nach Frankfurt und einer nach Barcelona. Die restlichen Maschinen stehen abgedeckt an den Docking-Stationen. Das Flugzeug angenehm leer. Der Flugkapit\u00e4n h\u00e4lt eine kleine Ansprache, in der er hofft, seine Passagiere in einer neuen \u201eZeitrichtung\u201c wiederzusehen. Wir lachen \u00fcber diesen Ausdruck und spekulieren, ob er Einsteins Relativit\u00e4tstheorie verstanden hat und vielleicht in der neuen Zeitrichtung ein paar Jahre j\u00fcnger zur\u00fcckkommt?<\/p>\n<p>Wir sprechen \u00fcber die Theorien, die zirkulieren. 10 Punkte \u2013 angeblich von Noam Chomsky, die mal wieder zirkulieren. Die Denkweise ist die immer gleiche, ob es sich nun um Aids, Vogelgrippe oder andere virale Bedrohungen handelt. Am meisten \u00e4rgert mich, dass diese \u201e10 Chomsky Gebote\u201d im Grunde jede weitere Analyse untersagen, ganz abgesehen davon, dass sie keine einzige ihrer Hypothesen belegen. Erstaunlich ist auch, dass die Menschen keine Beweise sehen wollen. Sie wollen einfach das glauben, was in ihr Weltbild passt.<\/p>\n<p>Andererseits m\u00f6chte man auch gerne wissen, was in diesen Laboren vor sich geht. Wozu sind sie da und interessant w\u00e4re auch, ob eigentlich der Ursprung von SARS aufgekl\u00e4rt worden ist? In Wuhan gibt es zuf\u00e4lligerweise solche Labore BSL-4 (biosafety level 4), der h\u00f6chstm\u00f6glichen Sicherheitsstufe. Die stellvertretende Leiterin Shi Zhengli schw\u00f6rt bei ihrem \u201eLeben, dass das neue coronavirus nicht aus unserem Labor stammt\u201c. Zurecht wird gefragt, warum man nicht mit Transparenz antwortet anstelle mit Schw\u00fcren. Milit\u00e4rische Geheimhaltung d\u00fcrfte in einer Pandemie-Situation keine Rolle spielen.<\/p>\n<p>Frau Shi Zhengli weiter: \u201e<i>Dieses Virus ist eine Strafe der Natur f\u00fcr die Menschheit, um deren nicht zivilisierten Lebensstil zu bestrafen. Diejenigen unter Ihnen, die Ger\u00fcchten oder angeblich wissenschaftlichen Analysen nicht qualifizierter Wissenschaftler glauben, rate ich, ihre verdammten Schnauzen zu halten.<\/i>\u201c Na, das klingt jetzt aber auch nicht gerade sehr wissenschaftlich. Daher nochmal nachgefragt \u2013 was hat es denn mit dem P4-Labor in Wuhan auf sich?\u201c <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/eurojournalist.eu\/coronavirus-man-wird-ja-wohl-mal-nachfragen-duerfen\/\">http:\/\/eurojournalist.eu\/coronavirus-man-wird-ja-wohl-mal-nachfragen-duerfen\/<\/a><\/u><\/span> (abgerufen am 24.3.20)<\/p>\n<p>Interessant, dass sie die Strafe der Natur \u2013 man k\u00f6nnte auch sagen, die Strafe Gottes anspricht. Das ist schon eher ein Parameter, der in Spanien und auch anderswo Verbreitung findet. \u00dcber (f\u00fcr meinen Geschmack) kitschige Videos, die zirkulieren. Botschaft: Die Natur r\u00e4cht sich.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Vor zwei Tagen hat auch El Financiero aus Mexiko eins drauf gesetzt: \u201c<\/span><span lang=\"es-ES\">COVID-19 es &#8218;un grito de Dios&#8216; por culpa del aborto, eutanasia y diversidad sexual: Obispo de Cuernavaca. <\/span><span lang=\"es-ES\">Dijo que la crisis generada por el coronavirus es un alto que Dios est\u00e1 poniendo a la humanidad, por querer jugar a ser como \u00e9l.\u201d <\/span>(<span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/amp.elfinanciero.com.mx\/nacional\/pandemia-del-covid-19-es-un-grito-de-dios-por-temas-como-aborto-eutanasia-y-diversidad-sexual-obispo-de-cuernavaca?__twitter_impression=true&amp;fbclid=IwAR2XtZrbexWOrAM2sYTnJ4s2VkF6wl7DnWLFcA4nieCvOz5xun0ZLAUEAv0\">https:\/\/amp.elfinanciero.com.mx\/nacional\/pandemia-del-covid-19-es-un-grito-de-dios-por-temas-como-aborto-eutanasia-y-diversidad-sexual-obispo-de-cuernavaca?__twitter_impression=true&amp;fbclid=IwAR2XtZrbexWOrAM2sYTnJ4s2VkF6wl7DnWLFcA4nieCvOz5xun0ZLAUEAv0<\/a><\/u><\/span> abgerufen am 24.3.20) Der COVID-19 ist ein \u201cSchrei Gottes\u201d gegen die Abtreibung, Euthanasie und die sexuelle Vielfalt\u201d sagte der Bischof von Cuernavaca. Die durch das Virus verursachte Krise sei ein Stillstand, den Gott der Menschheit auferlege, weil sie damit spielen, ihm \u00e4hnlich zu sein.<\/p>\n<p>Kann man im 21. Jahrhundert noch so etwas denken und es im Brustton der \u00dcberzeugung von sich geben? Wie viele Menschen (nicht nur Katholiken) denken noch so?<\/p>\n<p>Sowohl die Verschw\u00f6rungstheorien, als auch die katholischen Moralzuweisungen scheinen mir vereinfachte shortcuts, um aus einem Nachdenken und Analysieren der Krise schnell heraus zu kommen. Man gibt sich zufrieden mit den vorgegebenen Mustern. Solange das so funktioniert, werden wir nichts aus der Krise lernen.<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht ganz sicher, aber in meinem nicht-akademischen Umfeld hier in Sitges, scheint es mir, als w\u00fcrden die Verschw\u00f6rungstheorien schneller aufgenommen und weitergegeben. Als gelte hier anstelle des Arguments die Hierarchie oder eine Art von Seniorit\u00e4tsprinzip, denn was angeblich Noam Chomsky gesagt hat, muss ja auch stimmen \u2013 auch wenn er keinerlei Beweise liefert. Heute zirkuliert auch das Audio von einem Interview mit einer \u201evidente\u201c, einer Seherin, die Stimmen aus dem Universum \u201echannelt\u201c. Sie hat angeblich bereits letztes Jahr \u201evorhergesehen\u201c, dass dieses Jahr 2020 sehr schwierig werden w\u00fcrde. Nein, kein Krieg, aber viele Leute w\u00fcrden sterben\u2026 ein Virus? \u201eDas kann ich dir nicht genau sagen, ja k\u00f6nnte ein Virus sein\u2026\u201c etc. Auch hier wird nicht hinterfragt, ob dieses \u201eRadioprogramm\u201c von der Seherin selbst lanciert wurde und h\u00f6chstwahrscheinlich von M\u00e4rz 2020 stammt. Und nochmal: In diesen Zeiten der Krise glaubt man, was man glauben will.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>Dienstag, 24.03.20<\/b><\/p>\n<p>Die Kurve steigt weiter an. In 24 Stunden sind 462 Menschen gestorben.<\/p>\n<p>Die Angst geht ebenso viral. Sie ist ansteckend und kann vor der Haust\u00fcre nicht mehr abgestreift werden. Es ist aufgrund der Informationen kaum m\u00f6glich, die Gefahren realistisch einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Und das home ist heute kein castle mehr. Ich stelle mir den Virus vor, wie er \u00fcber die Schuhe in die Wohnung getragen werden kann, wie er \u00fcberall und nirgends klebt und dass unser Immunsystem ihn sicher schon eine Weile in Schach h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Mercedes geht Einkaufen. Ausreichend gesch\u00fctzt, mit Handschuhen und Atemmaske verl\u00e4sst sie das Haus. Sie geht zum Supermarkt. Hier ist ihr Bericht:<\/p>\n<p>\u201e<i>Ich ging zum Supermarkt mit dem komischen Gef\u00fchl, obwohl wir in Frieden leben, dass wir uns im Krieg befinden. Meinen Weg kreuzten nur ein paar Menschen mit ihren Hunden. Alle Betriebe waren geschlossen, au\u00dfer den Superm\u00e4rkten eben, Apotheken, Naturkostl\u00e4den und \u00e4hnliche. Ich vermisse den Trubel und die verschiedenen Aktivit\u00e4ten. <\/i><\/p>\n<p><i>Ich sp\u00fcre eine soziale Unzufriedenheit, aber die Verletzlichkeit einer bis dahin unbekannten Situation, die uns umgibt, sie erzeugt Angst. Gleichzeitig bringt sie kollektive Aktionen hervor, um uns gegenseitig zu sch\u00fctzen.<\/i><\/p>\n<p><i>Ich beobachte die wenigen Personen, die sich auf der Stra\u00dfe bewegen. Eine Frau geht an mir vorbei, sie h\u00e4lt ein Kind auf ihrem Arm. Die Frau schreit und beschwert sich. Sie sagt: Als ich heute aufgestanden bin, habe ich mir nicht das Gesicht gewaschen. Ich bin diesen Corona-Virus leid!!! Und hinter ihr gingen zwei Jungs, die sie beschimpften: \u201eDu bist b\u00f6se!\u201c und so, streitend verschwanden sie aus meinem Blickfeld.<\/i><\/p>\n<p><i>Als ich im Supermarkt ankomme, werde ich angehalten und muss mich in eine lange Schlange einordnen und einen Abstand von einem Meter zwischen den Personen einhalten. F\u00fcr jeden Kunden, der herauskommt, darf einer herein und an der T\u00fcre bietet ein Angestellter den Eintretenden Handschuhe an und desinfiziert mit einem Spray die H\u00e4nde. Von Zeit zu Zeit wird \u00fcber die Lautsprecher verk\u00fcndet, dass die Mitarbeiter des Unternehmens die ausgestellten Produkte st\u00e4ndig reinigen. Vertrauensbildende Ma\u00dfnahmen. <\/i><\/p>\n<p><i>Warteschlangen beim Reingehen, Warteschlangen beim Rausgehen&#8230; W\u00e4hrend ich darauf wartete, bezahlen zu k\u00f6nnen, denke ich an einen Artikel, den ich gelesen hatte. Er bezog sich auf die positive Seite dieser Zwangslage. Darin sagten sie, dass sich die Umweltbelastung durch den Ausfall von Autoverkehr und Flugzeugen rasant gefallen war. Hohe Konzentrationen von Stickstoffdioxid k\u00f6nnen das Atmungssystem beeintr\u00e4chtigen und bestimmte Lungenpathologien verschlimmern \u2013 genau wie das Virus.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Silvia meint: jeder Gang in den Supermarkt ist wie eine Lotterie. Sie schwankt zwischen Ruhe und Aufregung, weil die Situation Spaniens gruselig ist. Die Zahlen n\u00e4hern sich denen Italiens an. Und Katalonien hat mittlerweile Madrid in den Zahlen der Infizierten \u00fcberholt.<\/p>\n<p><u>Das spanische Sanit\u00e4tssystem ist am Zusammenbrechen<\/u>.<\/p>\n<p>In Madrid sind f\u00fcr die 1500 Betten in der UCI (Intensivstation) 50 Personen zu viel eingeliefert. Sie werden in Rollst\u00fchlen notd\u00fcrftig versorgt. Eine Angeh\u00f6rige beklagt, dass ihre Mutter seit Sonntag dort sitzt.<\/p>\n<p>Paula, die als Gyn\u00e4kologin im Hospital del Mar in Barcelona arbeitet, macht sich f\u00fcr ihren Einsatz bei den Covid-Infizierten bereit. Dieses Krankenhaus ist spezifisch f\u00fcr Patienten des Corona-Virus habilitiert. Sie geh\u00f6rt der vierten Reihe an. Reihe 1-3 sind sozusagen \u201egefallen\u201c im Kampf gegen den Coronavirus. Man spricht auch von \u201etongadas\u201c (Etappen). Es ist schneller gegangen, als man dachte. Sie muss diesen Freitag oder n\u00e4chsten Montag \u201eeintreten\u201c. Sie \u00fcbernimmt auch noch \u201eguardias\u201c (Nachtwachen) von anderen Gyn\u00e4kologen, von OPs, gyn\u00e4kologischen Notf\u00e4llen, auch ambulant\u2026 Das Personal wird mit einer kleinen Einf\u00fchrung f\u00fcr den Umgang mit Corona-Patienten ausgebildet. Die \u00c4rzte werden nicht als Gyn\u00e4kologen arbeiten, wenn sie auf die Station der Infizierten kommen, sondern in Aufgaben zur Versorgung der Covid-Erkrankten. Wenn \u201edie vorderen Reihen fallen\u201c m\u00fcssen sie nachr\u00fccken\u2026<\/p>\n<p>Paula m\u00f6chte nat\u00fcrlich die notwendige Ausbildung haben, um n\u00fctzlich zu sein, um helfen zu k\u00f6nnen. Man hat ihr ein paar Tage gegeben, in denen sie sich vorbereiten wird. Ihre Hunde werden von ihrem Freund \u00fcbernommen und derweil informiert sie sich \u00fcber alles, was die Betreuung von Covid-Patienten betrifft, Kardiologie und Pneumologie. Paula glaubt, sie hat die Infektion bereits durchgestanden, vor einer Woche, sie hatte einen \u201erush\u201c, eine Eruption und Schmerzen auf der Brust und Halsweh und einen bitteren Geschmack im Mund nach Metall und \u2013 das ist einer der Indikatoren des Corona-Virus.<\/p>\n<p>Diese Woche und die kommende, werden die schlimmsten sein, sch\u00e4tzt man. Danach, so hofft man, wird die Kurve der Infektionen abflachen, was allerdings nicht bedeutet, dass der Kollaps des Gesundheitssystems beendet ist. Im Hospital del Mar wird ein neuer Fl\u00fcgel er\u00f6ffnet, ein gro\u00dfer Sportpavillon. Sie versorgen 300 Infizierte mit schweren Symptomen.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass sie Aufgaben zugewiesen bekommt, die nichts mit Gyn\u00e4kologie zu tun haben, macht Paula ein schlechtes Gef\u00fchl, weil sie Verantwortung zugewiesen bekommt, die ihr nicht zusteht und au\u00dferdem verliert sie ihr Zusatzgehalt, das sie sich mit ihren Nachtwachen verdiente. Das bedeutet, dass sie von \u00fcber 3.000 Euro (incl. Nachtwachen) nur noch 1.500 Euro im Monat verdient \u2013 mit viel gr\u00f6\u00dferem Risiko. Sie wird einen Vertrag \u00fcber 40 Stunden bekommen, der dann auch extra bezahlt wird, aber zun\u00e4chst vermutlich in der untersten Stufe.<\/p>\n<p>Kriegsvokabular und -rhetorik<\/p>\n<p>Eine Nachricht aus El PAIS: Katalonien \u00fcbertrifft Madrid mit Zahlen von Neuinfizierten. Die UME (Unidad Militar de Emergencias) wird angefordert, um vor allem das Krankenhaus von Badalona (Stadt n\u00f6rdlich von Barcelona) zu desinfizieren. Sabadell und Hospitalet fordern ebenfalls die Hilfe der Noteinheit des Milit\u00e4rs an. Das befeuert das Katastrophengef\u00fchl. Die Zahl der neu Infizierten explodiert gerade in Katalonien. Das veranlasst den Professor f\u00fcr Medizin und \u00d6ffentliche Gesundheit der Universit\u00e4t Valencia, eine seltsame Erkl\u00e4rung abzugeben. Schuld sind seiner Meinung nach die engen Verbindungen Kataloniens zu Italien.<\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\">Este especialista considera esperable el impacto de la epidemia en Catalu\u00f1a dados los lazos (econ\u00f3micos, sociales, de turismo\u2026) entre esta comunidad y el norte de Italia. \u2018Barcelona es un destino muy apreciado para muchos italianos\u2019, recuerda.\u201d <\/span><i>(Dieser Spezialist ist der Meinung, dass die Auswirkungen der Epidemie in Katalonien angesichts der Verbindungen (wirtschaftlich, sozial, touristisch&#8230;) zwischen dieser Gemeinde und Norditalien zu erwarten sind. &#8222;Barcelona ist f\u00fcr viele Italiener ein hoch gesch\u00e4tztes Reiseziel&#8220;, erkl\u00e4rt er.)<\/i><\/p>\n<p>Eine weitere Erkl\u00e4rung ist die von Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a OMS, der den enormen Anstieg auf die Produktionsstrukturen Kataloniens\/Barcelonas zur\u00fcckf\u00fchrt. Hier seien immer noch viele Zentren ge\u00f6ffnet, was eine bedeutende Zirkulation von Personen zur Folge hat und die Zirkulation des Virus ist besorgniserregend.<\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\">Para Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a, exdirector de Acci\u00f3n Sanitaria en Crisis de la Organizaci\u00f3n Mundial de la Salud (OMS), \u201cel crecimiento de casos en una comunidad con el peso demogr\u00e1fico y econ\u00f3mico de Catalu\u00f1a tiene una gran trascendencia\u201d. \u201cNo es la \u00fanica comunidad que sufre un aumento importante de la incidencia en los \u00faltimos d\u00edas, pero su estructura productiva le confiere una relevancia especial. Sigue siendo una zona con muchos centros de trabajo abiertos. Esto, a su vez, supone un flujo importante de personas que se trasladan para acudir a sus puestos de trabajo. La circulaci\u00f3n del virus en este contexto es un hecho preocupante\u201d, afirma.\u201d<\/span><\/p>\n<p><i>(F\u00fcr Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a, den ehemaligen Direktor von Health Action in Crisis bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), &#8222;ist die Zunahme der F\u00e4lle in einer Gemeinde mit dem demographischen und wirtschaftlichen Gewicht Kataloniens von gro\u00dfer Bedeutung&#8220;. &#8222;Es ist nicht die einzige Gemeinschaft, die in den letzten Tagen einen deutlichen Anstieg der Inzidenz zu verzeichnen hatte, aber ihre produktive Struktur verleiht ihr eine besondere Bedeutung. Es ist immer noch ein Gebiet, wo viele arbeiten gehen. Dies wiederum bedeutet einen erheblichen Strom von Menschen, die zu ihren Arbeitspl\u00e4tzen gehen. Die Zirkulation des Virus ist in diesem Zusammenhang eine beunruhigende Entwicklung&#8220;, sagt er.)<\/i><\/p>\n<p>(<span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020-03-24\/cataluna-supera-a-madrid-como-la-comunidad-con-mas-casos-nuevos-de-coronavirus-diagnosticados.html%20abgerufen%20am%2025.03.20\">https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020-03-24\/cataluna-supera-a-madrid-como-la-comunidad-con-mas-casos-nuevos-de-coronavirus-diagnosticados.html abgerufen am 25.03.20<\/a><\/u><\/span>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>25.03.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Ich bin ausgelaugt, kann das Thema Corona-Virus bald nicht mehr h\u00f6ren. Die 24-Stunden Beschallung von allen Seiten.<\/p>\n<p>Die Stimmen, die eine vollst\u00e4ndige Abschottung fordern, hier in Katalonien, also die Niederlegung jeder Form von Arbeit \u2013 au\u00dfer die zur Grundversorgung wichtig sind \u2013 werden immer lauter. Mir scheinen dahinter die nationalistischen Flaggen zu wehen. Auch hier geht der Krieg auf symbolischer Ebene weiter. Man will Katalonien gegen\u00fcber Spanien abgrenzen, unter sanit\u00e4rem Vorwand.<\/p>\n<p>Wenn wir um 20 Uhr abends auf die Terrassen rausgehen, um dem sanit\u00e4ren Personal zu applaudieren, habe ich das Gef\u00fchl, dass wir uns eher selbst ermuntern. Die frische Luft tut auch ganz gut. Allerdings ist heute unsere Nachbarin Salva nicht rausgekommen, wir rufen sie gleich an. Sie ist erk\u00e4ltet, aber sie meint, es sei nicht dieser Virus, sondern einer von vielen anderen oder sie hat einfach die Nase voll\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>26.03.20, Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Heute keine Lust auf Corona. Nur zwei Whatsapps bringen mich zum Lachen: Eine Freundin teilt ein kleines Video das mit den Verzerrungen aufgenommen wird. Sie befragt Aladins Wunderlampe, die ihr sagt, dass es ihrer Tochter, die sich in der Provence befindet, gut geht. Und ein WhatsApp, das \u00fcber Kolumbien kommt und kurz zusammenfasst, was die Philosophen zu diesen Corona-Virus-Zeiten sagen w\u00fcrden: So zum Beispiel Platon: Bleiben Sie um Gottes Willen in Ihrer H\u00f6hle! Oder Ludwig Wittgenstein: Das, was man sich nicht eingefangen hat, kann man nicht \u00fcbertragen. Oder Heraklit: Man f\u00e4ngt sich den gleichen Virus nicht zweimal ein, beim zweiten Mal sind Sie und der Virus ein anderer. Oder Jean Paul Satre: Ich korrigiere nichts: die H\u00f6lle, das sind die Anderen\u2026. und zum Schluss Judith Butler: Die Tatsache, dass diese Liste zu 95% aus M\u00e4nnern besteht, beweist, dass die Geschichte der Menschheit eine Geschichte patriarchalischer Herrschaft ist, die M\u00e4nner sind der wahre Virus.<\/p>\n<p>Abends videotelefoniere ich mit Jes\u00fas, der in Madrid lebt. Wir entdecken, dank des Virus, die Vorteile von Bild und Ton zusammen. Man n\u00e4hert sich dem Gef\u00fchl einer Pr\u00e4senz an. Die soziale Distanzierung bringt uns einander n\u00e4her. Das ist die Dialektik des Virus: Man vermisst immer das am meisten, was man nicht haben kann.<\/p>\n<p>Jes\u00fas ist vor allem \u00fcber den autorit\u00e4ren Charakter dieser Ausgangssperre besorgt und wegen des faschistischen Zugs, den sowohl die Regierungen mit ihren strengen Regelungen, als auch Teile der Bev\u00f6lkerung in dieser Situation an den Tag legen. Die Leute, welche andere, die sich frei und ohne erkennbaren Grund (also Einkaufswagen oder -tasche oder Hund an der Leine) auf der Stra\u00dfe bewegen, von ihren Balkonen aus beschimpfen. Die gegenseitige Bewachung und die Erzeugung von Angst zur Manipulation der Massen. Was die Angst alles in uns ausl\u00f6sen kann. Und nat\u00fcrlich die Schuldzuweisungen. Trumps Rede vom \u201echinesischen Virus\u201c und die unkommentierte Schuldzuweisung eines valenzianischen Professors, die Italiener seien f\u00fcr den enormen Anstieg an Infizierten verantwortlich, und das in einer seri\u00f6sen Zeitung, wie dem El PAIS, ist tats\u00e4chlich bedenklich.<\/p>\n<p>Die Dauerbeschallung durch die Massenmedien sch\u00fcren die Angst und die Aggressionen der Bev\u00f6lkerung. Wir erleben eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Situation, doch kann sie die erste von vielen folgenden sein, sozusagen der Probelauf f\u00fcr eine m\u00f6gliche Disziplinierung der Bev\u00f6lkerung, f\u00fcrchtet Jes\u00fas. Es zeugt von einem vollkommen b\u00fcrgerlichen Verst\u00e4ndnis der Situation, dass man zwar die H\u00fcndchen ausf\u00fchren darf, aber eine Familie mit drei Kindern nicht an die frische Luft darf. Wie ist so etwas zu rechtfertigen? Dem Aufruf #quedate en casa (bleib zuhause), ist leicht Folge zu leisten, wenn du eine gro\u00dfe Wohnung mit Balkon hast. Wenn du aber in einem Zwischengeschoss mit Fenster zum L\u00fcftungsschacht lebst, von denen es noch so einige in Barcelona und auch in Madrid gibt, dann sieht die Sache schon anders aus. Und wie muss sich wohl ein\/e Migrant\/in aus dem Kongo f\u00fchlen, der nach allem, was er oder sie durchlitten hat, sich jetzt vermutlich in einem winzigen Raum einsperren muss wegen eines l\u00e4cherlichen Virus?<\/p>\n<p>Das Problem ist weniger das Virus, sondern das kaputtgesparte Gesundheitssystem. Die Hilferufe von \u00fcberbordenden Intensivstationen und ersch\u00f6pftem Personal sind seit einigen Tagen im Fernsehen allgegenw\u00e4rtig. Sie werden zum Ausgleich \u201eHeldinnen und Helden\u201c genannt, dass ihr Lohn aufgestockt w\u00fcrde, habe ich noch nirgendwo gelesen oder geh\u00f6rt. Die Bezahlung ist eher unterirdisch.<\/p>\n<p>Seit der Finanzkrise hat man das Gesundheitssystem in Spanien kaputtgespart und das, obgleich die Bev\u00f6lkerung im Schnitt viel \u00e4lter wird. Eine Ma\u00dfnahme, die heute fast die gesamte Bev\u00f6lkerung dazu zwingt, zuhause zu bleiben und damit die Wirtschaft zum Erliegen bringt. Und wie soll man in diesem Zusammenhang die Nachricht verstehen, dass inmitten dieser Krise eine Kette privater Krankenh\u00e4user (HM Hospitales) ihr Personal dazu zwingt f\u00fcr eine Woche frei zu nehmen? (<span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.eldiario.es\/galicia\/politica\/HM-Hospitales-sanitario-presionando-vacaciones_0_1009649892.html%20abgerufen%2026.3.20\">https:\/\/www.eldiario.es\/galicia\/politica\/HM-Hospitales-sanitario-presionando-vacaciones_0_1009649892.html abgerufen 26.3.20<\/a><\/u><\/span>)<\/p>\n<p>Im Interview von El Gran Wyoming meint I\u00f1aki Gabilondo (ein bekannter spanischer Journalist), es m\u00fcsse eine pr\u00e4-ideologische und von allen Parteien geteilte Einsicht geben, dass die \u00f6ffentlichen Dienstleistungen unabk\u00f6mmlich sind in einem Staat: das Gesundheitssystem und auch die Wissenschaft \u2013 sie sind das Kapital einer Gesellschaft. Sie wurden 2008 um 30 % gek\u00fcrzt. Das Feilschen um ein Gesundheitssystem, also das Herunterschrauben auf ein Minimum, wie es in den letzten Jahren geschehen ist, ist Selbstmord f\u00fcr die Gesellschaft, sagt Gabilondo.<\/p>\n<p>Heute Abend beim Klatschen fehlen die neuen jungen Nachbarn von gegen\u00fcber. Ob sie sich nicht gut f\u00fchlen oder einfach nur die Schnauze voll haben, wie ich? Heute bezweifele ich auch am Sinn dieses diary. Ein Armchair-Anthropologist at the Moon!<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>27.03.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Heute bin ich Office Chair Anthropologist und untersuche mal die Internet-Plattform \u201eQue cal millorar de Sitges, pels Sitgetans?\u201c (Was k\u00f6nnen wir Sitgetans zur Verbesserung von Sitges beitragen?\u201c) Eine Seite mit 6.945 Mitgliedern (Sitges hat insgesamt fast 29.000 Einwohner), die gegr\u00fcndet wurde, damit sich die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von Sitges \u00fcber das austauschen k\u00f6nnen, was man ihrer Meinung nach in ihrem St\u00e4dtchen verbessern k\u00f6nnte. Meist wird die Plattform zum Ventil f\u00fcr den \u00c4rger der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger \u00fcber eine nicht funktionierende Gemeindeverwaltung. Im Sommer beschwert man sich \u00fcber die \u00fcberquellenden, stinkenden M\u00fclltonnen und die schmutzigen Gassen und eine Gemeinde, die den gesamten \u00f6ffentlichen Raum (Terrassen und Gesch\u00e4fte) vermietet und alles tut f\u00fcr die Touristen, aber nichts f\u00fcr seine ver\u00e4rgerten B\u00fcrger. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/QuenoensagradadeSitges\/\">https:\/\/www.facebook.com\/groups\/QuenoensagradadeSitges\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Drau\u00dfen h\u00f6rt man pl\u00f6tzlich laute Stimmen, so wie vor der Ausgangssperre. Ich gehe auf die Terrasse, es ist die Nachbarin Esther, die den Nachbarn von gegen\u00fcber berichtet, dass sie zwei Wochen vorsichtshalber nicht bei ihrer alten Mutter war, um sie nicht anzustecken. Aber jetzt kann sie bei ihr sein. Ad\u00e9u!<\/p>\n<p>Wieder bei meiner Internetseite: Hier zeigt sich leider der kleinb\u00fcrgerliche Geist der Sitgetans, die Fotos von Menschen posten, die \u2013 mit geb\u00fchrlichem Abstand \u2013 drau\u00dfen frei herumlaufen. Kommentar der Person, die es postet: \u201eMorgendlicher Spaziergang. Auf geht\u2019s, die Sonne scheint!\u201c Der Post ruft weitgehend Indignation hervor. Beschwerde \u00fcber die Personen, die sich so egoistisch verhalten, w\u00e4hrend man selbst sich so vorbildlich verh\u00e4lt und nur einmal in der Woche rausgeht, um einzukaufen. Dann die Verteidigung, die feststellt, dass es sich um drei Frauen handelt, die ihre Hunde ausf\u00fchren, die man nicht sehen kann, weil sie sie frei laufen lassen (ein weiteres Vergehen!)<\/p>\n<p>Ich finde auch Nachrichten, die Mut machen sollen. Vor allem ein Video, das einen Altenpfleger zeigt, wie er mit einer launigen Flamenco-Einlage die Alten in ihren Rollst\u00fchlen etwas aufmuntert. Die darunterliegende Musik ist eine Flamenco-Version des Liedes <i>Resistir\u00e9 <\/i>von D\u00fao Din\u00e1mico aus dem Jahr 1988. Die Hymne ans \u00dcberleben wurde bekannt durch Almod\u00f3vars Film \u201e\u00c1tame!\u201c (Fessle mich) von 1990 ist zum Corona-Hit und zur emotionalen Impfung eines ganzen Landes geworden, wie der PAIS am 18.03. bemerkt (<span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/cultura\/2020-03-17\/resistire-la-vacuna-emocional-de-espana-que-urdio-un-pesimista.html\">https:\/\/elpais.com\/cultura\/2020-03-17\/resistire-la-vacuna-emocional-de-espana-que-urdio-un-pesimista.html<\/a><\/u><\/span> abgerufen, 27.03.20). Es wird auch hier manchmal gespielt, wenn die Leute um 20 Uhr auf die Terrassen und Balkone gehen zum Applaudieren und zum Mitsingen: \u201cResistir\u00e9, para seguir viviendo\/ Soportar\u00e9 los golpes y jam\u00e1s me rendir\u00e9\/ Y aunque los sue\u00f1os se me rompan en pedazos\/ Resistir\u00e9, resistireeeee\u201d. (<i>Ich werde standhalten, um weiter zu leben\/ Ich werde die Schl\u00e4ge hinnehmen und niemals aufgeben\/ Und selbst wenn meine Tr\u00e4ume in St\u00fccke brechen\/ Ich werde standhalten, ich werde standhalten!\u201c)<\/i><\/p>\n<p>Ein weiteres Video, das eine alte Frau vor ihrer N\u00e4hmaschine zeigt, wie sie mit zitternden H\u00e4nden Mundschutze n\u00e4ht, die \u00fcberall fehlen. Ein Beispiel der Solidarit\u00e4t, die ein krankes Gesundheitssystem jetzt n\u00f6tig hat. Ob diese Mundschutze jedoch mehr als einen emotionalen Wert haben, wage ich zu bezweifeln.<\/p>\n<p>Und dann nat\u00fcrlich die Tierfotos! Man sieht einen Fuchs und ein Video von Wildschweinen, die nachts durch die verlassene Stadt spazieren. Sicher haben sie Hunger, meinen die einen. Oder: sie fressen die Ratten, die man nat\u00fcrlich auch herumspringen sieht, sagen die anderen. Und ein japanischer Sitget\u00e0 f\u00fchlt sich an Tschernobyl erinnert.<\/p>\n<p>Und auch, sehr ber\u00fchrend, der Applaus f\u00fcr eine Reinigungsfrau, die unten am Paseo (an der Strandpromenade) sauber macht und dabei von einer Handy-Kamera gefilmt wird. Als sie bemerkt, dass der Applaus und die Rufe:\u201cguapa\u201c ihr gelten, muss ist sie so ber\u00fchrt, dass sie weinen muss. Dann gibt sie die K\u00fcsse zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nachrichten, die die eigene Verst\u00f6rung \u00fcber die Situation mitteilen<\/p>\n<blockquote><p><span lang=\"es-ES\"><i>\u00a1Hola a tod@s!<br \/>\nHace tiempo que no me expreso, ni en un sentido ni en otro, por aqu\u00ed, mas hoy siento la <\/i><\/span><span lang=\"es-ES\"><i>necesidad de hacerlo&#8230;<br \/>\nSon tiempos extra\u00f1os, dif\u00edciles, confusos; llenos de miedo e incertidumbre. Soy consciente, es f\u00e1cil sucumbir a la queja, la desconfianza y la discordia mas tengo plena confianza en la naturaleza amable y festiva del ser humano, as\u00ed pues, os pido no decaiga nuestro \u00e1nimo, nuestro coraje, nuestro temperamento.<br \/>\nM\u00e1s temprano que tarde volveremos a pasear por nuestro amado Sitges, con una sonrisa en el rostro y amor en la mirada&#8230; y volveremos a los abrazos, los bailes y los besos.<br \/>\nY volveremos al caf\u00e9, el vermut&#8230; volveremos a disfrutar juntos de \u00e9ste Sitges magn\u00edfico y de sus magn\u00edficas gentes&#8230;<br \/>\n<\/i><\/span><i>Juntos, siempre juntos!<br \/>\nUn abrazo <\/i><\/p>\n<p><i>(Hallo, alle zusammen!<br \/>\n<\/i><i>Es ist schon eine Weile her, dass ich mich hier ge\u00e4u\u00dfert habe, aber heute habe ich das Bed\u00fcrfnis, danach&#8230;<br \/>\n<\/i><i>Dies sind seltsame, schwierige, verwirrende Zeiten; voller Angst und Unsicherheit. Ich bin mir bewusst, dass es leicht ist, Beschwerden, Misstrauen und Zwietracht nachzugeben, aber ich habe volles Vertrauen in die freundliche und fr\u00f6hliche Natur der Menschen, deshalb bitte ich Euch, unseren Mut, unser Temperament nicht sinken zu lassen.<br \/>\n<\/i><i>Fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden wir wieder durch unser geliebtes Sitges gehen, mit einem L\u00e4cheln auf dem Gesicht und Liebe in den Augen&#8230; und wir werden uns wieder umarmen, tanzen und k\u00fcssen.<br \/>\n<\/i><i>Und wir gehen wieder gemeinsam Kaffeetrinken, den Apperitif nehmen und gemeinsam dieses Sitges und seine gro\u00dfartigen Menschen genie\u00dfen&#8230;<br \/>\n<\/i><i>Gemeinsam, immer gemeinsam!<br \/>\n<\/i><i>Eine Umarmung)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>und nat\u00fcrlich die Denunzianten, noch dazu zu feige, die Polizei zu rufen, weil die Polizei ihre Daten aufnimmt.<\/p>\n<blockquote><p><span lang=\"pt-BR\"><i>Yolanda D. vom 22.3.20 12.25 <\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"pt-BR\"><i>Dia, 2, i els veins de segona residencia continuen igual. I a sobre no els podem denunciar perque la propietaria del pis es la presidenta de la comunitat, que te molt mal caracter, i tot pasa per les seves mans, i hem de conviure amb ella. Ara ho acaben de treure tot pq han vist que els estic grabant pero a la tarda o dema i tornaran.<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"pt-BR\"><i>(zweiter Tag, und die Nachbarn die hier ihren zweiten Wohnsitz haben machen genauso weiter. Und noch dazu kann man sie nicht anzeigen, weil die Besitzerin der Wohnung die Pr\u00e4sidentin der Comunidad ist, die einen sehr schlechten Charakter hat, und all das geht \u00fcber sie, und wir m\u00fcssen zusammen leben.)<\/i><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>46 indignierte Kommentare, die der Denunziantin raten, zu denunzieren. Auf dem geposteten Videos ist ein junger Vater zu sehen, der auf die leere Stra\u00dfe gegangen ist, um mit seinen Kindern etwas Fu\u00dfball zu spielen. Unglaubliches Blockwartverhalten.<\/p>\n<p>Jetzt reicht\u00b4s mit dem Office-Chair.<\/p>\n<p>Wir bekommen Nachricht von den Holl\u00e4ndern, dass sie den Kauf noch Mitte April \u00fcber ihre Rechtsanw\u00e4ltin durchziehen wollen. Gutes Zeichen. Und weiter geht\u00b4s mit dem Einpacken.<\/p>\n<p>Und: zum Thema Umweltverschmutzung: der Himmel \u00fcber Madrid ist blau. ESA zeigt einen drastischen R\u00fcckgang (in etwa 30-40%) der Luftverschmutzung, die das Risiko von Lungenerkrankungen drastisch erh\u00f6hen und die Abwehrkr\u00e4fte reduzieren. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/ciencia\/2020-03-27\/la-pandemia-provoca-la-mayor-caida-de-contaminacion-observada-en-europa.html\">https:\/\/elpais.com\/ciencia\/2020-03-27\/la-pandemia-provoca-la-mayor-caida-de-contaminacion-observada-en-europa.html<\/a><\/u><\/span> Das hatte gestern Jes\u00fas gesagt: die vielen Toten durch Luftverschmutzung sind schwer zu z\u00e4hlen, interessieren aber auch nicht.<\/p>\n<p>Spanien verzeichnet heute 769 Todesf\u00e4lle innerhalb von 24 Stunden \u2013 die h\u00f6chste Zahl seit Beginn der Krise. 4.858 Tote und mehr als 64.000 Infizierte. Und eine schlimme Nachricht: Mehr als die H\u00e4lfte aller Altenheime von Barcelona haben eine positiv getestete Person unter ihren \u201eInsassen\u201d. Die B\u00fcrgermeisterin Ada Colau hat die Generalit\u00e4t zu einem Aktionsplan aufgefordert, mehr Ressourcen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>In einer Abstimmung der Zeitung La Vanguardia sind 69.258 (18,91%) der Abstimmenden der Meinung, dass die Regierung richtig handelt im Umgang mit der Krise COVID 19 und 29.6994 (81,09%) teilen diese Ansicht nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>28.03.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>\u00dcber Nacht kam mir der Gedanke, was eigentlich auf diesen Balkonen und Terrassen geschieht? Zum einen werden sie zum Zeichen der Solidarit\u00e4t mit t\u00e4glichem Applaus und der gegenseitigen Aufmunterung und ehrlich gesagt, war es mir anfangs etwas unangenehm, in Kontakt zu treten mit Menschen, die ich noch nie gesehen habe und die meine Nachbarn sind. Hier in Sitges gibt es wegen des hohen Tourismusaufkommens eine sehr hohe Fluktuation und in unserem Haus leben nur noch zwei alt eingesessene Familien. Eine davon im \u201eentresuelo\u201c also dem Zwischenpaterre. Dort klirren die Gl\u00e4ser in der Vitrine, wenn die Diskothek darunter ihren Betrieb aufnimmt. Aber das ist ein anderes Thema. Es sind also zum gro\u00dfen Teil uns unbekannte Menschen, mit denen wir nun gemeinsam klatschen \u2013 zu wechselnder Musik. <span lang=\"en-US\">Gestern war Freddy Mercury und Queen mit \u201ewe are the champions\u201c dran. <\/span>Aber mit der Zeit gew\u00f6hnt man sich aneinander, findet einen gewissen Trost im gegenseitigen Austausch, der von Zuwinken bis zu kleineren Konversationen reicht und sich mit der Zeit ein Zusammengeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl breit macht. Wir stecken alle in der gleichen Misere, aber wir nehmen es mit Humor. Und noch sind wir alle gesund. Auch das verbreitet sich \u00fcber die Balkone.<\/p>\n<p>Aber auf der anderen Seite gibt es \u2013 und das ist auch Teil dieser neuen Verbundenheit in ihrer h\u00e4sslichen Form \u2013 die \u201eBalkonpolizei\u201c. Sie sehen alles, sie filmen alles und sie klagen an in den Netzwerken und denunzieren bei der Polizei. Das ist die perfekte \u00dcberwachung einer Schwarmdummheit. Aus Angst und Paranoia wird jeder frei herumlaufende Mensch als Virenschleuder betrachtet und als gemeingef\u00e4hrlich. Und nat\u00fcrlich stimuliert es auch den Neid auf den oder die da unten frei und ich da oben eingesperrt. Das Beispiel aus \u201eQue cal millorar\u2026\u201c, wo ein Vater mit seinen Kindern kurz mal vor die Haust\u00fcre geht, um mit ihnen Ball zu spielen, ist deutlich genug. Diese Blockwarts-Mentalit\u00e4t wird als wichtig empfunden und zur Gemeinschaftspflicht erhoben. Wir erleben die Geburt des \u00fcberwachten \u00dcberwachers. Im Netz finde ich einen Artikel \u00fcber eine Familie, die einen autistischen Sohn hat, mit dem sie t\u00e4glich zur selben Zeit einen Spaziergang machen m\u00fcssen, um eine heftigere Krise zu vermeiden. Sie wurden beschimpft und man hetzte ihnen die Polizei auf den Hals. Abgr\u00fcnde tun sich hier auf und eben diese andere Seite des Gemeinschaftsgef\u00fchls, das Gemeinschaftskontrolle hei\u00dft. Das kommt doch jedem bekannt vor, der auf dem Dorf aufgewachsen ist, wo jeder jeden kennt und alles, was du tust, in gewisser Weise \u00f6ffentlich ist und kommentiert werden kann. Im Oberen Xingu, wo ich 2000 eine kleine Feldforschung durchgef\u00fchrt habe, geh\u00f6rt das Sprechen \u00fcber andere in den Bereich der Frauen, in den back yard, die K\u00fcche. Dieser Diskurs wird als ebenso m\u00e4chtig eingestuft, wie schamanistische Sprechweisen. In Bayern hei\u00dft es: \u201ejemanden ausrichten\u201c. In gewisser Weise kehren wir in die Zusammengeh\u00f6rigkeit zur\u00fcck \u2013 mit seinen positiven und auch negativen Folgen, der Kontrolle. Auch das Voneinander-abh\u00e4ngig-sein bringt die seltsamsten Reaktionen hervor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\"><b>29.03.20 Sonntag<\/b><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Zeitumstellung. Der dazugeh\u00f6rige WhatsApp-Witz darf nat\u00fcrlich nicht fehlen: \u201c<\/span><span lang=\"es-ES\">Como la cuarentena est\u00e1 siendo dif\u00edcil para todos, el gobierno va a permitir que podamos salir de casa durante 1 hora. Esta noche a las 2 pod\u00e9is salir a la calle pero ten\u00e9is que estar de vuelta a las 3. <\/span>Aprovechadlo.\u201c <i>(Nachdem die Quarant\u00e4ne f\u00fcr alle schwierig ist, erlaubt uns die Regierung, das Haus f\u00fcr eine Stunde zu verlassen. Heute Nacht um 2h k\u00f6nnen Sie nach drau\u00dfen gehen, m\u00fcssen aber um 3h zur\u00fcck sein. Nutzen Sie die Gelegenheit.)<\/i><\/p>\n<p>Nuria berichtet, dass ihre Schwestern negativ getestet sind und sie heute ihren Vater besuchen k\u00f6nnen. Sie hat au\u00dferdem einen Migranten aus Senegal bei sich zuhause aufgenommen, dem sie in der vielen freien Zeit Spanisch beibringt und Geschichte, etc. Wir beschlie\u00dfen gemeinsam eine kleine Umfrage unter den Freundinnen und Bekannten zu starten, wie sie die Zeit des <i>confinamientos<\/i> verbringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>31.03.20 Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Tagebuch schreiben ist gut und gleichzeitig anstrengend. Was beobachte ich an mir, an anderen? Welche Themen kommen auf, vergehen, sind sie relevant? Und welche Rolle spielen die Emotionen bei der Beobachtung, bei der Arbeit?<\/p>\n<p>Gestern war mir nicht nach Schreiben zumute. Ein Freund, den wir aus dem Gemeinschafts-Garten kennen, ist seit einiger Zeit erkrankt und hat seit einer Woche sein Handy nicht mehr benutzt, zumindest nicht die WhatsApp-Funktion. Wir bekommen heraus, dass er auf der Intensivstation liegt. Er ist 75 Jahre alt, kein Alter zum Sterben. Hilflosigkeit macht sich breit. Die Einschl\u00e4ge kommen n\u00e4her. Doch heute Morgen erfahren wir, dass er stabil ist. Es gibt also Hoffnung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>01.04.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Zoom-Konferenz mit meiner Kusine Maite aus K\u00f6ln, die ihre Freunde aus Madrid und Familie aus Valencia versammelt hat, um eine Trauma-Tapping Methode zu zeigen, um die \u201eansiedad\u201c (Angst) des Eingesperrt-Seins zu \u00fcberwinden. W\u00e4hrend Maite mit der Technik k\u00e4mpft unterhalten wir uns ein bisschen \u00fcber die Situation. Marta aus Madrid kann auch nicht verstehen, warum Familien mit Kindern keine M\u00f6glichkeit bekommen, an die frische Luft zu gehen. Und Manuel und seine Familie erz\u00e4hlen, dass der Freund einer Freundin gestorben sei. Er war 60 Jahre alt. Seine Frau glaubt, dass sie infiziert sein k\u00f6nnte, weil sie einen anhaltenden Husten hat, allerdings ohne Fieber. Der Tenor ist: wir bleiben zuhause, soviel wir k\u00f6nnen und sind besorgt \u00fcber diese Ereignisse. Leider kommen wir mit der Technik nicht zurecht und es vergeht eine Stunde, in der meine Kusine immer wieder versucht, ein Video mit ihren Freunden zu teilen. Dann schmei\u00dft mich ZOOM aus der Konferenz. Ich suche das Video der Methode, die sie mit uns teilen wollte <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/youtu.be\/i6WjP5G4xLs\">https:\/\/youtu.be\/i6WjP5G4xLs<\/a><\/u><\/span> Japanese Do-In energy massage to yourself in under ten minutes &#8211; vitalizing and energizing your body and mind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>2.4.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Heute m\u00f6chte ich mein Feature abschlie\u00dfen. Drau\u00dfen ist es regnerisch und ungem\u00fctlich.<\/p>\n<p>Abends m\u00fcssen wir gleich zweimal auf die Terrasse: einmal um f\u00fcr die \u00c4rztInnen und KrankenpflegerInnen zu klatschen und dann eine Stunde sp\u00e4ter nochmal um mit einer Taschenlampe f\u00fcr die autistischen Kinder zu leuchten. Denn heute ist der Welt-Autismus-Tag. Mittlerweile entspinnen sich \u2013 auch dadurch, dass wir uns nun durch die Zeitumstellung, sehen k\u00f6nnen \u2013 kleine Gespr\u00e4che \u00fcber die Stra\u00dfe hinweg. Ein paar H\u00e4user weiter, auf unserer Seite der C. Bonaire, wohnen ein paar j\u00fcngere Leute, die immer f\u00fcr die Musikuntermalung sorgen, und die immer besonders exzessiv Winken und Klatschen. Leider k\u00f6nnen wir uns nicht richtig sehen. Die andere Nachbarin von schr\u00e4g gegen\u00fcber, wir haben schon mitbekommen, dass sie ein Restaurant hier in Sitges f\u00fchrt, macht ein Video f\u00fcr ihre Freunde oder Familie in Uruguay. Alle winken. Sociality mit wildfremden Menschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>3.4.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Heute gehe ich zum ersten Mal seit vier Wochen wieder auf die Stra\u00dfe. M\u00fcll wegbringen und etwas einkaufen. Ich gehe zum Meer hinunter, die Sonne scheint, wie seit Tagen nicht mehr und ich empfinde alles um mich herum als lebendig und farbenfroh. Hier zirkuliert der Witz: \u201eSchatz, ich bring mal den M\u00fcll runter, was soll ich anziehen?\u201c Es ist zum Fest geworden, auf die Stra\u00dfe zu gehen. Ich genie\u00dfe den Gang zum Meer. Leider ist der Zugang abgesperrt. Ich begegne ein paar Hundebesitzern mit ihren Tieren. Sie gehen meist ohne Mundschutz und scheinen recht unbesorgt, w\u00e4hrend andere sich vermummt haben und ihnen die Angst ins Gesicht geschrieben steht. Die einen gehen wie immer geradeaus und die anderen machen einen gro\u00dfen Bogen um jede potenzielle menschliche Virenschleuder. Vor den Superm\u00e4rkten lange Schlangen \u2013 immer mit einem Meter Abstand. Ich gehe zu Veritas, dem Biomarkt, wo keine Schlange steht, das ist hier was f\u00fcr die Reichen. Ich kaufe feine Haferflocken, Crispis, Schwarzbrot und rote Linsen. Deutscher geht\u00b4s nicht. Und dann gehe ich, jeden Schritt genie\u00dfend, wieder nach Hause. Die Stra\u00dfen, das hatte ich schon auf der Blockwart-Facebook-Seite (Que cal millorar\u2026?) gelesen, sind voller Hundekacke und Wegwerfhandschuhe. Also gibt es doch noch unbewachte Momente.<\/p>\n<p>Nachdem ich im \u00c1tico wohne, muss ich vier Stockwerke hochsteigen, was mir normalerweise nichts ausmacht. Aber heute komme ich vollkommen ersch\u00f6pft oben an. Obwohl ich fast jeden Tag Yoga mache, ist das Herz-Kreislauf-System am Boden.<\/p>\n<p>Wie El Pa\u00eds berichtet, hat der Run auf Klopapier nachgelassen, daf\u00fcr steigt der Konsum von Alkoholika an: Im Vergleich zur vorigen Woche 77,65% beim Bier, 62,7% beim Wein und 36,58% andere alkoholische Getr\u00e4nke. In den letzten zwei Wochen sind die Eink\u00e4ufe von Verbrauchern gesunken und das Volumen der Eink\u00e4ufe leicht gestiegen, informiert Felipe Medina, Vorstand des spanischen Verbands der Vertriebsh\u00e4ndler (ASEDAS). Auch ist einer M\u00e4\u00dfigung der gro\u00dfen K\u00e4ufe zu beobachten, die ihren H\u00f6hepunkt zwischen dem 11. und 14. M\u00e4rz erreichten, kurz vor der Ausrufung des Ausnahmezustands.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem werden 93,82% mehr Oliven verkauft, Kartoffelchips (+87,13%), Schokolade (+79,04%), Eis (+76,19%) oder Anchovis (+60%). Auch der Mehlverbrauch ist um 196% angestiegen im Vergleich zur vergangenen Woche. Die B\u00fcrger haben sich also die Bar und die B\u00e4ckerei nach Hause geholt. Und sie treffen sich \u00fcber Videokonferenzen zum Aperitif <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/madrid\/2020-04-01\/la-explicacion-psicologica-a-la-lista-estrella-de-la-compra-en-cuarentena-cerveza-anchoas-aceitunas-y-patatas-fritas.html?ssm=FB_CC?prm=ep-app?prm=ep-app?prm=ep-app\">https:\/\/elpais.com\/espana\/madrid\/2020-04-01\/la-explicacion-psicologica-a-la-lista-estrella-de-la-compra-en-cuarentena-cerveza-anchoas-aceitunas-y-patatas-fritas.html?ssm=FB_CC?prm=ep-app?prm=ep-app?prm=ep-app<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung des Psychologen Carmelo V\u00e1zquez lautet: das Verhalten ist \u00e4hnlich, wie nach dem posttraumatischen Stress nach den Terroranschl\u00e4gen vom 11 September und dem 11-M (dem Madrider Zuganschlag). Damals wurde ein Stresslevel von 7% erreicht. Heute sind alle alarmiert aber die Leute machen genau das Richtige: Bierchen trinken und Kartoffelchips essen. Das hat therapeutischen Wert und erh\u00f6ht die Endorphine in Stressmomenten, so der Bericht. Nat\u00fcrlich zirkulieren auch schon die entsprechenden Videos \u00fcber die Gewichtszunahmen.<\/p>\n<p>Immer mehr trifft man sich in Skype-Konferenzen, um getrennt aber gemeinsam einen Aperitif zu trinken. Man macht sich fein f\u00fcr das Skype-Ereignis.<\/p>\n<p>Ein Video-Anruf von Salvador B., ein Psychologe aus Barcelona, den ich letzten November in Bilwi, Nicaragua, kennen gelernt hatte. Er geht nicht raus, er ist schon 70 Jahre alt und muss aufpassen. Allerdings hat er eine Videokonferenz nach der anderen. Er arbeitet f\u00fcr Psic\u00f3logos sin fronteras (Psychologen ohne Grenzen). Die psychische Situation der Ausgangssperre, die er f\u00fcr absolut notwendig h\u00e4lt, sch\u00e4tzt er als schwerwiegend ein. Ich komme auf die Idee, ihn und Nerea M. (27), die auch in Nicaragua als Psychologin gearbeitet hat, dazu einzuladen, entweder selbst Tagebuch zu schreiben und an Curare zu schicken oder ihre Erfahrungen mit mir zu teilen. Nerea, die in der \u201eFrontlinie\u201c der psychologischen Krankenhausbetreuung arbeitet und verspricht, mir von ihren Erlebnissen zu berichten.<\/p>\n<p>Der erste Ausgang hat mich umgehauen, ich liege den Rest des Tages im verdunkelten Raum mit Migr\u00e4ne. Das hatte ich schon lange nicht mehr. M\u00f6glicherweise hat diese Situation doch mehr Auswirkungen auf mich, als gedacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>4.4.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Ich muss langsam mal die Buchbesprechung f\u00fcr die ZfE fertig bekommen. Doch ich kann mich schlecht konzentrieren in letzter Zeit und der amerindische Perspektivismus und Animismus und alles, was dazwischen liegt, sind mir heute Morgen zu viel. Au\u00dferdem sollte ich neben meinen unbezahlten Aktivit\u00e4ten, wie Tagebuch schreiben und Buchbesprechungen auch ans Geldverdienen denken. Ich habe noch einen Auftrag f\u00fcr radioReisen, den ich fertig machen kann. Also nehme ich mir vor: Vormittags schreiben zum Geld verdienen und Nachmittags\/abends unbezahlt. Beides macht mir Freude. Am Montag oder Dienstag habe ich ein Gespr\u00e4ch mit den RiffReportern, ich w\u00fcrde gerne Mitglied werden.<\/p>\n<p>Seit Anfang April sind wir in Katalonien schon bei 25.000 Infizierten durch SARS-CoV2 und mehr als 2.500 Toten durch die Krankheit.<\/p>\n<p>Salvador schickt per WhatsApp einen Psychotest, um die Belastung der Menschen w\u00e4hrend der Ausgangssperre zu bewerten. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/smatb.typeform.com\/to\/isyIUT\">https:\/\/smatb.typeform.com\/to\/isyIUT<\/a><\/u><\/span> Es ist eine wissenschaftliche Studie zum Stress, den die Epidemie COVID-19 bei der Bev\u00f6lkerung ausgel\u00f6st hat. Nicht nur auf pers\u00f6nlicher Ebene, sondern auch auf der des Gesundheitssystems und auf der \u00f6konomischen Ebene. Sinn ist es, zu verstehen, wie die Epidemie in unsere Leben eingreift und um Ma\u00dfnahmen zu treffen, um das Leben und emotionale Wohlbefinden der betroffenen Menschen zu verbessern.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">&#8222;Despu\u00e9s de m\u00e1s de 2 meses desde el primer caso notificado en Espa\u00f1a y 3 semanas de cuarentena y autoaislamiento en Catalu\u00f1a, la carga emocional de la comunidad ha aumentado&#8220;<\/span><span lang=\"es-ES\">, valora Vilaplana, <\/span><span lang=\"es-ES\">&#8222;gracias a estudios en pa\u00edses en que el virus castig\u00f3 antes y a otras ocasiones de cuarentenas masivas, sabemos que estas situaciones dejan una huella importante en la salud mental de la gente&#8220;<\/span><span lang=\"es-ES\">.( <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.germanstrias.org\/noticias\/196\/igtp-researchers-study-the-impact-of-the-covid-19-epidemic-on-people-through-a-citizen-survey%20aufgerufen%205.4.20\">https:\/\/www.germanstrias.org\/noticias\/196\/igtp-researchers-study-the-impact-of-the-covid-19-epidemic-on-people-through-a-citizen-survey aufgerufen 5.4.20<\/a><\/u><\/span>)<\/p>\n<p><i>(\u201eNach mehr als zwei Monaten seit der Meldung des ersten Falls in Spanien und drei Wochen Quarant\u00e4ne und Selbstisolation in Katalonien hat die emotionale Belastung der Gemeinschaft zugenommen\u201c, sagt Vilaplana, \u201edank Studien in L\u00e4ndern, in denen das Virus schon vorher ausgebrochen ist und aus anderen Situationen von Massenquarant\u00e4ne wissen wir, dass diese Situation einen wichtigen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Menschen haben.\u201c So hei\u00dft es auf der Homepage IGTP zur Studie, die von Dra. Cristina Vilaplana geleitet wird.)<\/i><\/p>\n<p>Vor allem ist das Personal des Gesundheitssystems betroffen. Aber auch die ganz normalen Leute. Da f\u00e4llt mir ein, dass Mercedes gestern erz\u00e4hlte, dass es beim Einkaufen, wo man vor dem Eintreten in den Supermarkt Schlange stehen muss, zu einer Auseinandersetzung kam zwischen einer Frau, die sich an der falschen Seite angestellt hatte und von einem Mann in der Schlange etwas ruppig zurechtgewiesen wurde. Daraufhin weigerte sie sich, in die Schlange einzuordnen und so fort\u2026 Die Nerven liegen blank.<\/p>\n<p>Ich nehme mir die Zeit f\u00fcr den Test, der sehr ausf\u00fchrlich ist und es wird mir klar, dass ich, die immer prek\u00e4r gelebt hat, nun einen gro\u00dfen Vorteil habe vor den Menschen, die sich nun durch den Virus gezwungen sehen, in k\u00fcrzester Zeit all das zu lernen, was ich mir \u00fcber die Jahre angeeignet habe: eine gewisse Arbeitsdisziplin, bzw. einen halb-strukturierten Tagesablauf, das Leben mit der Existenzangst, die Zuversicht, das Richtige zu tun, die immer wieder auftauchenden Zweifel bek\u00e4mpfen, das Leben ohne Luxus, das Vermeiden von unn\u00f6tigen Ausgaben, etc., etc\u2026<\/p>\n<p>Gleichzeitig wei\u00df ich, dass mein Lebensstil gleichzeitig privilegiert ist. Wenn hier die Menschen zu Tausenden ihre Arbeit verlieren, die auch prek\u00e4r ist und meist nur \u00fcber die Sommersaison und den Tourismus gehalten wird, Menschen, die mit drastisch steigenden Mieten oder Hypotheken zu k\u00e4mpfen haben, dann ist mein Problem ein Luxusproblem.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Dann mache ich eine Online-Session mit Tammy H., meiner Yoga-Lehrerin: Sie sagt uns in ihrer Live-\u00dcbertragung: <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>\u201e<\/i><\/span><span lang=\"es-ES\">La vida es cambio. nada est\u00e1 fijo. desapego de las cosas que no queremos que sean&#8230;buen momento para hacer este trabajo. conectar con tu fuerza interior&#8230;mensajes de miedo&#8230;<\/span><span lang=\"es-ES\"><i>\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p><i>(Das Leben ist Wandel, nichts ist fest. L\u00f6se dich von den Dinge, die du nicht willst\u2026 Das ist ein guter Moment, um diese Arbeit zu machen. Verbinde dich mit deiner inneren Kraft\u2026 h\u00f6re nicht auf die Botschaften der Angst\u2026)<\/i><\/p>\n<p>Heute ist Palmsonntag, doch das Ritual muss dieses Jahr ausfallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>06.04.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Heute wieder TTT trauma tipping therapy mit meiner Kusine Maite und ihren Freunden aus Madrid. Gestern wurde der Ausnahmezustand und die Ausgangssperre bis zum 26.04.erweitert. Ich habe schon das Stockholm-Syndrom. Ich passe mich an die Situation an, f\u00fcge mich, Rebellion ist Luxus. In Katalonien denkt El President, Quim Torra schon \u00fcber eine Verl\u00e4ngerung bis Juni nach. Ich glaube, hier zeigt sich die Lust an der neuen Macht. Mal sehen, was passiert.<\/p>\n<p>Die Anzahl der Corona-Toten f\u00fcr Spanien geht auf 637 zur\u00fcck. Es sind 135.000 Infizierte, davon etwa 60.000 in Krankenh\u00e4usern und 40.000 haben sich bereits erh\u00f6ht. Insgesamt sind 13.055 Menschen gestorben bisher.<\/p>\n<p>Gestern wurde eine Freundin dabei \u201eerwischt\u201c, dass sie etwas mehr, als nur zum M\u00fcllcontainer gegangen ist. Das ist der Nachteil hier in den kleinen Gemeinden. Alles ist viel besser kontrollierbar. Mein Freund Jes\u00fas in Madrid geht f\u00fcr einen \u00e4lteren Bekannten einkaufen und dreht dabei gem\u00fctlich seine Runden. Er wurde aber auch schon mal angehalten und gefragt, wo er wohne und wo er hingehe. Man d\u00fcrfe kein \u201eschuldiges\u201c Gesicht machen und auf jeden Fall den Polizisten Recht geben, ohne <i>retint\u00edn<\/i>, also ohne Unterton.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>07.04.20 Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Schon wieder vorbei mit der ruhigen Zeit. Alle haben jetzt auf Online-Formate umgestellt: Ich habe neben Entspannungsangeboten, Schreibworkshops und Online- und Blended Learning Kurse. Ich will einfach nur spazieren gehen. Werde heute mal meine Nachbarin fragen, ob sie mir ihren Hund leiht.<\/p>\n<p>Es hat geklappt, nur will Nal\u00fa, das \u00e4ngstliche H\u00fcndchen unserer Nachbarn, nicht mit mir spazieren gehen. Ich brauche sehr viel Geduld und \u00dcberredungsk\u00fcnste, damit sie mitkommt runter zum \u201epaseo\u201c (zur Strandpromenade) am Meer. Dann aber vergisst sie das fremde Frauchen und freut sich \u00fcber den Ausgang, beobachtet, wie ich, den Kranich, der still und ungest\u00f6rt am sonst so belebten Strand steht. Ich bin gl\u00fccklich und erst jetzt merke ich, wie stark es mich bedr\u00fcckt, mich nicht an der frischen Luft bewegen zu k\u00f6nnen. Ich begegne anderen Hundebesitzern, aber sogar die Hunde gehen mit Abstand aneinander vorbei, sie passen sich an das Verhalten ihrer Herrchen und Frauchen an. Jetzt empfange ich ein paar missg\u00fcnstige Blicke von den Balkonen, oder vielleicht sind sie nur misstrauisch?<\/p>\n<p>Der Strand ist abgesperrt und sogar der Spielplatz!<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6294\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Image1-920x690.jpg\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Image1-920x690.jpg 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/Image1.jpg 1386w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 1: Abgesperrter Spielplatz an der Meerespromenade in Sitges; Copyright\/Photographin: Ulrike Prinz.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Abends nehme ich den Applaus auf. Unten, schr\u00e4g gegen\u00fcber fehlen heute Esther S. und ihre Mutter. Sie haben den Applaus verpasst. Als sie den Rollladen hochziehen werden sie von allen begr\u00fc\u00dft und es gibt nochmals einen Extra-Applaus. Wir applaudieren schon lange uns selbst, um uns zu motivieren und um durchzuhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>08.04.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Habe die Rezension fast fertig. Warte auf Anruf von SRF und von den RiffReportern. Kommt aber nichts, die sind alle mit dem Thema Corona besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Meine neue Freiheit, das Ausf\u00fchren des Nachbarh\u00fcndchens macht mir Freude und steigert meine von Handy gez\u00e4hlten Schritte von 35 auf 2951. Heute sehe ich einen Jungen, der vom Strand \u00fcber die Mole ans Meer l\u00e4uft, wo er nicht gesehen werden kann. Dort wird er sicherlich in Ruhe seinen Joint rauchen oder einfach nur aufs weite Meer schauen.<\/p>\n<p>Ich finde eine Treppe zum Meer runter, die nicht abgesperrt ist und Nal\u00fa ist jetzt gar nicht mehr sch\u00fcchtern, sondern fetzt um mich herum und fordert mich auf, mitzulaufen, was ich so gut ich kann tue. Sie ist gl\u00fccklich und ich atme endlich wieder durch. Die Lungen voll frischer Luft. Als ich sie zur\u00fcckbringe und der Nachbarin von unserem Lauf am Meer erz\u00e4hle, sagt sie mir, das sei verboten und ihr Mann h\u00e4tte gesehen, wie die Polizei Strafen verteilt. Ich verstehe nicht, warum man den Strand nicht betreten darf. Mit dem Virus kann das ja nichts zu tun haben. Vielleicht, um nicht noch mehr Neid zu erregen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>09.04.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Heute klappt es schon ganz gut mit dem Ausgehen. Wir verl\u00e4ngern auf 4265 Schritte, auch wenn wir nicht an den Strand runtergehen. S\u00e1nchez denkt schon laut \u00fcber eine weitere Verl\u00e4ngerung des Ausnahmezustandes nach bis zum 10. Mai und langsam hat man sich eingerichtet und kleine Freiheiten erschlichen. Eine Freundin, die gerne ihre Marihuana Zigarette zum Einschlafen raucht, erz\u00e4hlt mir von ihrer Odyssee, an das Kraut zu kommen. Seit zwei Wochen hat sie keinen Nachschub. Vorher war es einfach, denn in Spanien gibt es Cannabis Clubs, in denen man legal etwas Gras f\u00fcr den eigenen Gebrauch kaufen kann. Die sind nun aber geschlossen. J., die schon \u00fcber 60 Jahre auf dem Buckel hat, geht also ihrer Nase nach und schaut, wer auf dem Balkon verd\u00e4chtigen Rauch macht. Sie spricht ein junges M\u00e4dchen an, das raucht mit der ihr eigenen Direktheit und Unschuld. Die weist es weit von sich. Der Typ \u00fcber ihr w\u00fcrde Gras rauchen. Der gibt wiederum einen Kumpel an, der verkauft und so verbleibt J. morgen um 18h um etwas Maria einzukaufen.<\/p>\n<p>Die Verabredung zum Applaus wird immer gem\u00fctlicher, die Leute kommen mit ihrem Bierchen oder Weinglas raus und es entspinnen sich kleine Unterhaltungen. Es d\u00fcrfen W\u00fcnsche f\u00fcr die Musikuntermalung gemeldet werden. Das junge britische Paar von gegen\u00fcber hatte Gl\u00fcck mit ihrem Umzug, der am 14.3.20 als letzter durchgef\u00fchrt wurde. Sie lebten bereits 10 Jahre in Barcelona und kennen Sitges. Noch f\u00fchlt es sich an wie Ferien, sagt er. Pl\u00f6tzlich sprechen alles Englisch, aber Mercedes meint, sie w\u00fcrde es zwar sprechen, aber nicht verstehen. Es ist gute Stimmung und man ist froh \u00fcber ein wenig sozialen Austausch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>10.04.20 Karfreitag<\/b><\/p>\n<p>Vom Z\u00e4hlen der Toten bin ich \u00fcbergegangen, die eigenen Schritte zu z\u00e4hlen, die ich \u201ein Freiheit\u201c machen darf. Das ist schon eine krasse Situation. Man blendet die bedrohliche Krankheitssituation so gut wie m\u00f6glich aus, um die Angst nicht an sich rankommen zu lassen und sucht nach Auswegen f\u00fcr sich selbst. Unser Freund liegt immer noch auf der Intensivstation, es scheint aber, als ob sich sein Zustand etwas gebessert hat. Die Tochter einer Freundin kennt einen Pfleger auf der Intensivstation, der uns alle zwei Tage mit Informationen versorgt.<\/p>\n<p>Spanien hat offiziell 152.446 Infizierte, 15.238 Tote und 52.165 sind gesundet (Zahlen vom 9.4.20) Die Zahlen der best\u00e4tigten F\u00e4lle, die in den letzten Tagen exponentiell angestiegen sind, stabilisieren sich langsam. Gestern telefonierte ich mit meiner Freundin N. die auf Ibiza in ihrem Ferienhaus ohne Internetverbindung eingesperrt ist. Endlich hat sie Zeit zum Schreiben. Ihre Universit\u00e4tskurse sind nicht abgesagt, sondern gehen weiter \u2013 alles \u00fcber Videokonferenzen, dann im September. Die Umstellung l\u00e4uft weltweit. Auf der Insel kontrolliert die Guardia Civil sogar die Feldwege. N. darf keine Spazierg\u00e4nge machen, sonst droht ein Bu\u00dfgeld von 1.500 Euros. Die Pr\u00e4sidentin der Balearen hat sehr fr\u00fch reagiert, den Flugverkehr eingestellt und Hotels zu Krankenh\u00e4usern umfunktioniert, denn die Bev\u00f6lkerung auf Ibiza ist im Durchschnitt sehr alt und das Risiko ist hoch durch den Tourismus und die Verbindungen zum Festland der Halbinsel. Sie konnte das Schlimmste verhindern.<\/p>\n<p>Am Nachmittag sind von unserer Terrasse, wo ich mich etwas in die Sonne gelegt habe, verschiedene Konversationen quer \u00fcber die Stra\u00dfe von Balkon zu Balkon zu verfolgen. Es geht um Blumen, die man angepflanzt hat und wie man sie online bestellen kann. Es haben sich neue Gemeinschaften gebildet. Notgemeinschaften, aus denen vielleicht Freundschaften entstehen werden.<\/p>\n<p>Um 18 wieder ein Spaziergang an der Strandpromenade, heute 6.057 Schritte, sagt mein Handy. Ich treffe heute nur Hundebesitzer. Einer redet auf sein Tier ein, das sich auf der Mauer oberhalb des Meeres niedergelassen hat. Aus der Ferne sieht es aus, wie ein Eisb\u00e4r. Der Hund sitzt da und ist nicht dazu zu bewegen, spazieren zu gehen. Als ich n\u00e4her komme und Nal\u00fa spielen will, r\u00fchrt sich der Eisb\u00e4r kaum. Der Besitzer, dem Dialekt nach ein Argentinier, ist verzweifelt. Seit Tagen will der Hund nicht mehr rausgehen. Er sp\u00fcrt die komische Situation, meint sein Herrchen, die Tiere sind ja oft viel sensibler, als wir Menschen. Auf meine Frage, ob der Hund depressiv sei, antwortet der Besitzer nicht, er schaut nur betr\u00fcbt drein und w\u00fcnscht mir noch einen sch\u00f6nen Tag. Weiter hinten kommt ein schwarzer Windhund, der umso mehr Lust auf Bewegung hat, nur hat er keinen Besitzer dabei, er umkreist uns und ich muss auf Nal\u00fa aufpassen.<\/p>\n<p>Heute Karfreitag ohne Prozession.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6299\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image3-694x920.png\" alt=\"\" width=\"694\" height=\"920\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image3-694x920.png 694w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image3.png 892w\" sizes=\"auto, (max-width: 694px) 100vw, 694px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 2: Infektionskurven im Vergleich \/ Quelle: El Pa\u00eds.com (10.04.20).<br \/>\n<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>11.04.20 Samstag\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Lese einen scheinheiligen Artikel in der ZEIT \u00fcber die Eurobonos (<i>Eurobonds<\/i>): Fazit \u2013 Eurobonos nein, weil die Deutschen ja so viel leistungsf\u00e4higer sind, als der Rest Europas. Das \u00e4rgert mich unglaublich.<\/p>\n<figure><figcaption><\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich muss erst mal die ganze Wohnung putzen. Die fehlende Solidarit\u00e4t in Europa wird Europa den Todessto\u00df versetzen.<\/p>\n<p>\u201eHoch verschuldete L\u00e4nder mit einer weniger dynamischen Wirtschaft sollten dagegen mit h\u00f6heren Zinsen rechnen m\u00fcssen. Nur auf diese Weise entsteht der Leistungsanreiz, den Europas L\u00e4nder noch dringend brauchen werden, wenn ihre Volkswirtschaften wieder auf die eigenen Beine kommen m\u00fcssen. Das soll die Not nicht wegreden. Jede Kaltschn\u00e4uzigkeit w\u00e4re angesichts des Corona-Horrors in Italien auch fehl am Platz. Tats\u00e4chlich brauchen die Italiener unsere Solidarit\u00e4t <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2020-04\/drei-saeulen-strategie-olaf-scholz-europaeische-union-finanzhilfen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">durch Soforthilfe und Kredite aus der vollen europ\u00e4ischen Notkasse namens ESM<\/a>, um ihre Gesundheitsversorgung und ihre Firmen zu retten oder Kurzarbeit auszugleichen. Bitte gro\u00dfz\u00fcgig und ohne Besserwisserei! Und wenn das Geld nicht reicht, m\u00fcssen die Partner nachschie\u00dfen. Man darf erwarten, dass Europa sich diese Woche auf alle n\u00f6tigen Hilfen einigt. Es muss f\u00fcr die L\u00e4nder da sein, die besonders leiden. Schlie\u00dflich kann es jeden einmal besonders schlimm treffen, sogar die zur Arroganz neigenden Deutschen.\u201c <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2020\/16\/coronavirus-wirtschaftskrise-eurobonds-solidaritaet-verschuldung?sort=desc#comments\">https:\/\/www.zeit.de\/2020\/16\/coronavirus-wirtschaftskrise-eurobonds-solidaritaet-verschuldung?sort=desc#comments<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Der Verfasser des Artikels neigt h\u00f6chstselbst zu dieser Arroganz, die er den Deutschen im Allgemeinen unterstellt und mit der er auf h\u00f6heren Zinsen f\u00fcr die EU L\u00e4nder des S\u00fcdens besteht. Nur so k\u00f6nnen sie ja in ihrer subalternen Position gehalten werden. Das Ganze nennt sich dann \u201esoziale Marktwirtschaft\u201c, in der man versucht, die Armen nicht so weit absinken zu lassen, dass sie nicht mehr konsumieren k\u00f6nnen aber bitte auch keine gleichen Bedingungen f\u00fcr alle. Den \u201eLeistungsf\u00e4higen\u201c eben mehr!<\/p>\n<p>Hier soll ab Montag pl\u00f6tzlich wieder gearbeitet werden, aber nur in der Konstruktion und in der Industrie. Die meisten halten das f\u00fcr verfr\u00fcht und unverantwortlich. Gerade wurde auch gemeldet, dass die ab Montag (in Katalonien ab Dienstag) auch diejenigen wieder arbeiten, die nicht vom Home-Office aus arbeiten k\u00f6nnen. Der Innenminister hat vermeldet, dass man 10 Millionen Mundschutzmasken verteilen wird. Das irritiert etwas und die autonomen Regionen, wie auch der Regierungspartner Unidas Podemos sind nicht damit einverstanden.<\/p>\n<p>Spanien meldet heute \u201cnur\u201d 510 Tote an einem Tag, die kleinste Ziffer seit dem 23. M\u00e4rz. Die Zahl der Corona-Positiven ist auf 161.852 angestiegen wobei 16.353 gestorben sind und fast 60.000 etwa 36% als gesund entlassen wurde.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von dieser Nachrichten ist heute die Folklorisierung der Applause zu einem H\u00f6hepunkt gelangt, als zwei Nachbarn in ihrem Gay Pride Kost\u00fcm auf die Terrasse kommen und eine Show abziehen. Die Gaypride ist jedoch abgesagt f\u00fcr dieses Jahr, sie h\u00e4tte im Juni stattgefunden und es laufen Ger\u00fcchte, dass auch der Strand von Sitges geschlossen und abgeriegelt bleiben soll. Das kann ich mir allerdings nicht vorstellen. Doch der internationale Tourismus wird sicherlich ausbleiben.<\/p>\n<p>In einer Diskussionssendung \u201ela sexta noche\u201c informiert ein Arzt \u00fcber die verschiedenen Mundschutzmasken und dass die wenigsten den Tr\u00e4ger und seine Umwelt in gleichem Ma\u00dfe sch\u00fctzen. Ein Coronavirus Kranker berichtet \u00fcber die prek\u00e4re Situation, in der das Sanit\u00e4tspersonal arbeiten muss auf der Intensivstation.<\/p>\n<p>Die Unsicherheit, wie und ob der Virus tats\u00e4chlich durch Schmierinfektion \u00fcbertragen wird und warum die Ansteckungen immer weiter ansteigen, obwohl wir schon seit vier Wochen eingesperrt sind\u2026 Ungekl\u00e4rte Fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>12.04.20 Ostersonntag<\/b><\/p>\n<p>Der Sonntag verl\u00e4uft ganz ruhig. Die Nachbarn fr\u00fchst\u00fccken auf der Terrasse, und telefonieren mit ihren Lieben in fernen L\u00e4ndern oder auch um die Ecke. Das Handy wird nun noch mehr zum Anker und zum treuen Weggef\u00e4hrten, ohne den man allein, verloren und vollkommen aufgeschmissen w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>15.04.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Keine gro\u00dfe Lust zu schreiben. Denn es ist jeden Tag mehr oder weniger das Gleiche. Was mich aber zunehmend besorgt und ich glaube das auch in meinem Umfeld zu sp\u00fcren, das ist das Szenario danach: Wird nach der Krise wie vor der Krise sein? D\u00fcrfen, sollen oder m\u00fcssen wir zu dem Zustand zur\u00fcckkehren (wie auch immer wir ihn wahrnehmen \u2013 und darauf kommt es jetzt an, auf diese Analyse) oder m\u00fcssen oder sollen wir etwas ver\u00e4ndern. Was m\u00fcssen wir ver\u00e4ndern? Wird es die Politik tun, werden es die B\u00fcrger in einer neuen B\u00fcrgerbewegung tun? Oder wird uns \u201ebusiness as usual\u201c \u00fcberrollen? Denn auch diejenigen, die jetzt einen kritischen Diskurs f\u00fchren, sind besorgt \u00fcber die fehlenden Einnahmen, \u00fcber die verlorenen Chancen. Aber was wird notwendig sein, welcher Verzicht?<\/p>\n<p>In diesem Monat hat sich vieles ver\u00e4ndert. Die Luftverschmutzung hat 60-80% abgenommen, die Tiere kehren zur\u00fcck. Delfine im Hafen von Ibiza und Wildschweine auf der Diagonal von Barcelona. Wir h\u00f6ren die V\u00f6gel singen und wenn man ein Flugzeug h\u00f6rt (das kam innerhalb von einem Monat bisher nur zweimal vor), so ist das ein Weltereignis. Die Frage dr\u00e4ngt sich auf: was brauchen wir wirklich, aus welchem Konsumtaumel erwachen wir gerade? Und auf was kommt es uns im Leben an? Fast alle Interviewpartner der Sendung El Intermedio mit Gran Wyoming antworten auf die Frage, was sie am Dringendsten nach dem Ausnahmezustand machen werden, sagen: meine Enkel umarmen. Zur\u00fcck zum Wesentlichen, das ist der Ruf der Stunde und zur\u00fcck zu den menschlichen Kontakten. Doch wie lange werden wir uns daran erinnern?<\/p>\n<p>Und hier in Spanien: jeden Abend applaudieren wir f\u00fcr die Leute, die im Gesundheitssystem arbeiten, doch wer unterst\u00fctzte sie, als sie demonstrierten gegen die brutalen Einschnitte unter dem europ\u00e4ischen Spardiktat? Nerea, die momentan als psychologische Beratung f\u00fcr das Personal des Gesundheitssystems arbeitet, empfindet die Freundlichkeit auf der einen Seite und die Unbarmherzigkeit auf der anderen als pure Heuchelei.<\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Inevitablemente, tras pensar todo eso, en m\u00ed se despertaba una sensaci\u00f3n de rechazo hacia la mayor\u00eda de esos gestos amables ya que, bajo mi punto de vista, nacen de la hipocres\u00eda. \u00bfCu\u00e1ntas veces se ha criticado a las personas que tienen que abandonar sus pa\u00edses de origen huyendo de una guerra? Nos cuesta mucho ponernos en su piel, pero nos cuesta poco correr al supermercado y vaciarlo a codazos cuando pensamos que tenemos que estar quince d\u00edas encerrados en casa. \u00bfCu\u00e1nta gente se sent\u00eda tan cerca de las miles de personas que mor\u00edan en \u00c1frica por el \u00c9bola? Pero eso da igual, porque no nos afectaba a nosotros. Nos hemos vuelto muy humanos en el momento en que el p\u00e1nico se ha apoderado de las grandes potencias. \u00bfCu\u00e1nta gente aplaud\u00eda a los sanitarios cuando se manifestaban por los recortes? Pero cu\u00e1n maravillosa es ahora la sanidad p\u00fablica, <\/span><span lang=\"es-ES\">\u00bfverdad? Y ellos\u2026 simplemente son h\u00e9roes y hero\u00ednas. Resulta que ahora hemos aprendido que el ser humano es un ser social y no puede vivir si no es de manera colectiva. Ahora hemos aprendido lo mucho que necesitamos a los dem\u00e1s, el contacto con ellos. <\/span>\u00bfQu\u00e9 ocupaba antes nuestras cabezas?\u201c<\/p>\n<p><i>(Unweigerlich begann ich Ablehnung gegen\u00fcber den meisten freundlichen Gesten zu f\u00fchlen, weil sie meiner Meinung nach Heuchelei sind. Wie oft sind die Menschen, die ihre Ursprungsl\u00e4nder verlassen m\u00fcssen, um einem Krieg zu entfliehen, kritisiert worden? Es f\u00e4llt uns sehr schwer, uns in ihre Lage zu versetzen, aber es f\u00e4llt uns sehr leicht die Supermarktregale zu leeren mit unseren Ellbogen, wenn wir damit rechnen, zwei Wochen zuhause bleiben zu m\u00fcssen. Wie viele Menschen f\u00fchlten sich den Tausenden nahe, die an Ebola starben? Aber das ist uns egal, weil es uns nicht betrifft. Wir werden sehr menschlich, in dem Moment, in dem die Gro\u00dfm\u00e4chte in Panik geraten sind. Wie viele Menschen applaudierten dem Personal aus dem Gesundheitswesen, als sie gegen die K\u00fcrzungen demonstrierten? Aber wie wunderbar ist das \u00f6ffentliche Gesundheitswesen jetzt, nicht wahr? Und die Leute, die dort arbeiten sind einfach nur Helden und Heldinnen. Es stellt sich heraus, dass wir jetzt gelernt haben, dass der Mensch ein soziales Wesen ist und dass wir nur kollektiv leben k\u00f6nnen. Jetzt haben wir gelernt, wie sehr wir andere brauchen, den Kontakt mit ihnen. Was hat unsere K\u00f6pfe zuvor besch\u00e4ftigt?)<\/i><\/p>\n<p>Ich hatte Nerea gebeten, ebenfalls ein coronadiary zu schreiben und es direkt mit Curare zu teilen, doch sie m\u00f6chte lieber sporadisch zum Projekt beitragen. Deshalb werde ich mit ihrer Erlaubnis ein paar ihrer \u00dcberlegungen hier teilen.<\/p>\n<p>Nerea ist skeptisch gegen\u00fcber dieser neuen Welle von Solidarit\u00e4t und fragt sich, was passieren w\u00fcrde, wenn man ank\u00fcndigte, dass die Eink\u00e4ufe rationalisiert werden m\u00fcssen\u2026 Wie wir erlebt haben, wurden die Regale geleert (nur der Broccoli blieb liegen). Solidarit\u00e4t geht nur bis zu dem Punkt, wo es pers\u00f6nlich nicht weh tut, wo wir keine echten Einschnitte machen m\u00fcssen. Vor allem aber ber\u00fchrt mich ihre Frage: was hat unsere K\u00f6pfe zuvor besch\u00e4ftigt? Die Arbeit, die n\u00e4chste Reise, was esse ich zu Mittag? Welches Thema next? Oder besch\u00e4ftigte gar nichts unsere K\u00f6pfe?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>16.04.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Die Woche geht schon wieder so schnell vorbei. Heute sagt Ada Colau, die B\u00fcrgermeisterin von Barcelona endlich, dass es jetzt genug ist, \u201eFreiheit f\u00fcr unsere Kinder\u201c. Sie hat selbst zwei Kinder (9 und 3 Jahre alt) und berichtet, dass der j\u00fcngere wieder die Windeln braucht. Die Situation des Hausarrests f\u00fcr Kinder hat emotionale und psychologische Folgen. Colau sagt, dass wir in einer Welt leben, die viel zu sehr die Erwachsenen in den Mittelpunkt stellt und weist auf die Kinderrechte hin.<\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Si algo me gustar\u00eda que pudi\u00e9ramos extraer de esta terrible crisis es que el nuevo mundo resultante sea m\u00e1s feminista, que ponga a las personas en el centro y eduque en el amor y la corresponsabilidad en lugar del individualismo, el miedo y la guerra. <\/span>No esper\u00e9is m\u00e1s: Liberad a nuestros ni\u00f1os!\u201c<\/p>\n<p><i>(Wenn wir etwas aus dieser schrecklichen Krise ziehen k\u00f6nnen, dann ist es, dass die Welt danach feministischer wird, dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt, mit Liebe und Mitverantwortung erzieht und nicht zum Individualismus, zur Angst und zum Krieg. Wartet nicht l\u00e4nger, Befreit unsere Kinder!)<\/i><\/p>\n<p>Der Gesundheitsminister Salvador Illa best\u00e4tigt, dass als n\u00e4chstes die Kinder \u2013 geordnet und kontrolliert \u2013 raus d\u00fcrfen. Nur sagt er nicht, ab wann das sein soll. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/2020-04-16\/salvador-illa-comparecencia-comision-sanidad-congreso_2551939\/\">https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/2020-04-16\/salvador-illa-comparecencia-comision-sanidad-congreso_2551939\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Gestern wurde auch klar, dass die offiziellen Zahlen der an Coronavirus gestorbenen Menschen nicht real sind. Denn gerade in den Altenheimen, in denen das Virus gew\u00fctet hat, werden diese Proben nicht erhoben. In Katalonien sind bis zum 15.04. offiziell 3666 Menschen gestorben. Nicht mitgez\u00e4hlt wurden mindestens 362 Tote in katalanischen Altenheimen. Ada Colau teilte mit, dass die Bestattungsinstitute der Stadt Barcelona im Monat M\u00e4rz 1.300 mehr Todesf\u00e4lle z\u00e4hlten, als im Durchschnitt in den zehn vorausgegangenen Jahren gemeldet wurden.<\/p>\n<p>Seit Montag wurden die nicht lebensnotwendigen Arbeiten wieder aufgenommen: vor allem die Konstruktion \u2013 denn \u201eel ladrillo\u201c (der Ziegel, also das Bauwesen) geh\u00f6rt neben dem Tourismus zum Hauptgesch\u00e4ft Spaniens. Das t\u00e4gliche Wachstum wurde durch die Ausgangssperre von einer Steigerung von 42% auf 3% gedr\u00fcckt werden. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020\/04\/09\/actualidad\/1586437657_937910.html\">https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020\/04\/09\/actualidad\/1586437657_937910.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Auf der anderen Seite stiegen in den ersten zwei Aprilwochen die Notrufe wegen h\u00e4uslicher Gewalt um 47,3% an.<\/p>\n<p>Aber die Leute sehen es immer weniger ein, warum sie nicht mal einen Spaziergang machen und frische Luft schnappen d\u00fcrfen. Seit gestern patrouilliert die Polizei vor allem hier an der Meerespromenade. Wenn du keinen Hund hinter dir her ziehst, wirst du kontrolliert, belehrt oder bekommst eine Anzeige.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>17.04.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Ich kopiere hier zwei Abschnitte der Einsch\u00e4tzung von Gero Maa\u00df, der Friedrich Ebert Stiftung, aus Madrid, denn er best\u00e4tigt ein paar Informationen, die ich nicht einordnen konnte. Zum einen die privaten Krankenh\u00e4user, die nun dem \u00f6ffentlichen Gesundheitssystem untergeordnet wurden \u2013 etwas, das unter der Rechtsregierung der PP und Co niemals m\u00f6glich gewesen w\u00e4re und auch die hohe Ansteckungsquote des medizinischen Personals, ebenso, wie die Wichtigkeit der Eurobonds f\u00fcr die L\u00e4nder Spanien und Italien. F\u00fcr die ESM (Europ\u00e4ische Notkasse) hatte unser scheinheiliger Zeit-Journalist pl\u00e4diert (siehe 11.04.)<\/p>\n<blockquote><p>\u201eVielfach kritisiert wurde die mangelnde Ausstattung des medizinischen Personals \u2013 nach Angaben von Gewerkschaften liegt ihre Ansteckungsrate bei 14 Prozent, auch dies trauriger Rekord in Europa w\u00e4hrend der Pandemie. Die Regierung beschloss rasch, dass auch Privatkliniken ihre Gesundheitseinrichtungen f\u00fcr klinische Diagnosen dem \u00f6ffentlichen Gesundheitssystem zur Verf\u00fcgung stellen m\u00fcssen. Die Zahl der privaten Einrichtungen hatte vor allem nach den Krisenjahren 2009\/2010 zugenommen, forciert durch die Politik der damaligen konservativen Regierung. Der \u00f6ffentliche Sektor blutete gleichzeitig durch jahrelange Sparpolitik aus. So wichtig wie interner Konsens w\u00e4re die Unterst\u00fctzung durch die europ\u00e4ische Ebene. Vor dem Hintergrund der Austerit\u00e4tserfahrungen mit dem ESM w\u00e4hrend der Finanzkrise insistiert Spanien zusammen mit Italien auf die Idee gemeinsamer Corona-Bonds.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Gero Maa\u00df, FES Spanien <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/global\/artikel\/detail\/bruechiger-pakt-4270\/?utm_campaign=de_40_20200417&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=newsletter\">https:\/\/www.ipg-journal.de\/regionen\/global\/artikel\/detail\/bruechiger-pakt-4270\/?utm_campaign=de_40_20200417&amp;utm_medium=email&amp;utm_source=newsletter<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Zu den hohen Ansteckungen, ein Armutszeugnis f\u00fcr die Politik und die Versorgung ihrer \u201eHelden\u201c und \u201eHeldinnen\u201c, geistern jetzt in den sozialen Netzwerken Nachrichten von panischen Nachbarn herum, welche aus Angst vor Ansteckung, diese Leute nicht in ihrem Treppenhaus dulden wollen. Heftige Beschimpfungen \u201erata contagiosa\u201c (ansteckende Ratte) musste eine Gyn\u00e4kologin aus Barcelona auf ihrem Auto vorfinden.<\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Aunque la solidaridad se asoma a los balcones, m\u00e9dicos, enfermeros y trabajadores de supermercados son objeto de ataques por ser considerados una <\/span><span lang=\"es-ES\"><b>amenaza de contagio<\/b><\/span><span lang=\"es-ES\">. Numerosos vecinos se han sumado a colgar carteles en las zonas comunitarias de su edificio pidiendo a estos trabajadores que<\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/blogs.publico.es\/otrasmiradas\/31816\/como-confiar-en-los-vecinos-de-las-notas-anonimas\/\" target=\"\u00bfC\u00f3mo confiar en los vecinos de las notas an\u00f3nimas?\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"es-ES\"> abandonaran sus casas<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\">.\u201d <\/span><i>(Auch wenn auf den Balkonen Solidarit\u00e4t gezeigt wird, werden \u00c4rzte, Krankenschwestern und Supermarktangestellte angegriffen, weil sie als Ansteckungsgefahr gelten. Zahlreiche Nachbarn haben sich daran beteiligt, in den Gemeinschaftsbereichen ihres Geb\u00e4udes Schilder aufzuh\u00e4ngen, die diese Leute dazu auffordern, ihre H\u00e4user zu verlassen.)<\/i><\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6301\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image4-920x613.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image4-920x613.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image4.png 990w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 3: Pintada en el coche de una m\u00e9dica. EFE https:\/\/www.publico.es\/sociedad\/coronavirus-rata-contagiosa-lamentable-pintada-coche-doctora-barcelona.html.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf der einen Seite der abendliche Applaus und auf der anderen die widerw\u00e4rtigen Botschaften an Leute, die dem Virus st\u00e4rker ausgesetzt sind und deshalb in den Augen der Nachbarn ein Sicherheitsrisiko darstellen k\u00f6nnten. Viele Nachbarn h\u00e4ngen Nachrichten im Treppenhaus auf, in denen sie diejenigen Leute bitten, solange woanders zu wohnen.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6303\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image5-920x519.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"519\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image5-920x519.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image5-550x310.png 550w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image5.png 989w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 4: Manche Nachbarn fordern von dem Gesundheitspersonal oder KassiererInnen in Superm\u00e4rkten, dass sie ihr Haus verlassen sollen \/ Quelle: El Publico 15\/04\/2020, https:\/\/blogs.publico.es\/otrasmiradas\/31816\/como-confiar-en-los-vecinos-de-las-notas-anonimas\/.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nach den Witzen, der Welle der Emotion f\u00fcr das Gesundheitspersonal sind wir nun also bei der hirnlosen Panik angelangt, die in Aggression umschl\u00e4gt. Allerdings charakterisieren diese Reaktionen nur einen winzigen Teil der Bev\u00f6lkerung. Die Medien, vor allem die social media, bauschen sie auf, und auch hier wird wieder einmal klar, wie toxisch sich diese Aufmerksamkeitsheischerei und das Ausnutzen der allgemeinen Indignationsbereitschaft auswirkt. Die Leute suchen Komplizenschaft mit anderen, um sich besser zu f\u00fchlen, um sich \u00fcber andere erheben zu k\u00f6nnen. Und ja, es gibt diese dummen und panischen Reaktionen von Nachbarn aber sie stellen einen verschwindenden Teil der Reaktionen dar. Der Virus steckt auch die das Denken und die Emotionen an, gef\u00fchlte 90% meiner E-Mails, newsletter, Nachrichten beziehen sich auf den Virus. Ich habe noch nie so einen Medienoverkill erlebt. Mehr noch, man kann keine Artikel mehr anbieten, wenn sie nicht das C-Wort im Titel tragen. Das nenne ich eine echte globale Coronavirus-Hysterie.<\/p>\n<p>Obwohl ich gar keine Zeit daf\u00fcr habe, mache ich bei einer dieser Rundmails mit: Eine Gedichtekette. Ich beginne, die Leute zu beneiden, die so viel Zeit haben pl\u00f6tzlich. Und bekomme prompt ein Gedicht \u2013 ganz ohne Kette von meiner Freundin Katerina geschickt:<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\"><b>Un metro cincuenta<br \/>\n<\/b><\/span><span lang=\"es-ES\">Y, de un momento a otro, nuestros abrazos los empezamos a dar en el aire. Las palabras remplazaron a las caricias, los besos pasaron a ser s\u00f3lo \u201cvolados\u201d. Un metro cincuenta es la medida que nos separa y que a su vez nos une para estar juntos, en esta distancia milimetrada.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Nuestros hogares, hoy respetados aliados, escuchan nuestros pensamientos, entienden nuestras necesidades y protegen nuestros sue\u00f1os. Ahora mismo, la naturaleza sonr\u00ede y abre sus alas. Y el silencio, para unos tranquilizador, para otros desconcertante, llena las ciudades.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Llegar\u00e1n tiempos mejores y de grandes cambios. Mientras tanto, respiremos.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\"><i><b>Ein Meter f\u00fcnfzig<\/b><\/i><\/span><\/p>\n<p><i>Und von einem Moment auf den anderen umarmen wir nur noch die Luft. Worte ersetzten die Liebkosungen, die K\u00fcsse wurden zu <\/i>fliegenden<i>. Ein Meter f\u00fcnfzig ist das Ma\u00df, das uns trennt und das uns gleichzeitig vereint, in diesem Millimeterabstand.<\/i><\/p>\n<p><i>Unsere Wohnungen, heute respektierte Verb\u00fcndete, lesen unsere Gedanken, verstehen unsere Bed\u00fcrfnisse und besch\u00fctzen unsere Tr\u00e4ume. Gerade eben l\u00e4chelt die Natur und \u00f6ffnet ihre Fl\u00fcgel. Und die Stille, f\u00fcr die einen beruhigend, f\u00fcr die anderen verst\u00f6rend, erf\u00fcllt die St\u00e4dte.<\/i><\/p>\n<p><i>Es werden bessere Zeiten kommen und gro\u00dfe Umw\u00e4lzungen. W\u00e4hrenddessen lasst uns atmen.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>18.04.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Ausgeschlafen, Wohnung geputzt, auf der Terrasse nach den Blumen gesehen&#8230; ein gutes Wochenende. Mit unserem Wohnungsverkauf kann es nun weiter gehen. Die Holl\u00e4nder haben ihrer Rechtsanw\u00e4ltin eine Vollmacht gegeben. Jetzt k\u00f6nnte alles ganz schnell gehen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich aus dem Winterschlaf erwacht, f\u00e4llt es schwer, sich in Bewegung zu setzten, drau\u00dfen ist noch \u201eKrieg\u201c \u2013 wie S\u00e1nchez immer wiederholt, gegen den unsichtbaren Feind. Vielleicht ist es m\u00f6glich, noch solange hier zu bleiben, bis wir die neue Wohnung gekauft und renoviert haben?<\/p>\n<p>Man versteht nicht ganz das Aufrechterhalten der strengen Ausgangssperre f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung und gleichzeitig die Lockerung f\u00fcr die Wirtschaft. \u00dcberhaupt wird hier nicht erforscht oder kommuniziert, warum trotz des Monats Ausgangssperre die Ansteckungen weiter steigen. Wer steckt sich an und wie? Das w\u00e4re doch die Frage, die uns besch\u00e4ftigen sollte \u2013 wird ein Infizierter effizient zur\u00fcckverfolgt? Ich habe das Gef\u00fchl, es wird dieses unbestimmte Gef\u00fchl der Bedrohung weiter gesch\u00fcrt und aufrechterhalten, damit wir uns an die Regeln halten. Der Preis daf\u00fcr ist aber hoch \u2013 siehe die panischen Reaktionen gegen\u00fcber Leuten, die im Supermarkt arbeiten oder gegen\u00fcber dem Sanit\u00e4tspersonal.<\/p>\n<p>Heute antwortet mir Paula, die als Gyn\u00e4kologin im Hospital del Mar arbeitet, das praktisch ganz zum Covid-Zentrum umfunktioniert wurde. Sie sagt, die Situation ist etwas besser, der H\u00f6hepunkt der Einlieferungen ist \u00fcberschritten. F\u00fcr sie selbst f\u00fchlt es sich \u201eirreal\u201c an. Wenn sie es in einem Wort zusammenfassen m\u00fcsste: grauenvoll. Denn alle Gewissheiten sind ins Taumeln geraten. F\u00fcr sie als Gyn\u00e4kologin musste sie sehen, wie begrenzt ihr Wissen ist, sie f\u00fchlte sich superunn\u00fctz und auf der anderen Seite war es f\u00fcr sie eine Herausforderung, sich f\u00fcr Neues zu \u00f6ffnen, Konzepte zu verstehen und Wissen aus anderen Gebieten zu integrieren, vor allem Pneumologie, etc..<\/p>\n<p>Am Anfang war das alles sehr erschreckend aber nun f\u00fchlt sie sich langsam etwas sicherer. Sie ist allerdings nicht \u201eeingezogen\u201c worden. Doch befand sie sich die ganze Woche in einer \u201eintensiven Wartehaltung\u201c \u2013 auch das ist eine sehr starke mentale Belastung und auch diese Schuld zu f\u00fchlen, warum die Kollegen schon mit COVID Patienten arbeiten und sie nicht\u2026 In ihrer Spezialit\u00e4t kann sie kaum arbeiten, weil die Geburten ins Krankenhaus Sant Juan de Deu verlegt wurden. Alle Facharztrichtungen sind ausgelagert und es werden nur COVID Patienten versorgt im Hospital del Mar, nur die Notfall-Chirurgie wird aufrechterhalten. Das bedeutet, dass das gesamte Personal, das f\u00fcr eine bestimmte Spezialit\u00e4t zust\u00e4ndig war, umverteilt wurde, um COVID Patienten zu versorgen. Ebenso wurde das KH umstrukturiert und Hotels und der Sportpavillon f\u00fcr die leichter erkrankten Patienten er\u00f6ffnet. Das Schlimme ist, dass viele Krankenschwestern und Pfleger sowie \u00c4rzte in einer Fachrichtung arbeiten, von der die meisten keine oder wenig Ahnung haben.<\/p>\n<p>Paula meint, generell habe das gesamte Gesundheitspersonal einen Panikschub erlebt und w\u00e4hrend der ersten 2-3 Wochen h\u00e4tten alle einen sehr k\u00e4mpferischen Geist an den Tag gelegt \u2013 auch durch den Adrenalinaussto\u00df vor der Herausforderung. Jetzt, da auch der Stress-H\u00f6hepunkt vor\u00fcber ist, seien die Leute sehr ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p>Letztendlich kam es zu keiner \u201edantesken\u201c Situation, wie bef\u00fcrchtet, es gab immer ausreichend Pl\u00e4tze im Krankenhaus. Allerdings gab es relative Engp\u00e4sse bei der therapeutischen Betreuung von Leuten mit sehr schweren Symptomen und bei Leuten mit seniler Demenz. Aber in ihrem Zentrum mussten die \u00c4rzte diese Entscheidung nicht treffen, vor der alle Angst hatten: Wer wird versorgt und darf leben und wer nicht.<\/p>\n<p>Die Situation hat sich etwas entspannt. Die Entlassungen werden mehr, die Einlieferungen weniger und auf der Intensivstation gibt es leere Betten, berichtet Paula.<\/p>\n<p>Von einem Krankenpfleger wei\u00df sie. Es war superhart, nicht nur weil sie mit einem Typ von Patienten arbeiten m\u00fcssen, bei dem man sich nicht so genau auskennt, sondern auch wegen des physischen Problems, in eine Schutzkleidung eingesperrt zu sein ohne aufs Klo gehen zu k\u00f6nnen. Man darf sich nur alle 12 Stunden f\u00fcr eine Stunde ausziehen. Verschwitzt mit geschwollenen Beinen, mit alternierenden Arbeitspl\u00e4nen und die ganze Zeit eingewickelt zu sein in diese Schutzkleidung, die dich nicht atmen l\u00e4sst\u2026 all das ist so ersch\u00f6pfend. Und deshalb hofft das Personal, dass es zu keiner zweiten Infektionswelle kommt, weil die Kr\u00e4fte aufgebraucht sind.<\/p>\n<p>Falls das passieren sollte, werden wir es mit einem Personal zu tun haben, das vollkommen fertig ist, meint Paula. Die nicht mehr den Adrenalin-Sto\u00df haben werden, und die \u2013 obwohl sie wollen \u2013 die Situation nicht mit der gleichen Kraft angehen kann, wie zu Beginn.<\/p>\n<p>Was sind die vielf\u00e4ltigen Desaster, die auf uns zukommen, fragt Paula? Zun\u00e4chst kommen die gesamten Pathologien auf uns zu, die jetzt verschoben wurden \u2013 sogar onkologische OPs wurden verschoben, sie wurden direkt in die Chemotherapie geschickt, um nicht die Reanimations-Einheit zu belegen. All dies gilt es jetzt wieder einzuholen\u2026<\/p>\n<p>Und das obwohl die meisten von uns \u00c4rzten nur partielle Vertr\u00e4ge haben. Wie soll man das l\u00f6sen? Nach all dem, was wir erlebt haben, werden wir noch sehr viel \u00dcberstunden machen m\u00fcssen. Fast alle rechnen damit, dass man uns den Urlaub streichen wird, dieses Jahr\u2026 und jetzt sind alle etwas entmutigt. Nachdem alle aus der Not eine Tugend gemacht haben, sind wir nun an dem Punkt angelangt, wo die Ersch\u00f6pfung zutage kommt und wo nun auch die Wut zum Vorschein kommt.<\/p>\n<p>Danach schickt sie mir einen Chat mit einer Kollegin, die Internistin im Hospital Parc Tauli in Barcelona ist und die COVID-Einheit koordiniert. Ihre Einsch\u00e4tzung der Situation best\u00e4tigt, was Paula mir gesagt hatte: Viel Ersch\u00f6pfung. Die M\u00fcdigkeit staut sich an und macht sich sehr bemerkbar. Wenn es jetzt zu einem erneuten Ansteigen der Kurve kommt, w\u00e4re das ein harter Schlag gegen die Moral. Und die Kollegin meint, sie wei\u00df nicht wie sie darauf reagieren soll. Physisch und psychisch sind alle sehr ersch\u00f6pft, wie in diesem Ausschnitt aus dem Chat deutlich wird. Hier wird auch auf die \u201eAnschuldigungen\u201c, dass sie infekti\u00f6s sein k\u00f6nnten, Bezug genommen. Das k\u00f6nnte der Tropfen sein, der das Fass zum \u00dcberlaufen bringt.<\/p>\n<blockquote><p><i>[13:03, 18.4.2020] <\/i><i><b>Kollegin von Paula <\/b><\/i><i>(Arbeitet im parc Tauli und koordiniert die Abteilung COVID): <\/i>Guapeess!! <span lang=\"es-ES\">Pues si Paula.. stic bastant cansada ja.. encara que nem descansant alguns dies, el cansament es va acumulant i ara ja es nota molt. Crec q si hi ha un repunt gran ser\u00e0 un cop molt fort a la moral, n se cm reaccionarem els de primera linia&#8230;<\/span><i>(Ihr Lieben !! Nun ja Paula &#8230; ich bin schon ziemlich m\u00fcde &#8230; obwohl wir uns ein paar Tage ausruhen, akkumuliert sich M\u00fcdigkeit und das sp\u00fcrt man jetzt sehr. Ich denke, wenn es einen neue Ansteckungswelle gibt, wird dies ein heftiger Schlag gegen die Moral bedeuten, keine Ahnung, wie die an der ersten Front drauf reagieren &#8230;)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"pt-BR\"><i>[13:03, 18.4.2020] <\/i><\/span><i><b>Kollegin von Paula<\/b><\/i><span lang=\"pt-BR\"><i>: <\/i><\/span><span lang=\"pt-BR\">Pq est\u00e0 tothom molt esgotat, f\u00edsica i psicol\u00f2gicament. I visitar amb les EPIs es fa molt m\u00e9s dif\u00edcil q de normal..tot suma<\/span><span lang=\"pt-BR\"><i> (Alle sind total erledigt, physisch und psychisch. Und in den EPIs Visite zu gehen, ist viel schwieriger als normal&#8230;<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"pt-BR\"><i>[13:03, 18.4.2020] <\/i><\/span><span lang=\"pt-BR\">PAULA: A veure q passa<\/span><span lang=\"pt-BR\"><i> (Mal sehen, was passiert)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"pt-BR\"><i>[13:03, 18.4.2020] <\/i><\/span><span lang=\"es-ES\"><i><b>Kollegin von Paula<\/b><\/i><\/span><span lang=\"pt-BR\"><i>: <\/i><\/span><span lang=\"pt-BR\">Aquesta nit em toca anar-hi i em fa u pal\u00e0s immens.. aii, q se acabe ya. A m\u00e9s amb el rollo q som els d&#8217;infeccioses tothom recorre a tu x tots els dubtes i d vegades \u00e9s mlt agobiant! <\/span>Pro bueno.<i>. (heute Nacht bin ich dran und es ist ein echter Angang\u2026 aii, ich w\u00fcnschte, dass es vorbei w\u00e4re. Noch dazu mit dem Quatsch, dass wir alle anstecken und jeder will was von dir wissen und all diese Zweifel, all das ist manchmal sehr anstrengend! Aber ok..<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Klar, in dieser Realit\u00e4t, die wir uns, wenn wir uns \u00fcber die Ausgangssperre beschweren, nicht vor Augen halten, erscheint alles, was wir hier so tagt\u00e4glich denken und tun, vollkommen unerheblich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>19.04.20 Sonntag<\/b><\/p>\n<p>Gestern hat Katalonien, die Generalitat (die autonome Landesregierung Kataloniens) einen Plan vorgelegt, wie Kinder und Jugendliche aus dem Hausarrest entlassen werden sollen. Die konkreten Pl\u00e4ne, die man auf TV3, dem katalanischen Sender verfolgen kann (hier werden Stundenpl\u00e4ne angegeben von 12h \u2013 14h Familien mit Kindern bis 6 Jahren, von 16-18h Kinder von 6-16 Jahren und von 18-20h die Jugendlichen zwischen 16 und 18) und sp\u00e4ter die Rede von Pedro S\u00e1nchez, dass eine stufenweise Entlassung der Kinder aus dem Hausarrest ab 27.04 vorgesehen ist, verwirren. Hatte Torra noch vor kurzem f\u00fcr eine totale Sperre (confinamiento total) pl\u00e4diert und S\u00e1nchez kritisiert, so verwundert sein Vorpreschen in der Sache der Kinder. Es ist klar, dass Quim Torra die Situation mal wieder benutzt, um gegen die Zentralregierung aufzumucken \u2013 erinnert ein bisschen an das kleine gr\u00fcne M\u00e4nnchen Isnogud aus Asterix im Morgenland, der b\u00f6se Gro\u00dfwesir, der unbedingt den Kalifen entmachten m\u00f6chte und der jede Gelegenheit nutzt, um Zwietracht zu s\u00e4hen.<\/p>\n<p>Die ersten psychologischen Studien werden ver\u00f6ffentlicht: \u201eMadrid, 26 de marzo de 2020.-\u00a0 <span lang=\"es-ES\">Los profesores de la Facultad de Psicolog\u00eda de la Complutense<\/span><span lang=\"es-ES\">, Alfredo Rodr\u00edguez Mu\u00f1oz, Mirko Antino, y Paula Ru\u00edz-Zorrilla<\/span><span lang=\"es-ES\">, en colaboraci\u00f3n con <\/span><span lang=\"es-ES\">Ana Sanz-Vergel<\/span><span lang=\"es-ES\">, de la Universidad de East Anglia (Inglaterra), est\u00e1n realizando una investigaci\u00f3n para evaluar los efectos psicol\u00f3gicos del confinamiento debido al COVID-19. <\/span><span lang=\"es-ES\">Se trata del primer estudio que eval\u00faa el estado de la salud mental de la poblaci\u00f3n espa\u00f1ola durante el confinamiento por COVID-19<\/span><span lang=\"es-ES\">, que alcanza a <\/span><span lang=\"es-ES\">m\u00e1s de 2.000 personas, en 17 comunidades aut\u00f3nomas del Estado, durante la primera semana de confinamiento en casa<\/span><span lang=\"es-ES\">, del 15 al 22 de marzo.\u201d <\/span><i>(Madrid, 26. M\u00e4rz 2020 &#8211; Alfredo Rodr\u00edguez Mu\u00f1oz, Mirko Antino und Paula Ru\u00edz-Zorrilla, Professoren der Fakult\u00e4t f\u00fcr Psychologie der Universidad Complutense de Madrid, f\u00fchren in Zusammenarbeit mit Ana Sanz-Vergel von der University of East Anglia (England) Forschungen durch, um die psychologischen Auswirkungen der Ausgangssperre aufgrund von COVID-19 zu bewerten. Dies ist die erste Studie zur Bewertung des Zustands der psychischen Gesundheit der spanischen Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend der COVID-19-Einweisung, die mehr als 2.000 Menschen in 17 autonomen Gemeinschaften des Staates w\u00e4hrend der ersten Woche der Heimunterbringung vom 15. bis 22. M\u00e4rz erreicht.)<\/i> <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.ucm.es\/depresion,-estres,-insomnio,-ansiedad%E2%80%A6los-problemas-psicologicos-derivados-del-confinamiento-podrian-perduran-meses-o-anos\">https:\/\/www.ucm.es\/depresion,-estres,-insomnio,-ansiedad%E2%80%A6los-problemas-psicologicos-derivados-del-confinamiento-podrian-perduran-meses-o-anos<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Bereits in der ersten Woche wurden erh\u00f6hte Level von Angst, Depression, Stress und Schlafst\u00f6rungen beobachtet. In den folgenden Untersuchungen (der Fragebogen wurde bereits achtmal verschickt) gew\u00f6hnte sich die Bev\u00f6lkerung an die Situation, bis der Alarmzustand ausgeweitet wurde, was zu einer erneuten Zunahme der Symptome f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Vor allem sind die Leute \u00fcber ihre Arbeitssituation besorgt. Unsicherheit auf die Zukunft bezogen, Unbehagen und Schlafst\u00f6rungen. Dabei wurde auch deutlich, dass Menschen mit G\u00e4rten weniger Angst und Depressionen haben. Sie k\u00f6nnen an die frische Luft \u2013 aber auch sind diejenigen, die einen Garten besitzen meist in einer besseren \u00f6konomischen Situation. Nach Rodr\u00edguez wurde diese Studie auch deshalb durchgef\u00fchrt, um zu zeigen, dass es \u201enormal\u201c ist, sich in dieser Situation schlecht zu f\u00fchlen. <span lang=\"es-ES\">\u201e<\/span><\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Hicimos el estudio tambi\u00e9n para lanzar un mensaje normalizador en cuanto al malestar emocional: que la gente se sienta mal es lo natural, es lo razonable. <\/span>Hay quien se siente culpable por sentirse mal\u201d. <i>(Wir haben die Studie auch durchgef\u00fchrt, um eine normalisierende Botschaft \u00fcber den emotionalen Stress auszusenden: Dass Menschen sich schlecht f\u00fchlen, ist ganz nat\u00fcrlich, es ist logisch. Manche Menschen f\u00fchlen sich schuldig, weil sie sich schlecht f\u00fchlen.)<\/i><\/p>\n<p>Es handelt sich um eine erste Studie zur Bewertung des Zustands der psychischen Gesundheit der spanischen Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend der Ausgangssperre wegen COVID-19. \u201eTrotz des medizinischen Notfalls, in dem wir uns befinden, sollte die psychische Gesundheit nicht ignoriert werden\u201c, so die Autoren.<b> <\/b>Dies ist umso wichtiger, als die Quarant\u00e4nezeit verl\u00e4ngert wurde, so dass sich die psychologischen Folgen verst\u00e4rken k\u00f6nnten.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6305\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image6-920x520.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"520\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image6-920x520.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image6-550x310.png 550w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image6.png 1254w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image6-550x310@2x.png 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 5: <\/em><em>Niveles de riesgo durante la cuarentena en Espa\u00f1a.<br \/>\nUniverso: poblaci\u00f3n residente en Espa\u00f1a a partir de 18 a\u00f1os de edad.<br \/>\nTama\u00f1o de la muestra: 2.072 personas.<br \/>\nProcedimiento: cuestionarios online.<br \/>\nProcedimiento:cuestionarios online. Fecha de realizaci\u00f3n:15 y 22 de marzo de 2020. (In Spanien ans\u00e4ssige Bev\u00f6lkerung ab 18 Jahren.<br \/>\nStichprobengr\u00f6\u00dfe: 2.072 Personen.<br \/>\nVerfahren: Online-Frageb\u00f6gen. Datum: 15. und 22. M\u00e4rz 2020.)<br \/>\nQuelle: Rodr\u00edguez-Mu\u00f1oz, A., Antino, M., Ru\u00edz-Zorrila, P., y Sanz-Vergel, A. (2020). Los efectos psicol\u00f3gicos de la cuarentena por el COVID-19: Un estudio longitudinal. Proyecto de investigaci\u00f3n en ejecuci\u00f3n. Universidad Complutense de Madrid.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>20.04.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Die Woche beginnt schon mal gut: Quim Torra wird dem privaten Gesundheitssektor 43.000 Euros pro Patient auf Intensivstation zahlen und fordert mehr Geld von der Regierung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/cadenaser.com\/emisora\/2020\/04\/19\/sercat\/1587320698_726040.html?fbclid=IwAR1G1BSuOEBXxXnxRlAcDscZrLYo0vOdf9ei8JwN0lHUInNVD809pWk7_T8\">https:\/\/cadenaser.com\/emisora\/2020\/04\/19\/sercat\/1587320698_726040.html?fbclid=IwAR1G1BSuOEBXxXnxRlAcDscZrLYo0vOdf9ei8JwN0lHUInNVD809pWk7_T8<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Diese Nachricht wurde sehr unterschiedlich aufgenommen und als Manipulation von Seiten der Sozialisten und der Mediengruppe Prisa hingestellt.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich muss man auch und gerade hier alle Nachrichten mit einer Pinzette anfassen, wie meine Freundin Charo sagt. Aber was klar wird ist, dass rechts rechts bleibt, sei es nun im katalanischen Fortschrittsm\u00e4ntelchen. Die Rechte wird immer in Richtung Privatisierung von \u00f6ffentlichen Geldern arbeiten.<\/p>\n<p>Ich hoffe nur, die Independentistas wachen mal aus ihrem Schl\u00e4fchen auf und sehen, dass sie es hier weiterhin (trotz vieler Namens\u00e4nderungen) mit einer harten Form des Neoliberalismus zu tun haben. Interessant ist auch, dass Quim Torra sagt, die Krise muss \u201cder Staat\u201d zahlen, als ob der Staat nicht immer alle Krisen bezahlen m\u00fcsste im Sinne dass er \u2013 je nachdem, wer regiert entweder die Banken rettet, die korrupten und betr\u00fcgerischen und andere bekannte Beispiele, oder ob man den \u00f6ffentlichen Sektor, die Familien in Not, etc. rettet.<\/p>\n<p>Juan Antonio (Ethnologe) antwortet auf den Artikel nur mit Buisness as usual\u2026 nichts Neues unter der Sonne.<\/p>\n<p>Aber gerade in der Krise wird f\u00fcr mich deutlich, wie wenig Solidarit\u00e4t unter den politischen Parteien herrscht, welche Grabenk\u00e4mpfe dort ausgefochten werden, die sich sicher nicht zum Wohle der Bev\u00f6lkerung auswirken und die Indignation steigern \u2013 denn diese scheint die neue W\u00e4hrung der Nachrichten und sozialen Netzwerke zu sein. Wer am meisten Indignation auf Kosten des anderen erzeugen kann, der gewinnt. Und am Ende werden das die extremen Parteien sein. Je mehr hier gez\u00fcndelt wird, desto katastrophaler wird das Ergebnis sein. Und Spanien befindet sich an einem gro\u00dfen Scheideweg. Der Aufstieg von VOX, der Ultrarechten, ist den katalanischen Independentistas zu verdanken, denn sie wollten den staatlichen Haushaltsplan der \u00dcbergangsregierung von Pedro S\u00e1nchez nicht unterst\u00fctzen. Daher die Neuwahlen und die Sehnsucht vieler Spanier nach einer \u201estarken Hand\u201c und das Erstarken des Nationalismus auf beiden Seiten. Bis heute hat S\u00e1nchez keinen neuen Haushaltsplan durchsetzen k\u00f6nnen. Ein Zeichen seiner Schw\u00e4che. Ihm fehlen die notwendigen Mehrheiten im Parlament.<\/p>\n<p>Wie man sieht zieht sich dieser Machtkampf auch in die Corona-Krise hinein und es w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn die Kriegsrhetorik S\u00e1nchez zum Teil auch dieser unsicheren Position geschuldet ist. Er ist in dieser Zeit jedoch die beste Wahl, denn wie Charo beschreibt, h\u00e4ngt von seiner Regierung ab, wer f\u00fcr die Krise zahlen wird.<\/p>\n<p>Es regnet seit drei Tagen in Str\u00f6men und auch wenn die Balkone mit guter Laune dagegenhalten, ist die Stimmung eher gedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>22.04.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Nach drei Tagen Regen, drei Tage Sonnenschein \u2013 hoffentlich!<\/p>\n<p>In unserer TTT Gruppe, dem Trauma Tapping wird kommentiert, dass die Leute das eingesperrt-Sein nur \u00fcberleben, weil sie eine Dachterrasse haben. Doch muss man aufpassen und nur mit Mundschutz und Handschuhen und m\u00f6glichst allein raufgehen, denn die Polizei fliegt mit Hubschraubern \u00fcber die Stadt (Madrid in diesem Fall, aber hier auch) und es gibt Anzeigen f\u00fcr Feste oder Treffen, die auf den Dachterrassen abgehalten werden. Auf der FB Petzer- und Denunzianten-Webseite \u201eQue cal millorar\u2026\u201c die ich seit Wochen nicht mehr angesehen habe, wird \u00fcber zwei Leute berichtet, die an der Playa el Home Mort, am Strand vom Toten Mann, aufgegabelt wurden und die angaben, sie seien zum Holzsammeln gegangen. Diesmal hat sich aber kein Sturm der Entr\u00fcstung erhoben, ich glaube, die Leute wollen einfach nur mal wieder raus.<\/p>\n<p>Nach nun schon fast sieben Wochen, liegen die Nerven bei vielen blank. Maite, unsere Anleiterin f\u00fcr das Tapping, spricht von \u201erabia\u201c, von angestauter Wut.<\/p>\n<p>Beim Ausf\u00fchren von Nal\u00fa sehe ich, dass es ein Boot an Land getrieben hat. Es ist schon von der Guardia Civil abgesperrt und vert\u00e4ut worden. Vom Besitzer keine Spur. Das Schiff segelte unter holl\u00e4ndischer Fahne, der Besitzer war angeblich Franzose. Vermutlich waren deshalb gestern die Hubschrauber zu h\u00f6ren.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6307\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image7-920x690.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image7-920x690.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image7.png 992w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 6: Gestrandetes Schiff und verschwundener Kapit\u00e4n. Sitges \/ Foto: Ulrike Prinz.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heute nach dem Applaus (zur Musik: Black is Black von Los Bravos!) kommentiert man, dass der Kapit\u00e4n aus Calafell kam. Dort wollte ihn die Polizei festhalten \u2013 wegen der Ausgangssperre, er aber hat einfach die Leinen losgemacht und ist abgehauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>23.04.20 Donnerstag <\/b><\/p>\n<p>Heute ist Sant Jordi, der Tag der B\u00fccher und der Rosen. Eine herrliche katalanische Tradition, in der man das eine oder das andere verschenkt. Nun zirkulieren virtuelle Rosen und Gedichte \u00fcber WhatsApp und man w\u00fcnscht sich das Authentische zur\u00fcck. Schon lange.<\/p>\n<p>Es ist schwer Tagebuch zu f\u00fchren, wenn nichts passiert.<\/p>\n<p>Heute Morgen \u201espreche\u201c ich per Messenger mit Hannah, die in Valencia festsitzt und verzweifelt ist \u00fcber die Lage und die Unf\u00e4higkeit der spanischen Regierung. Ich sage ihr, dass mich das Tagebuchschreiben langweilt, weil einfach nichts passiert. Sie meint: \u201eGestern kam mir dieselbe Erkenntnis wie dir: Ich habe einen Radar f\u00fcr das Besondere, das Kuriose, das Emotionale in einer Situation, das andere Menschen in der Mehrheit nicht so sehen und der Mangel an Impulsen macht mich krank.\u201c<\/p>\n<p>Die Zeitungen in Deutschland sind auf Teilzeit und kaufen keine Artikel von Freien an, doch wollen die festen Redakteure Informationen aus Spanien absaugen, nat\u00fcrlich ohne daf\u00fcr zu bezahlen, erkl\u00e4rt Hannah. Deshalb gibt es in Deutschland auch nichts Erhellendes \u00fcber die spanische Situation zu lesen.<\/p>\n<p>Diese sieht sie im \u00dcbrigen sehr viel schw\u00e4rzer als ich. Ist auch kein Wunder, ich kann mit Einschr\u00e4nkungen \u00fcberleben. Wenn man aber jetzt in Spanien zur Miete wohnt und Freischaffender ist, sieht es \u00fcbel aus. Hannah meint, Spanien versiebt es gerade vollkommen:<\/p>\n<p>\u201eDer v\u00f6llig unerfahrene und brandneu eingesetzte Gesundheitsminister bestellt \u00fcber einen katalanischen Spezi gegen Vorkasse f\u00fcr einen hohen Millionenbetrag Tests zum Vierfachen des Marktpreises \u2013 die dann nicht funktionieren. Und dasselbe wiederholt sich mit Masken, die erstens 40% \u00fcber Wiederverkaufspreis eingekauft werden und zweitens nicht funktionieren und Krankenhausmitarbeiter dadurch in Lebensgefahr bringen. Allein der wirtschaftliche Schaden bel\u00e4uft sich aktuell auf 80 Millionen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWas wird denn aktuell f\u00fcr die kleinen Einzelh\u00e4ndler und Arbeiter gemacht?\u201c fragt Hannah. \u201eEs gibt keine Staatshilfen sofern ich informiert bin. Ich werde mich z.B. abmelden, damit mir wenigstens die 400\u20ac Seguridad Social erspart bleiben. Mehr kann ich nicht tun. Und was die Kredite angeht: Es gibt keine. Es gibt Avale, die ganz normale Kredite von ganz normalen Banken zu 80% absichern, die unter ganz normalen Kriterien vergeben werden. Und keine Bank gibt einem Restaurant einen Kredit, dass 3 Monate lang nicht aufmachen konnte in einer aufkommenden Wirtschaftskrise f\u00fcr die es keine Prognosen gibt. Selbst wenn man einen Kredit bek\u00e4me. Man muss den doch zur\u00fcckzahlen! Wie mach ich das denn als Restaurantbesitzer, dem gerade das Gesch\u00e4ft weggebrochen ist? Die Leute essen doch nicht morgen zwei Schnitzel, weil sie gestern keins gegessen haben. Der Verlust ist real und kann nicht kompensiert werden.\u201c<\/p>\n<p>Ich muss sagen, dass unser Gespr\u00e4ch, das sich per Messenger fast \u00fcber eine Stunde hinzieht, mich deprimiert. Sie sieht die Forderung nach Eurobonds als Vertuschung des eigenen Unverm\u00f6gens (der Regierung). Hannah sieht derma\u00dfen schwarz, dass es mir einerseits leidtut und ich versuche, ihr Tipps f\u00fcr Unterst\u00fctzungen zu geben aber gleichzeitig ist auch eine unterschwellige Aggression zu sp\u00fcren nach dem Motto: Sag mir blo\u00df nicht, es ist nicht so schlimm oder es wird schon werden.<\/p>\n<p>Die Leute werden langsam panisch. Der Zapatero Juan, der Schuhverk\u00e4ufer, der mit seinem Schuhladen, wo er haupts\u00e4chlich die Mallorquiner Sandalen und Espandrillos verkauft, schon vorher nicht \u00fcber die Runden kann, ist jetzt vollkommen aufgeschmissen. Kein Tourismus, kein Gesch\u00e4ft. Er meint, die Regierung w\u00fcrde die Aut\u00f3nomos (Freien) vollkommen vergessen.<\/p>\n<p>Soweit ich wei\u00df ist aber ein Mindesteinkommen geplant, ob es schon im Mai kommt, ist fraglich. Pablo Iglesias hatte 1200 Euro gefordert und jetzt ist es auf 500 Euro runtergehandelt worden und es sei eine Sache der Seguridad Social. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.eleconomista.es\/economia\/noticias\/10490778\/04\/20\/Los-deseos-de-Iglesias-se-esfuman-su-renta-minima-se-quedara-en-la-mitad.html\">https:\/\/www.eleconomista.es\/economia\/noticias\/10490778\/04\/20\/Los-deseos-de-Iglesias-se-esfuman-su-renta-minima-se-quedara-en-la-mitad.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Die Nachrichten dar\u00fcber sind nicht ganz klar. Und diese Panik der anderen ist h\u00f6chst ansteckend. Ich bin gleich in Sorge, warum die zwei Redaktionen aus dem BR noch nicht geantwortet haben. F\u00fcr die eine hatte ich einen Auftrag \u00fcber die Delfine vor der K\u00fcste des Garraf zu schreiben und das andere Thema war noch in der Schwebe und Verhandlungsphase, aber auch hier keine Antwort.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>25.04.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Hohe Wellen schl\u00e4gt der Bericht \u00fcber das Management der spanischen Regierung, die angeblich die schlechteste der Welt sein soll.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\"><b>El &#8222;informe independiente&#8220; que sit\u00faa a Espa\u00f1a como el peor gestor de la crisis no existe: es un texto del gerente de una asociaci\u00f3n de contables australianos <\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.eldiario.es\/internacional\/analisis-director-instituto-contables-australianos_0_1019798767.html\"><span lang=\"es-ES\">https:\/\/www.eldiario.es\/internacional\/analisis-director-instituto-contables-australianos_0_1019798767.html<\/span><\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Der Bericht analysiert die Implikationen des Populismus und die fehlende Transparenz bei den Entscheidungen. Auch werden die Fehler in der Z\u00e4hlung der Toten angef\u00fchrt. Au\u00dferdem ist die exakte Zahl der Infizierten auch nicht bekannt. Die Regierung hat au\u00dferdem von China <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/2020-03-27\/consejo-ministros-extraordinario-prorroga-alarma-coronavirus_2521796\/\">Schnelltests<\/a><\/u><\/span> gekauft, die nicht funktionieren und auch Masken, die nicht sicher sind und mit denen das Gesundheitssystem gearbeitet hat&#8230;<\/p>\n<p>Vermutlich bezog sich Hannah auf diesen Bericht \u2013 unter anderem.<\/p>\n<p>Aber nun stellt sich heraus, dass dieser \u201eUnabh\u00e4ngige Bericht\u201c, der VOX und PP die Steilvorlage f\u00fcr ihre Kritik an der Regierung geliefert haben, gar nicht existiert. Es handelt sich anscheinend um einen Text des Managers eines australischen Buchhaltungsverbandes. Alles, was man in Erfahrung bringen kann \u00fcber diesen Bericht ist die pers\u00f6nliche Analyse eines Leiters einer Organisation, die einen erfundenen Index einsetzt GRID und das von einem Autor, Chris D\u00b4Souza gezeichnet ist. Die Stellung Spaniens am Ende seiner Liste kann \u2013 je nach Algorithmus \u2013 sich auch ver\u00e4ndern. Die Methode, wie man zu diesem Algorithmus kam, wird nicht erkl\u00e4rt. Es sind nicht alle L\u00e4nder in der Liste und die Autoren des Berichts sind nicht ausgewiesen, sich im Gesundheitswesen oder bei Infektionskrankheiten auszukennen, sondern sind ein Management Unternehmen, das versucht Entscheidungsprozesse durch die Nutzung von Finanzdaten zu unterst\u00fctzen\u2026<\/p>\n<p>eldiario.es nimmt diesen Bericht also nach Strich und Faden auseinander.<\/p>\n<p>Was auf alle F\u00e4lle stimmt ist, dass Spanien das Land mit der h\u00f6chsten Ansteckungsrate unter Leuten im Gesundheitswesen ist. Die Rate liegt bei 20 % Ansteckung w\u00e4hrend es in Italien 10% sind und in USA 3%. Verantwortlich daf\u00fcr ist die fehlende Vorsorge und die unzureichenden Schutzma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\">Los profesionales sanitarios fueron a la guerra sin protecci\u00f3n\u201d, resume Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a, exdirector de Acci\u00f3n Sanitaria en Crisis de la OMS y actual profesor de la Escuela Andaluza de Salud P\u00fablica. \u201cPrimero se infectaron ellos y luego, sin saberlo por estar muchas veces asintom\u00e1ticos, contagiaron a compa\u00f1eros y enfermos\u201d, a\u00f1ade. (Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a, exdirector de Acci\u00f3n Sanitaria en Crisis de la OMS)\u201d<\/span><\/p>\n<p>\u201e<i>Die Gesundheitsexperten zogen ohne Schutz in den Krieg\u201c, fasst Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a, ehemaliger Direktor der WHO-Gesundheitsaktion in Krisenf\u00e4llen und derzeit Professor an der andalusischen Schule f\u00fcr \u00f6ffentliche Gesundheit, zusammen. \u201eZuerst wurden sie infiziert und dann, ohne es zu wissen, weil sie oft asymptomatisch waren, haben sie ihre Kollegen und die Kranken angesteckt\u201c, f\u00fcgt er hinzu. (Daniel L\u00f3pez Acu\u00f1a, ehemaliger Direktor von Health Action in Crisis bei der WHO)\u201c.<\/i><\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\">Para L\u00f3pez Acu\u00f1a, ha sido una \u201cagregaci\u00f3n de factores\u201d lo que ha propiciado este enorme impacto del virus en el sector. \u201cEn buena parte de las instalaciones sanitarias no hab\u00eda suficientes equipos de protecci\u00f3n. Las recomendaciones de uso de mascarillas tampoco fueron uniformes al inicio de la epidemia. Y el n\u00famero muy limitado de pruebas que se hicieron al principio impidi\u00f3 saber qu\u00e9 proporci\u00f3n de profesionales estaba contagiado. Pero para m\u00ed, el factor determinante, el que ha multiplicado y agravado todo lo anterior, ha sido la transmisi\u00f3n asintom\u00e1tica del virus\u201d, concluye este experto.\u201d<\/span><\/p>\n<p>\u201c<i>F\u00fcr L\u00f3pez Acu\u00f1a war es eine `H\u00e4ufung von Faktoren\u00b4, was zu dieser enormen Auswirkung des Virus auf dem Sektor gef\u00fchrt hat. `In einem gro\u00dfen Teil der Gesundheitseinrichtungen gab es nicht gen\u00fcgend Schutzausr\u00fcstung. Auch die Empfehlungen f\u00fcr die Masken Verwendung waren zu Beginn der Epidemie uneinheitlich. Und die sehr begrenzte Anzahl von Tests, die anfangs durchgef\u00fchrt wurden, machte es unm\u00f6glich zu wissen, wie viele der Fachleute infiziert waren. Aber meiner Meinung nach war der entscheidende Faktor, der alle oben genannten Faktoren verst\u00e4rkt und verschlimmert hat, die asymptomatische \u00dcbertragung des Virus\u00b4, so die Schlussfolgerung dieses Experten.\u201c<\/i><\/p>\n<p>Es ist klar, dass die hohe Ansteckungszahl des Personals dazu beigetragen hat, den Virus weiter zu verbreiten. Das macht wirklich w\u00fctend.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nicht in den Chor der Kritiker mit einstimmen aber ich glaube zunehmend, dass Spanien ein Land ist, das der Diktatur noch nicht so ganz entwachsen ist. Mein Freund Wolfgang K. erz\u00e4hlte mir gestern am Telefon, dass er Mitte M\u00e4rz seinen Forschungsaufenthalt in Manaus abbrechen musste wegen Corona und mit einem der letzten Flieger \u00fcber Madrid nach M\u00fcnchen kam. Manaus hatte sich in kurzer Zeit in einen Hotspot des Virus verwandelt. W\u00e4hrend in Madrid der Flughafen gespenstisch leer war und ein gro\u00dfes Polizeiaufgebot darauf aufpasste, dass die Leute sich nicht zu nahekamen, war in M\u00fcnchen nicht einmal von Quarant\u00e4ne die Rede. Warum geht es in Deutschland so entspannt zu, w\u00e4hrend hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird. Klar ist die Situation hier sehr viel bedrohlicher und es gibt so viel mehr infizierte Menschen. Doch die versprochenen Tests, zur Feststellung von Personen, die die Infektion schon durchgemacht haben, von denen Pedro S\u00e1nchez noch vor kurzer Zeit spracht, bleiben aus. In Deutschland allerdings auch. Stattdessen werden die Leute inzwischen schon 6 Wochen lang eingesperrt. Ich versteh\u00b4s nicht.<\/p>\n<p>Ach und die WHO (hier OMS) sagt, dass der Immunit\u00e4tsausweis wissenschaftlich nicht unterst\u00fctzt wird, weil die Antik\u00f6rper im Blut manchmal nur sehr niedrig sind. <span lang=\"es-ES\">Por tanto, \u201ca 24 de abril ning\u00fan estudio ha evaluado si la presencia de antivirus al SARS-CoV-2 confiere inmunidad a infecciones posteriores en humanos\u201d, aclara. <\/span><\/p>\n<p><i>Daher stellt er klar, \u201ebis zum 24. April gab es keine Studie, die das Vorhandensein von Antik\u00f6rpern von SARS-CoV2 ausgewertet hat, die Immunit\u00e4t gegen nachfolgende Infektionen verleiht. <\/i><\/p>\n<p>Man kann also keine nachfolgenden Infektionen ausschlie\u00dfen, aber wie in Deutschland schon gezeigt wurde mit der Behandlung mit Blutserum, wird der Verlauf der Krankheit ziemlich sicher nicht lebensbedrohlich sein. Einwand \u2013 da hat die WHO recht \u2013 sie k\u00f6nnten damit zu \u00dcbertr\u00e4gern werden \u2013 aber das kann im Grunde genommen jeder. Es scheint alles auf die Impfung als einzige L\u00f6sung hinauszulaufen.<\/p>\n<p>Heute waren weniger Polizei und mehr Leute auf der Stra\u00dfe zu sehen. Es soll wohl wieder weiter gehen \u2013 langsam und vorsichtig. Noch wird darum gerungen, wie und wann die Kinder raus d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>26.04.20 Sonntag<\/b><\/p>\n<p>Ein sch\u00f6ner Anblick, die Kinder \u2013 in Begleitung ihrer Eltern \u2013 wieder auf der Stra\u00dfe und auf dem Paseo (der Strandpromenade) zu sehen.<\/p>\n<p>Ich freue mich, die Kinder auf der Strandpromenade zu sehen. Einige Eltern halten sich daran, dass nur ein Elternteil begleiten darf. Warum eigentlich? Wieder so eine Vorsichtsma\u00dfnahme, die ich nicht verstehe. Andere k\u00fcmmern sich nicht darum. Einige tragen Masken, andere nicht. Die meisten halten sich an den Abstand, nur eine Gruppe Jugendlicher nicht. Mein L\u00e4cheln wird allerdings nicht erwidert, nicht mal zuf\u00e4llig. Nur Nal\u00fa, der Hund meiner Nachbarin, zieht die Aufmerksamkeit eines M\u00e4dchens auf sich und wird als Guau Guau bezeichnet. Ich glaube, die jungen Eltern gr\u00fc\u00dfen und beachten sich nicht einmal untereinander, au\u00dfer, sie kennen sich. Also setze ich mir meinen Mundschutz wieder auf und lasse sie mit meiner Freundlichkeit in Ruhe. So bleibt man also mit den mir mittlerweile schon bekannten Hundebesitzern alleine. Es bilden sich sozusagen \u201eScapes\u201c: Hundebesitzerscapes und Eltern mit Kinder scapes, die sich nicht mischen. Nur die Balkone der Nachbarschaft sind zusammengeschwei\u00dft, Egal, ob sie nun Kinder oder Hunde haben.<\/p>\n<p>Heute schickt Gervasio S\u00e1nchez, ein bekannter Fotograf seine Reportage \u00fcber ein Altenheim in Arag\u00f3n, das besonders stark vom t\u00f6dlichen Virus heimgesucht wurde.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Queridas amigas y queridos amigos:<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"es-ES\">Os env\u00edo el pdf del Reportaje Residencias: contener y prevenir a cinco p\u00e1ginas que he publicado hoy en papele Heraldo de Arag\u00f3n sobre la situaci\u00f3n en las residencias. Tambi\u00e9n os invito a leerlo en la web del propio diario <\/span>(Ich sende Euch das pdf der f\u00fcnfseitigen Reportage \u201eResidencias\u201c, den ich heute in papele Heraldo de Arag\u00f3n \u00fcber die Situation in den Seniorenresidenzen ver\u00f6ffentlicht habe. Ich lade Sie auch ein, es auf der Website der Zeitung anzusehen <a href=\"https:\/\/www.heraldo.es\/noticias\/aragon\/2020\/04\/26\/residencias-tratar-contener-y-prevenir-1371526.html?fbclid=IwAR0op0idSrJv_MfFcUTz9LSRCreIkN7Xlpbqdtz7gM2YYsEQTaV9kmqPejo\">https:\/\/www.heraldo.es\/noticias\/aragon\/2020\/04\/26\/residencias-tratar-contener-y-prevenir-1371526.html?fbclid=IwAR0op0idSrJv_MfFcUTz9LSRCreIkN7Xlpbqdtz7gM2YYsEQTaV9kmqPejo<\/a> und in 20 minutos <a href=\"https:\/\/www.20minutos.es\/noticia\/4238207\/0\/residencias-contener-prevenir-gervasio-sanchez\/\">https:\/\/www.20minutos.es\/noticia\/4238207\/0\/residencias-contener-prevenir-gervasio-sanchez\/<\/a><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Durante tres d\u00edas he acompa\u00f1ados a un equipo de sanitarios que trabaja contrarreloj para tratar, contener y prevenir el contagio del coronavirus en las residencias aragonesas, donde han fallecido medio millar de ancianos. <\/span><i>(W\u00e4hrend drei Tagen habe ich ein Team von Gesundheitspersonal begleitet, das gegen die Uhr arbeitet, um die Ausbreitung des Coronavirus in aragonischen Heimen zu behandeln, einzud\u00e4mmen und zu verhindern, in denen ein halbes Tausend \u00e4lterer Menschen gestorben sind.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Durante la realizaci\u00f3n de este reportaje ha habido personas fotografiadas que han fallecido por coronavirus horas despu\u00e9s sin despedirse de sus seres queridos. He decidido publicar fotos sin mostrar los rostros de los pacientes para evitar el sufrimiento gratuito a sus familiares. <\/span><\/p>\n<p><i>(W\u00e4hrend der Erstellung dieses Berichts wurden Menschen fotografiert, die Stunden sp\u00e4ter am Coronavirus gestorben sind, ohne sich von ihren Angeh\u00f6rigen zu verabschieden. Ich habe beschlossen, keine Fotos von Gesichtern der Patienten zu ver\u00f6ffentlichen, um ihren Familien das Leid zu ersparen.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Nunca me perdonar\u00eda que alguien se tuviera que enfrentar a la agon\u00eda de una persona querida a trav\u00e9s de un peri\u00f3dico o de una web. Al final he escrito un emotivo texto titulado Manos Reveladoras en homenaje a todas estas personas que he visto sufrir por culpa de esta brutal pandemia. <\/span><i>(Ich w\u00fcrde es mir nie verzeihen, wenn jemand die Agonie eines geliebten Menschen \u00fcber eine Zeitung oder eine Website sehen m\u00fcsste. Zum Schluss habe ich einen bewegenden Text mit dem Titel Enth\u00fcllende H\u00e4nde geschrieben, als Hommage an all diese Menschen, die ich wegen dieser brutalen Pandemie habe leiden sehen.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">[\u2026] Buenos d\u00edas y buena suerte <\/span>Un abrazo <i>(Guten Tag und viel Gl\u00fcck, eine Umarmung)<\/i><\/p>\n<p>Gervasio S\u00e1nchez<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6309\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-8-920x528.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"528\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-8-920x528.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-8.png 990w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 7: Dr. Morte bewertet einen Schnelltest Foto und Copyright: Gervasio S\u00e1nchez.<\/em><\/p>\n<p>Gervasio berichtet \u00fcber das einsame Sterben der Menschen in den Altenheimen. Eine furchtbare Vision, die ich auch f\u00fcr meine Mutter bef\u00fcrchte.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gervasio hat als Fotograf drei Tage lang ein Gesundheitspersonal begleitet, das rund um die Uhr arbeite, das Coronavirus in aragonischen Heimen zu behandeln, die Seuche in den Heimen einzud\u00e4mmen, der bereits 500 \u00e4ltere Menschen erlegen sind. Er fotografierte Menschen, die kurz darauf starben, ohne sich von ihren Angeh\u00f6rigen verabschieden zu k\u00f6nnen. Deshalb ver\u00f6ffentlicht er die Gesichter dieser Menschen nicht, um den Familienangeh\u00f6rigen zu ersparen, das Leid eines geliebten Menschen in einer Zeitung oder auf einer Webseite zu sehen. Er schreibt einen Text dar\u00fcber mit dem Titel \u201eEnth\u00fcllende H\u00e4nde geschrieben\u201c, als Hommage an all diese Menschen, die ich an dieser brutalen Pandemie habe leiden sehen.<br \/>\nWas aus diesen, wie auch aus anderen Reportagen klar wird, ist vor allem die unglaubliche physische, psychische und emotionale Belastung, der das Pflegepersonal ausgesetzt ist. Und trotz allem verteidigen sie ihren Beruf und lieben ihn. Das Unglaublichste dabei ist die unterirdische Bezahlung. Unter 1000 Euro f\u00fcr einen Beruf, der mittlerweile zu den gef\u00e4hrlichsten der Welt zu z\u00e4hlen ist.<br \/>\nDer Abschnitt \u00fcber die H\u00e4nde der Alten ber\u00fchrt mich zutiefst.<span lang=\"es-ES\">Todas las manos tienen una gota de sangre. Necesaria para el test. Ninguna se parece aunque todas sufren las inclemencias del paso del tiempo. Manos envejecidas, arrugadas, secas, escamosas, temblorosas. <\/span><span lang=\"es-ES\">Algunas con traumatismos cut\u00e1neos, manchadas de rojo o violeta. <\/span>Manos reveladoras y expresivas. <i>(In jeder Hand befindet sich ein Tropfen Blut. Notwendig f\u00fcr den Test. Keine von ihnen gleicht der anderen, auch wenn sie alle unter der H\u00e4rte der Zeit gelitten haben. Gealterte, faltige, trockene, schuppige, zitternde H\u00e4nde. Einige mit Hauttraumatas, rot oder violett gef\u00e4rbt. <\/i><span lang=\"es-ES\"><i>Enth\u00fcllende und ausdrucksstarke H\u00e4nde.)<\/i><\/span><span lang=\"es-ES\">Manos de 27 huesos, 29 articulaciones y 123 ligamentos.<\/span><span lang=\"es-ES\"> Manos con pulgares opuestos como los koalas. Manos con historiales de caricias. Manos con dedos que rozaron m\u00e1s rostros que m\u00f3viles. Manos que acunaron, vistieron y dieron de comer durante a\u00f1os, cocinaron y trabajaron durante d\u00e9cadas. Manos &#8222;revestidas de piel de invencible corteza, inagotables y generosas fuentes de vida y riqueza&#8220;, como escribi\u00f3 Miguel Hern\u00e1ndez. <\/span><i>(H\u00e4nde mit 27 Knochen, 29 Gelenken und 123 B\u00e4ndern. H\u00e4nde mit gegen\u00fcberliegenden Daumen wie bei den Koalas. H\u00e4nde mit z\u00e4rtlicher Geschichte. H\u00e4nde mit Fingern, die mehr Gesichter gestreift haben, als Handys. H\u00e4nde, die jahrelang gewiegt, gekleidet und gef\u00fcttert, jahrzehntelang gekocht und gearbeitet haben. H\u00e4nde &#8222;bedeckt mit einer Haut aus unbezwingbarer Rinde, unersch\u00f6pfliche und gro\u00dfz\u00fcgige Quellen des Lebens und des Reichtums&#8220;, wie Miguel Hern\u00e1ndez schrieb.)<\/i><span lang=\"es-ES\">Manos que fueron j\u00f3venes, suaves, cremosas. Manos &#8222;m\u00e1s puras que las rosas&#8220;, como describi\u00f3 Juan Ram\u00f3n Jim\u00e9nez. Manos o mano &#8222;que despacio se mueve, transparente, tangible, atravesada por la luz, hermosa, viva, casi humana en la noche&#8220;, como narr\u00f3 Vicente Aleixandre. <\/span><i>(H\u00e4nde, die jung, weich und cremig waren. H\u00e4nde, die &#8222;reiner als Rosen&#8220; waren, wie Juan Ram\u00f3n Jim\u00e9nez beschrieb. H\u00e4nde oder Hand, &#8222;die sich langsam bewegt, transparent, greifbar, vom Licht durchdrungen, sch\u00f6n, lebendig, fast menschlich in der Nacht&#8220;, wie Vicente Aleixandre schrieb.) <\/i><span lang=\"es-ES\">Manos con historias ensortijadas y desconocidas. Manos ajenas que se parecen mucho a las manos queridas, aquellas manos que se fueron sin la \u00faltima caricia. <\/span><span lang=\"es-ES\">Manos de personas confinadas y confundidas, atrapadas en la violencia de un virus sin compasi\u00f3n que impone el tiempo de vida. <\/span><i>(H\u00e4nde mit krausen, ungewohnten Geschichten. Fremde H\u00e4nde, die den H\u00e4nden der Liebe sehr \u00e4hnlich sehen, jene H\u00e4nde, die ohne die letzte Liebkosung gingen. H\u00e4nde von eingesperrten und verwirrten Menschen, gefangen in der Gewalt eines Virus ohne Mitgef\u00fchl, der die Lebenszeit auferlegt.)<\/i>Um 20h gibt es gro\u00dfe Verwirrung, ob wir klatschen d\u00fcrfen oder nicht. Denn es wurde ein Whatsapp-Video rumgeschickt, in dem ein Pfleger meint, wir sollten heute nicht klatschen, um die Regierung dazu zu bringen, die versprochenen Tests durchzuf\u00fchren. Tats\u00e4chlich werden sie am Montag gemacht. Eine Freundin meint, das Video sei ein \u201ebulo\u201c, ein fake, der Ultra-Rechten Partei VOX.So klatschen einige, die anderen rufen: Nein, nein, heute nicht\u2026.! und die Holl\u00e4nder unten im Erdgeschoss fordern uns auf, morgen alle Orange zu erscheinen, weil der Nationalfeiertag ist\u2026 Wenn das keine Folklorisierung ist, dann wei\u00df ich nicht\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>27.04.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Heute antwortet Nerea, sie hat sich entschieden, wieder Tagebuch zu f\u00fchren! Ich freue mich sehr, denn ihre \u00dcberlegungen und auch ihre Erfahrungen als Katastrophen-Psychologin aber ebenso als Person finde ich interessant und wichtig zu teilen. Ich habe ihr meine Tageb\u00fccher geschickt und in der Woche 6 liest sie die \u00fcblen Reaktionen von ein paar Leuten, die Angst haben, sich in ihrem Treppenhaus anzustecken, weil Gesundheitspersonal oder Leute, die im Supermarkt arbeiten dort den Virus mitschleppen k\u00f6nnten. W\u00e4hrend ich ungl\u00e4ubig bin, wird Nerea richtig w\u00fctend und sie fragt sich, woher diese Wut kommt.<b>Manos reveladoras<\/b><\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\">[Unas respiraciones profundas y algo de buena m\u00fasica m\u00e1s tarde\u2026] Creo que, m\u00e1s all\u00e1 de lo injusto que me parecen esos comportamientos \u2014y ya sabes que lo \u00fanico que saca el diablo que hay en m\u00ed son las injusticias\u2014, estoy identific\u00e1ndome con esa situaci\u00f3n porque yo tambi\u00e9n estoy trabajando. S\u00ed, soy de esa gente que sale a la calle, que se expone y expone a las personas con las que convive por el bien de los dem\u00e1s. Soy psic\u00f3loga experta en emergencias y cat\u00e1strofes. Tengo la suerte, me encanta mi trabajo, de poder trabajar atendiendo las emergencias y urgencias sociales. Cuando alguien me pregunta qu\u00e9 significa eso suelo contestar que, explicado mal y r\u00e1pido, somos los servicios sociales de urgencias, puesto que estamos trabajando 24\/7.\u201d <\/span><i>([Nach ein paar tiefen Atemz\u00fcgen und guter Musik\u2026] Ich glaube, dass dar\u00fcber hinaus, dass mir dieses Verhalten als ungerecht erscheint \u2013 und du wei\u00dft ja, das ist das Einzige, was mich wirklich richtig w\u00fctend macht, sind die Ungerechtigkeiten \u2013, identifiziere ich mich mit dieser Situation weil ich auch arbeite. Ja, ich geh\u00f6re zu diesen Leuten, die raus gehen, die sich exponieren und ich exponiere die Menschen, mit denen ich zusammenlebe. Ich bin Psychologin, mit Schwerpunkt auf Notf\u00e4lle und Katastrophen. Ich habe das Gl\u00fcck, dass meine Arbeit mir viel Freude macht, und dass ich mich um Notf\u00e4lle und soziale Dringlichkeiten k\u00fcmmere. Wenn mich jemand fragt, was das bedeutet, antworte ich normalerweise, schnell und schlecht erkl\u00e4rt, dass wir die sozialen Notdienste sind, da wir rund um die Uhr arbeiten&#8220;.<\/i><\/p>\n<p>Nerea arbeitet im sozialen Notdienst rund um die Uhr. Um sich an die aktuelle Situation anzupassen, mussten neue Arbeitsweisen entwickelt werden. Arbeitsgruppen wurden geschaffen mit 12-Stunden-Schichten. St\u00e4ndige Ver\u00e4nderungen in der Arbeitssituation. Intensive Tage. Bildung eines neuen Arbeitsteams.<\/p>\n<p>Da ist die pers\u00f6nliche Betroffenheit, die auftaucht, auch wenn der Tod nur als eine Information, als ein rot markiertes <i>exitus<\/i> in einer Excel Liste erscheint.<\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\">Se me encoge el coraz\u00f3n al ver que la bandeja de entrada del correo, llamado COVID-19, no para de llenarse. Cada correo es una solicitud de comida a domicilio para un n\u00facleo familiar \u2014formado por una o m\u00e1s personas\u2014. Tengo que reconocer que incluso se me llenan los ojos de l\u00e1grimas al abrir los documentos Excel en los que los servicios de asistencia domiciliaria o los equipamientos de la tercera edad nos mandan con los <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>exitus <\/i><\/span><span lang=\"es-ES\">resaltados en rojo. Escalofriante. Detr\u00e1s de cada rojo hay una persona. Una persona que se ha ido sola. Detr\u00e1s de cada rojo hay una familia destrozada. Detr\u00e1s de cada rojo hay una p\u00e9rdida que, probablemente, no ha podido ser llorada como corresponde, no ha podido ser despedida. Lo vivo en casa, mi compa\u00f1ero de piso ha perdido a su abuela, as\u00ed, en la distancia, sin despedidas, sin saber nada de ella durante las dos semanas previas al fallecimiento, sin derecho a entierro y sabiendo que su abuela muri\u00f3 sola.\u201d <\/span><i>(Es tut mir im Herzen weh, wenn ich sehe, wie sich der E-Mail Posteingang mit dem Betreff COVID-19 st\u00e4ndig f\u00fcllt. Jede E-Mail ist eine Bitte um eine Mahlzeit zu Hause f\u00fcr einen Haushalt \u2013 bestehend aus einer oder mehreren Personen. Ich muss sagen, dass mir die Tr\u00e4nen kommen, wenn ich die Excel-Dokumente \u00f6ffne, in denen uns die h\u00e4uslichen Pflegedienste oder die Senioreneinrichtungen die rot markierten \u201eExitus\u201c schicken. G\u00e4nsehaut. Hinter jeder roten Markierung steht eine Person. Eine Person, die allein gestorben ist. Hinter jeder roten Markierung steht eine gebrochene Familie. Hinter jedem Rot steht ein Verlust, der wahrscheinlich nicht richtig betrauert, nicht verabschiedet werden konnte. Ich erlebe es zu Hause, mein Mitbewohner hat seine Gro\u00dfmutter verloren, also in der Ferne, ohne Abschied, ohne in den zwei Wochen vor ihrem Tod etwas \u00fcber sie zu wissen, ohne das Recht auf eine Beerdigung und im Wissen, dass seine Gro\u00dfmutter allein gestorben ist.)<\/i><\/p>\n<p>Hinter jeder Information, ein Leben, eine Lebensgeschichte, eine Familie\u2026 hinter jedem Rot steht dieser Verlust, den Nerea und ihre Kolleginnen mitf\u00fchlen. Die Einsamkeit der Sterbenden\u2026 das ganze Drama. Tausende von E-mails jeden Tag, die beantwortet werden m\u00fcssen. Die Mitarbeiterinnen m\u00fcssen sich selbst Mut machen, sich selbst begl\u00fcckw\u00fcnschen f\u00fcr ihre gute Arbeit, weil es sonst keiner tut. <span lang=\"es-ES\">Oder selten jemand tut.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Miles y miles de correos diarios y llamadas telef\u00f3nicas para coordinarnos con diferentes trabajadores y trabajadoras sociales de centros de servicios sociales y de hospitales. En todos ellos nos despedimos d\u00e1ndonos \u00e1nimos y felicit\u00e1ndonos por nuestra gran labor. S\u00ed. Lo hacemos nosotros mismos. \u00abSeguim!\u00bb. Porque a nosotros y nosotras nadie nos aplaude. \u00abFor\u00e7a!\u00bb. Pero nos lo merecemos igual. \u00ab\u00a1\u00c1nimo!\u00bb No necesitamos los aplausos. <\/span>\u00abGracias por vuestro incansable trabajo\u00bb\u201d. <i>(Tausende und Abertausende E-Mails jeden Tag und Telefonanrufe zur Koordination mit verschiedenen Sozialarbeitern in Sozialdienstzentren und Krankenh\u00e4usern. In allen verabschieden wir uns, ermutigen und begl\u00fcckw\u00fcnschen uns zu unserer gro\u00dfartigen Arbeit. Ja. Wir machen es selbst. &#8222;Weiter geht\u00b4s!&#8220;. Weil uns niemand applaudiert. &#8222;Kraft!&#8220;. Aber wir haben es trotzdem verdient. &#8222;Nur Mut!&#8220; Wir brauchen den Applaus nicht. <\/i><span lang=\"es-ES\"><i>&#8222;Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre unerm\u00fcdliche Arbeit.&#8220;<\/i><\/span><\/p>\n<p>\u201c<span lang=\"es-ES\"><b>Los servicios sociales son muy necesarios<\/b><\/span><span lang=\"es-ES\">, si nosotros no hubi\u00e9ramos estado detr\u00e1s de todos esos correos, habr\u00eda mucha gente sin comida, te lo aseguro. \u00ab\u00a1Saldremos de esta!\u00bb. No pasa nada, no lo hacemos por el reconocimiento. \u00abGracias por vuestra dedicaci\u00f3n\u00bb. Nuestro trabajo es vocacional, creo que todos los que estamos en el mundo social tenemos la necesidad de ayudar a los dem\u00e1s y as\u00ed es como nos sentimos bien. Quiz\u00e1 demasiado en algunas ocasiones y, por eso, nos acabamos descuidando a nosotros y nosotras; pero eso es otro tema \u2014y entrar a analizar eso puede dar lugar a un ensayo bastante largo\u2014.\u201d <\/span><i>(Soziale Dienste sind sehr notwendig, wenn wir nicht all diesen E-Mails beantwortet h\u00e4tten, g\u00e4be es viele Menschen ohne Essen, das kannst du glauben. &#8222;Wir werden das \u00fcberstehen!&#8220; Es ist okay, wir tun es nicht f\u00fcr die Anerkennung. &#8222;Vielen Dank f\u00fcr Ihr Engagement.&#8220; Unsere Arbeit ist Berufung, ich denke, alle, die in den sozialen Diensten arbeiten haben das Bed\u00fcrfnis, anderen zu helfen, und so f\u00fchlen wir uns gut. Vielleicht manchmal zu viel, und deshalb vernachl\u00e4ssigen wir uns am Ende selbst; aber das ist eine andere Sache &#8211; und sich damit zu auseinanderzusetzen, das k\u00f6nnte zu einer l\u00e4ngeren Abhandlung f\u00fchren.)<\/i><\/p>\n<p>Auch Nerea macht sich Sorgen, wie diese Menschen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind, die keine Bleibe haben, keine Arbeit oder ein anderes Problem, werden sich an die Sozialdienste wenden und auf ihr Recht pochen\u2026 Man wird sehen, und gleichzeitig macht es ihr Angst, welche \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c da auf uns wartet.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Veremos qu\u00e9 pasa cuando todo esto empiece a encaminarse hacia una \u2014supongo que nueva y distinta\u2014 <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>normalidad<\/i><\/span><span lang=\"es-ES\">. Toda la gente que tiene dificultades econ\u00f3micas, que no tiene donde alojarse, que no tiene trabajo o cualquier otro tipo de problem\u00e1tica a nivel social acudir\u00e1 a servicios sociales. Y entonces todo ser\u00e1n exigencias. \u00abTengo derecho a\u2026\u00bb. \u00abMe merezco\u2026\u00bb. \u00abNecesito\u2026\u00bb. Pero bueno, me estoy adelantando<\/span><span lang=\"es-ES\"><b>. <\/b><\/span><span lang=\"es-ES\">Tengo mucha curiosidad, a la par que algo de miedo, por saber qu\u00e9 nos depara esta nueva normalidad.<\/span> <i>(Schauen wir mal, was passiert, wenn all dies auf eine \u2013 ich nehme an, eine neue und andere \u2013 Normalit\u00e4t zusteuert. Alle Menschen, die wirtschaftliche Schwierigkeiten haben, die keine Bleibe haben, die keine Arbeit oder irgendein anderes Problem auf sozialer Ebene haben, werden zu Sozialdiensten gehen. Und dann wird es Forderungen geben. &#8222;Ich habe das Recht&#8230;&#8220; &#8222;Ich verdiene&#8230;&#8220; &#8222;Ich brauche&#8230;&#8220; Nun, ich bin etwas voreilig. Ich bin sehr neugierig, aber auch ein wenig \u00e4ngstlich, was f\u00fcr eine neue Normalit\u00e4t da auf uns zukommt.)<\/i><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der letzten Arbeitstage bemerkt Nerea, dass es leichter wird, viele Leute melden sich ab. Das ist ein gutes Zeichen, oder? Hoffentlich befinden wir uns nicht im Auge des \u201eHurac\u00e1ns\u201c (Hurrikans). Und hoffentlich ist das nicht die Ruhe vor dem Sturm.<\/p>\n<p>Als ich um 18 Uhr mit Nal\u00fa spazieren gehe, lasse ich sie am Strand von der Leine. Sie rast wie verr\u00fcckt vor Freude, dreht ihre wilden Kreise und will dann, weil sie nat\u00fcrlich nicht auf mich h\u00f6rt, zur Strandpromenade hinauf abhauen. Dort steht eine Frau mit zwei Hunden, die mich gleich belehrt, wenn sie jetzt ein Foto gemacht h\u00e4tte, k\u00f6nnte sie mich anzeigen. Ich lache aus Verlegenheit. Sie meint, das sei nicht zum Lachen, das kostet zwischen 300 und 3000 Euro und dann nennt sie noch horrendere Summen. Und ich h\u00e4tte Gl\u00fcck, dass ich nur auf sie getroffen sei. Tats\u00e4chlich hatte ich heute auch gelesen, dass schon \u00fcber 740.000 Sanktionen verh\u00e4ngt wurden seit dem Alarmzustand. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/2020-04-25\/tantas-multas-propuestas-en-el-confinamiento-como-impuestas-en-cuatro-anos-de-ley-mordaza.html?ssm=FB_CC\">https:\/\/elpais.com\/espana\/2020-04-25\/tantas-multas-propuestas-en-el-confinamiento-como-impuestas-en-cuatro-anos-de-ley-mordaza.html?ssm=FB_CC<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Im Artikel hei\u00dft es, dass es so viele sind, wie in vier Jahren \u2018ley mordaza\u2019, das Knebelgesetz, das Verst\u00f6\u00dfe gegen Freiheiten, wie Meinungs-, Informations- oder Demonstrationsfreiheit betrifft. In etwa 40 Tagen wurden also 741.407 Strafen verteilt. Dieses Gesetz, was von den Sozialisten bei seiner Einf\u00fchrung stark kritisiert wurde, wird nun ziemlich hart zum Einsatz gebracht. Der Minister Fernando Grande-Marlaska antwortet dahingehend befragt: \u201eWenn der Beamte jemanden beim Grillen erwischt, was soll er demjenigen sagen?\u201c<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sieht der Befehl von Marlaska eine Strafe von 601 Euro f\u00fcr jeden vor, der sich ohne Grund auf der Stra\u00dfe aufh\u00e4lt, aber sie kann bis zu 2.000 Euro betragen, wenn der Beamte der Ansicht ist, dass der B\u00fcrger ihn &#8222;missachtet&#8220; hat. Virginia Alvarez von Amnesty International kritisiert: \u201eDas Gesetz gibt den Agenten viel Macht und es gibt keinen Mechanismus der Kontrolle und Rechenschaftspflicht. Sie f\u00fchlen sich ungestraft, weil ihre Version mehr wert ist als die des B\u00fcrgers\u201c, Sie hofft, dass &#8222;viele der Sanktionen letztendlich nicht realisiert werden&#8220;, obwohl sie bef\u00fcrchtet, dass &#8222;die Leute es vorziehen werden, die Sanktion zu zahlen, anstatt Berufung einzulegen, um in den Genuss der Reduzierung der Geldstrafe zu kommen&#8220;, die bei sofortiger Bezahlung bis zu 50 Prozent betragen kann.<\/p>\n<p>In Spanien wird viel mehr sanktioniert, als in anderen L\u00e4ndern, was mich wieder auf meine These zur\u00fcckbringt, dass die Diktatur irgendwie noch nicht so richtig \u00fcberwunden ist.<\/p>\n<p>Zu den Strafzetteln meint Santi, ein Bekannter: \u201eDas ist ein Wahnsinn. Einen Verwandten von mir haben sie eine Strafe aufgebrummt, weil er sein Brot zu weit von zuhause weg gekauft hat. Der Mehrheit der Polizisten fehlt es an Empathie, sie sind sehr engstirnig.\u201c<\/p>\n<p>Mein Sohn ruft mich an, vor zwei Tagen ist seine Freundin mit dem Fahrrad gest\u00fcrzt, sie ist hochschwanger. Mir wird schwindelig und ich f\u00fchle mich 25 Jahre zur\u00fcckversetzt, als ich mit dem Fahrrad noch schnell eine Kopie machen fahre und meine Fruchtblase platzt. Ich vermute, so funktioniert ein kleines oder mittleres Trauma, mit einem Trigger, der so unmittelbar und k\u00f6rperlich funktioniert, dass man nichts dagegen tun kann. Obwohl ich wei\u00df, dass alles nochmal gut gegangen ist, habe ich einen Schrecken. \u201eSusto\u201c hei\u00dft es ja auf Spanisch und es wird in vielen Gesellschaften als Krankheit betrachtet. Es ist eine emotionale Krankheit (wie vielleicht alle Krankheiten) und wenn man dar\u00fcber hinweg geht, kann es somatische Konsequenzen haben. Ich erinnere mich an Eduardo \u201eEl Tuno\u201c, ein peruanischer Schamane, der mir im bayerischen Biergarten erz\u00e4hlte, wie er seine Susto-Patienten heilt: mit Gegensusto. Fakt ist, dass ich den Rest des Tages vollkommen erledigt bin. Auf eine Gegensusto-Therapie m\u00f6chte ich lieber verzichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>28.04.20 Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Unweigerlich kommen wir immer wieder auf die gleichen Themen zur\u00fcck: 1. Warum sterben in Deutschland so viel weniger Menschen als in Spanien? Die Spanier erkl\u00e4ren das gerne kulturell, also mit ihrer Vorliebe f\u00fcr Umarmungen und K\u00fcsse und 2. mit ihrer fehlenden Effizienz, mit Selbstbeschuldigungen, die auf einen Minderwertigkeitskomplex schlie\u00dfen lassen. Die Deutschen sind so effizient und haben ein tolles Gesundheitssystem. Ich glaube vielmehr, es ist tats\u00e4chlich ein Versagen in der <u>Versorgung<\/u> des Gesundheitspersonals mit Schutzkleidung, etc. \u2013 und die zust\u00e4ndigen Organe reagieren nicht, wie Isabel D\u00edazAyusu in Madrid, wo das Altenwohnheim Monte Hermoso per E-Mail vor einer \u201eextremen Situation\u201c gewarnt hatte und die Madrider Politik einfach nicht reagiert. Das Schreiben der Altenpfleger zeigt deren Verzweiflung, nachdem sie tagelang versucht hatten, Hilfe von der Comunidad de Madrid zu erhalten. Ohne Erfolg. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.eldiario.es\/madrid\/residencia-ancianos-Madrid-Consejeria-Sanidad_0_1021548186.html\">https:\/\/www.eldiario.es\/madrid\/residencia-ancianos-Madrid-Consejeria-Sanidad_0_1021548186.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Ayusu verk\u00fcndet in einem Interview einfach, dass sie nichts davon wusste. Seit dem 8. M\u00e4rz starben in den Madrider Altenheimen mehr als 5.600 alte Menschen mit Symptomen, die auf Coronavirus schlie\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Santi, wie die meisten meiner Bekannten, empfinden die Ma\u00dfnahmen ebenfalls unlogisch: dass die Leute nicht mal in den Bergen und l\u00e4ndlichen Gegenden raus d\u00fcrfen und ihre G\u00e4rten nicht bestellen d\u00fcrfen (inzwischen d\u00fcrfen sie allerdings, soviel ich wei\u00df. Ein Freund wurde 3x auf dem Weg in den Garten von Polizisten kontrolliert und jedes Mal war es ok, in den Garten zu gehen.) Abstand halten<\/p>\n<p>w\u00e4re ja ausreichend und der Mundschutz ist nicht obligatorisch \u2013 all das ist widerspr\u00fcchlich. <span lang=\"es-ES\">Auch, dass nur ein Elternteil die Kinder begleiten darf\u2026<\/span><\/p>\n<blockquote><p><span lang=\"es-ES\">[19:41, 29.4.2020] Santi: Claro, aqu\u00ed no son l\u00f3gicos, no dejan ni correr por la monta\u00f1a, ni trabajar en los huertos, ni caminar por la playa&#8230; Yo creo que con obligar a mantener una cierta distancia ser\u00eda m\u00e1s que suficiente. En cambio las mascarillas no son obligatorias. Parece que la semana que viene ya van a rebajar un poco las medidas&#8230;. <\/span><i>(Nat\u00fcrlich sind sie hier unlogisch, sie lassen einen nicht in den Bergen joggen, oder in den G\u00e4rten arbeiten, oder am Strand spazieren gehen&#8230; Ich denke, eine gewisse Distanz einzuhalten, w\u00e4re mehr als genug. Andererseits sind Masken nicht obligatorisch. Es sieht so aus, als w\u00fcrden sie n\u00e4chste Woche die Ma\u00dfnahmen ein wenig senken&#8230;)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">[19:42, 29.4.2020] Santi: No dejan acompa\u00f1ar a los ni\u00f1os por los dos padres, y en cambio duermen juntos en casa&#8230; <\/span>Es todo un sin sentido&#8230;. <i>(Sie lassen die Kinder nicht von beiden Elternteilen begleiten, aber sie schlafen zu Hause zusammen&#8230; Das ist alles Unsinn&#8230;)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Heute habe ich auf der Strandpromenade beobachtet, dass einige Leute ohne Kinder oder Hunde unterwegs sind und auff\u00e4llig viele V\u00e4ter sind mit ihren Kindern drau\u00dfen. Dann gab es einen heftigen Streit zwischen einem jungen katalanischen Paar, das sich gegenseitig beschuldigte, dass das kleine M\u00e4dchen hingefallen war\u2026 Obwohl ich das Gef\u00fchl habe, dass die Nerven sich insgesamt etwas entspannt haben. Heute sieht man ein paar Leute wieder l\u00e4cheln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>30.04.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Ich bin nach zwei Tagen intensiven Arbeitens vollkommen ersch\u00f6pft. Hinzu kommt ein Streit mit Mercedes. Heute Nachmittag m\u00fcssen wir zum \u201epongo\u201c, einem Zwischenlager, wo wir unsere M\u00f6bel und Kisten unterstellen wollten, um die Zeit vom Verkauf der Wohnung und dem Kauf der Neuen und deren Renovierung zu \u00fcberbr\u00fccken. Weil die neuen Besitzer aus Holland nicht kommen k\u00f6nnen, d\u00fcrfen wir noch etwas in der alten Wohnung bleiben und k\u00f6nnen unseren Umzug direkt in die neue Wohnung machen. Maria, die uns das Zwischenlager vermietet hatte meint, wir sollten vorsichtshalber vorher bei Lidl einkaufen gehen, der auf dem Weg liegt, und das Ticket aufheben. Es werden Strafen verh\u00e4ngt s.o. Aber alles verl\u00e4uft ohne Probleme. In Lidl gibt es sogar ganz gute Handschuhe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>2.5.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Heute ist ein weiterer Schritt im desconfinamiento, also in der \u00d6ffnung des \u201eHausarrests\u201c: Nuria berichtet schon aus Vilanova, dass sich die Leute sehr dran halten. Um 10 Uhr machen die Sportler die Bahn frei f\u00fcr die Alten, die nun von 10-12 Ausgang haben und dann nochmal von 19-20 Uhr. In meiner TTT Gruppe sind alle erleichtert, sie sind in der Mehrzahl schon \u00fcber 60 Jahre alt. Doch war noch niemand drau\u00dfen.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen Spazierg\u00e4nge machen, aber uns nicht mehr als 1 km von zuhause entfernen. Schon werden die ersten Verabredungen getroffen f\u00fcr nach 20 Uhr. Freunde darf man allerdings nicht in ihren H\u00e4usern besuchen, ob man sie drau\u00dfen treffen darf, ist mir nicht klar.<\/p>\n<p>Die Grenzen der Provinz darf man noch nicht \u00fcberschreiten. An den Strand, den wir hier 100 Meter vor der Haust\u00fcre haben, darf man immer noch nicht, obgleich in Valencia die Leute dazu ermuntert werden, Sport am Strand zu machen. Hier darf man noch nicht mal seine F\u00fc\u00dfe reinstecken. Das ist erst ab Stufe 3 vorgesehen. Wir befinden uns in Stufe 1. Bei C\u00e1diz, in Zahara de los Atunes, wurde der Strand mit Seife oder Desinfektionsmittel bespr\u00fcht.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6311\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image9-920x519.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"519\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image9-920x519.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image9-550x310.png 550w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image9.png 1386w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image9-550x310@2x.png 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 8: Horarios en la primera fase de la desescalada \/ Quelle: https:\/\/todosalud.site\/uncategorized\/fases-de-la-desescalada\/.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6313\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image10-920x611.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image10-920x611.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image10.png 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/figure>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 9: Strandpromenade von Sitges \/ Quelle: www.sitgesactiu.co.<\/em><\/p>\n<p>Das Tragen von Masken ist weiterhin freiwillig.<\/p>\n<p>Inzwischen sind wir in Spanien bei 213.435 Infizierten angelangt, davon sind 24.543 gestorben, 268 mehr als gestern.<\/p>\n<p>Spanien macht sich bereit f\u00fcr die \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c, das wird bis Ende Juni, bis zum 22. Juni dauern. Offiziell hei\u00dft es: \u201eplan para la transici\u00f3n hacia una nueva normalidad\u201d <i>(Plan zum \u00dcbergang in die neue Normalit\u00e4t)<\/i>. Manchen geht es zu schnell, den anderen zu langsam. Salvador schickt ein meme, in dem es hei\u00dft: \u201eWie man der Deeskalation von S\u00e1nchez in vier einfachen Bewegungen begegnet\u201c. Diese vier Bewegungen ergeben das Zeichen des Sich-Bekreuzigens vor dem Plan S\u00e1nchez.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6315\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image11.png\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"771\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 10: Quelle: <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020-04-28\/el-gobierno-evita-marcar-fechas-para-la-desescalada-y-se-concentra-en-fases-y-marcadores.html\">https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020-04-28\/el-gobierno-evita-marcar-fechas-para-la-desescalada-y-se-concentra-en-fases-y-marcadores.html<\/a><\/u><\/span><\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir befinden uns in der Phase 0, auf die in zwei Wochen dann die Phase 1 folgen soll, in der soziale Aktivit\u00e4ten erlaubt sein sollen, wie Treffen zuhause, die \u00d6ffnung kleiner Gesch\u00e4fte und der Terrassen, mit 30% Besetzung. Auch Hotels und Tourismusunterk\u00fcnfte sollen ge\u00f6ffnet werden&#8230; Die Gemeinde Sitges teilt mit:<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Ajuntament de Sitges<\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/AjSitges\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"es-ES\"><u>@AjSitges<\/u><\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\">Amb qui? <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\">Es pot passejar individualment o acompanyat d\u2019una persona amb qui es conviu al domicili o de la persona cuidadora <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\"><i>(Man darf alleine spazieren gehen oder mit einer Begleitperson, die im gleichen Haushalt lebt oder einer BetreuerIn).<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\">L\u2019exercici f\u00edsic \u00fanicament es pot fer de forma individual. En el cas de persones que ho necessitin, poden sortir acompanyades de la persona que les cuida <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\"><i>(Physische \u00dcbungen darf man nur individuell ausf\u00fchren. Personen, die Hilfe ben\u00f6tigen, d\u00fcrfen begleitet werden).<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/AjSitges\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"pt-BR\"><u>Ajuntament de Sitges<\/u><\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/AjSitges\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"pt-BR\"><u>@AjSitges<\/u><\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/twitter.com\/AjSitges\/status\/1256465585715765248\" target=\"8:08 vorm. \u00b7 2. Mai 2020\" rel=\"noopener noreferrer\"><span style=\"color: #0000ff;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"pt-BR\"><u>6 Std.<\/u><\/span><\/span><\/span><\/span><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\">Passejades <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\">Passejos com a m\u00e0xim a 1km de dist\u00e0ncia del domicili i en les franges determinades. <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\"><i>(Spazierg\u00e4nge von max. 1km von zuhause entfernt und in bestimmten Zeitr\u00e4umen)<\/i><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\">Es pot utilitzar l\u2019espai de les platges de Sitges a partir de dilluns per als passejos, per\u00f2 es mantenen actualment tancades actualment per al bany i l\u2019activitat esportiva. <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"ca-ES\"><i>(Man darf die <\/i><\/span><\/span><\/span><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Str\u00e4nde von Sitges ab Sonntag zum Spazieren gehen betreten, aber Schwimmen und sportliche Aktivit\u00e4ten sind noch nicht erlaubt.)<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p>Sitges \u00f6ffnet den Strand zumindest zum Spazieren gehen. In der Sonne liegen und Baden ist immer noch verboten. Teilweise werden die Str\u00e4nde ab dem 4. Mai wieder ge\u00f6ffnet. Sie haben mit den Unwettern viel Sand verloren und man bef\u00fcrchtet anscheinend, dass sich die Leute dort tummeln werden und sie anstecken.<\/p>\n<p>Auch in den Artikeln wird nur davon gesprochen, dass dies eine Ma\u00dfnahme sei, um Ansteckungen zu verhindern. Keine Erkl\u00e4rung, schon gar keine wissenschaftliche.<\/p>\n<p>Mir werden immer st\u00e4rker die Unterschiede zwischen den L\u00e4ndern bewu\u00dft: das Vertrauen auf die Vernunft der B\u00fcrger in den n\u00f6rdlichen L\u00e4ndern, wie Deutschland und Schweden oder Holland und auf der anderen Seite die s\u00fcdlichen L\u00e4nder, wo viel verboten und wenig erkl\u00e4rt wird. Keine Transparenz. Das \u00e4rgert mich langsam. Es wird zwar angef\u00fchrt: es ist eine Sicherheitsma\u00dfnahme, aber diese ist unhinterfragbar.<\/p>\n<p>Die Kinder bis 14 Jahre d\u00fcrfen raus in Begleitung eines Elternteils. Aber nur eines \u2013 das andere bleibt zuhause. (???)<\/p>\n<p>Ab Montag darf man unten am Strand entlang gehen und die F\u00fc\u00dfe ins Meer strecken. Aber eben nicht baden und die Sonne genie\u00dfen.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6317\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image12-920x540.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"540\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image12-920x540.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image12.png 1386w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 11: Die Guardia Civil \u00fcberwacht den Strand. Ein kleiner Junge winkt ihr zu\/ <span lang=\"ca-ES\"><i>Foto: Ulrike Prinz.<\/i><\/span><\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><span lang=\"ca-ES\">Ich frage meine FB Freunde, ob mir jemand erkl\u00e4ren kann, warum es in Spanien keine Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die Ma\u00dfnahmen braucht, sondern Befehle und Strafen bei Nichteinhaltung.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"ca-ES\">Horacio meint: vielleicht damit man die Ma\u00dfnahmen versteht (die Strafen)<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"ca-ES\">und Jes\u00fas: Ejpa\u00f1a es as\u00edn&#8230;. (Spanien is halt sooo)<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"ca-ES\">und Wolfgang: <\/span>Du musst das mit Foucault sehen: es geht um die Sozialdisziplinierung an sich. Man darf auf die Strandpromenade, nicht aber auf die Mole &#8230; und das \u00fcben wir jetzt \ud83d\ude09<\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span lang=\"ca-ES\">Les platges de Sitges reobriran parcialment el 4 de maig per a uns usos delimitats\u201d<\/span><span lang=\"ca-ES\"><i> (die Str\u00e4nde von Sitges werden teilweise vom 4. Mai an ge\u00f6ffnet f\u00fcr einen begrenzten Gebrauch)<\/i><\/span><\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"ca-ES\">Tots els accessos a les platges del munici<\/span><span lang=\"es-ES\">pi han estat tancats des que es va decretar el confinament com a mesura per evitar la propagaci\u00f3 del coronavirus.\u201d <\/span>(<i>Alle Zug\u00e4nge zum Strand der Stadt wurden w\u00e4hrend der Ausgangssperre geschlossen, um die Verbreitung des coronavirus zu vermeiden.) <\/i><\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"es-ES\">A partir del proper dilluns es podr\u00e0 anar a passejar per\u00f2 es mant\u00e9 prohibit el bany i asseure\u2019s a la platja com a mesura preventiva i de seguretat per evitar concentracions de persones i garantir la dist\u00e0ncia m\u00ednima necess\u00e0ria.\u201d <\/span><i>(Vom n\u00e4chsten Montag an darf man spazieren gehen aber noch nicht Baden gehen als vorbeugende Ma\u00dfnahme und zur Sicherheit um Konzentrationen von Personen zu vermeiden und den Mindestabstand einzuhalten.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Ah ja, da ist ein Ansatz einer Erkl\u00e4rung: man darf sich nicht setzen, zur eigenen Sicherheit, um Konzentrationen von Personen zu vermeiden und das Einhalten des Mindestabstandes zu garantieren. Nur auf der Strandpromenade ist davon nichts zu merken, die Kinder treffen sich und spielen miteinander. Ganz normal. Auch die Freundinnen gehen mit ihren Kindern gemeinsam raus und der Mindestabstand ist in etwa der gleiche, wie vom Gesicht zur Fl\u00e4che des Mobiltelefons.<\/p>\n<blockquote><p><span lang=\"ca-ES\">Aix\u00ed, a partir de dilluns vinent estar\u00e0 perm\u00e8s fer esport de manera individual, passejar per la sorra i mullar-se els peus als seg\u00fcents grups de poblaci\u00f3: infants acompanyats d\u2019un adult, persones grans o membres del mateix nucli de conviv\u00e8ncia, sempre mantenint les dist\u00e0ncies de seguretat i la resta de mesures preventives. Per contra, no es permetr\u00e0 romandre a la platja ni fer-hi activitats, com p\u00edcnics o trobades d\u2019amics. <\/span><span lang=\"ca-ES\"><i>(Ab dem kommenden Montag ist es daher gestattet, individuell Sport zu treiben, den Strand zu betreten und die F\u00fc\u00dfe nass zu machen: Kinder in Begleitung eines Erwachsenen, \u00e4ltere Menschen oder Mitglieder desselben Haushalts, mit stets aufrechterhaltenem Sicherheitsabstand und andere vorbeugende Ma\u00dfnahmen. Es ist jedoch nicht erlaubt am Strand zu verweilen oder Picknicks oder Treffen mit Freunden durchf\u00fchren.)<\/i><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>In Deutschland sind die Virologen gefragt und erkl\u00e4ren, wenn auch manchmal sehr widerspr\u00fcchlich, den Stand der Forschung. Hier spielen sie im \u00f6ffentlichen Diskurs keine Rolle. Aufgrund von welchem Modell der \u00dcbertragung (Tr\u00f6pfchen\u00fcbertragung \u2013 wie lange sind sie infekti\u00f6s? Welche Bedeutung hat die Schmier\u00fcbertragung?) werden diese Entscheidungen getroffen?<\/p>\n<p>Es schreibt eine Freundin aus Uruguay. Auch sie sieht kulturelle Unterschiede zwischen den L\u00e4ndern. <span lang=\"es-ES\">Sie selbst ist Argentinierin und nat\u00fcrlich Ethnologin:<\/span><\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span lang=\"es-UY\">Ahora s\u00ed veo las diferencias entre la gente de las dos orillas: aqu\u00ed el Gobierno no quiere imponer el aislamiento obligatorio (ojal\u00e1 les d\u00e9 resultado), sino que se expresa en t\u00e9rminos como &#8222;exhortar&#8220;, \u201cconvencer\u201d. Los que andan por la calle sin motivo vivir\u00e1n el &#8222;estigma social&#8220; &#8211; algo que aqu\u00ed tiene mucho peso. Creen, evidentemente, en la vieja idea de Sarmiento de &#8222;educar al soberano&#8220;?\u201d <\/span>(Jetzt sehe ich die Unterschiede zwischen den Menschen auf beiden Seiten des Ufers (des Rio de la Plata): Hier will die Regierung die obligatorische Isolation nicht erzwingen (hoffentlich funktioniert es), sondern dr\u00fcckt sich mit Begriffen wie &#8218;ermahnen&#8216;, &#8218;\u00fcberzeugen&#8216; aus. Wer grundlos auf der Stra\u00dfe geht, wird das &#8222;soziale Stigma&#8220; erleben \u2013 etwas, das hier sehr viel Gewicht hat. Glauben Sie tats\u00e4chlich an Sarmientos alte Idee der &#8222;Erziehung des Souver\u00e4ns&#8220;?<\/p><\/blockquote>\n<p>Uruguay will keine Zwangsisolierung durchsetzen, sondern setzt auf die Ermahnung und \u00dcberzeugung der B\u00fcrger. Wer ohne triftigen Grund durch die Stra\u00dfen geht, wird das \u201esoziale Stigma\u201c erleben \u2013 etwas, das hier sehr viel Gewicht hat. Glauben sie offensichtlich an Domingo Faustino Sarmientos (ehemaliger Pr\u00e4sident Argentiniens (1868-74) alte Idee der \u201eErziehung des Souver\u00e4ns\u201c?<\/p>\n<p>Meine Frage auf FB und mein \u00c4rger dar\u00fcber, dass hier nur Ma\u00dfgaben und Strafen verteilt werden, aber man sich mit Erkl\u00e4rungen zur\u00fcckh\u00e4lt, l\u00f6st verschiedene Reaktionen aus. Zuerst verstehen die Leute gar nicht, was ich meine, sie vermissen die Erkl\u00e4rungen nicht.<\/p>\n<p>Carmen und Horacio, ein paar Argentinische Freunde, die schon ihr halbes Leben hier in Sitges leben, sind indigniert dar\u00fcber, dass die Spanier sich nicht an die Vorgaben halten. Zumindest k\u00f6nnten sie sich die Maske aufsetzen, oder?<\/p>\n<blockquote><p>\u201cestamos viendo fotos de lo que es Sitges en este momento. <span lang=\"es-ES\">Lo puedes ver en <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.visitsitges.com\/es\/\"><span lang=\"es-ES\">Visit-Sitges<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\">. Lo m\u00e1s importante de las instrucciones del gobierno es lo de la distancia entre las personas. Nadie lo respeta. Y est\u00e1 bien que las mascarillas son solo obligatorias en el transporte p\u00fablico, pero si no puedes respetar la distancia en la calle, ponte una mascarilla, no?\u201d <\/span><i>(Wir sehen die aktuellen Fotos von Sitges. Was man auf Visit-Sitges sehen kann. Die wichtigste Anweisung der Regierung ist es, Abstand zu halten zwischen den Personen. Keiner h\u00e4lt sich dran. Und es ist gut, wenn der Mundschutz im \u00f6ffentlichen Transport obligatorisch ist, aber wenn du den Abstand auf der Stra\u00dfe nicht halten kannst, setz einen Mundschutz auf, oder?)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch sie sind der Meinung, dass es ohne Strafen und Anordnungen nicht geht.<\/p>\n<p>Interessanterweise finden die Spanier, dass sie gut informiert sind. Und ich komme jetzt erst darauf, dass \u201eexplicar\u201c im Spanischen unterschiedlich verstanden werden kann: einmal als informieren, erz\u00e4hlen, und zum anderen als Erkl\u00e4rung. Die Erkl\u00e4rung, was zu den Ma\u00dfnahmen f\u00fchrt, sind meiner Meinung nach sehr rar und auch der Direktor des Centro de Coordinaci\u00f3n de Alertas y Emergencias Sanitarias <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/cadenaser.com\/tag\/fernando_simon_soria\/a\/\" target=\"Fernando Sim\u00f3n Soria\" rel=\"noopener noreferrer\">Fernando Sim\u00f3n<\/a><\/u><\/span> gibt meiner Meinung nach auch keine wirklich tiefgreifenden Erkl\u00e4rungen ab. Er informiert schlicht und einfach. Das gen\u00fcgt den Spaniern. Hier zum Beispiel meint er, dass der Gebrauch von Mundschutz nicht f\u00fcr jede Person m\u00f6glich ist, deshalb wird sie nicht obligatorisch gefordert \u2013 nur in den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln. Sieht man aber den Paseo (die Strandpromenade) von Sitges oder von Barcelona, sollte ein Mundschutz das Mindeste sein. https:\/\/cadenaser.com\/ser\/2020\/04\/29\/sociedad\/1588155636_682576.html<\/p>\n<p>Hier die Fotos aus Visitsitges:<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6319\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image13-920x613.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image13-920x613.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image13.png 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 12.: Strandpromenade Sitges \/ Quelle: visitsitges.com.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6321\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-14-920x613.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"613\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-14-920x613.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-14.png 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 13: Strandpromenade Sitges \/ Quelle: visitsitges.com.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gemma E.: i molta gent sentada, en principi no es pot (<i>Viele sitzende Leute, das ist eigentlich nicht erlaubt)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/pjagodzinski?comment_id=Y29tbWVudDo0MTM4NDc3OTc5NTI2MzY4XzQxMzg2ODk3ODk1MDUxODc%3D\">Pawel J<\/a>.: <\/span><span lang=\"es-ES\">Gemma E. buena observaci\u00f3n, pero por desgracia la gente hace, lo que les de la gana, a pesar de advertencias durante semanas&#8230;. <\/span><i>(Eine gute Beobachtung, aber leider machen die Leute, was sie wollen, trotz wochenlanger Warnungen \u2026)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Gemma E. Pawel J. s\u00ed, s\u00ed como en todos los sitios. La verdad que es una pena con el esfuerzo que estamos haciendo todos&#8230;.salud y \u00e1nimos! <\/span><i>(Ja, wie \u00fcberall. Ehrlich gesagt ist es schlimm, nach dieser gro\u00dfen Anstrengung, die wir alle unternommen haben\u2026 Gesundheit und Mut!)<\/i><\/p>\n<p>Es herrscht eben doch eine gro\u00dfe Verunsicherung und da sind Befehle und Strafma\u00dfnahmen klarer, als Aufkl\u00e4rung und Eigenverantwortung.<\/p>\n<p>Und auch die Wissenschaft ist sich nicht so ganz eins, wie Werner Bartens in der SZ vom 30.04. so sch\u00f6n schreibt:<\/p>\n<p>\u201eDas Virus mag K\u00e4lte. Au\u00dfer bei Hitze\u201c<\/p>\n<p>Eine Sammlung von Gewissheiten, die v\u00f6llig ungewiss sind.<\/p>\n<ul>\n<li>Wer die Infektion \u00fcberstanden hat, ist f\u00fcr lange Zeit immun, zumindest bis er sich wieder ansteckt, was aber unwahrscheinlich ist, es sei denn, es kommt zu einer neuen Infektion. In der Zwischenzeit besteht lebenslange Immunit\u00e4t.<\/li>\n<li>Gesundheit geht vor, au\u00dfer es geht um die Wirtschaft, Friseure, Fahrradl\u00e4den, Autoh\u00e4user und die Fu\u00dfball-Bundesliga.<\/li>\n<li>Solidarit\u00e4t lernen wir jetzt ganz neu, au\u00dfer unsere Interessen sind in Gefahr.<\/li>\n<li>Das Virus mag feuchte Umgebung lieber, es h\u00e4lt sich aber auch in trockener Luft ganz gut.<\/li>\n<li>Das Virus sinkt schnell zu Boden, au\u00dfer wenn es manchmal ganz sch\u00f6n lange in der Luft stehen bleibt. Das gilt besonders f\u00fcr geschlossene R\u00e4ume, aber wir sollten Haus und Wohnung besser nicht verlassen, au\u00dfer um nach drau\u00dfen zu gehen.<\/li>\n<li>Schmierinfektionen sind eigentlich ausgeschlossen. Es ist allerdings nicht sicher, ob das Virus eventuell auch \u00fcber andere Wege als per Tr\u00f6pfcheninfektion \u00fcbertragen werden kann\u2026<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>04.05.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Gestern war der erste Tag, an dem wir hier in Spanien nach den bestimmten Zeitfenstern wieder an die Luft durften. Die Phase 0 des \u201edesconfinamiento\u201c hat begonnen. Von den neuen Freiheiten machen gef\u00fchlt fast alle Gebrauch und es kommt zu einer ziemlich vollen Strandpromenade, die am Montag durch ein Flatterband in der Mitte abgetrennt wird, um so den Fluss der Menschen zu steuern. Rechts l\u00e4uft man Richtung Terramar (S\u00fcdwesten) und links wieder zur\u00fcck. Etwa die H\u00e4lfte der Leute tragen keinen Mundschutz, weil er von der spanischen Regierung nicht als notwendig angesehen wird. Horacio und Carmen, die beide schon im Rentenalter sind und damit zur \u201egef\u00e4hrdeten\u201c Bev\u00f6lkerungsschicht geh\u00f6ren, sind entsetzt. An diesem Sonntag ist eine angestaute Energie zu sp\u00fcren. Die Leute rennen bereits morgens fr\u00fch und holen ihre Fahrr\u00e4der heraus. Auch die Gesch\u00e4fts- und Restaurantbesitzer konzentrieren sich nun auf die Wiederer\u00f6ffnung ihrer Gesch\u00e4fte. Ein bisschen mit Respekt, manche mit Angst aber insgesamt mit dem Mut der Verzweiflung werden hier die R\u00e4der wieder in Bewegung gesetzt.<\/p>\n<p>Dina, die eine Cafeter\u00eda hier in der C. Bonaire f\u00fchrt, ist verzweifelt. Ihre Familie ist in Kuba und nach der Schlie\u00dfung ihres Gesch\u00e4fts durch die Pandemie kann sie weder die Miete f\u00fcr ihre Wohnung, noch die f\u00fcr das Gesch\u00e4ft zahlen. Selbst wenn die Leute jetzt wiederkommen und Kaffee trinken, werden sie nicht die nicht getrunkenen Kaffees aufholen.<\/p>\n<p>Auch Salva, unsere Nachbarin und Dinas Vermieterin ist verzweifelt, ihr fehlen die Eink\u00fcnfte sowohl der Ladenmiete als auch durch die Absagen der Reservierungen ihres Apartments, das sie \u00fcber Airbnb vermietet.<\/p>\n<p>Mir ist es etwas unheimlich, dass wir jetzt auf diese \u201eneun Normalit\u00e4t\u201c zusteuern. Ich bin mir sicher, dass wir in K\u00fcrze ein rebrote, ein Wiederausbruch, und ein Ansteigen der Kurve der Infizierten haben werden, denn ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung geht relativ sorglos mit der Situation um.<\/p>\n<p>Abends spielen die Nachbarn am Balkon: \u201eThe show must go on\u2026\u201c von Queen. Das ist in besonderer Weise f\u00fcr Sitges zutreffend, das sich nun f\u00fcr den innerspanischen Tourismus r\u00fcstet. Nachdem Sitges auf Gay-Tourismus spezialisiert ist und das St\u00e4dtchen von dieser Community beherrscht wird (ca 28 Bars und Diskotheken sind in der Hand eines Besitzers), bin ich gespannt, was sie sich ausgedacht haben. Denn w\u00e4hrend der Fasching hier noch heftig gefeiert wurde, obgleich das Virus schon umging, wurden Gay Pride und das Bears-Treffen abgesagt. Die Informatik-Messe in Barcelona war abgesagt worden, aber den Karneval, f\u00fcr den Sitges ber\u00fchmt sein will, lie\u00df man sich hier nicht nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>06.05.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Heute wird der Kauf unserer Wohnung durchgef\u00fchrt. Dazu treffen wir uns in der Kanzlei, wo man fr\u00f6hlich am Telefon antwortet: \u201eDas Virus mag uns nicht\u201c. Es werden allerdings auch die Abst\u00e4nde eingehalten, alle tragen Masken, bis auf unseren Assessor, Dani, der die Krankheit bereits hinter sich hat. Seine ganze Familie und auch seine MitarbeiterInnen, wie er best\u00e4tigt. Von sechs Leuten waren f\u00fcnf auf einmal krank. Cami, eine dieser Mitarbeiterinnen war mit mir im Katalanisch-Kurs. Mir war ihr trockener Husten aufgefallen. In einer der letzten Unterrichtsstunden sa\u00df sie neben mir. Vielleicht war meine Erk\u00e4ltung Mitte Februar auch schon Corona? Das wollen wir momentan alle glauben, dass wir diese Krankheit schon hinter uns gebracht haben und dass wir immun sind. Denn was uns bevorsteht, diese \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c ist keineswegs verlockend. Sie bedeutet, dass wir lernen m\u00fcssen, mit dem Virus, mit der Angst vor Ansteckung und mit den Einschr\u00e4nkungen zu leben.<\/p>\n<p>Da sitzen nun alle mit Mundschutz um den Tisch. Dabei f\u00e4llt mir auf, wie stark die Augen sprechen. Und wie wenig wir unsere Blicke unter Kontrolle haben. Allerdings f\u00e4llt mir das exakte Verstehen schwerer, weil ich die M\u00fcnder nicht sehen kann und zumeist auf Katalanisch gesprochen wird und es nat\u00fcrlich juristische Begriffe sind, die hier gewechselt werden. Der Typ von der Bank (BS) wird erst gegen Ende munter, als er \u00fcber die Caixa herziehen kann, die \u00fcberall Kommissionen einstreicht. Es ist aber auch lustig, hinter einer Maske halb verborgen zu sein. Die Notarin fordert uns auf, die Maske zu l\u00fcften, als sie unsere Identit\u00e4t feststellen will. So wie die Passkontrolle einen auffordert, die Brille abzunehmen.<\/p>\n<p>Die Maske \u2013 erst kurz vor Corona hatte ich einen Artikel gelesen \u00fcber die Vorliebe der Japaner f\u00fcr Masken. Dort geh\u00f6ren die Hygienemasken schon so zum Alltag, dass sie auch ohne Grund getragen werden. Einigen Menschen zufolge haben sie beruhigende Funktion. Mal sehen, ob wir uns auch so an sie gew\u00f6hnen. Bisher st\u00f6rt mich, dass man sehr schnell schwitzt und das kann bei den Sommertemperaturen nur schlimmer werden. Auch meine Sonnenbrille beschl\u00e4gt. Aber heute Vormittag habe ich schon ein wenig den Vorteil einer Maske entdeckt, beim Zusammentreffen mit fremden Menschen, mit denen man ein Gesch\u00e4ft abwickeln muss. Da tut ein wenig Anonymit\u00e4t schon ganz gut. Wie ein Niquab. Und pl\u00f6tzlich gilt das Argument gegen Gesichtsbedeckung bei arabischen Frauen, als Kommunikationsbarriere nicht mehr. Nun sind wir alle zu Niquab-Tr\u00e4gerInnen geworden. Gleichzeitig erinnert uns das Tragen der Maske daran, dass wir uns in unsicheren Zeiten befinden, denn mit dem Virus ist nicht zu spa\u00dfen.<\/p>\n<p>Gestern Nereas Beitrag zum Tagebuch<\/p>\n<p>NEREA<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">D\u00eda 01 previo a la fase 0 \u201402\/05\/2020\u2014 ANUNCIO DECATHLON <\/span><\/p>\n<blockquote><p>\u201c<span lang=\"es-ES\">08:12. Me levanto mucho m\u00e1s tarde de lo habitual. Aun as\u00ed, sigo con mi rutina: me preparo el t\u00e9, el yogur con fruta y frutos secos y salgo a disfrutarlo en el balc\u00f3n. Mirada perdida. \u00a1Qu\u00e9 diferente se ve hoy! Hay mucha gente en las calles y me resulta extra\u00f1o\u2026 Creo que me hab\u00eda acostumbrado a verlas pr\u00e1cticamente vac\u00edas. Sigo desayunando. Con cada cucharada, incrementan mis ganas de unirme a ellos. No ten\u00eda intenci\u00f3n de bajar a caminar hoy, porque esta noche voy a trabajar y ya ir\u00e9 caminando, no quer\u00eda abusar. Pero no puedo resistirlo. Acabo de desayunar, me visto y bajo a la calle.\u201d <\/span><i>(Ich stehe etwas sp\u00e4ter, als gewohnt auf. Trotzdem mache ich mit meiner Routine weiter: ich mach mir einen Tee, Joghurt mit Obst und N\u00fcssen und gehe auf den Balkon, um es zu genie\u00dfen. Verlorener Blick. Wie anders sieht heute alles aus! Viele Leute auf den Stra\u00dfen, das erscheint mir seltsam\u2026 Ich glaube, ich hatte mich daran gew\u00f6hnt, sie praktisch leer zu sehen. Ich fr\u00fchst\u00fccke weiter. Mit jedem L\u00f6ffel habe ich mehr Lust, mich ihnen anzuschlie\u00dfen. Ich hatte nicht vor heute auf die Stra\u00dfe zu gehen, weil ich diese Nacht arbeiten werde und dann eh auf die Stra\u00dfe muss und ich nicht mehr als n\u00f6tig rausgehen wollte. Aber jetzt kann ich mich nicht zur\u00fcckhalten. Ich beende mein Fr\u00fchst\u00fcck, ziehe mich an und gehe auf die Stra\u00dfe.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Auch sie empfindet das Sich-F\u00fcllen der Stra\u00dfen als etwas Besonderes. Und sie stellt fest, dass einige sich an die Ma\u00dfnahmen halten, andere nicht. Sie beobachtet die Vor\u00fcbergehenden, die ihr alle gl\u00fccklich erscheinen und sie kann nicht anders, als zu glauben, dass sie in einer Werbung von Decathlon spazieren geht, fast alle tragen die Hausmarken Kalenji oder Domyos.<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<span lang=\"es-ES\">Hoy la gente me sonr\u00ede. Bueno, en realidad, me devuelven la sonrisa. Aparentemente todo el mundo est\u00e1 feliz. Empezamos a sentirnos un poco m\u00e1s cerca de la <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>nueva normalidad<\/i><\/span><span lang=\"es-ES\">. Me atrever\u00eda a decir que empezamos a sentirnos algo m\u00e1s libres. Eso me alegra y, a la vez, me preocupa. \u00bfDerivar\u00e1 esto en un relajamiento del cumplimiento de las medidas preventivas? Solo con lo que estoy viendo hoy, podr\u00eda afirmarlo en un 95%. Esta falsa sensaci\u00f3n de seguridad que nos ha invadido, ahora que las cosas van poco a poco mejorando, \u00bftendr\u00e1 como consecuencia un incremento de nuevos contagios? Esperemos que no, pero no lo tengo del todo claro. Me preocupa que en 15-21 d\u00edas vuelvan a decir que nos confinan otra vez, por tontos. Por no respetar. Por tener prisa. Hago un esfuerzo por apartar todos estos pensamientos de mi mente. El sol gu\u00eda mi camino: decido que voy a pasear por las calles en que m\u00e1s d\u00e9 el sol. <\/span>Como si fuera una planta<i>.\u201c (Heute l\u00e4cheln die Menschen mich an. Naja, eigentlich l\u00e4cheln sie zur\u00fcck\u2026 Wir beginnen uns, etwas freier zu f\u00fchlen. Das freut mich und macht mir Sorgen. Wird dies zu einer Lockerung der Einhaltung der Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen f\u00fchren? Allein mit dem, was ich heute sehe, k\u00f6nnte ich sagen: 95%. Wird dieses falsche Gef\u00fchl der Sicherheit, das jetzt eingetreten ist, da sich die Dinge allm\u00e4hlich bessern, zu einer Zunahme der Neuinfektionen f\u00fchren? Hoffen wir es nicht, aber ich bin mir nicht ganz sicher. Ich mache mir Sorgen, dass sie in 15-21 Tagen sagen werden, dass wir wieder eingesperrt werden, aus Dummheit. Weil wir uns nicht daran halten. Weil wir es zu eilig haben. Ich bem\u00fche mich, mir all diese Gedanken aus dem Kopf zu schlagen. Die Sonne weist mir den Weg: Ich entscheide mich daf\u00fcr, dass ich den Stra\u00dfen folge, wo am meisten die Sonne scheint. Als ob ich eine Pflanze w\u00e4re.<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Und tats\u00e4chlich lese ich zu meiner Trauer aber gleichzeitigen Beruhigung, dass die Generalitat von Katalonien schon mal ausschlie\u00dft, dass Barcelona bereits am n\u00e4chsten Montag in die Phase 1 eintreten kann. Sie wird sich an den epidemiologischen und sozialen Indikatoren orientieren. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elperiodico.com\/es\/sociedad\/20200506\/generalitat-decide-fase-1-desescalada-coronavirus-barcelona-7952500\">https:\/\/www.elperiodico.com\/es\/sociedad\/20200506\/generalitat-decide-fase-1-desescalada-coronavirus-barcelona-7952500<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Seg\u00fan ha explicado Joan Guix, secretario de Salut P\u00fablica, la situaci\u00f3n de cada regi\u00f3n sanitaria se ha evaluado en una escala del 0 a m\u00e1s de 100, siendo este \u00faltimo valor el que refleja el riesgo m\u00e1s alto de presentar una nueva ola de contagios. Esta medida asigna al Alt Pirineu una puntuaci\u00f3n de 8, las Terres de l&#8217;Ebre de 18 y Tarragona de 21, que dejar\u00eda a estos territorios en riesgo bajo de rebrote. La ciudad de Barcelona, por el contrario, sumar\u00eda 91 puntos, por lo que se situar\u00eda en la franja de riesgo moderado alto.\u201d <\/span><i>(Laut Joan Guix, Gesundheitsministerin, wurde die Situation in jeder sanit\u00e4ren Region auf einer Skala von 0 bis \u00fcber 100 bewertet, wobei der letztgenannte Wert das h\u00f6chste Risiko f\u00fcr eine neue Infektionswelle widerspiegelt. Diese Ma\u00dfnahme weist Alt Pirineu eine Punktzahl von 8, Terres de l&#8217;Ebre 18 und Tarragona 21 zu, womit diese Gebiete einem geringen Risiko eines erneuten Ausbruchs ausgesetzt w\u00e4ren. Die Stadt Barcelona hingegen w\u00fcrde 91 Punkte addieren und l\u00e4ge damit im moderat-hohen Risikobereich.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Da hei\u00dft es, dass sich die Situation jeder Region nach einer Skala von 0 bis 100 bemisst. Barcelona kommt auf 91 von 100 Punkten und befindet sich in einer m\u00e4\u00dfig hohen Risikostufe. Leider werden die Hintergr\u00fcnde und Kriterien dieser Bewertung nicht erl\u00e4utert.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Nerea:<\/span><\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Minutos antes de las 10 h. De vuelta a casa paso por delante de dos supermercados. Hay mucha cola. \u00a1Qu\u00e9 raro! \u2014n\u00f3tese la iron\u00eda\u2014. Rectifico lo que dec\u00eda unas l\u00edneas m\u00e1s arriba. No todo el mundo est\u00e1 contento y feliz. La gente que hace cola no sonr\u00ede. No me devuelven la sonrisa. Pienso que, quiz\u00e1, es mejor que a ellos no les sonr\u00eda ya que podr\u00eda interpretarse como una burla o qu\u00e9 s\u00e9 yo.\u201d <\/span><i>(Minuten vor 10 Uhr. Auf dem Heimweg komme ich an zwei Superm\u00e4rkten vorbei. Die Schlange ist lang. Wie seltsam! \u2013 Welch Ironie. Ich korrigiere das, was ich ein paar Zeilen weiter oben gesagt habe. Nicht alle sind gl\u00fccklich und zufrieden. Menschen in der Schlange l\u00e4cheln nicht. Sie l\u00e4cheln nicht zur\u00fcck. Ich denke, vielleicht ist es besser, wenn ich sie nicht anl\u00e4chle, denn das k\u00f6nnten sie als Spott oder als sonst noch was verstehen.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Sp\u00e4ter vor dem Supermarkt in der Schlange l\u00e4cheln die Leute nicht mehr.<\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Llego a casa llena de energ\u00eda. Me resulta muy curioso observar mis emociones. Creo que estoy tan feliz como si fuera realmente la primera vez que salgo a la calle en los 50 d\u00edas de confinamiento que llevamos ya. Pero no es as\u00ed, yo he sido de las afortunadas que sal\u00eda para trabajar y, adem\u00e1s, pod\u00eda ir caminando. Hoy se siente diferente. Libertad de poder caminar sin tener que justificarme.\u201d <\/span>(Ich komme voller Energie nach Hause. Ich werde mir meiner seltsamen Emotionen bewusst. Ich glaube, ich bin so gl\u00fccklich, als w\u00e4re es wirklich das erste Mal in den 50 Tagen der Ausgangssperre, dass ich auf der Stra\u00dfe war. Aber so ist es nicht, ich geh\u00f6rte zu den Gl\u00fccklichen, die zur Arbeit rauskamen und rumlaufen konnten. Heute f\u00fchlt es sich anders an. Die Freiheit, herumlaufen zu k\u00f6nnen, ohne mich rechtfertigen zu m\u00fcssen.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Nerea f\u00fchlt sich so gl\u00fccklich, nicht weil sie das erste Mal raus darf, sondern weil sie sich frei bewegen kann, ohne sich rechtfertigen zu m\u00fcssen. Und ohne die Angst zu haben, kontrolliert zu werden!<\/p>\n<p>Genauso ist es! Und das ist wohl der Unterschied zwischen einem \u00dcberwachungsstaat und einer freien Demokratie. Es wird ja jetzt schon laut \u00fcber die Gefahren der Tracking-Apps nachgedacht \u2013 einerseits w\u00fcrden sie uns mehr Freiheit gew\u00e4hren, andererseits sind der \u00dcberwachung T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Und auf FB machen gr\u00f6\u00dfere \u201eInfluencers\u201c dieses Nachdenken mundtot, weil es ja schlie\u00dflich um die Rettung von Leben geht. \u00dcberhaupt scheint mir der Ton und die Debatten auf FB in den letzten Tagen ziemlich unentspannt und gereizt.<\/p>\n<p><b>07.05.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Auf meinem Spaziergang auf der Strandpromenade wimmelt es von Eltern mit Kindern. Sie spielen Ball, sie sitzen am Strand, alles, was eigentlich nicht erlaubt ist, was man aber einfach nicht verbieten kann und was zum Teil auch widersinnig erscheint. Dementsprechend werden sie auch nicht ger\u00fcgt. Etwas st\u00f6rend empfinde ich die spanische Art, den Weg zu versperren und es nicht zu bemerken. Das war nat\u00fcrlich auch schon vor COVID-19 so. Sie bleiben mitten auf dem Weg stehen, zu zweit, zu dritt, fangen an sich zu unterhalten und blockieren dabei die Stra\u00dfe und kommen gar nicht auf die Idee, Platz zu machen. Das ist aber unter COVID-19 ein Problem, weil man so die Abst\u00e4nde nicht einhalten kann.<\/p>\n<p>Die Kinder werden den Fr\u00fchling 2020 sicher in Erinnerung behalten als das Jahr, an dem ihre V\u00e4ter mit ihnen gespielt haben.<\/p>\n<p>Abends treffen wir uns in einem Park von Pinien, im Poble Sec von Sitges, also oberhalb der Bahnlinie. Es ist Marisas Geburtstag und wir haben einen Kuchen und eine Kerze mitgebracht und sie etwas Rum, um mit Abstand zu feiern. Das Ganze wird zu einer absurden Veranstaltung. Wir breiten alles auf einer Tischtennisplatte aus, immer mit der Angst, die Polizei k\u00f6nnte vorbeikommen und Marisa hat Sorge, es k\u00f6nnten sich Viren auf der Platte befinden. Sie ist furchtbar schmutzig und sie versucht sie mit dem Alkoholgel zu reinigen. Es ist nicht erlaubt im Freien zu Essen und man darf auch nur mit den Personen zusammen gehen \u2013 nicht stehen \u2013 mit denen man in einem Haushalt lebt. Weiter hinten im Park treffen sich die Hundebesitzer, die kein Problem haben, sich zu treffen, auch wenn sie mehr als 5 sind.<\/p>\n<p>Es kommt keine Polizei und wir begleiten noch Blanca auf ihrem Weg nach Vallpineda, einer Wohnsiedlung am Berg, ganz in der N\u00e4he, wo wir unseren Garten haben. Am Wochenende will ich ihn vom Unkrautbewuchs befreien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>08.05.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Ich entdecke den Blog von<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/autores\/carlos-prieto-223\/\" target=\"Noticias de Carlos Prieto\" rel=\"noopener noreferrer\">Carlos Prieto<\/a><\/u><\/span> in El Confidencial <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/blogs.elconfidencial.com\/espana\/diario-de-la-pandemia\/\">https:\/\/blogs.elconfidencial.com\/espana\/diario-de-la-pandemia\/<\/a><\/u><\/span> Er schreibt \u00fcber die Pandemie und alle seine Eintr\u00e4ge beginnen mit \u201eIch bin \u2026 <span lang=\"es-ES\">\u2013 und Sie sind es nicht\u201c Am 08\/05\/2020 05:00 schreibt er: <\/span><\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Yo soy la <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/2020-04-29\/desescalada-baile-nueva-normalidad-paso-adelante-coronavirus_2571215\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"es-ES\">nueva normalidad<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\">, y usted no lo es. Lo dice <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/tags\/personajes\/pedro-sanchez-10225\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"es-ES\">Pedro S\u00e1nchez<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\">: las <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/2020-05-05\/guia-desescalada-fases-paseos-deporte-bares_2569524\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"es-ES\">fases de la desescalada<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\"> nos llevar\u00e1n a &#8222;la nueva normalidad&#8220;. Vale. \u00bfY eso qu\u00e9 es exactamente? \u00bfQu\u00e9 nos encontraremos cuando lleguemos a Nueva Normalilandia? <\/span>Cositas raras. Muy raras.\u201c <i>(Ich bin die \u201cneue Normalit\u00e4t\u201d \u2013 und Sie sind es nicht. Das sagt Pedro S\u00e1nchez: Die Phasen der Deeskalation werden uns zur \u201cneuen Normalit\u00e4t\u201d f\u00fchren. Okay. Und was erwartet uns, wenn wir nach Neu Normiland kommen? Komische Dinge, sehr komische.)<\/i><\/p>\n<p>As\u00ed ser\u00e1 la nueva normalidad<b> <\/b><i>(So wird die neue Normalit\u00e4t aussehen)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">La nueva normalidad es tener que estudiar una ingenier\u00eda para entender las <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/2020-04-30\/desescalada-fases-coronavirus-espana-calendario-cuatro-fases_2570963\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"es-ES\">fases de la desescalada<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\">. <\/span><i>(Die neue Normalit\u00e4t bedeutet, einen Ingenieurstudiengang zu belegen, um die Phasen der Deeskalierung zu verstehen.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">La nueva normalidad es que <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.elconfidencial.com\/espana\/madrid\/2020-05-03\/parques-espacios-verdes-madrid-valencia-sanidad_2576883\/\" target=\"_self\" rel=\"noopener noreferrer\"><span lang=\"es-ES\">hay m\u00e1s &#8218;runners&#8216; que espa\u00f1oles<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\"> en Espa\u00f1a. <\/span><i>(Die neue Normalit\u00e4t ist, dass es mehr Jogger, als Spanier in Spanien gibt\u2026)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Die \u201cneue Normalit\u00e4t\u201d beschreibt Prieto als Ansammlung von Frivolit\u00e4ten: Sie besteht darin, die Kinder zuhause zu unterrichten. Die neue Normalit\u00e4t ist, dass die Kinder Latein-, Violin- und Ponyreitunterricht vom franz\u00f6sischen Privatlehrer namens Jean-Marie Roland de la Plati\u00e8re erhalten. Die neue Normalit\u00e4t besteht darin, dass Eltern, die sich keinen Franz\u00f6sischlehrer leisten k\u00f6nnen, &#8230; eine Schrotflinte nehmen und aus dem Fenster schie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die neue Normalit\u00e4t sind demonstrierende Gringos, die den Hausarrest brechen wollen&#8230; um wieder Golf zu spielen (kein Scherz).<\/p>\n<p>Die neue Normalit\u00e4t sind Influencers, die Covid-19-Tests in sozialen Netzwerken verkaufen (auch das ist kein Scherz). Jeden Tag wird ein Influencer eine Herztransplantation auf Instagram durchf\u00fchren. Leichtfertigkeit ist sehr teuer geworden.<\/p>\n<p>Ein bisschen \u00fcbertrieben aber \u2013 wie auch in den meisten seiner weiteren Blogeintr\u00e4ge \u2013 klagt Prieto die Ungerechtigkeit der Klassenunterschiede an, die sich mit der Krise st\u00e4rker bemerkbar machen. Er r\u00fchrt an den tief sitzenden Sozialneid, das Gef\u00fchl: die anderen haben alles \u2013 nur ich nicht, indem er es ihnen klar vor Augen f\u00fchrt: Ich bin der Marqu\u00e9s de Condemor, und Sie sind es nicht.<\/p>\n<p>Mercedes ist verzweifelt, weil sie am 12.5. und am 25.5. Termine in einer privaten Klinik in Barcelona hat und die sie verlegen muss, weil wir am 25.5. den Kaufvertrag unterschreiben m\u00fcssen. Vor drei Tagen sagte man ihr am Telefon, sie k\u00f6nne die Termine zusammenlegen. Sie w\u00fcrden am n\u00e4chsten Tag anrufen. Aber keiner ruft an, der AB sagt, sie solle ab Freitag anrufen. Aber wieder nur der AB mit Instruktionen, Wegen COVID versp\u00e4ten sich die Antworten und dann die Empfehlungen: Mit Mundschutz kommen und nicht vor der bestimmten Urzeit kommen. Au\u00dferdem darf man nicht in Begleitung erscheinen. Alles Vorsichtsma\u00dfnahmen, die vern\u00fcnftig klingen. Nur ist es unm\u00f6glich, die Termine zusammenzulegen, weil einfach keiner an den Apparat geht.<\/p>\n<p>Ausgerechnet den Tag, an dem der Gesundheitsminister die Autonomen Comunidades informieren soll, ob sie in die Phase 1 eintreten d\u00fcrfen, verschlechtern sich die Ansteckungszahlen. Diesen Freitag gibt es mehr positive F\u00e4lle, mehr Sterbef\u00e4lle und mehr Einlieferungen in Krankenh\u00e4user. Es war zu erwarten. Die Ansteckungen steigen von zwischen 700 und 800 Neuansteckungen w\u00e4hrend des Hausarrests auf 1.095. Die H\u00e4lfte der neuen F\u00e4lle ereignen sich in Katalonien, danach Madrid. K. hatte schon angek\u00fcndigt, dass es nicht die neue Phase beantragen wird. Es wird ein gro\u00dfer Anstieg der Einlieferungen auf die Intensivstationen gemeldet: 85, 58 davon in Katalonien. Fernando Sim\u00f3n, der Direktor und Koordinator der Alertas y Emergencias Sanitarias, hat dem keine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung beigemessen und hat die Zahlen als \u201edentro de las tendencias\u201c innerhalb der Tendenz verortet. Allerdings wird klar, dass es zwei deutlich unterschiedene Geschwindigkeiten im Voranschreiten der Epidemie gibt: Madrid und Katalonien. Es sind die kommerziellen Zentren.<\/p>\n<p>Sim\u00f3n meint, dass man seit Donnerstag bemerkt, dass die Kinder nach drau\u00dfen d\u00fcrfen, seit fast zwei Wochen. Die Entwicklung der n\u00e4chsten Tage wird zeigen, inwieweit die ersten Ma\u00dfnahmen zur Lockerung der Quarant\u00e4ne zu einem Aufschwung der Ausbreitung des Coronavirus gef\u00fchrt haben. Simon hat die Bev\u00f6lkerung aufgefordert, die Verantwortung f\u00fcr die Einhaltung der Distanzierungs- und Hygienema\u00dfnahmen zu \u00fcbernehmen: &#8222;Wir k\u00f6nnen nicht zulassen, dass einige wenige Menschen alle bisherigen Anstrengungen zunichtemachen\u201c. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020-05-08\/los-datos-de-la-pandemia-empeoran-a-las-puertas-del-cambio-de-fase.html\">https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020-05-08\/los-datos-de-la-pandemia-empeoran-a-las-puertas-del-cambio-de-fase.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>09.05.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Heute gehe ich seit Februar zum ersten Mal wieder, hoch in den Gem\u00fcsegarten. Das ist eine halbe Stunde zu laufen. Offiziell darf man schon seit drei Wochen wieder rauf und die \u00fcbrigen G\u00e4rten sehen einigerma\u00dfen gepflegt aus. Unserer ist heftig mit Unkraut \u00fcberwuchert. Im Februar hatten wir hier gemeinsam mit Rafael ein Picknick gemacht. Er erkrankte an Corona. Wir wissen nicht den genauen Zeitpunkt aber er liegt immer noch auf der Intensivstation. Die k\u00fcnstliche Beatmung konnte gottseidank abgestellt werden. Er bekam eine Tracheotomie. Die Nachbarn oben im Garten haben seinen vom Unkraut befreit. Hier oben scheint sonst alles normal. Jeder gartelt vor sich hin.<\/p>\n<p>In Madrid gibt es einen Skandal. Die Pr\u00e4sidentin der Comunidad Madrid, Isabel D\u00edaz Ayuso will f\u00fcr Madrid den \u00dcbergang in die Phase 1 erzwingen. Wie sie selbst angibt, war sie zu der Auffassung gekommen, dass Madrid bereit sei f\u00fcr die Phase 1, nachdem sie sich mit verschiedenen \u00f6konomischen Sektoren ausgetauscht hatte. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/espana\/madrid\/2020-05-08\/ayuso-un-criterio-medico-siempre-es-mas-precavido-nos-tendriamos-que-quedar-eternamente-en-casa.html\">https:\/\/elpais.com\/espana\/madrid\/2020-05-08\/ayuso-un-criterio-medico-siempre-es-mas-precavido-nos-tendriamos-que-quedar-eternamente-en-casa.html<\/a><\/u><\/span> .<\/p>\n<p>Am Donnerstag war die Chefin des Gesundheitsamtes Yolanda Fuentes zur\u00fcckgetreten, weil sie der Ansicht war, dass es nicht empfehlenswert sei, in Madrid die Phase zu wechseln. Der Grund: Madrid hat weder Material noch ausreichend Betten auf den Intensivstationen f\u00fcr einen erneuten Ausbruch der Epidemie. Auch der Gesundheitsminister der Gemeinde Madrid, Enrique Ruiz Escudero, r\u00e4umt ein, dass die Region das vom Gesundheitsministerium geforderte Verh\u00e4ltnis von Betten pro Einwohner nicht erf\u00fcllt. Trotzdem hatte er den offiziellen Antrag ohne die Zustimmung eines Experten oder eines Arztes unterzeichnet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/cadenaser00.epimg.net\/descargables\/2020\/05\/08\/407268dbcbde1a6f675fe2d38229afbc.pdf\">https:\/\/cadenaser00.epimg.net\/descargables\/2020\/05\/08\/407268dbcbde1a6f675fe2d38229afbc.pdf<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Ayuso vermeidet, Erkl\u00e4rungen wegen des R\u00fccktritts von Fuentes anzugeben. Der Sprecher der Partei M\u00e1s Madrid, Pablo Perpiny\u00e1, hat angek\u00fcndigt Ayuso bei der Staatsanwaltschaft wegen m\u00f6glicher prevaricaci\u00f3n anzuzeigen und der Einflussnahme (&#8222;&#8230;wegen m\u00f6glichen Vergehens, wegen illegaler Ernennung und Einflussnahme auf den Handel.&#8220;)<\/p>\n<p>\u201eEs ist sehr ernst, dass die Direktorin des Gesundheitsamtes zur\u00fccktreten muss, weil sie sich weigert, den Plan f\u00fcr den \u00dcbergang zu Phase 1 zu unterzeichnen. Das bedeutet, dass Ayuso, weit davon entfernt ist, auf die Experten zu h\u00f6ren und sie entl\u00e4sst, wenn sie nicht unterschreiben, was sie will,\u201c sagte Perpiny\u00e1 auf Twitter. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.publico.es\/politica\/dimite-directora-general-salud-comunidad-madrid-desacuerdo-ayuso.html\">https:\/\/www.publico.es\/politica\/dimite-directora-general-salud-comunidad-madrid-desacuerdo-ayuso.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Die schrittweise \u00d6ffnung wird nach Provinzen und Sanit\u00e4rgemeinden vorangetrieben. Etwas weiter s\u00fcdlich, in Tarragona beginnt die Phase 1. Aber hier in Barcelona und Umgebung bleiben wir in der Phase 0.<\/p>\n<p>In Sitges wurden innerhalb der letzten 24 Stunden 12 neue F\u00e4lle von COVID19 gemeldet. Die Stadt hat nun 159 Infizierte (603 Verdachtsf\u00e4lle) und Sant Pere de Ribes 188 (533 Verdachtsf\u00e4lle). Trotz des signifikativen Anstiegs vom Wochenende hat Sitges immer noch weniger Positive gemessen pro 1000 Einwohner: 5,43. Ribes hat 6,12 und insgesamt Katalonien 7,72 oder die Provinz von Barcelona mit 8,76.<\/p>\n<p>Die F\u00e4lle von Positiven sind durch Test festgestellt worden und die verd\u00e4chtigen F\u00e4lle sind Personen, die Symptome aufweisen aber keinen Test gemacht haben und von einer Person aus dem Gesundheitswesen als m\u00f6gliche F\u00e4lle klassifiziert wurden. Alles sind F\u00e4lle, die von der epidemiologischen Aufsicht gemeldet wurden. Allerdings fehlen weiterhin verl\u00e4ssliche Tests. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/lecodesitges.cat\/dotze-casos-nous-a-sitges-en-nomes-24-hores\/\">http:\/\/lecodesitges.cat\/dotze-casos-nous-a-sitges-en-nomes-24-hores\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>11.05.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Die spanische Regierung gibt gr\u00fcnes Licht f\u00fcr einen Ingreso M\u00ednimo Vital<b> <\/b>(IMV), <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.lavanguardia.com\/economia\/20200405\/48315225797\/el-ingreso-minimo-vital-es-una-medida-estructural-permanente-la-moratoria-de-cotizaciones-se-aplicara-por-sectores.html\">una prestaci\u00f3n no contributiva <\/a><\/u><\/span>\u2013 eine Zahlung, die dazu beitragen soll, die schlimmsten Folgen und H\u00e4rtef\u00e4lle, durch den wirtschaftlichen Lockdown hervorgerufen, abzufedern. <span lang=\"es-ES\">Sie wird sich wahrscheinlich etwa um 500 Euro herum bewegen. Pablo Iglesias hatte von einem \u201cIngreso B\u00e1sico Garantizado\u201d (Bedingungslosem Grundeinkommen) gesprochen: \u201eSe trata de una prestaci\u00f3n de suficiencia de ingresos que tendr\u00e1 una cuant\u00eda inicial garantizada por adulto de 600 euros al mes, que se incrementar\u00e1 en funci\u00f3n del n\u00famero de miembros del hogar hasta los 1200 euros<\/span><span lang=\"es-ES\"><i>.\u201d <\/i><\/span><i>(Dabei geht es um eine Leistung, die abh\u00e4ngig von der Bed\u00fcrftigkeit mit einem garantierten Betrag von 600 Euro pro Erwachsener\/ Monat, je nach Anzahl der Haushaltsmitglieder auf 1.200 Euro gesteigert wird.)<\/i> <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.infolibre.es\/noticias\/economia\/2020\/03\/24\/el_impacto_economico_por_coronavirus_vuelve_poner_sobre_mesa_renta_minima_garantizada_105229_1011.html\">https:\/\/www.infolibre.es\/noticias\/economia\/2020\/03\/24\/el_impacto_economico_por_coronavirus_vuelve_poner_sobre_mesa_renta_minima_garantizada_105229_1011.html<\/a><\/u><\/span> Diese Hilfen sind vor allem auch f\u00fcr die Arbeiter gedacht, deren Einkommen, die 900 Euro nicht \u00fcbersteigt. Und davon gibt es in Spanien eine ganze Menge. Insgesamt sind 20% der spanischen Bev\u00f6lkerung vor extremer Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Lohn im Gesundheitswesen bewegt sich zwischen 1.100 und 1.500 Euro. Es herrscht weitgehende \u00dcbereinstimmung, dass man nicht den gleichen Fehler der Krise 2008 wiederholen darf: die Banken mit \u00f6ffentlichen Geldern zu retten. Seitdem hat sich die spanische Gesellschaft \u2013 wie auch andere \u2013 weiterhin gepalten und das Kapital hat sich auf weniger K\u00f6pfen verteilt.<\/p>\n<p>Sogar der konservative PP und Vizepr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Zentralbank Luis de Guindos ist der Ansicht, dass die Sozialversicherung f\u00fcr die Grundbed\u00fcrfnisse der Familien mit niedrigem Einkommen decken muss und diese nicht an eine Gegenleistung des Empf\u00e4ngers gebunden sein soll. Ziel dieser Ma\u00dfnahme ist schlicht und einfach die Bek\u00e4mpfung der Armut und der sozialen Ausgrenzung, die sich schon diese Tage in den endlosen Schlangen vor den Essensausgaben des Roten Kreuzes und von Nachbarschaftsorganisationen bemerkbar macht.<\/p>\n<blockquote><p>\u201c<span lang=\"es-ES\">En este sentido el ministro de Inclusi\u00f3n, Seguridad Social y Migraciones, Jos\u00e9 Luis Escriv\u00e1, conf\u00eda en que la prestaci\u00f3n eliminar\u00e1 \u201ccasi completamente\u201d la pobreza extrema que, seg\u00fan sostiene, sufre un 20% de los hogares espa\u00f1oles. Por su parte, el vicepresidente de Derechos Sociales del Gobierno, Pablo Iglesias, defend\u00eda este viernes<\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.lavanguardia.com\/economia\/20200508\/481016963163\/hacia-un-ingreso-minimo-europeo.html\"><span lang=\"es-ES\"> en un art\u00edculo elaborado<\/span><\/a><\/u><\/span><span lang=\"es-ES\"> junto a las ministras de Trabajo de Italia y Portugal la necesidad de crear desde un marco com\u00fan prestaciones de ingreso m\u00ednimo vital para todos los estados miembros de la Uni\u00f3n Europea (UE).\u201d <\/span><i>(In diesem Sinne zeigt sich der Minister f\u00fcr Inklusion, soziale Sicherheit und Migration, Jos\u00e9 Luis Escriv\u00e1, zuversichtlich, dass diese Leistung &#8222;fast vollst\u00e4ndig&#8220; die extreme Armut beseitigen wird, unter der 20% der spanischen Haushalte leiden. In einem gemeinsam mit den Arbeitsministern Italiens und Portugals erarbeiteten Artikel verteidigte der Vizepr\u00e4sident f\u00fcr soziale Rechte, Pablo Iglesias, die Notwendigkeit, von einem gemeinsamen Rahmen ausgehend, Leistungen des Existenzminimums f\u00fcr alle Mitgliedsstaaten der Europ\u00e4ischen Union (EU) zu schaffen.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Zahlung soll ab Juni zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.lavanguardia.com\/economia\/20200509\/481020129295\/ingreso-minimo-vital-requisitos-cuantia.html?utm_term=botones_sociales_app&amp;utm_source=social-otros&amp;utm_medium=social\">https:\/\/www.lavanguardia.com\/economia\/20200509\/481020129295\/ingreso-minimo-vital-requisitos-cuantia.html?utm_term=botones_sociales_app&amp;utm_source=social-otros&amp;utm_medium=social<\/a><\/u><\/span> (11.05.20)<\/p>\n<p>Deutschland \u00f6ffnet seine Restaurants und Hotels f\u00fcr einen inl\u00e4ndischen Tourismus. Das gleiche wird hier in der Phase 1 m\u00f6glich sein. Das Kriterium f\u00fcr jede Zone ist: in 7 Tagen 50 Ansteckungen\/1.000 Einwohner. Das Ganze ist nat\u00fcrlich auf deutsche Verh\u00e4ltnisse und Intensivstationen bezogen und nicht auf die Kapazit\u00e4ten, die zumindest hier, im Hospital del Mar in Barcelona, sich schon wieder f\u00fcllen.<\/p>\n<p>Die Einwohnerzahlen der Region Katalonien und ihrer Provinzen gem\u00e4\u00df den letzten Volksz\u00e4hlungen und neuesten amtlichen Sch\u00e4tzungen. Die Provinz Barcelona (Zensus 2011) 46.815.916 und 2019 (gesch\u00e4tzt) 47.026.208. Die Region Barcelona laut Zensus 2011 7.519.838 und laut Sch\u00e4tzung 2019 7.675.217 Einwohner (Instituto Nacional de Estad\u00edstica, Madrid).<\/p>\n<p>Die Zahl der Neuansteckungen liegt am 7.5.20 bei 820 Personen bei abnehmender Tendenz \u2013 14.5.20 bei 503 Personen <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/cincodias.elpais.com\/cincodias\/2020\/03\/31\/economia\/1585644054_656831.html\">https:\/\/cincodias.elpais.com\/cincodias\/2020\/03\/31\/economia\/1585644054_656831.html<\/a><\/u><\/span> In Katalonien sind es, nach deutschen Kriterien, 3782 Infektionen in einer Woche. In der letzten Woche waren es 2875. In Madrid 1483, w\u00e4hrend das Limit bei 3320 liegen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Estreno en EL PA\u00cdS | \u2018Madrid, interior\u2019, una pel\u00edcula de Juan Cavestany<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/especiales\/2020\/madrid-interior\/\"><span lang=\"es-ES\">https:\/\/elpais.com\/especiales\/2020\/madrid-interior\/<\/span><\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020\/05\/07\/actualidad\/1588852756_386639.html\">https:\/\/elpais.com\/sociedad\/2020\/05\/07\/actualidad\/1588852756_386639.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>12.05.20 Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Alle Welt, also Europa besser gesagt, ist mit Lockerung besch\u00e4ftigt. Hier sind verschiedene Phasen eingerichtet worden, die nach bestimmten Kriterien (Grad der \u00dcbertragung, die Bewertung des Schweregrades und die Erkennungs- und Reaktionsf\u00e4higkeit der Gesundheitssysteme der Autonomen Gemeinschaften angesichts der Covid-19-Coronavirus-Epidemie.) <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.redaccionmedica.com\/contenido\/images\/CUADRO%20DE%20CRITERIOS.pdf.pdf\">https:\/\/www.redaccionmedica.com\/contenido\/images\/CUADRO%20DE%20CRITERIOS.pdf.pdf<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>14.05.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Heute regnete es wieder. Es ist seltsam, wie das Wetter meine Laune und meinen Zustand bestimmt. Ich bin traurig, habe Angst, dass ich keine Auftr\u00e4ge akquirieren kann, dass sich \u00fcberhaupt hier alles noch hinzieht mit dem Umzug. Der Besitzer und Verk\u00e4ufer der neuen Wohnung kommt irgendwie nicht so richtig in die Puschen. Wir wissen aber nicht warum. Ich kann immer besser mit der Wahrheit leben, als mit \u201ementiras piedosas\u201c, den frommen L\u00fcgen, die man hier bevorzugt, die einem letztendlich das Leben viel schwerer machen, weil man sich nicht auf das einstellen kann, was wirklich Sache ist, weil es verheimlicht wird bis zum Schluss. Wir wissen also nicht, warum A. den Verkauf hinausz\u00f6gert. Zuerst meinte er, seine Frau sei Risikoperson und deshalb wollten sie die Unterschrift bis zum 25.05. heraus z\u00f6gern. Auf alle Angebote und M\u00f6glichkeiten, ihre Pr\u00e4senz zu umgehen, hat er gar nicht reagiert.<\/p>\n<p>Die politische Situation spitzt sich hier zu. Die Leute sind es leid, eingesperrt zu sein und die Koalition, zur Verl\u00e4ngerung des Ausnahmezustands, wird immer d\u00fcnner. Gestern kam es \u00fcber die Balkone zu einer absurden Gespr\u00e4chsrunde, die vielleicht typisch ist, f\u00fcr die katalanische Situation. Der Nachbar, der immer die Musik auflegt, meint, ab Sonntag sei Schluss damit. Irgendwann m\u00fcsse mal Schluss sein. Er geh\u00f6rt anscheinend zu denen, die es eilig haben, aus der Quarant\u00e4ne raus zu kommen, denn Sitges lebt vom Tourismus. Er beginnt in der K\u00fcrze der Zeit alle m\u00f6glichen Dinge zusammen zu mengen: den letzten Skandal um Isabel Di\u00e1z Ayuso. Nachdem Drama in den Madrider Altenheimen, denen sie die Hilfe verweigert hat, \u00fcber die \u201eParty\u201c zur Schlie\u00dfung des Ifema-Krankenhauses, die allen Sicherheitsvorschriften zuwider lief (<span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.eldiario.es\/madrid\/Ayuso-Almeida-oficializan-Ifema-aglomeraciones_0_1022598057.html\">https:\/\/www.eldiario.es\/madrid\/Ayuso-Almeida-oficializan-Ifema-aglomeraciones_0_1022598057.html<\/a><\/u><\/span>) bis zu den Zusch\u00fcssen auf Telepizza oder auf ihrem Beharren auf dem \u00dcbergang Madrids zur Phase 1 und dem damit verbundenen R\u00fccktritt ihrer Gesundheitsbeauftragten, geht die aktuelle Kontroverse um das Luxus-Aparthotel, in dem sie seit Wochen wohnt und das zun\u00e4chst von einem Freund und dem Hotelbesitzer bezahlt wurde. Dies wirft den Schatten der Korruption \u00fcber ihre Partei PP.<\/p>\n<p>Aber, um es kurz zu machen: Der Name Ayuso, steht hier f\u00fcr manche einfach f\u00fcr Madrid und die Zentralregierung, gegen die man nat\u00fcrlich protestiert. Dass Madrid von der rechten PP gef\u00fchrt wird und Ayuso ein Sch\u00fctzling des Expr\u00e4sidenten Aznar ist, wird hier zumeist vernachl\u00e4ssigt. Es reicht schon Madrid &amp; Ayuso zu sagen und alle regen sich \u00fcber die Regierung auf \u2013 die ja letztendlich mit der von der PP gef\u00fchrten Comunidad nichts zu tun hat.<\/p>\n<p>Ich konnte es mir nicht mit anh\u00f6ren und habe mich lieber nach drinnen verzogen. Aber es macht mir etwas aus, denn mit der Corona-Krise habe ich auch meine Nachbarn etwas besser kennen gelernt. Es ist ein wenig so, wie in der alten Sowjetunion: sogar wenn es regnet, machte man die Regierung (im Scherz \u2013 oder im Ernst) daf\u00fcr verantwortlich. Hier ist es \u00e4hnlich. Differenzierung auf beiden Seiten ausgeschlossen. Nat\u00fcrlich auch bei den Gegnern der Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung. Keine M\u00f6glichkeit zu hinterfragen, warum Amnesty International die beiden Jordis (Jordi Cuixart and Jordi S\u00e0nchez) unterst\u00fctzt. Neun Jahre Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr die beiden Aktivisten \u2013 das ist nicht nur nach Amnesty International \u2013 mit den Menschenrechten nicht zu vereinbaren.<\/p>\n<p>Ich telefoniere mit Salvador, der f\u00fcr Psychologen ohne Grenzen arbeitet. Seiner Meinung nach ist die Situation verheerend. Er betreut unterschiedliche F\u00e4lle: ein Paar, das sich getrennt hat, aber er kann nicht ausziehen und sie m\u00fcssen es aushalten. Auch F\u00e4lle von h\u00e4uslicher Gewalt aus der es nun kein Entfliehen gibt oder es zumindest noch schwerer zu ertragen wird. Verzweifelte Menschen, die Halt suchen und zu wenige Psychologen, die ihnen helfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auch ist er weiterhin im Projekt von Nicaragua, Biwi engagiert. Hier wird geleugnet, dass es eine Gesundheitskrise gibt und die Menschen m\u00fcssen sich selbst sch\u00fctzen, so gut, wie sie k\u00f6nnen. Das Zentrum f\u00fcr Saldud Mental konnte im November nicht mehr er\u00f6ffnet werden und ist in Warteposition.<\/p>\n<p>Abends die Zoom-Konferenz mit Gi\u00f2-Talk, der das kollektive Unterbewusste und die Archetypen (die kollektiven Reaktionen auf die Pandemie in Verbindung bringt. Angst und die Hoffnung auf Erl\u00f6sung \u2013 der in der archetypischen Form des Retters erwartet wird. Ich bin etwas irritiert \u00fcber die Verbindung, die er zur Corona-Krise zieht. Aber ja, Angst ist nat\u00fcrlich eine Grund-Emotion, die sich unterschiedlich kanalisiert. Doch wie sagte Hans Blumenberg so sch\u00f6n: \u201eDenn zweifellos ist es eine der elementaren und bew\u00e4hrten Methoden, in der Finsternis nicht nur zu zittern, sondern auch zu singen.\u201c Und er ist auch der Meinung, dass \u201edie Idee der kollektiven Erfindung von Mythen [&#8230;] eine individuelle Erfindung der Romantiker\u201c ist. Gi\u00f2 findet, dass es um Energie geht, die eine Zelle in sich tr\u00e4gt und die in Geschichten typologisch sichtbar wird. Nun ja.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>15.05.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Ich warte auf den Anruf von der Vereinigung der RiffReporter. Aber der hat einen Covid-Overkill und keine Zeit f\u00fcr Gespr\u00e4che und Neuaufnahmen.<\/p>\n<p>Heute verk\u00fcnden unsere Nachbarn, dass am Sonntag zum letzten Mal geklatscht und applaudiert wird. Sitges macht sich f\u00fcr den lokalen Tourismus bereit. Es ist eine Gesch\u00e4ftigkeit wahrzunehmen und auf der Stra\u00dfe wird wieder laut geredet, man kehrt zur \u201eneuen Realit\u00e4t\u201c zur\u00fcck. Passend spielen sie wieder \u201eThe show must go on\u201c von Queen. Es muss ja weitergehen. Und die Vorbereitungen f\u00fcr das Ende der Phase 0 sind deutlich sp\u00fcrbar und h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>16.05.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Lange ausschlafen und Putzen.<\/p>\n<p>Rafael, unser Freund aus dem Gemeinschafts-Garten, ist aus der Intensivstation entlassen \u2013 sozusagen auferstanden. Er war im k\u00fcnstlichen Koma und k\u00fcnstlich beatmet. Es geht ihm recht gut. Er hatte seine Frau ins Krankenhaus begleitet und sich vermutlich im Wartezimmer angesteckt. Das war Ende Februar. Er sagt Silvia, sie h\u00e4tte ihn aus dem Sarg geholt. Er habe getr\u00e4umt aber sie habe er sehr deutlich gesehen. Tats\u00e4chlich haben wir uns jeden Abend um 21h verabredet und an ihn gedacht und ihm Energie geschickt, ohne zu wissen, ob es etwas helfen w\u00fcrde. Wir hatten ihm aber nichts davon erz\u00e4hlt. Es war er, der sagte, Silvia habe ihn aus dem Grab geholt.<\/p>\n<p>Ich habe mal wieder ein Problem mit dem Abrufen meiner Mails \u00fcber mein veraltetes Mailprogramm und beschlie\u00dfe ein neues zu kaufen, womit ein anderes Problem auftritt, n\u00e4mlich, dass ich auf Windows 10 aufr\u00fcsten muss. Der Spa\u00df kostet mich den ganzen Tag mit Hilfe eines Computerspezialisten\u2026 Drau\u00dfen ist es nass und kalt. Ich gehe kurz mit Nal\u00fa raus.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Applaus\u00b4 verk\u00fcndet eine Nachbarin, dass wir in der Phase 1 sind! Alle jubeln. Es geht voran. W\u00e4hrend der letzten Tage war schon eine erh\u00f6hte Bewegung auf den Balkonen sichtbar. Die Nachbarin von nebenan winkte pl\u00f6tzlich von gegen\u00fcber oder die Holl\u00e4nder von unten sind auf einem der Balkone zu sehen. Die Regeln werden schon seit Tagen munter unterlaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>17.05.20 Sonntag<\/b><\/p>\n<p>Der Kampf gegen die neue Technik geht weiter und besch\u00e4ftigt mich den ganzen Tag.<\/p>\n<p>Und immer h\u00f6rbarer werden die Proteste aus dem Madrider Viertel Salamanca, das ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigt f\u00fcr seine reichen Anwohner ist, die in der Mehrzahl dem rechten politischen Spektrum angeh\u00f6ren. Seit dem 10.05.2020 und w\u00e4hrend der Pandemie demonstrieren sie lautstark mit \u201ecaceroladas\u201c \u2013 indem sie auf T\u00f6pfe und Pfannen schlagen. Im reichsten Viertel Madrids, in dem die drei rechten Parteien: PP, Vox und Ciudadanos 90% der W\u00e4hlerstimmen vereinen konnten, regt sich der Widerstand.<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.lavanguardia.com\/local\/madrid\/20200515\/481148815897\/barrio-salamanca-madrid-nunez-de-balboa-caceroladas-contra-gobierno.html\">https:\/\/www.lavanguardia.com\/local\/madrid\/20200515\/481148815897\/barrio-salamanca-madrid-nunez-de-balboa-caceroladas-contra-gobierno.html<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Proteste: Auch die Reichen weinen. Die Proteste der \u201epijos\u201c (Vornehme, Schickeria)<\/p>\n<p>Umfragen zum politischen Spektrum zeigen einen leichten R\u00fcckgang der Stimmen von Unidas Podemos bei der Linken und einen R\u00fcckgang auch bei der Ultra-Rechten VOX, gleichzeitig kann Ciudadanos (Rechtsliberale) unter In\u00e9s Arrimadas aufholen. Insgesamt erreicht das linke Spektrum momentan 42,6%, w\u00e4hrend die Rechten PP, Ciudadanos und Vox 42,1% erreichen. Das Land ist gespalten.<\/p>\n<p>Die Umfrage des CIS (Centro de investigaciones sociol\u00f3gicas) zeigen, dass die Mehrzahl der B\u00fcrger wenig oder kein Vertrauen in die Politik der Regierung haben 48,4% \u2013 auf der anderen Seite haben 46% viel oder einiges Vertrauen. 10,8% haben \u201eviel\u201d Vertrauen, 35,2% haben \u201eziemlich viel\u201d w\u00e4hrend 28,6% \u201ewenig\u201d und 19,8% \u201egar kein\u201d Vertrauen haben.<\/p>\n<p>Ich f\u00fcrchte, das ist auch (nicht nur) ein Ergebnis der vielen \u201ebulos\u201c und Falschmeldungen, die so kursieren und die hier die wenigsten so richtig hinterfragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>18.05.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Barcelona ist noch nicht in der Phase 1, aber Sitges schon! Und das merkt man. Am paseo geht jetzt alles durcheinander. Denn obgleich die gleichen Zeitfenster gelten f\u00fcr Eltern mit Kindern und f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, gibt es nun zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, einen Kaffee oder ein Bierchen auf einer der Terrassen zu trinken. Das \u201eChiringuito\u201c am Strand von Sitges ist gleich voll, die espigones, also die Molen, die ins Meer ragen auch. Dort treffen sich die Jugendlichen und von einem Abstand ist hier nichts zu sehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>18.05.20 Montag<\/b><\/p>\n<p>Barcelona ist noch nicht in der Phase 1, aber Sitges schon! Und das merkt man. Am paseo geht jetzt alles durcheinander. Denn obgleich die gleichen Zeitfenster gelten f\u00fcr Eltern mit Kindern und f\u00fcr \u00e4ltere Menschen, gibt es nun zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit, einen Kaffee oder ein Bierchen auf einer der Terrassen zu trinken. Das \u201eChiringuito\u201c am Strand von Sitges ist gleich voll, die espigones, also die Molen, die ins Meer ragen auch. Dort treffen sich die Jugendlichen und von einem Abstand ist hier nichts zu sehen.<\/p>\n<p>Die Proteste der Rechten dauern an. Sie fordern Freiheit! Und der politische Ton wird h\u00e4rter je weiter die Aufhebung der Quarant\u00e4ne voranschreitet.<\/p>\n<p>Madrid ist in der Phase 0,5 \u2013 die Konservativen haben so viel Druck gemacht, dass man sich eine Zwischenl\u00f6sung hat einfallen lassen.<\/p>\n<p>In unserer TTT (Trauma Tapping Technique) Gruppe, die sich \u00fcber Skype jeden Tag um 12h trifft, berichtet Maisu, dass sie gestern beinahe in eine der Proteste mit Kocht\u00f6pfen und Pfannen geraten ist und es ihr richtig Angst gemacht hat, die aggressive Stimmung und nat\u00fcrlich auch das unverantwortliche Verhalten der Demonstranten, die keinen Abstand einhalten.<\/p>\n<p>Nach der Bedrohung durch das Virus tobt jetzt der Wahnsinn in Madrid.<\/p>\n<p>Juan Antonio (Ethnologe, Madrid) fragt auf FB: Die PP Madrid ist emp\u00f6rt und fordert von der Regierung Transparenz und droht vor Gericht zu gehen. Befinden wir uns in einem dystopischen Alptraum?<\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/diario16.com\/rojas-maricones-y-perros-judios-los-insultos-de-los-cayetanos-a-quienes-les-exigian-mantener-la-distancia-de-seguridad\/?fbclid=IwAR2wAhm9XfUNtEAYAyMuPFN9F9AoU87V-wA92MjoxCTHAvVqeznJKpLmAAI\">https:\/\/diario16.com\/rojas-maricones-y-perros-judios-los-insultos-de-los-cayetanos-a-quienes-les-exigian-mantener-la-distancia-de-seguridad\/?fbclid=IwAR2wAhm9XfUNtEAYAyMuPFN9F9AoU87V-wA92MjoxCTHAvVqeznJKpLmAAI<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&#8222;Rote, Schwuchteln und j\u00fcdische Hunde&#8220; \u2013 so lauten die Beleidigungen der &#8222;Cayetanos&#8220; (Anh\u00e4nger von Cayetana \u00c1lvarez de Toledo y Peralta-Ramos, 13. Marquise von Casa Fuerte, ist eine spanische Journalistin, Historikerin und Politikerin \u2013 Abgeordnete im Kongress f\u00fcr PP) f\u00fcr diejenigen, sie daran erinnern, den Sicherheitsabstand einzuhalten.<\/p>\n<p>Auf FB wird auch ein Video der Proteste ver\u00f6ffentlicht <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/www.facebook.com\/100000024336310\/videos\/3286495131361266\/\">www.facebook.com\/100000024336310\/videos\/3286495131361266\/<\/a><\/u><\/span> auf dem die reichen Protestler zu sehen sind, wie sie an einer armen Frau vorbeiziehen, die im M\u00fcll nach Essbarem sucht.<\/p>\n<p>Dazu bemerkt Marcier G.: Beides ist heute Realit\u00e4t. Das \u00dcberleben \u2013 und die Unzufriedenheit. Beide existieren nebeneinander und sind gleicherma\u00dfen wichtig. Die Realit\u00e4t der Armut ist immer h\u00e4ufiger anzutreffen in einer Stadt, wie Madrid. Bis zum heutigen Zeitpunkt beschr\u00e4nken sich die Verteilung von Lebensmitteln auf private Initiativen und auf die Caritas, die seit Beginn der Pandemie hilft. Maricier meint, dass die ganzen Versprechen und das Zusammenhalten in den kritischen Zeiten der Pandemie jetzt verw\u00e4ssert werden durch die Notlage der \u00f6konomischen Krise, die bereits da ist. Solidarit\u00e4t ist jetzt sehr wichtig \u2013 egal woher sie kommt. In Spanien gibt es immer mehr Menschen, die nicht genug zu essen haben und dieses Grundrecht muss jede Regierung \u2013 egal welcher Couleur- einhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>19.05.20 Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Auch in \u201eEl Intermedio\u201c, dem Programm von El Gran Wyoming bringt Andrea Ropero ein wichtiges Interview mit Ana del Rinc\u00f3n, von der Nachbarschaftshilfe des Viertels Aluche, einem prek\u00e4ren Viertel Madrids.<\/p>\n<p>Ana berichtet, dass die versprochene staatliche Hilfe noch nicht angekommen ist und sich die Nachbarschaft selbst organisiert. Letztes Wochenende verteilten sie 697 Taschen mit Lebensmitteln. Sie klagt, dass die Beh\u00f6rden nicht auf die Notlage der Menschen reagieren, denn hier handelt es sich nicht um eine Konsumkrise, sondern um eine Hungerkrise. Trotz der dramatischen Situation hat sich niemand aus dem B\u00fcrgermeisteramt von Madrid mit ihnen in Verbindung gesetzt. Die Nachbarschaftshilfe wollte eine Turnhalle einer nahe gelegenen Schule f\u00fcr die Essenslieferungen haben. Das wurde ihnen verweigert mit der Begr\u00fcndung, dass dort Theaterst\u00fccke aufgef\u00fchrt werden sollten. Die grausame \u00dcberheblichkeit der PP, der spanischen Rechten.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNos enfrentamos a un problema muy serio. <span lang=\"es-ES\">Hay una realidad social que habr\u00e1 que cubrir. \u00bfQu\u00e9 har\u00e1 la gente cuando salga a la calle sin trabajo ni recursos? Nos vamos a encontrar con un mundo desconocido y la responsabilidad es de nuestros pol\u00edticos\u201d <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>(Wir stehen vor einem sehr ernsten Problem. <\/i><\/span><i>Die soziale Realit\u00e4t muss abgedeckt werden. Was werden die Menschen tun, wenn sie ohne Arbeit und finanzielle Mittel auf der Stra\u00dfe stehen? Wir werden mit einer noch unbekannten Welt zu tun haben und die Verantwortung liegt bei unseren Politikern, sagt Ana del Rinc\u00f3n.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Das Thema der ausbleibenden Unterst\u00fctzungen bei wachsender Notlage seitens der Regierung h\u00f6re ich auch aus meinem n\u00e4chsten Freundeskreis.<\/p>\n<p>Was man auf der Seite der Generalitat de Catalunya liest, sieht zun\u00e4chst einmal sehr gut aus: die Ma\u00dfnahmen, mit denen man der Krise beikommen will: <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/web.gencat.cat\/ca\/coronavirus\/ajuts-per-palliar-la-crisi\/\">https:\/\/web.gencat.cat\/ca\/coronavirus\/ajuts-per-palliar-la-crisi\/<\/a><\/u><\/span>. Da findet man Nachl\u00e4sse in der Stromrechnung und beim Wasser und auch ein Moratorium f\u00fcr Telefon- und Internetdienste, die w\u00e4hrend des Ausnahmezustands nicht abgeschaltet werde d\u00fcrfen. Es gibt Hilfen f\u00fcr K\u00fcnstler von etwa 776 Euro w\u00e4hrend 6 Monaten, Unterst\u00fctzung f\u00fcr Hausangestellte (Monatliche finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Hausangestellte, deren Arbeitszeit verk\u00fcrzt wurde oder die keine Dienstleistungen mehr in einem der H\u00e4user, in denen sie arbeiten, oder in allen von ihnen erbringen), Unterst\u00fctzungen f\u00fcr Arbeitslose, die Personen, die von einem ERTO (Temporary Employment Regulation) betroffen sind \u2013 sie m\u00fcssen sich nicht f\u00fcr die Arbeitslosigkeit registrieren lassen. Es gibt auch eine einmalige Zahlung von 430 Euro f\u00fcr Arbeitnehmer, deren befristeter Vertrag w\u00e4hrend des Alarmzustands beendet wurde. Anpassung und \/ oder Verk\u00fcrzung der Arbeitszeit f\u00fcr die Pflege f\u00fcr Menschen, die sich um ein Familienmitglied k\u00fcmmern m\u00fcssen. Und es werden eine ganze Menge Hilfen f\u00fcr die Wohnsituation angeboten. Eine Unterst\u00fctzung zur Mietzahlung, Vertagung der Mieten in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden, Microkredite, etc. und last but not least Unterst\u00fctzungen f\u00fcr die Freien und die Unternehmer.<\/p>\n<p>Das macht einen guten Eindruck. Doch die Praxis ist anders. S. hat versucht, Unterst\u00fctzung zu ihrer Miete zu beantragen. Es stellte sich als echte Odyssee heraus. Sie arbeitet f\u00fcr eine Stiftung f\u00fcr Schwerbehinderte in Sitges und verdient zwischen 700 und 800 Euro netto (14 Zahlungen), was auf einen Stundenlohn von etwa 6 Euro hinausl\u00e4uft, weil sie die Wochenenden und ein paar Wochentage arbeitet. Ein Normallohn in diesem Sektor liegt bei 1.200 Euro netto monatlich und das, weil sie Educaci\u00f3n, also dem Bildungssektor, untergeordnet sind. Im Gesundheitswesen zahlt man noch weniger. Fertig ausgebildete \u00c4rzte verdienen nicht viel mehr. Ihre Basisbezahlung liegt bei 1000 Euros, dazu kommen dann die Nachtwachen und Schichten, die aber wegen COVID-19 weggefallen sind. Stattdessen hat man ihnen begrenzte Vertr\u00e4ge angeboten.<\/p>\n<p>Weil S. zu dem Personenkreis mit hohem Risiko geh\u00f6rt und eine Kollegin mit starken Covid-Symptomen zur Arbeit erschien, meldet sie sich krank. Zun\u00e4chst hie\u00df es, dass diejenigen, die wegen Covid-19 freigestellt w\u00fcrden, 100% Lohnausgleich bek\u00e4men, denn COVID w\u00fcrde wie ein Arbeitsunfall behandelt. Das wurde aber tats\u00e4chlich nicht so gehandhabt. Man leitete sie an eine R\u00fcckversicherung weiter und sie wurde \u00fcber die Sozialversicherung freigestellt, was bedeutet, dass sie 4 Tage gar nicht bezahlt wurde, danach wird der Lohn w\u00e4hrend eines Monats bis zum Maximum von 75% gesteigert.<\/p>\n<p>S. verbringt zwei Tage und eine Nacht bis 3 Uhr morgens damit zu, den Antrag zu stellen. Entgegen der Ank\u00fcndigung ist dies ist ausschlie\u00dflich \u00fcbers Internet m\u00f6glich.<\/p>\n<p>S. findet das recht surrealistisch, denn die Mehrzahl, die diese Hilfen in Anspruch nehmen m\u00fcssen, sind zumeist \u00e4lter und nicht so gewandt im Internet. In der OAC (Oficina d\u00b4Atenci\u00f3 Ciutadana) \u2013 genauer gesagt in der Oficina de informaci\u00f3n al Consumidor de Sitges weigert man sich, den Leuten pers\u00f6nlich weiterzuhelfen und S. wird roh per Telefon abgefertigt und \u2013 aufgrund ihres lateinamerikanischen Akzents \u2013 unfreundlich behandelt und gefragt, ob sie \u00fcberhaupt gemeldet sei.<\/p>\n<p>Auch muss man sagen, dass die offiziellen spanischen Internet-Seiten, durch die ich mich bisher k\u00e4mpfen musste \u2013 begonnen beim Katalanisch lernen bis hin zur Beantragung eines NIE (Ausl\u00e4nderidentit\u00e4tsnummer) \u2013 reine Zeitvernichtungsmaschinen sind. \u00dcber meine Versuche, den NIE zu verl\u00e4ngern k\u00f6nnte ich einen Roman schreiben, denn man bekommt in letzter Zeit keine Termine mehr, die werden n\u00e4mlich unter der Hand verkauft. Und wenn man sich auf spanische Art einen erk\u00e4mpft hat \u2013 n\u00e4mlich indem man einfach hingeht und darauf besteht, dann hei\u00dft es, die Verl\u00e4ngerung w\u00fcrde nur ausgestellt, wenn eine offizielle Stelle diesen NIE einfordern w\u00fcrde. Naja, aber das Jammern \u00fcber die b\u00fcrokratische und vermutlich auch korrupte spanische B\u00fcrokratie geh\u00f6rt jetzt nicht hier her.<\/p>\n<p>Die Spanier selbst reagieren auf ihre eigen Art auf die verschlungenen Wege der B\u00fcrokratie: Selbsthilfe in den Vierteln \u2013 denn sie sind sehr solidarisch \u2013 und Mieten f\u00fcr Lokale werden einfach nicht gezahlt. So vermindern sie das Gef\u00fchl der Machtlosigkeit, das einen hier im Umgang mit den Beh\u00f6rden beschleicht.<\/p>\n<p>Nach ihrer Odyssee des Antrags auf Mietzuschuss meint S., es scheine ihr mehr eine politische Propaganda, mehr als eine schnelle, unb\u00fcrokratische Hilfe zu sein. Die Mehrzahl der Menschen, die es brauchen, haben nicht die Medien und Kenntnisse, die Hilfe zu beantragen, weil es sehr kompliziert ist. Sie versteht auch, dass es mit der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Situation zu tun hat, aber ihre pers\u00f6nliche Erfahrung ist negativ. Die einzigen, die sie \u00fcber Mail sehr gut behandelt haben und versuchten, weiterzuhelfen, sind von der <i>Oficina de Habitage<\/i>, die im Grunde aber f\u00fcr das Thema nicht zust\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Unglaublich, dass eine Hilfe angeboten wird, w\u00e4hrend ein Gro\u00dfteil dieser Menschen nicht die Mittel und Kenntnisse haben, an diese Hilfen zu gelangen. Ohne Computer ist ein Antrag auf Unterst\u00fctzung unm\u00f6glich. Mal sehen, ob S. es schafft, diese Hilfe zu erhalten. Es gibt ein paar Einschr\u00e4nkungen, wie z.B. Einkommensuntergrenzen. Die Anleitungen sind konfus und das Formular dient gleichzeitig f\u00fcr die Antr\u00e4ge zur Unterst\u00fctzungszahlungen von 2019 \u2013 das Ganze ist eine Mischung aus zwei Formularen, aber das einzige g\u00fcltige.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus treffen viele der versprochenen Hilfen nicht ein. Beispiel ERTEs (Hilfe f\u00fcr die Unternehmen) die Bekannten von S. die in eine zeitlich begrenzte Arbeitslosigkeit fielen, haben das Geld nicht bekommen. Die Bezahlung wird proportional zu den normalen Eink\u00fcnften berechnet, als w\u00e4re es eine ITT, eine Krankschreibung.<\/p>\n<p>Die Verantwortung f\u00fcr die versp\u00e4teten Zahlungen oder f\u00fcr deren Ausbleiben liegen zum Teil beim Staat, im Falle der ERTES h\u00e4ngen sie von der Sozialversicherung ab. Daneben gibt es Hilfen von der Generalitat und dann die Mietzusch\u00fcsse, die von den Gemeinden bezahlt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>20.05.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Seit wir in der Phase 1 sind, gibt es hier in Sitges kein Halten mehr. Wer eine Terrasse hat, \u00f6ffnet sie mit etwas mehr Abstand zwischen den Tischen. Aber die Leute sind so begeistert von der neuen Freiheit, dass sie ohne Mundschutz (klar, weil sonst kann man ja kein Bier oder Kaffee trinken) wieder zusammensitzen k\u00f6nnen. Was ich beobachten kann, so werden die Abst\u00e4nde nicht eingehalten. Es ist eine unglaubliche Euphorie zu sp\u00fcren. Im Fernsehen TV3 werden die zwei wichtigsten Unternehmer von Sitges interviewt. Luis Enriquez, der seit nunmehr etwa 8-9 Jahren das Gay-Nachtleben von Sitges kontrolliert, sagt, man habe Angst! Aber nat\u00fcrlich nicht vor dem Virus, sondern davor, dass die Saison gelaufen ist, denn es werden kaum ausl\u00e4ndischen Touristen kommen.<\/p>\n<p>Und dann die Diskussion \u00fcber die \u00d6ffnung der Str\u00e4nde. Es soll eine APP geben, mit der man sich ein Zeitfenster f\u00fcr einen Strandabschnitt reservieren kann. Auch die \u00f6ffentlichen Schwimmb\u00e4der werden so funktionieren. Nur was soll mit den kleinen Schwimmb\u00e4dern geschehen, die hier vor jedem zweiten H\u00e4userblock liegen? Gro\u00dfes R\u00e4tselraten.<\/p>\n<p>Wieder f\u00fchle ich mich best\u00e4tigt darin, dass es hier Regeln braucht und man auf den gesunden Menschenverstand nicht z\u00e4hlen kann. Ich denke, die Schwimmb\u00e4der werden uns in den n\u00e4chsten Tagen noch l\u00e4nger besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Und wieder kann ich nicht so richtig nachvollziehen, warum es jetzt, wo es noch wenige Personen hier am Strand gibt, nicht erlaubt ist, ins Wasser zu gehen und sich die Lust zu Baden unglaublich aufstauen wird und es vermutlich zu einem \u00e4hnlichen Dammbruch kommen wird, wie bei jedem Wechsel in eine neue Phase.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>22.05.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Einkaufen von Tomaten, Auberginen und Paprika-Stauden in Vilanova. Es ist fast alles ausverkauft. Wir m\u00fcssen im Auto die Masken tragen. Ich fahre und Silvia sitzt hinten um den maximalen Abstand zu gew\u00e4hrleisten. Mir kommen diese Ma\u00dfnahmen vollkommen \u00fcbertrieben vor. Und wieder ist der Zweifel da: war es angemessen, diese 8 Wochen Quarant\u00e4ne? H\u00e4tte man das Virus nicht auch mit etwas mehr Hirn besiegen k\u00f6nnen? Und was wird in den kommenden Tagen geschehen?<\/p>\n<p>Wir pflanzen die Stecklinge ein. Der Boden ist steinhart und das Unkraut im Garten gewuchert. Eine Hundearbeit, bis die Pflanzen alle gesetzt sind. Au\u00dferdem ist es au\u00dfergew\u00f6hnlich hei\u00df.<\/p>\n<p>Erstes Freundestreffen zuhause. Nach 10 Wochen treffen wir uns mal wieder bei uns zuhause. Gleichzeitig ist es als Abschied von dieser Wohnung und unserer sch\u00f6nen Terrasse gedacht. Aber der Kauf der neuen Wohnung verkompliziert sich. Besitzer, ein Ehepaar, das sich nach 36 Jahren trennt, kommt nicht \u00fcberein, wer wieviel Geld bekommt. Sie ruft Mercedes an und erz\u00e4hlt ihr das ganze Ehedrama. Er sei Alkoholiker (k\u00f6nnte zutreffen) und ein maltratador (Misshandler). Er genie\u00dft es, wenn man Angst vor ihm habe, sagt seine Ex-Frau. Wir haben ihn als einen schwerh\u00f6rigen Typen kennen gelernt, er besitzt selbst ein Immobiliengesch\u00e4ft und ist mit allen Wassern gewaschen. Alles, was er bisher im Brustton der \u00dcberzeugung gesagt hat, war gelogen. Mal sehen, was am Montag passiert. Die Nerven liegen blo\u00df.<\/p>\n<p>Wir nehmen Kontakt zum Verwalter der neuen Wohnung auf. Er best\u00e4tigt, dass die Schulden der Vorbesitzer noch nicht beglichen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>24.05.20 Sonntag<\/b><\/p>\n<p>Endlich kommt die Einigung des zerstrittenen Ehepaars. Die Unterlagen sind leider nicht ganz vollst\u00e4ndig. Unser Assessor r\u00e4t uns je 1000 Euro zur\u00fcckzuhalten, um etwaige Schulden (Gas, Wasser, Strom und IBI) begleichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>25.05.20<\/b> <b>Montag<\/b><\/p>\n<p>Der Verwalter berichtet und zertifiziert, dass nun beide ihren Anteil der Schulden beglichen haben. Sie hatte noch versucht, das Zertifikat zu bekommen, ohne bezahlt zu haben. Endlich wissen wir die H\u00f6he der Schecks. Es m\u00fcssen drei Schecks ausgestellt werden zwei f\u00fcr die jeweiligen Besitzer und einen f\u00fcr die Bank, um die Hypothek zu canceln. F\u00fcr den Termin bei der Bank brauchen wir eine Voranmeldung und der Bankangestellte empf\u00e4ngt uns an seinem Arbeitsplatz, wo er mit gro\u00dfer Sorgfalt die Schecks ausstellt und beglaubigt. Das Ganze dauert fast eine Stunde. In der Caixa-Bank arbeiten nur zwei Angestellte. Der Personenverkehr ist auf ein Minimum reduziert, obgleich die BS Banco Sabadell neben dran einen relativ normalen Publikumsverkehr aufrecht erh\u00e4lt. Das Ausstellen der Schecks kostet 60 Euro pro St\u00fcck.<\/p>\n<p>Termin beim Notar. Es gibt Aufregung wegen dem R\u00fcckbehalt des Geldes und weil Mercedes sich mit dem Verwalter in Kontakt gesetzt hatte. Der Besitzer A. droht, unseren Assessor wegen Datenschutz zu verklagen. Dieser beh\u00e4lt die Nerven und wiegelt ab. Wegen Corona sollen nur die K\u00e4ufer und Verk\u00e4ufer zum Notar vorgelassen werden. Nun ist es Mercedes, die nicht unterschreiben will, wenn ihr Assessor nicht mit dabei ist. Nach einem kurzen Drama, d\u00fcrfen dann doch alle rein. Drinnen l\u00e4uft alles glatt. Nur konnte der Notar aufgrund der Krise und der Zeitnot, die durch das Zur\u00fcckhalten der Dokumente durch die Vorbesitzer entstand, bestimmte Dinge nicht nachpr\u00fcfen, ob sie den IBI bezahlt haben oder ihre Strom-, Gas- und Wasserrechnungen.<\/p>\n<p>Der Scheck f\u00fcr die Begleichung der Hypothek ist auf den Namen der Deutschen Bank ausgestellt, was nicht ganz korrekt ist. Wir fahren gemeinsam mit den Vorbesitzern nach V. um dort den Scheck einzul\u00f6sen. Hier sitzt eine Deutsche namens Heike an der Rezeption aber die zust\u00e4ndige Betreuerin, Miriam ist im Home-Office und hat ihr Handy ausgeschaltet. Man erreicht sie \u00fcber E-Mail und nach langem Hin- und Her wird der Scheck eingezahlt, muss aber in der Filiale in Barcelona bearbeitet werden und dann \u00fcber interne Post wieder nach V. geschickt werden, um schlie\u00dflich in einer Kanzlei von V. die Hypothek endg\u00fcltig aufzuheben. Wieder befinden wir uns in einem b\u00fcrokratischen Schn\u00f6rkel der Zeitvernichtungsmaschine. Immer dieselbe Erfahrung: zuerst wird gesagt: es ist falsch, so geht es nicht, dann wird telefoniert, hin- und her und schlie\u00dflich findet man eine L\u00f6sung, die aber f\u00fcr alle besonders umst\u00e4ndlich ist. Nat\u00fcrlich ist dies Umst\u00e4ndlichkeit auch der Tatsache geschuldet, dass keiner keinem \u00fcber den Weg traut. Aus gutem Grund.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>26.05.20 Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Heute hat Mercedes die f\u00e4llige Abschlagszahlung \u00fcber die BS veranlasst. Da sie selbst bei der Caixa ist und f\u00fcr jede \u00dcberweisung, wenn sie nicht die gleiche Bank betrifft, horrende \u00dcberweisungszinsen anfallen, hebt sie das Geld bei der Caixa ab und bringt es zur Banco Sabadell, wo sie in einer langen Schlange steht. Als sie schlie\u00dflich an der Reihe ist, ger\u00e4t sie an eine verzweifelte Mutter, die andauernd mit ihrem dreij\u00e4hrigen (!) Kind whatsappt, denn nach dem Homeoffice, wo sie nebenher ihre zwei Kinder betreute (drei und ein Jahr alt), muss sie nun wieder im Publikumsverkehr arbeiten, was aber aufgrund fehlender Kinderbetreuung ein Unding ist. Der dreij\u00e4hrige Sohn ist bei seinem Vater, von dem die junge Frau getrennt ist und braucht st\u00e4ndig seine Mutter.<\/p>\n<p>Viele M\u00fctter und einige V\u00e4ter befinden sich in einer schwierigen Situation, wegen der fehlenden Kinderbetreuung. Auch die Gro\u00dfeltern fallen in diesem Fall aus, wegen der Gefahr der Ansteckung.<\/p>\n<p>Mittags ruft Nico an. Sie hatten einen Termin in der Klinik, um das Baby zu drehen. Es sitzt aber ziemlich fest und dreht sich nicht. Die beiden sind besorgt. Noa will unbedingt das Kind auf nat\u00fcrlichem Weg zur Welt bringen.<\/p>\n<p>Am Strand darf man spazieren gehen. Weil man auch Sport treiben darf, kommen ein paar Leute mit ihren Stand-up Paddels und ein paar Schwimmer ziehen ihre Bahnen. Hundebesitzer lassen ihre Tiere am Strand laufen, obgleich das verboten ist. Aber die Polizei, die in den letzten Wochen so allgegenw\u00e4rtig war, ist nicht zu sehen und h\u00e4lt sich zur\u00fcck. Auch bei den \u201ebotellones\u201c, den Treffen der Jugendlichen mit den Alkoholflaschen in der Hand und am Mund, an der Mole, von wo die Marihuana-Schwaden her\u00fcberwehen, werden nat\u00fcrlich keine Abst\u00e4nde eingehalten. Ich h\u00f6re, wie sich einige dar\u00fcber unterhalten, dass man momentan ganz gut schwarzfahren k\u00f6nnte, weil es keine Kontrollen in den Regionalz\u00fcgen g\u00e4be.<\/p>\n<p>Abends im \u201eIntermedio\u201c berichtet \u00fcber die Ultrarechte VOX, die die w\u00e4hrend des Ausnahmezustandes stark angestiegene h\u00e4usliche Gewalt \u201emarxistische Propaganda\u201c nennt. Seit Beginn der Quarant\u00e4ne aufgrund der Coronavirus-Krise ist die Zahl der Hilfsersuchen wegen h\u00e4uslicher Gewalt in die H\u00f6he geschossen. Insbesondere die Online-Konsultationen durch misshandelte Frauen haben um 460 % zugenommen, w\u00e4hrend die Anrufe bei 016 im gleichen Zeitraum im Jahr 2019 um 44 % zugenommen haben. F\u00fcr die Frauen ist es schwierig, Hilfe zu erbitten, da sie 24 Stunden mit ihrem Aggressor zusammengesperrt sind und dieser die volle Kontrolle aus\u00fcben kann (was mir schon Salvador berichtet hatte). Man bef\u00fcrchtet besonders jetzt, in der langsamen Lockerung des Ausnahmezustandes um das Leben von vielen Frauen, wenn die 100% Kontrolle der M\u00e4nner \u00fcber ihre Frauen sich aufl\u00f6st. In einem Interview hebt die Regierungsbeauftragte f\u00fcr Geschlechtergewalt, Victoria Rosell, hervor: Wenn sie behaupten, dass man zuhause sicher ist, dann denken sie nicht an die Frauen und wenn alle Botschaften auf Spanisch und schriftlich verfasst sind \u2013 denken sie an die ausl\u00e4ndischen Frauen? Besonders wichtig sei es, dass Dritte h\u00e4usliche Gewalt anzeigen, denn die Frauen selbst k\u00f6nnen es oft nicht tun. Die Geschlechtergewalt ist eine Pandemie, die zur Corona-Pandemie dazu kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>27.05.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Termine beim Ayuntamiento bekommt man nur mit Voranmeldung. Die Auskunft \u00fcber den IBI k\u00f6nnen wir sogar telefonisch beantragen. Ein echter Fortschritt. Es geht richtig schnell, innerhalb von einer Stunde hat Mercedes die E-Mail, in der die Wahrheit ans Tageslicht kommt: Es stellt sich heraus, dass es da gut 2.500.- Euro Schulden zu begleichen gibt. Der Notar hatte sich die H\u00e4nde in Unschuld gewaschen, er h\u00e4tte es nicht nachpr\u00fcfen k\u00f6nnen und so mussten wir es unterschreiben.<\/p>\n<p>Auch ein Thema, das mir immer wieder begegnet: Es geht nicht darum, wer Recht hat, sondern darum, wer am Unversch\u00e4mtesten ist und der kommt meistens damit durch.<\/p>\n<p>Mittlerweile hat sich hier schon wieder eine gewisse Normalit\u00e4t eingestellt. Die Leute sind nicht zu bremsen und mittags h\u00f6rt man die Bierf\u00e4sser der Lieferungen auf den Asphalt knallen. Die Tourismus-Maschine Sitges l\u00e4uft langsam wieder an. Nur fehlen noch die Touristen und das Baden ist immer noch nicht erlaubt. Ich vermute, weil die Gemeinden sich etwas einfallen lassen m\u00fcssen, damit die Leute sich am Strand nicht zu nahekommen. In Sitges, das nur k\u00fcnstlich aufgesch\u00fcttete Str\u00e4nde hat, wird das ein Problem sein. Normalerweise wird der Ort im Sommer mit Touristen geflutet, drei bis viermal so hoch, wie die Einwohnerzahl. Seit neuestem hat es sich den Titel der Biosph\u00e4re gekauft. In keinem der Punkte entspricht es den Anforderungen. Sitges ist voll, laut und schmutzig. Momentan ist es, so sagen unsere Freunde, wie seit vielen, vielen Jahren nicht mehr. Ruhig, sauber, entspannt und ohne Nachtleben. Die Ausgangssperre wegen Coronavirus haben Sitges und die Nachbargemeinde San Pere de Ribes dazu genutzt, einen der letzten Anbaugebiete f\u00fcr den Malvas\u00eda, einen Dessertwein, der nur in Sitges hergestellt wird, und Bio-korridor in eine Betonw\u00fcste zu verwandeln. Also so sieht es zumindest das Projekt des franz\u00f6sischen Investors vor: Drei riesige Hotels und einen Parkplatz f\u00fcr 3.000 Autos. Eine sch\u00f6ne Biosph\u00e4re ist das. Paula hatte einen engagierten Artikel geschrieben und f\u00fcr den Schutz der Natur pl\u00e4diert<\/p>\n<p>https:\/\/www.elperiodico.com\/es\/entre-todos\/participacion\/la-importancia-de-cuidar-la-naturaleza-no-al-proyecto-urbanistico-autodromo-de-terramar-200884 und eine Aktion auf change.org gestartet, die fast 15.000 Unterschriften vereint hat. Das entspricht der H\u00e4lfte der Einwohnerzahl von Ribes. Das Projekt des Autodromo Terramar, dessen Wert auf mehr als 20 Millionen Euro gesch\u00e4tzt wird, umfasst die Zuweisung von mehr als 600.000 m\u00b2 Land, von denen ein Teil zum Netz \u201eNatura 2000\u201c geh\u00f6rt und als wichtiges Gebiet f\u00fcr die Natur erkl\u00e4rt wurde, weil es als nat\u00fcrliches Verbindungsglied (Korridor) zu anderen Bio-Zonen am Meer fungiert und die Riera de Ribes, els Colls Miralpeix und der Naturpark Garraf verbindet. Dieser Korridor w\u00fcrde durch die Bebauung unterbrochen und die biologische Vielfalt dezimiert werden. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/comissi%C3%B3-territorial-d-urbanisme-de-la-generalitat-defensem-la-natura-a-l-aut%C3%B2drom-del-terramar?recruiter=20440969&amp;utm_source=share_petition&amp;utm_medium=facebook&amp;utm_campaign=share_petition&amp;recruited_by_id=b26b2c50-bf29-11e4-b631-b7a0972b9f9e\">https:\/\/www.change.org\/p\/comissi%C3%B3-territorial-d-urbanisme-de-la-generalitat-defensem-la-natura-a-l-aut%C3%B2drom-del-terramar?recruiter=20440969&amp;utm_source=share_petition&amp;utm_medium=facebook&amp;utm_campaign=share_petition&amp;recruited_by_id=b26b2c50-bf29-11e4-b631-b7a0972b9f9e<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>Aber hier regiert das Geld und auch deshalb bin ich froh, aus Sitges wegzukommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>28.05.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Der Tag ist voll mit Kistenpacken und Vorbereitungen f\u00fcr den Umzug. Mittags ruft C. an und sagt, dass meine Schwiegermutter gestorben ist. Wir hatten ein sehr gutes Verh\u00e4ltnis. Eine Generation tritt ab. Es macht mich so traurig.<\/p>\n<p>Mercedes war in Vilanova und hat es geschafft, Strom, Gas und Wasser auf ihren Namen umzumelden. \u00dcberall hat man Vorkehrungen getroffen, wegen Corona: eigentlich darf man nur nach Voranmeldung eintreten, aber es geht manchmal trotzdem, weil man sich telefonisch anmelden kann. Bei Naturgy wird sogar die Temperatur gemessen. Auch bei den Versorgern haben die Vorbesitzer Schulden hinterlassen. Doch bis auf die 25.- Euro Wasser m\u00fcssen wir diese Schulden nicht \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Bleibt nur noch das Problem mit dem Scheck und der Begleichung der Hypothek zu l\u00f6sen. Den Vorbesitzern ist nicht zu trauen. Wenn sie den Scheck bei der Deutschen Bank nicht g\u00fcltig machen, bleibt die Hypothek auf der Wohnung. Doch ist es sehr unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>29.05.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Letzter Tag vor dem Umzug. Wir packen Kisten. Immer bleibt noch etwas \u00fcbrig und der Kistenstapel w\u00e4chst und w\u00e4chst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>30.05.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Umzug. Die Stra\u00dfe muss gesperrt werden wegen des Aufzugs des Umzugsunternehmens. Vier starke Jungs stemmen unsere Kisten. M\u00f6bel haben wir nicht viel. Es ist sehr hei\u00df und der Umzug dauert l\u00e4nger, als erwartet. Als ich unser Auto holen will, sehe ich, dass uns jemand die Heckscheibe eingeschlagen hat. Alles ist voll mit den winzigen Glassplittern. In der neuen Wohnung wird alles in zwei Zimmern gestapelt solange noch umgebaut wird. Endlich, abends um 20 Uhr sind wir fertig und m\u00fcssen noch zu den Mossos d\u00b4Equadra, um Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Hier herrschen die h\u00f6chsten Sicherheitsvorkehrungen \u2013 fast so wie auf einer Corona-Krankenstation. Man kann nur durch eine Sprechanlage sprechen und dann kommt ein Mosso mit Maske, Brille und Handschuhen heraus, sagt uns, wo wir das Auto vorfahren sollen und besieht sich den Schaden. Dann nimmt er ihn auf und 20 Min sp\u00e4ter sind wir mit der Anzeige fertig. Die starken Sicherheitsvorkehrungen der Polizei wirken etwas befremdlich, wenn man das Bild vom Paseo, von der Strandpromenade, gew\u00f6hnt ist, wo man schon wieder fr\u00f6hlich zusammen Bier trinkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>01.06.20 Montag<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Schl\u00fcssel von C. Bonaire abgegeben, nachmittags nach Vilanova zur Besprechung der Renovierung. Die Elektrizit\u00e4t muss ganz erneuert werden. Wir \u00fcbernachten bei einer Freundin.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>02.06.20 Dienstag<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Endlich ist das Baden im Meer erlaubt. Bisher hat die Polizei immer wieder die Badenden von la Barceloneta herausgepfiffen. In Sitges haben sich nur die Sportler ins Wasser begeben und ein paar Kinder. Die Polizei hat hier nicht eingegriffen. Sie ist wie vom Erdboden verschluckt und kontrolliert nat\u00fcrlich auch die Terrassen nicht und nicht die \u201ebotellones\u201c (Trinken in Gruppen unter freiem Himmel). Viele meiner Freunde und Bekannte bef\u00fcrchten ein \u201erepunte\u201c, ein wiederansteigen der Kurve der Infizierten. Nachdem wir uns in meinem 13m\u00b2 kleinen Apartment einrichten, gehe ich heute noch nicht zum Meer runter. Aber nach so langer Abstinenz ist die Lust auf Meer enorm angestiegen. Auch mein R\u00fccken ist nach dem Umzug ziemlich angeschlagen. Der Direktor des Koordinationszentrums f\u00fcr Gesundheitsalarm und Notf\u00e4lle, Fernando Sim\u00f3n, gibt eine Pressekonferenz, um die neuesten Daten \u00fcber die Zahl der Infizierten und Toten in Spanien zu bewerten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Pedro S\u00e1nchez wird eine Verl\u00e4ngerung des Alarmzustands beantragen, dar\u00fcber gibt es schon seit Tagen eine heftige Auseinandersetzung. Die Rechte boykottiert mit allen Mitteln die schwache Regierung. Seit zwei Tagen gibt es keine Corona-Toten zu beklagen. Insgesamt hat Spanien bisher insgesamt 27.127 Todesf\u00e4lle. In den letzten 7 Tagen sind 35 Menschen am Virus gestorben und es gibt 137 Neuinfektionen.<\/span> <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.lavanguardia.com\/vida\/20200602\/481576010667\/ultima-hora-coronavirus-espana-fernando-simon-contagiados-fallecidos-estado-de-alarma-video-seo-ext.html\"><span style=\"font-size: medium;\">https:\/\/www.lavanguardia.com\/vida\/20200602\/481576010667\/ultima-hora-coronavirus-espana-fernando-simon-contagiados-fallecidos-estado-de-alarma-video-seo-ext.html<\/span><\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Deshalb ist die Mobilit\u00e4t innerhalb der autonomen Gemeinden erlaubt, die sich in derselben Phase der \u201edeescalada\u201c befinden. Erlaubt ist auch \u2013 bei Beachtung der jeweiligen Kapazit\u00e4t \u2013 die Benutzung der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel und die M\u00f6glichkeit der Bereitstellung von Service in den Bars, vorausgesetzt der Abstand von zwei Metern zwischen den Kunden kann beibehalten werden. Galizien und das Baskenland, \u201aAsturien, La Rioja, Murcia und Andalusien werden f\u00fcr den 8.6. den Eintritt in die Phase 3 beantragen, welche die Mobilit\u00e4t zwischen den Provinzen erlaubt. Der Druck von den Fu\u00dfballklubs scheint auch in Spanien stark zu sein. Fernando Sim\u00f3n schlie\u00dft nicht aus, dass in der Phase 3 die Stadien wieder besucht werden k\u00f6nnen \u2013 allerdings hinge das noch von den Entwicklungen ab.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Inzwischen gibt es aber eine neue Zahl zu verfolgen: die der Arbeitslosen. Sie ist auf 26.573 Personen angestiegen \u2013 liegt also in etwa mit der der Verstorbenen gleich. Darin sind nicht die vielen Menschen inbegriffen, die einen Erto oder Erte haben. <\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>03.06.20 Mittwoch<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Endlich kann ich mich an meinen Artikel \u00fcber Coronavirus in Amazonien machen. Ich wollte zun\u00e4chst den offenen Brief und die Unterschriftenaktion des brasilianischen Fotografen Sebasti\u00e3o Salgado zum Aufh\u00e4nger nehmen, doch als ich diese Aktion auf FB poste, bekomme ich von meinen Freunden harsche Kritik: Er sei ein messianistischer Typ, dem es mehr um seinen eigenen Ruhm ginge und, einen Einwand, den ich ernst nehme: Er ist mit seinem Blick eher Teil des Problems, da er die Indigenen als \u201esurvivals\u201c als \u00dcberlebende aus der Pr\u00e4historie betrachtet. Und damit macht er sich zwar zum guten Besch\u00fctzer, aber im Grunde hat er ein \u00e4hnliches Bild wie Jair Bolsonaro, der die Indigenen als \u201eTiere in einem Zoo\u201c bezeichnet, die sich in die brasilianische Gesellschaft einzugliedern haben, so dass man ihre Territorien ungehindert ausbeuten und vernichten kann. Also schreibe ich an die Redaktion von SPEKTRUM, um diesen Artikel abzubiegen, obgleich ich Salgado schon um seine Fotos gebeten hatte. Wir einigen uns darauf, den Artikel \u00fcber Covid-19 in Amazonien ohne ihn zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Heute das erste Mal wieder im Meer. Es ist leicht aufgew\u00fchlt, seit Tagen ziehen hier Gewitter herum aber das vermindert nicht das Gef\u00fchl, dass endlich ein Teil der Beschwernisse der letzten Wochen abfallen kann. Sie l\u00f6sen sich im Salzwasser auf. Fantastisch!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Arbeiter des Gesundheitswesens sollen den \u201ePrinzessin von Asturias-Preis\u201c verliehen bekommen. Und das obgleich sie mit schlechten Vertr\u00e4gen abgespeist wurden. Es ist wahr, sie haben alles und mehr gegeben, denn sich haben nicht nur die Kranken medizinisch, sondern auch emotional versorgt. Ihnen die Handys gehalten, damit sie ihre Verwandten sehen k\u00f6nnen, sie sehr menschlich begleitet und jede Entlassung gefeiert. Ich frage Paula, was sie davon h\u00e4lt. Sie meint, das sei alles Augenwischerei, und die Mehrheit ihrer KollegInnen ist der gleichen Ansicht. Schwachsinn, der sich nicht in konkrete Ma\u00dfnahmen \u00fcbersetzt, in notwendige Dinge. Paula f\u00fchlt sich f\u00fcr dumm verkauft.<\/span><\/p>\n<blockquote><p>[17:08, 3.6.2020] PAULA: No s\u00e9, para mi son todo pamplinas, Uli <i>(ich wei\u00df nicht, f\u00fcr mich ist das alles Quatsch, Uli)<\/i><\/p>\n<p>[17:09, 3.6.2020] PAULA: Y creo que para la mayor\u00eda de nosotros <i>(und ich glaube, f\u00fcr die mei\u00dften von uns.) <\/i><\/p>\n<p>[17:09, 3.6.2020] PAULA: Gilipolleces que no se traducen en cosas pr\u00e1cticas y necesarias <i>(Dummheiten, die nicht in praktische und notwendige Ma\u00dfnahmen \u00fcbersetzt werden.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">[17:09, 3.6.2020] PAULA: Me hace sentir como si nos tomaran por tontos <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>(Ich f\u00fchle mich auf den Arm genommen)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">[17:10, 3.6.2020] PAULA: Mucho premio pero seguimos trabajando 24-32 horas seguidas, esas horas no cuentan para la jubilaci\u00f3n ni cotizaci\u00f3n, seguimos sin cobrar el 5% de los recortes, seguimos con contratos de mierda&#8230; <\/span><i>(Viel Auszeichnung aber wir m\u00fcssen weiterhin 24-32 Stunden am St\u00fcck arbeiten, diese Stunden z\u00e4hlen weder f\u00fcr unsere Rente, noch f\u00fcr unsere Beitragsleistung, unsere Gehalte sind weiterhin um 5% gek\u00fcrzt, wir arbeiten weiterhin mit beschissenen Vertr\u00e4gen\u2026)<\/i><\/p>\n<p>[17:10, 3.6.2020] PAULA: Asiiii que por mi, el premio se lo pueden quedar <i>(Also von mir aus k\u00f6nnen sie ihre Auszeichnung behalten.)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Paula macht mich auf einen Artikel in der HuffPost aufmerksam, in dem berichtet wird, dass die Staatsanwaltschaft Untersuchungen gegen die Comunidad von Madrid einleitet, um herauszufinden, welche Kriterien diese angewendet haben, Patienten auf die Intensivstation zu verlegen. Der Ombudsman der Patienten m\u00f6chte auf diese Weise die Zahl der Todesf\u00e4lle kl\u00e4ren, die weder ins Krankenhaus eingeliefert werden konnten noch einer Behandlung unterzogen wurden, insbesondere in Pflegeheimen. &#8222;Was wir herauszufinden versuchen ist, warum viele Patienten nicht auf die Intensivstation eingewiesen wurden, was die Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren, ob es eine Anordnung oder ein Mandat gab&#8220;, sagte der Ombudsmann, der mehrere Angeh\u00f6rige von Opfern von COVID-19 vertritt. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.huffingtonpost.es\/amp\/entry\/la-fiscalia-de-madrid-investiga-los-criterios-de-los-hospitales-para-acceder-a-las-uci_es_5ed269e4c5b6ab64606a7869\/\">https:\/\/www.huffingtonpost.es\/amp\/entry\/la-fiscalia-de-madrid-investiga-los-criterios-de-los-hospitales-para-acceder-a-las-uci_es_5ed269e4c5b6ab64606a7869\/<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>04.06.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Einige Vertreter des <span style=\"font-size: medium;\">Gesundheitswesens nehmen den Preis nicht an! Sie sagen, die Krone solle lieber die Millionen zur\u00fcckgeben, die sie dem Volk geraubt und in Steuerparadiesen versteckt hat. Die spanische Krone ist seit langem von einem Skandal nach dem anderen gebeutelt. Die Gesch\u00e4fte von Juan Carlos in Saudi-Arabien. Konten in der Schweiz und 100-Millionen \u00dcberweisungen aus Saudi-Arabien im Jahr 2008. Der K\u00f6nig Felipe hat zwar angeblich die Kontakte zu seinem Vater abgebrochen, aber das hilft sehr wenig in einem Land, das am Rand des Abgrunds steht und wo die Korruption immer noch Millionen schachert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Gerade w\u00e4hrend der schlimmsten Momente der Pandemie gab es Beschwerden von Arbeitnehmern \u00fcber den Mangel an Schutzmaterialien. Es musste das Madrider Gericht in das Gesundheitsministerium anweisen, allen Zentren, \u201e\u00f6ffentlichen und privaten\u201c, Schutzmaterial zur Verf\u00fcgung zu stellen. <\/span><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.publico.es\/sociedad\/monarquia-sanitarios-rechazan-premio-princesa-asturias-piden-reyes-devuelvan-robado.html\"><span style=\"font-size: medium;\">https:\/\/www.publico.es\/sociedad\/monarquia-sanitarios-rechazan-premio-princesa-asturias-piden-reyes-devuelvan-robado.html<\/span><\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Und wieder diese nicht funktionierenden Internetseiten! Ich werde noch verr\u00fcckt. Um die Erlaubnis der Obras menores zu erhalten, muss man den Antrag stellen, mit dem entsprechenden Kostenvoranschlag wird eine Geb\u00fchr bestimmt, die man bezahlen muss und dann muss man alles auf der Homepage des B\u00fcrgermeisteramts noch einmal beantragen. Nur leider muss man sich zuvor bei idCAT M\u00f2bil anmelden. Sie wollen die Nummer des Personalausweises, mit Verfallsdatum, Telefonnummer und den Barcode der Gesundheitskarte. Nachdem wir alles sch\u00f6n eingegeben haben, kommt die R\u00fcckmeldung<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ho sentim! <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"es-ES\">No s&#8217;ha pogut completar l&#8217;alta <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"es-ES\"><i>(tut uns leid! <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><i>Die Registrierung konnte nicht abgeschlossen werden)<\/i><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wir sollen es sp\u00e4ter nochmal versuchen. Seit der Coronakrise ist das zum Alltag geworden: die Zeitvernichtung nicht mehr auf den \u00c4mtern, sondern vor dem heimischen Computer, weil die Seiten nicht richtig funktionieren. Seit Monaten versuche ich, die elektronische Rechnung der Stromversorgung endesa zu bekommen. Es ist einfach nicht zu machen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">In meinem Katalanisch-Kurs das gleiche Spiel: Diejenigen, die den Online-Kurs machen wollten, beschweren sich, dass es entweder gar nicht funktioniert oder nur sehr langsam\u2026 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ich telefoniere mit Jorge V\u00e9lez Quevedo, den ich vor Jahren im peruanischen Amazonas, im St\u00e4dtchen Yurimaguas kennen gelernt habe. Er berichtet mir von der Situation vor Ort. Er <\/span><span style=\"font-size: medium;\">arbeitet mit den Shawi-Indianern. Sie sind \u00fcber die Jahre und mit den vielen Workshops, die sie gemeinsam durchgef\u00fchrt haben, sehr gut auf die Situation eingestellt. Sie haben sofort die Kontrolle \u00fcber die Boote \u00fcbernommen, die den Paranapura hinauffahren und bisher ist es ihnen gegl\u00fcckt, den Einfall des Virus zu stoppen, obwohl er schon nach Balsapuerto gelangt ist, denn dort gibt es eine Flugpiste.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>07.06.2020 Freitag<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Heute muss Mercedes sich bei Movistar drum k\u00fcmmern, ob ihre zweimalige Abmeldung auch funktioniert hat. Das Unternehmen ist bekannt daf\u00fcr, dass sie trotz Abmeldung weiter Geld einziehen und so die Verbraucher um mindestens einen Monat betr\u00fcgen. Auch hier gibt es keinen Verbraucherschutz. Und sie muss bei der Deutschen Bank nachfragen, ob der Scheck zur Deckung der Hypothek korrekt eingereicht wurde oder ob uns die Vorbesitzer eine weitere \u00dcberraschung bereitet haben. In diesem Fall m\u00fcssten wir allerdings vor Gericht ziehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Wir bekommen eine Kopie, dass die Hypothek beglichen wurde. Immerhin. Aber es ist nur eine Kopie und wir m\u00fcssen das Original beantragen und einen Termin beim Notar in Vilanova ausmachen, weil sich die Deutsche Bank nicht nach Barcelona oder nach Sitges begibt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Abmeldung bei Movistar ist nat\u00fcrlich noch nicht effektiv. Man soll in zwei Wochen nochmal nachfragen. Derweil wird abkassiert. Das hatte ich schon im Internet gelesen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Ich telefoniere mit Nico. Der Name seiner Tochter steht noch nicht fest und wir sollen mal ein paar Vorschl\u00e4ge machen. Er wird etwas ungehalten, weil ich ihm sage, ich mach mir Sorgen wegen der Stei\u00dflage und dass Noa die Stei\u00dfgeburt versuchen will.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>08.06.2020 Samstag<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Es ist windig und k\u00fchler, weil ich etwas Halsschmerzen habe (immer denkt man gleich an COVID) gehe ich nicht zum Baden. Nachmittags kommen Freunde vorbei, die gesamte Geschichte von Kauf und von nicht beglichenen Rechnungen der Vorbesitzer wird wieder aufgerollt, jeder hat eine andere Meinung. Alle versuchen Abstand zu halten, aber zum Abschied umarmt man sich fast. Die Gewohnheit ist so tief verankert, dass sie nach so vielen Wochen immer noch schwer zu kontrollieren ist.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>09.06.20 Sonntag<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Um 11 Uhr Demo auf der Strandpromenade von Sitges gegen Rassismus. Es hat sich ein Gr\u00fcppchen versammelt. Einen guten Teil der Anwesenden kenne ich aus meinem Katalanisch-Kurs. Von den Sitgetans, den \u201eUreinwohnern\u201c von Sitges sieht man kaum jemanden. Jima ist der Hauptsprecher er spricht auf Castellano und liest dann den Text auf Franz\u00f6sisch und Katalanisch vor. Unser Freund Jacinto ist aus Vilanova gekommen mit Secou, den er und Nuria vor einem Jahr bei sich aufgenommen haben. Secou kommt von der Elfenbeink\u00fcste. Er ist 17 Jahre alt und sehr sch\u00fcchtern. Er ist sehr zufrieden, dass er diese Unterkunft gefunden hat und m\u00f6chte nach der Quarant\u00e4ne versuchen in Barcelona seine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Jima hatte erkl\u00e4rt, dass die Afrikaner hier mindestens 3 Jahre einen festen Wohnsitz nachweisen m\u00fcssen, um dann eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Der Grund, warum die Sitgetans fehlen ist, dass sie gegen die Top-Manta sind, die senegalesischen Verk\u00e4ufer von chinesischen F\u00e4lschungen von Nike-Turnschuhen und Dolce-Gabana Taschen. Tats\u00e4chlich ist die Strandpromenade normalerweise so dicht von ihnen belagert, dass es eng wird. Die Ladenbesitzer regen sich st\u00e4ndig \u00fcber die Top-Manta auf, weil sie glauben, dass sie ihnen das Gesch\u00e4ft verderben (kann ich verstehen, weil sie \u00e4hnlichen Schrott verkaufen) und die Gemeinde l\u00e4sst manchmal schweres Gesch\u00fctz auffahren, um ihre Niederlassung auf dem paseo zu verhindern. Dann sieht man die Mossos d\u00b4Esquadra mit Maschinengewehren die Stellung halten, als bef\u00e4nden wir uns im Krieg. Dann ziehen die Verk\u00e4ufer ab und kommen am n\u00e4chsten Tag wieder. Nun hat sich aber der Ober-Mafioso des rosa Kapitalismus in Sitges gegen die Top-Manta gewendet und sie werden es schwer haben. Denn Sitges hat sich ja das Label \u201eBiosph\u00e4re\u201c gekauft \u2013 es gab weder Befragung der Anwohner (die soll nun, ein paar Jahre sp\u00e4ter durchgef\u00fchrt werden) noch eine Art der Pr\u00fcfung. Und nun will sich die B\u00fcrgermeisterin, Aurora Cabonell mit einem \u201eturismo de qualitat\u201c schm\u00fccken. Davon ist bisher wenig zu entdecken. Im Gegenteil: Die B\u00e4ume, die die Stra\u00dfe vor dem Bahnhof schm\u00fcckten wurden letztes Jahr allesamt ausgerissen, um invasive australische Str\u00e4ucher zu pflanzen und nun geht es weiter mit der Planierung des Bio-Korridors und der Betonierung des Aut\u00f3dromo mit 3000 Parkpl\u00e4tzen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"><b>Montag, 08.06.2020<\/b><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Schreibworkshop absagen. Europa macht die Grenzen auf \u2013 nur nicht zu Spanien. Spanien wird erst am 1. Juli ge\u00f6ffnet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Gemeinde Madrid hat vier Nachrichten geschickt, um Alte aus Seniorenheimen nicht in die Krankenh\u00e4user aufzunehmen. Die Angeh\u00f6rigen klagen gegen die Gemeinde von Madrid und Isabel Ayuso, weil sie Leute \u00fcber 75 Jahre von der Versorgung ausgeschlossen haben. Das ist umso zynischer, als sich gerade PP und die Rechte gegen ein Euthanasie-Gesetz stellten, das nat\u00fcrlich den freien Willen der Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden o.\u00e4. voraussetzen. Hier kam es offenbar zum Aussortieren der Menschen, denen keine gro\u00dfen \u00dcberlebenschancen einger\u00e4umt wurden. 80% der Alten wurden nicht ins Krankenhaus gebracht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Im Intermedio fragt sich Wyoming, wo jetzt die Bischofskonferenz bleibt, die immer so sehr um das Leben besorgt ist? \u201eWenn diese Protokolle statt von der PP von einer anderen Partei unterzeichnet worden w\u00e4ren, wie oft h\u00e4tte man die Bisch\u00f6fe geh\u00f6rt, um \u00fcber die Kultur des Todes zu sprechen, wie sie es bei Abtreibung oder Euthanasie tun\u201c.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Zeugen der Angeh\u00f6rigen, die eine Klage gegen Isabel D\u00edaz Ayuso y Enrique Ruiz Escudero anstreben, berichteten, dass der Arzt kam und mit dem Finger auf die Alten deutete und ihnen Morphin verordnete. Andere sagten, die Ambulanzen w\u00fcrden nicht fahren und eine \u00c4rztin sagte, wenn diejenige Person christlichen Glaubens sei, solle sie beten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Das ist das tiefe Spanien! Nie wird die Wahrheit den Leuten ins Gesicht gesagt, sondern jeder erfindet sich \u201efromme L\u00fcgen\u201c, um die Gegebenheiten zu verschleiern.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Inzwischen gibt es einen neuen Skandal: Die Richterin Carmen Rodr\u00edguez-Medel hat die Guardia Civil damit beauftragt, die Regierung zu untersuchen und ihr nachzuweisen, dass die Erlaubnis f\u00fcr die feministische Demonstration am 8. Mai fahrl\u00e4ssig war und zu massiven COVID-19 Ansteckungen gef\u00fchrt habe. <\/span>https:\/\/elpais.com\/espana\/2020-06-08\/la-abogacia-acusa-a-la-juez-del-caso-8-m-de-lanzarse-a-una-busqueda-voraz-de-indicios-contra-el-gobierno.html<\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Bericht ist voller Fehler, zum Beispiel der Behauptung, der Ausnahmezustand wegen COVID-19 sei bereits vor dem 8.Mai ausgerufen worden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Der Innenminister Fernando Grande-Marlaska hatte am 24.Mai den Madrider Kommandanten der Guardia Civil entlassen, weil sich dieser geweigert hatte, Informationen \u00fcber den noch nicht eingereichten Bericht zu liefern. Zwei Tage sp\u00e4ter trat die Nummer zwei der Guardia Civil aus Protest gegen die Entlassung zur\u00fcck. Die Opposition fordert den R\u00fccktritt des Innenministers und wirft der Regierung vor, in ein juristisches Verfahren eingegriffen zu haben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Offensichtlich ist es ein weiterer Angriff der Rechten und Ultrarechten auf die Regierung von Pedro S\u00e1nchez, die bestimmt nicht alles richtig gemacht hat aber hier unter st\u00e4ndigem Beschuss steht und man den Pr\u00e4sidenten als einen Fall von extremer Resilienz ansehen muss. In einer so schwierigen Situation h\u00e4tte man von der Opposition erwarten k\u00f6nnen, dass sie einen Schulterschluss macht, um diese Krise zu bew\u00e4ltigen. Doch davon ist keine Spur. Nur die Separatisten sind etwas leiser geworden. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Berufung eingelegt und wirft der Richterin und der Guardia Civil vor, eine \u201euners\u00e4ttliche Suche nach Anzeichen eines Verbrechens\u201c eingeleitet zu haben. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">NZZ-Artikel: In dem Dokument beschuldigt die von der Exekutive abh\u00e4ngige juristische Person \u2013 die den einzigen Angeklagten, den Regierungsdelegierten Jos\u00e9 Manuel Franco, vertritt \u2013 sowohl, ein &#8222;allgemeines Verfahren&#8220; gegen die Beh\u00f6rden als auch &#8222;gegen das Management der Gesundheitskrise&#8220; eingeleitet zu haben. Sie weist auch auf die Agenten hin, die die beiden umstrittenen Berichte, die in den Fall einbezogen wurden, vorbereitet haben, weil sie um jeden Preis den Direktor des Zentrums f\u00fcr die Koordinierung von Gesundheitsalarmen und Notf\u00e4llen, Fernando Simon, einbeziehen wollten. Das Dokument der Advocacy, zu dem EL PA\u00cdS Zugang hatte, schlie\u00dft mit der Bitte, den Prozess auf Eis zu legen. Auch die Staatsanwaltschaft der Provinz Madrid hat diesen Montag darum gebeten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/corona-ist-der-feminismus-schuld-am-ausbruch-in-spanien-ld.1559899?mktcid=nled&amp;mktcval=102&amp;kid=_2020-6-10&amp;trco=\">https:\/\/www.nzz.ch\/international\/corona-ist-der-feminismus-schuld-am-ausbruch-in-spanien-ld.1559899?mktcid=nled&amp;mktcval=102&amp;kid=_2020-6-10&amp;trco=<\/a><\/u><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>10.06.20 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Am Wochenende ist in Sitges wieder die Party angelaufen. Nat\u00fcrlich nur ganz sacht \u2013 im Vergleich zu anderen Jahren \u2013 aber eigentlich ein Skandal mitten in Zeiten von Corona, zumal Spanien wegen seiner hohen Infektionsrate erst am 1. Juli die Grenzen \u00f6ffnet. Danach m\u00f6chte ich die \u201eCalle del Pecado\u201c (<i>S\u00fcndenstrasse<\/i>), wie sie im Volksmund hei\u00dft, nicht sehen. Die Fotos wurden in der Nacht von Samstag auf Sonntag gemacht um 1 Uhr morgens.<\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6323\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image-15.png\" alt=\"\" width=\"686\" height=\"481\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 14: Nachtleben in der calle del pecado ohne Abstand und ohne Mundschutz \/ Bildquellen: <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"http:\/\/lecodesitges.cat\/la-policia-local-reforcara-les-visites-a-les-zones-doci-nocturn\/\">http:\/\/lecodesitges.cat\/la-policia-local-reforcara-les-visites-a-les-zones-doci-nocturn\/<\/a><\/u><\/span><\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Artikel des L\u00b4Eco de Sitges hei\u00dft es, man w\u00fcrde am n\u00e4chsten Wochenende mehr Polizeikontrollen durchf\u00fchren, damit der gebotene Abstand eingehalten w\u00fcrde, doch das ist zum Lachen. Die Polizei ist noch nie eingeschritten, wenn es sich um die Gay-Community handelt. Nicht, weil sie gayfreundlich w\u00e4ren oder \u201etolerant\u201c (wie sich die heuchlerischen Sitgetans bezeichnen), sondern weil in Sitges dieses Gesch\u00e4ft regiert und bisher sicherlich noch jede Partei und die Polizei geschmiert hat. Deshalb ist es \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich, dass die Beamten eingreifen. Nat\u00fcrlich sind nicht alle korrupt, aber doch ein Gro\u00dfteil. Wie der Artikel erw\u00e4hnt \u2013 und das ist dann auch schon die Entschuldigung daf\u00fcr, dass man nicht eingreift: es g\u00e4be nur drei Patrouillen, um das gesamte Gebiet bis hin zu Les Botigues (das liegt mindestens 6-8 km entfernt an der K\u00fcstenstra\u00dfe Richtung Barcelona) abzudecken. Man beschr\u00e4nkt sich also darauf, die Kneipenwirte zu bitten, dass sie ihre Klienten darauf hinweisen sollen, die Abst\u00e4nde einzuhalten. <span lang=\"es-ES\">\u201eEl que no podem \u00e9s posar un policia darrere de cada persona o en cada establiment; per aix\u00f2 \u00e9s important que tothom prengui responsabilitat de les normes actuals, que estableixen dist\u00e0ncies i limitaci\u00f3 de grups\u201d. <\/span><i>(Wir k\u00f6nnen ja nicht einen Polizisten hinter jede Person stellen oder in jedes Lokal; deshalb ist es wichtig, dass jeder seine Verantwortung selbst \u00fcbernimmt und die aktuellen Normen und die Distanzen und die Beschr\u00e4nkungen der Gruppen Kapazit\u00e4ten einhalten.)<\/i><\/p>\n<p>Noch h\u00e4lt man sich im Freien auf \u2013 wie wir es aus Sitges gew\u00f6hnt sind, wo die Stra\u00dfen die Verl\u00e4ngerungen der Bars und Diskotheken sind. Diese werden in der Phase 3 \u00f6ffnen k\u00f6nnen, ab dem 22. Juni. Das, so der Artikel, sollte dann die \u201eVerstopfung\u201c der Stra\u00dfen etwas l\u00f6sen obwohl man mit mehr Bewegung rechnet.<\/p>\n<p>Was Sitges und die B\u00fcrgermeisterin Aurora Carbonell hier machen, ist kriminell und bald werden die Zahlen der Infektionen wieder nach oben schnellen.<\/p>\n<p>Heute Mittag waren wir bei Blanca zum Mittagessen eingeladen, sie wohnt in Vallpineda, einer Siedlung oberhalb von Sitges. Auf einem Spaziergang in Richtung Sant Pere de Ribes sto\u00dfen wir auf eine kleine Ansiedlung von etwa 10 H\u00e4usern, die Las Torres hei\u00dft und wo es eine Bodega gibt, wo man Wein und Produkte der Region kaufen kann. Die Verk\u00e4uferin erz\u00e4hlt uns aus den Tagen der Ausgangssperre, wie der kleine Ort den Ramblas von Barcelona glich. Denn alle Leute kamen um ein paar Kartoffeln zu kaufen, bzw. um etwas Luft zu schnappen und sich die Beine zu vertreten und sie musste immer Quittungen ausstellen, weil die Polizei kontrollierte und Strafen von 600 Euros verteilte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>11.06.20 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Besorgungen in Vilanova und der Versuch, mich dort einzub\u00fcrgern, der nat\u00fcrlich daran scheitert, dass mein N.I.E. seit 2013 verfallen ist. Ich hatte schon letztes Jahr versucht, meinen NIE zu verl\u00e4ngern, doch bei der Polizei in Vilanova bekommen wir keinen Termin. Diese werden offenbar, wie bereits gesagt, unter der Hand vertickt, wie wir in einem Zeitungsartikel der Catalunya Press zu lesen ist. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/www.catalunyapress.es\/texto-diario\/mostrar\/997176\/odisea-obtener-nie\">https:\/\/www.catalunyapress.es\/texto-diario\/mostrar\/997176\/odisea-obtener-nie<\/a><\/u><\/span> Es ist eine Odyssee, wie so viele b\u00fcrokratischen Angelegenheiten in Spanien.<\/p>\n<p>Die Renovierungsarbeiten in unserer neuen Wohnung kommen nicht voran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>12.06.20 Freitag<\/b><\/p>\n<p>Ich komme mit meinem Artikel nicht richtig voran, es gibt jeden Tag neue, wichtige Nachrichten \u00fcber den COVID-19 in Amazonien. Es ist deprimierend, wie er bis in die letzte Ecke des Regenwaldes vordringt.<\/p>\n<p>Am Abend haben wir uns zu einer gemeinsamen Aktion in unserem Gem\u00fcsegarten verabredet. Es muss Unkraut gej\u00e4tet werden und vor allem Gestelle f\u00fcr die Tomaten aufgestellt werden. Au\u00dferdem haben sich Killerwespen im Ger\u00e4teschrank eingenistet, denen wir mit einem Spray zu Leibe r\u00fccken.<\/p>\n<p>Als wir um 10.30 nach Hause kommen, in die C. Parellades 70 sehen wir zu unserem Erstaunen, dass die Restaurants schon offen haben (obwohl wir uns noch in der Phase 2 befinden) und die Leute, zum Teil zwar mit Masken, zum Teil aber ohne, sich hier tummeln, als sei nichts gewesen.<\/p>\n<p>Ich verstehe, dass die Restaurantbesitzer ihre Verluste einholen wollen. Auf der Stra\u00dfe h\u00f6re ich die Leute reden und der allgemeine Tenor ist: poquito a poco, langsam wird hier alles wieder in Gang kommen. Doch erscheint es mir sehr unvorsichtig, wie hier das Gesch\u00e4ft wieder anl\u00e4uft. Vor allem Sitges h\u00e4lt sich in keiner Weise an die Vorsichtsma\u00dfnahmen. Der \u201erebrote\u201c ist hier schon vorprogrammiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>13.06.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Heute kommt die freudige Nachricht, dass gestern Pina Prinz zur Welt gekommen ist. Meine Nichte Nora hat gestern ihr Kind bekommen. Noa und Nico warten noch. Gestern w\u00e4re der berechnete Termin gewesen, aber es tut sich noch nichts. Zum Gl\u00fcck sind die Vorschriften wegen des Virus inzwischen in den Krankenh\u00e4usern gelockert worden: die Geb\u00e4rende muss w\u00e4hrend des Geburtsvorgangs keine Maske tragen und der Vater darf mit dabei sein.<\/p>\n<p>Wir besuchen meinen Freund Tom in Torelles del Llobregat. Er wohnt am Waldrand in einer alten Massia, die von einem herrlichen Eichenwald umgeben ist. Hier haben die Wildschweine den ganzen Boden aufgew\u00fchlt. Tom meint, die J\u00e4ger der Gegend bef\u00e4nden sich derzeit im Streik. Dieses Jahr hat es viel geregnet und der Wald ist so gr\u00fcn, wie selten. Wir sehen Erdbeerb\u00e4ume, wilden Lavendel, Rosmarienstr\u00e4ucher\u2026 es ist herrlich! Tom ist besonders vorsichtig wegen Covid. Er hat Probleme mit der Lunge und letztes Jahr eine Lungenentz\u00fcndung durchgemacht. Zum Arzt geht er nicht und seine private Versicherung hier in Spanien hat auf virtuell umgeschaltet. Man hat den Eindruck, dass viele Unternehmen und auch die Gemeinden die Covid-Krise zum Anlass nehmen, um Arbeitspl\u00e4tze abzubauen oder die Leute in Ertes zu schicken und die Leistungen, Betreuungen einfach runter zu fahren und \u00fcber nicht funktionierende Internetseiten abzudecken.<\/p>\n<p>Was das Virus und seine Verbreitung anbelangt, so kann ich beobachten, dass sich die Bev\u00f6lkerung in zwei Teile spaltet: die einen, die Sorge haben und Angst vor der Krankheit, vielleicht weil sie sich selbst zur Risikogruppe z\u00e4hlen oder weil sie sich verantwortlich zeigen gegen\u00fcber den Risikogruppen (gestern trafen wir Laura und Jos\u00e9p-Mar\u00eda auf der Stra\u00dfe, zwei Freunde, die hier in Sitges aufgewachsen sind. Sie sind sehr indigniert dar\u00fcber, dass die Party hier schon wieder anl\u00e4uft) und solche, die anzweifeln, dass es so schlimm gewesen sei. Sie sind der Meinung, dass die Wirtschaft wieder anlaufen muss (so etwa Carolina, die ich neulich auf der Stra\u00dfe traf, eine Holl\u00e4nderin, die hier ein paar Appartements vermietet und die sich anscheinend auch um das Herrichten unserer Wohnung k\u00fcmmert, bis die Besitzer dann ab dem 1. Juli einreisen k\u00f6nnen.) Ich verstehe die Sorge der UnternehmerInnen, was ich nicht verstehe ist, dass man wegen der eigenen Interessen, sich die Wirklichkeit gerade so hinbiegt, wie man sie braucht. Vielleicht ist es eine Art der Rechtfertigung und der Selbstberuhigung. Nach dem Motto: Ich mach mein Ding weiter, weil man mich zuvor betrogen hat. Sehr seltsam. Dass das Schwedische Modell gescheitert ist und dass Gro\u00dfbritannien in puncto Infizierte und Tote an Spanien vorbeizieht, das scheint diese Gruppe kaum zu kratzen. Ich glaube, es ist Egoismus und nat\u00fcrlich auch der \u00dcberlebenswille, der die Leute antreibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>15.06.2020 Montag<\/b><\/p>\n<figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-6325\" src=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image16-920x809.png\" alt=\"\" width=\"920\" height=\"809\" srcset=\"https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image16-920x809.png 920w, https:\/\/boasblogs.org\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/image16.png 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><figcaption>\n<p style=\"font-size: 80%; line-height: 125%;\"><em>Abb. 15: Quelle: Facebook-Eintrag bei \u201eQue cal millorar de Sitges, pels Sitgetans???\u201c vom 15.06.20 Oriol Nebleza Raventos.<\/em><\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00c4rger und die Sorge \u00fcber die unverantwortliche Haltung des Ayuntamientos von Sitges sorgt f\u00fcr Indignation auf FB.<\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Oriol N. 15. Juni um 11:20: \u201eUn cop mes en aquest pais, la cultura i el mon artistic maltractat, les mesures no son equiparables ni molt menys amb el que estem veient als carrers i a les activitats socials, una vergonya.\u201d <\/span><i>(Wieder mal in diesen Land, wird die Kultur und die k\u00fcnstlerische Welt misshandelt, die Ma\u00dfnahmen sind nicht vergleichbar mit dem, was wir in den Stra\u00dfen sehen und den sozialen Aktivit\u00e4ten, eine Unversch\u00e4mtheit.)<\/i><\/p>\n<p>\u201e<span lang=\"es-ES\">Aquest cap de setmana l&#8217;ajuntament de Sitges va prohibir fer musica en viu en un lloc que te mesures de seguretat adients i permis per fer musica en viu, encara no han donat cap explicacio, i un dia despres es veuen aquestes imatges (foto encerclada) de la gent aglomerada a l&#8217;esglesia sense cap mesura de seguretat, pitjor no es poden fer les coses.\u201d <\/span><i>(Dieses Wochenende hat Sitges verboten, Live-Musik an einem Ort zu machen, der \u00fcber angemessene Sicherheitsma\u00dfnahmen verf\u00fcgt und die Erlaubnis f\u00fcr Live-Musik hat und hat noch keine Erkl\u00e4rung dazu abgegeben und einen Tag sp\u00e4ter sieht man diese Bilder (eingekreistes Foto) von Menschen, die sich ohne Sicherheitsma\u00dfnahmen vor der Kirche dr\u00e4ngen, schlechter kann man das nicht handhaben.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Mar\u00eda Jose T.: No hay que echarle la culpa al ayuntamiento, las personas tendr\u00edamos que ser m\u00e1s responsables , no pod\u00edan guardar la distancia pero mayoritariamente llevaban mascarilla.<\/span><i> <\/i><i>(Man muss die Schuld nicht der Gemeinde geben, wir Personen sollten mehr Verantwortung zeigen, sie konnten die Abst\u00e4nde nicht einhalten, tragen aber in der Mehrzahl Mundschutz)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Oriol N.: Mar\u00eda Jose perdona, pero las medidas de seguridad son cosa del Ayuntamiento, y la anulaci\u00f3n de actuaciones tambi\u00e9n, o acaso es obra del esp\u00edritu santo??? <\/span><i>(Entschuldige Mar\u00eda Jose, aber die Schutzma\u00dfnahmen sind Sache der Gemeinde, und das Absagen von Auftritten ebenfalls, oder sollte es etwa die Aufgabe des Heiligen Geistes sein?)<\/i><\/p>\n<p>Mar\u00eda Jose T. Es una verg\u00fcenza, que tengan que prohibir por nuestra irresponsabilidad <i>(Es ist eine Schande, dass sie es wegen unserer Verantwortungslosigkeit verbieten m\u00fcssen.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Aitor T. \u201eNo quiero ser muy capullo opinando pero tambi\u00e9n he visto que las medidas y cl\u00e1usulas se aplican muy fuertes para unas cosas, pero despu\u00e9s depende de tu apellido, tu prestigio y la popularidad que tengas, te puedes saltar las normas y eres inmune a que te multen.\u201d <\/span><i>(Ich m\u00f6chte kein Arschloch sein, das meine Meinung \u00e4u\u00dfert, aber ich habe auch gesehen, dass die Ma\u00dfnahmen und Klauseln f\u00fcr die einen sehr streng angewendet werden, aber dann h\u00e4ngt es von deinem Nachnamen, deinem Prestige und deiner Popularit\u00e4t ab, ob du die Regeln verletzen kannst und ob du immun bist gegen Geldstrafen.)<\/i> <span lang=\"es-ES\">\u201eOriol N., entiendo tu enfado pero es bueno que te vayas mentalizando que se toman decisiones incomprensibles y se improvisa mucho, el resumen es que la pandemia es una situaci\u00f3n que golpea duramente a la econom\u00eda y la sociedad&#8230;y los pol\u00edticos han hecho lo que han podido pero evidenciando que no dan la talla y agravado el problema ya que la sanidad estaba obsoleta&#8230;\u201d <\/span><i>(Oriol N., ich verstehe deine Wut, aber es ist gut, dass du dich drauf einstellst, dass unverst\u00e4ndliche Entscheidungen getroffen und vieles improvisiert wird. Die Zusammenfassung lautet, dass die Pandemie eine Situation ist, die Wirtschaft und Gesellschaft hart trifft &#8230; und Politiker haben es getan was sie konnten, aber sie zeigen, dass sie dem nicht gewachsen sind und sie versch\u00e4rfen das Problem, da die Gesundheitsversorgung veraltet war &#8230;)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Victor P-rv Esto deber\u00eda estar m\u00e1s pensado ya&#8230; igual que la calle del pecado o se ponen duros o la gente no hace nada. Paso igual con el confinamiento hasta que la gente no empiezo a ver multas nadie hacia caso. <\/span><i>(Das sollte man schon besser bedacht haben\u2026 Wie in der calle del Pecado (C. Dos de Mayo, Sitges) entweder greifen sie streng durch, oder die Leute halten sich nicht dran.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Mar\u00eda Jose T. Eso es muy triste <\/span><span style=\"font-family: Segoe UI Emoji, serif;\"><span lang=\"es-ES\"><i>(Das ist sehr traurig)<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Salom\u00e9 S. No ho trobo b\u00e9 per part del consistori, tots blancs o tots negres! <\/span><i>(Ich finde das nicht richtig vom Konsistorium: entweder alle oder keiner!)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Annia P. Con respecto a la 2a foto la de l\u2019esglesia, en un principio est\u00e1bamos bien separados alrededor de la catifa de flores, pero un hombre que deb\u00eda de ser el que mandaba all\u00ed nos ech\u00f3 a todos diciendo que no se pod\u00eda estar, o sea que todos fuera, un desprop\u00f3sito.. a favor dir\u00e9 que todo ten\u00edamos mascarilla y algunos se quedaron y otros se fueron. <\/span><i>(Bez\u00fcglich des 2. Fotos an der Kirche, am Anfang standen wir mit Abstand um die Blumenteppiche, aber ein Mann, der dort das Kommando f\u00fchrte hat uns alle zur\u00fcckgetrieben, er sagte, dort k\u00f6nnen wir nicht sein, alle weg da, ein Bl\u00f6dsinn\u2026 andererseits muss ich sagen, dass wir alle einen Mundschutz trugen und einige blieben, andere gingen weg.)<\/i><\/p>\n<p><span lang=\"es-ES\">Oriol N. Annia, havia algun tipus de cos de seguretat? O policia controlant la gentada? I l&#8217;aglomeracio que es veu? Per cert, no tothom esta amb mascareta <\/span><span lang=\"es-ES\"><i>(Annia, gab es irgend eine Art von Sicherheit? <\/i><\/span><i>Polizei, die die Leute kontrollierte? Und die Aglommeration, die man sieht? \u00dcbrigens nicht alle tragen einen Mundschutz.) <\/i><\/p>\n<p>Annia P.: Oriol N. hab\u00eda dos al otro lado, pero en ning\u00fan momento controlaron nada ellos, era un hombre que deb\u00eda de ser de la colla o algo el que lo controlaba todo, no sabr\u00eda decirte mas <i>(Es waren zwei auf der anderen Seite, aber niemand hat etwas kontrolliert, es war ein Mann der vom Verein war oder jemand, der alles kontrollierte, ich kann dir nicht mehr sagen.) <\/i><\/p>\n<p>Die Polizei sorgt offensichtlich nicht f\u00fcr die Einhaltung des Mindestabstands und Oriol und Aitor \u00e4rgern sich dar\u00fcber, dass sie es bei manchen tun und bei anderen eben nicht. Genau das ist das Problem in diesem Dorf der Schildb\u00fcrger und diese Haltung hat einen Namen. Man nennt es Vetternwirtschaft.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen geht man immer sorgloser mit den Verordnungen um. In Sitges soll man Mundschutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Ganze Gruppen von Leuten interessiert das nicht, zumeist die Jugendlichen (aber nicht alle!) die nat\u00fcrlich weniger verwundbar sind. Und das trotz der Aufkl\u00e4rungskampagne, die auf allen Fernsehsendern l\u00e4uft und die auf die drei wichtigsten Dinge hinweist: H\u00e4ndewaschen, Mundschutz und soziales distancing.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>16.06.20 Dienstag <\/b><\/p>\n<p>Gestern sind 189 deutsche Touristen in Mallorca gelandet. <span style=\"color: #0000ff;\"><u><a href=\"https:\/\/elpais.com\/economia\/2020-06-15\/los-primeros-turistas-alemanes-llegan-a-baleares.html\">https:\/\/elpais.com\/economia\/2020-06-15\/los-primeros-turistas-alemanes-llegan-a-baleares.html<\/a><\/u><\/span> der Korridor ist eine Ausnahme, denn der Estado de alarma (Ausnahmezustand) endet erst am 20.06.20 und die Grenze zu Spanien wird vermutlich am 1. Juli \u00f6ffnen. Nun werden die Touristen mit Applaus empfangen. Die Krise ist in der Phase der \u00d6konomie angekommen, w\u00e4hrend man wochenlang dem Sanit\u00e4rpersonal applaudierte, sind es nun die goldenen K\u00fche. Sie sind gleichzeitig die Versuchskaninchen, um zu testen, wie die Sicherheitsprotokolle funktionieren. Ich glaube eher, dass es enormen Druck gab von den Finca-Besitzern, die ihre Ferien auf \u201eihrer\u201c Insel verbringen wollen.<\/p>\n<p>Die Balearen \u00f6ffnen sich dem internationalen Tourismus mit einem Pilotplan, der in den n\u00e4chsten 15 Tagen 10.900 deutsche Staatsb\u00fcrger mit einem Mindestaufenthalt von f\u00fcnf N\u00e4chten bringen wird. Die Kanarischen Inseln hatten verlangt, dass sich die Touristen einem Test unterziehen, doch ist dies nicht obligatorisch. Doch m\u00fcssen sie einen Gesundheitsfragebogen ausf\u00fcllen, es wird Fieber gemessen bei der Ankunft und sie m\u00fcssen w\u00e4hrend ihres Urlaubs erreichbar sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>17.06.2020 Mittwoch<\/b><\/p>\n<p>Aussuchen von Badfliesen in BigMat in Vilanova, ein Gro\u00dfvertrieb f\u00fcr Baumaterialien, die aber eine sch\u00f6ne Ausstellung von Badm\u00f6beln und Zubeh\u00f6r haben. Langes Warten in br\u00fctender Hitze. Die Angestellten achten sehr auf die Einhaltung und einer macht eine Kundin darauf aufmerksam, dass sie (auch auf dem Gel\u00e4nde) den Mundschutz tragen muss. Diese zieht beleidigt ab. Die Frau, die uns bedient ist ganz ungl\u00fccklich \u00fcber die Verordnungen wegen Coronavirus: Wir k\u00f6nnen unsere Kunden nicht so bedienen, wie wir das wollen. Zu allem Ungl\u00fcck ist auch noch die Beleuchtung ausgefallen. Wir suchen ein paar einfache breite Fliesen aus.<\/p>\n<p>80ter Geburtstag von Antonia. Wir fahren nach Sallent, um gemeinsam zu feiern. Sie hatte vor dem Ausnahmezustand eine schlimme Depression, die zum Gl\u00fcck rechtzeitig mit Medikamentierung in den Griff zu bekommen war. Allerdings war es auch ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr das spanische Gesundheitssystem, das wegen \u00dcberlastung auch schon vor COVID-19 sehr langsam funktionierte. Ein Arzt \u00fcberweist zum n\u00e4chsten ohne eine wirkliche Absprache untereinander und weil die Haus\u00e4rztin krank war, wurde sie von einer anderen \u00c4rztin versorgt, die ihr in diesem verzweifelten Zustand auch noch das Schlafmittel genommen hat. Nun aber ist sie wieder obenauf und macht uns das Mittagessen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>18.06.2020 Donnerstag<\/b><\/p>\n<p>Um 5:46 eine Whatsapp von Nico: Die Wehen gehen los. Sie fahren ins Krankenhaus. Dort stellt man fest: Beckenendlage mit Klappmesserstellung. Das bedeutet, sie k\u00f6nnen nat\u00fcrlich geb\u00e4ren, ihre Hebamme ist auch in der Schicht. Um 13 Uhr ist die Fruchtblase geplatzt und 40 Minuten sp\u00e4ter ist klein Matilda da. Unfassbar. Ich bin so ber\u00fchrt, dass ich erstmal nichts anderes tun kann, als zu weinen. In diesen Momenten wird einem \u2013 \u00e4hnlich wie beim Tod \u2013 die ganze Gewalt der Existenz bewusst. Eine schwierige Geburt, aber die Mutter hat es ohne Kaiserschnitt und ohne Dammschnitt geschafft. Ich bin so gl\u00fccklich, erleichtert und stolz auf beide Eltern.<\/p>\n<p>Den ganzen Tag lang verbreite ich die frohe Botschaft\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>20.06.20 Samstag<\/b><\/p>\n<p>Nachdem das Wetter die ganze Woche gewittrig und ungem\u00fctlich war, nehme ich heute die Gelegenheit wahr und gehe zum Schwimmen an meinem alten Hausstrand. Das Apartment, in dem wir zwischenwohnen liegt keine 150 Meter von unserer fr\u00fcheren Wohnung entfernt.<\/p>\n<p>Der Strand ist belebt, aber es ist Platz f\u00fcr alle. Maria, die die Liegen vermietet sagt, sie seien eher da, um Pr\u00e4senz zu zeigen \u2013 aber das Sommergesch\u00e4ft hat sie abgeschrieben.<\/p>\n<p>Ich sehe die Garde der Sitgetanes, einer Gruppe von alten Frauen, die sich jeden Tag von 11-14 Uhr in einer langen Reihe von Klappst\u00fchlen kurz vor dem Wasser aufbauen. Ich habe sie insgeheim die \u201eBrandungsmauer\u201c genannt. Sie haben von Anfang an meinen Gru\u00df ignoriert und sind jeden Tag damit besch\u00e4ftigt, andere Leute \u201eauszurichten\u201c, wie man in Bayern sagt. Auch heute, halb im Wasser stehend, schwingen sie ihre Zeigefinger und der Ton ihrer Rede ist die Klage und der \u00c4rger.<\/p>\n<p>Ansonsten ist der Strand von den Bewohnern von Sitges und die Barcelonesen und den Besuchern aus der Provinz belagert, die hierher kommen. Parkpl\u00e4tze sind keine zu finden an den Wochenenden.<\/p>\n<p>Gestern war ich mit Cristina spazieren. Sie erz\u00e4hlt mir von ihrem confiamiento. Sie lebt in einem mehrst\u00f6ckigen Haus, das ihren Eltern geh\u00f6rt. Sie bewohnt mit ihrem Freund und ihrem Sohn das oberste Stockwerk. Der Vater ist schwer dement und konnte nicht in der Tagesklinik betreut werden. Die Mutter war fast am Zusammenklappen und verabreicht ihm Schlafmittel aber auch das hilft nichts mehr. Die Familie kann nicht auf die Umarmungen verzichten. Sogar die Mutter, die sonst nicht so gef\u00fchlsbetont ist sagt: entweder, wir sterben aus Mangel an Liebe oder durch den Virus. Die \u00e4ltere Schwester, die unten im Haus eine B\u00e4ckerei betreibt, erwischt den Enkel bei den Gro\u00dfeltern und regt sich dar\u00fcber auf, als handele es sich um einen Mordanschlag.<\/p>\n<p>Cristina ist relativ unbesorgt und besteht auf einer Umarmung. Es war immer wieder Thema w\u00e4hrend des confinamientos: die fehlenden Umarmungen und tats\u00e4chlich gehen sie einem ab. Aber f\u00fcr die Spanier ist es mehr, als abgehen. Sie sind tats\u00e4chlich notwendig, um sich geliebt und aufgehoben zu f\u00fchlen. Es ist eine kulturelle Praxis, die zu ihrem Selbstverst\u00e4ndnis geh\u00f6rt. Erst letzte Woche hat Silvia, die einen Test machen musste, um wieder arbeiten zu d\u00fcrfen (und er ist negativ ausgefallen) uns feierlich jedem eine Umarmung verabreicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>21.06.20 Sonntag<\/b><\/p>\n<p>Gestern erreicht mich die E-Mail meiner Schwester, die uns dar\u00fcber informiert, dass unsere Mutter seit zwei Tagen sehr m\u00fcde ist und es ablehnt, zu essen und zu trinken. Ich buche sofort einen Flug. Es scheint m\u00f6glich zu sein. Denn als Deutsche darf ich nach Deutschland einreisen und ab dem 1. Juli kann man hoffentlich wieder nach Spanien einreisen. Die lange Zeit der Abschottung hat unserer Mutter nicht gut getan, der fehlende Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln hat sie sichtlich zusammenfallen lassen, obwohl sich das Personal sehr um sie bem\u00fcht hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>22.06. Montag<\/b><\/p>\n<p>Flughafen \u2013 der leere Flug, die besonders bem\u00fchten Stewardessen, kalte aircondition. Maske auf die ganze Zeit. L\u00e4den geschlossen.<\/p>\n<p>Ankunft in M\u00fcnchen. Relativ normaler Umgang in der \u201eneuen Realit\u00e4t\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b>23.06. Dienstag<\/b><\/p>\n<p>Sonderregelung f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen. Unb\u00fcrokratischer Umgang. Mutter nach drei Monaten sehr abgemagert und in schlechtem Zustand.<\/p>\n<p>Abends erstes Treffen mit meiner Enkelin \u2013 gro\u00dfe Freude aber auch mit Vorsicht. Es wird von den Freundinnen das Foto der Gro\u00dfmutter mit Enkelin auf dem Arm gefordert, aber ich m\u00f6chte lieber 5 Tage abwarten nach dem Flug.<\/p>\n","protected":false},"author":12,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"inline_featured_image":false},"tags":[356,357,358,359,434,435,460,461],"autor":[452],"class_list":["post-6293","curarecoronadiaries","type-curarecoronadiaries","status-publish","hentry","tag-march","tag-april","tag-may","tag-june","tag-deutsch","tag-german","tag-spain","tag-sitges","autor-ulrike-prinz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/curare\/6293","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/curare"}],"about":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/curarecoronadiaries"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/12"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6293"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6293"},{"taxonomy":"autor","embeddable":true,"href":"https:\/\/boasblogs.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/autor?post=6293"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}